Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 1 (Enero, 1963)
- Date
- 1963-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ENERO 1963 BOLETIN INFORMATIVO 3 few?cS¿Xe¿ú?úfte> I Januar Schwat DIE BANNMEILE Reminiszenz zum 30. Jahrestag des 30. Januar 1933 Sonnabend Sonnabend Sonnabend Sonnabend Sonnabend Sonntag 26. Februar 2. 1. Sidra: waera - Rosch-Che desch H. Buch Moses 6,2 - 9,35 IV. Buch Moses 28,9 - 15 Jesaias: 66,1 - 24 24. 30. A dar Montag 25. 1. MORGENGOTTESDIENST Wochentags Sonn, und staatl Feiertage Schabbat ABENDGOTTESDIENST 8. Sidra: Bo ’ II. Buch Moses 10,1 - 13,16 Jeremias 46,13 - 28 9. 15. Sidra; Beschalach-Schira (Chamischa Assar B’Schwat- Fruehlingsanfang) II. Buch Moses 13,17 - 17,16 Richter: 4,4 - 5,31 22. Sidra: Jitro II. Buch Moses 18,1 - 20,23 Jesaias 6,1 - 7,6; 9,5 - 6 23. 29. Sidra: Mischpatim-Schekalim Neumondweihe II. Buch Moses 21,1 - 24,18 n. Buch Moses 30,11 - 16 n. Koenige 12,1 - 17 1. Tag Rosch Chodesch 16. 2. Tag Rosch Chodesch 7.30 Uhr 8 Uhr 9 Uhr 8. 15. 16. 22. Wochentags Freitag-Abend bis 1. Februar Februar Februar Februar Februar Schabbat Mincha Ausgang 19.30 Uhr 19.30 Uhr 19.15 Uhr' 19.15 Uhr 26.1 2-2 19.45 19.45 20.20 20.15 Im Monat Februar faellt der Lehrvortrag im Anschluss an den Schabbat-Morgengottesdienst aus. 19 19 9.2 19.40 20.09 Uhr Uhr 16.2 19.30 20.03 23.2 19.20 19.54 Fuer die uns anlaesslich des Ablebens unseres geliebten Mannes, Vaters, Schwiegervaters und Grossvaters MAX KAUFMANN erwiesene Anteilnahme sagen wir auf diesem Wege allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank. ELSE KAUFMANN, geb MAY FAMILIE MANFRED und ESTHER KAUFMANN FAMILIE HANS und ELLEN KAUFMANN Fuer die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme, die wir anlaesslich des Hinscheidens unserer lieben Mutter und Schwiegermutter Frau AMALIE MARCUS erhalten haben, sagen wir unseren herzlichen Dank. DITA MARCUS DE SCHWARTZ SOLON SCHWARTZ Fuer die uns beim Hinscheiden unseres lieben I Vaters, Schwiegervaters und Grossvaters EMIL RUSS erwiesene Teilnahme sagen wir auf diesem Wege unseren besten Dank. Valparaiso. 26 Dez 1962 Casilla 107 ERWIN RUSS und FAMILIE WALTER RUSS tund FRAU Fuer die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Hinscheiden unserer geliebten Mutter, Schwiegermutter Und Grossmutter ROSA FREUDENTHAL sagen wir auf diesem Wege unseren aufrichtigen Dank. FRITZ FREUDENTHAL und FAMILIE HEINZ FREUDENTHAL und FAMILIE Coquimbo—Santiago November 1962 Als der 30. Januar 1933, ein Montag, kalt und regnerisch ueber Berlin kam, war Deutschlands Geschick bereits entschieden. Die Nationalen hatten gegen den Kan ziergeneral Schleicher Schwenkung gemacht (grotesk war, dass ihn nur noch die demokratische Presse stuetzte) und nach kaum zwei Wochen war die Stellung des “Starken Mannes”, dem man diktatorische Plaene zugetraut hatte, isoliert und erschuettert. So geschah es, dass der hochoffizielle “Presseball” am vorhergehenden Samstag in nervoeser Atmosphaere, zum ersten Mal ohne die Anwesenheit des Regierungschefs stattgefunden hatte —denn der Kanzler war noch in jener Nacht zurueckgetreten. Ein Sonntag voller Kontroversen, Konferenzen und Kompromisse lag dazwischen. Als ich am Montag Vormittag in die Stadt fuhr, begegnete ich am wittenbergplatz Rittweger, einem nichtjuedischen K o 11 egen aus dem Ullsteinhaus. Rittweger begruesste mich schon von weitem mit ausgestrecktem Arm und rief “Heil”. “Was ist los?” fragte ich, noch uninformiert. “Hitler ist soeben Reichskanzler geworden. Ich trainiere”. Die U-Bahnen fuhren auf die Minute puenktlich wie immer; unter den Verkehrsampeln flutete gruengelbrot ordnungsgemaess die Strasse; selbst die Boerse zog leicht an. Hitler ist Reichskanzler geworden. Warum fielen die einen einan der nicht um den Hals? warum streikten nicht die anderen? — Rittweger war unverwüstlicher Laune. “Treppenwitz der Weltgeschichte. In ein paar Monaten wird man davon als einem historischen Kuriosum sprechen”. “Und was wuerde nun aus der Presse werden?”. Auch darauf wusste er eine Antwort. “Natuerlich muss man sich vorsehen, vielleicht kommt auch so etwas wie eine Zensur. Aber , je mehr Zeitungen verboten werden, desto mehr Verlage gehen kaput. Und je mehr Verlage kaput gehen .desto mehr Arbeitslose gibt es, und die kann sich keine Regierung leisten, nicht einmal eine unter Hitler”. “In Italien ist die ganze liberale Presse totgemacht worden” — gab ich ihm zu bedenken. Rittweger laeehelte geringschaetzig. “Italien. Da waren ADRESSE!» - TAFH Dr. Hans Reich Irarrázaval 028, Dep. 3 Tel. 35567 Rabbiner Egon Loewensteln Alarife Gamboa 040, Dep. G. Tel. 391116 Rabbiner Manfred Lublin er Vicuña Mackenna 81, Dep. 504 Tel. 398716 Kantor Oscar Raschln Constitución 248, Tel. 398415 Von Herbert Freeden ja die Machtverhaeltnisse ganz anders gelagert. Die italienische Demokratie war verschlampt. Bei uns steht die Kraeftegruppierung zwischen r e c h ts und links fuenfzig zu fuenfzig”. “Und was wird aus den Juden werden?”, spann ich das Gespraech weiter. “Es wird nicht so heiss gegessen wie gekocht. Da ist die K o a 1 i t ion mit den Deutschnationalen, mit Hugenberg und der Schwerindustrie. Die Nazis haben Wichtigeres izu tun, als die Judenfrage zu loesen”. In der Zimmerstrasse trafen wir einen Bekannten, einen kleinen, hurtigen Mann, Lokalreporter an einem kommunistischen Morgenblatt. “Heute abend ist Fakelzug” rief er uns ueber die Strasse zu, “Die SA und der Stahlhelm marschieren durchs Brandenburger Tor zur Wilhelmsstrasse”. “Das geht doch garnicht”, gab Rittweger zurueck, nun wirklich entruestet”, , das faellt doch in die Bannmeile, da sind keine Umzuege erlaubt”. Der Kleine zuckte mit den Schultern, als ob er damit die Verantwortung fuer das Uebersehreiten der Bannmeile durch politische Demonstranten von sich schuetteln wollte. “Wenn wir durchs Brandenburger Tor marschieren, wird die Boerse nicht anziehen” rief er noch. Ich konnte bald feststellen,, dass diese Bemerkung aus einem Gedicht von Johannes R. Becher stammte, das am gleichen Tag —dem letzten ihres Erscheinens— in der “Roten Fahne” abgedruckt war. Vor Mosse’s “8 Uhr Abendblatt” trennten wir uns und nahmen uns vor, als gewissenhafte R e p o r ter nicht beim Fackelzug zu fehlen. Walter V., Chef des Feuilletons, sah kaum auf, als ich in sein Bureau trat. Auf seinem Schreibtisch lag aufgeschlagen “Mein Kampf”. “Die neue Bibel”, bemerkte. ich, nur um etwas zu sagen. Aber der Redakteur laechelte nicht, nicht einmal aus Hoeflichkeit. “Was gibt’s?”, fragte er. Ich brachte ihm ein Interview mit der Souffleuse Max Reinhardts. Er nahm es und sagte, ohne es anzusehen, “Schoen”. Er sass da wie ein Mensch, den ein furchtbarer S c hicksalsschlag getroffen hat, blass, zerknittert, faltig. Es schien mir frivol davon zu sprechen, dass ich fuenf Konferenciers ueber “Neue Wege des Kabaretts” befragt hatte und dabei war, ihm einen Artikel ueber “Hochstapler ln der Literatur” zu liefern. Ich fragte nur: "Wie lange, glauben Sie, Wird es dauern?” V. zueckte muede die Achseln. “Ich bin kein Hellseher”. Dann schwiegen wir. Vielleicht tat ee ihm leid, so kurz gewesen zu sein und er fuegte hinzu: “Als wir 1914 an die Front zogen, hiess es, Weihnachten Ist der Krieg zu Ende. Weihnachten wuerden wir wieder zuhause sein. Es hat-Jahre gedauert, Jahre" . Hart und schwer hing das langgezogene Wort im Zimmer, wie ein Klageruf. Abends stand ich mit Rittweger auf dem Pariser Platz. Die Quadriga des Branden- (Fortsetzung Seite 10) Bürostundefl der Gemeinde Montag bis Freitag vorm, von 9 — 13 Uhr. Montag bis Donnerstag nachmittags 15.30 — 19.00 Uhr. Freitag nachmittags 15.30 bis 17.00 uhr. Sonntag vormittags 10 — 13 Uhr. Fuer die uns anlaesslich des Heimganges unserer geliebten Frau, Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter LENI BURCHARD in so reichem Masse erwiesene Anteilnahme sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. HANS BURCHARD GUENTHER BURCHARD saaaE FAMILIE JUERGEN BURCHARD ATT KARTEN Fuer die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme die wir anlaesslich des Hinscheidens unserer geliebten Mutter Schwiegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwester und Tante LINA SIMON geb. EINSTEIN erhalten haben sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. CARLOS und TRUDE CHEMKE geb. SIMON, Santiago HERBERT und LOTTE RÜBEN, geb. SIMON, Tel Aviv eowie Enkel and Urenkel