Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1962)
- Date
- 1962-11-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/8553624-8558349-9194519--3664-8558637- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
I 10 BOLETIN INFORMATIVO NOVIEMBRE 1962 JUEDISCHE WERKSTAETTE "AKTIVES ÄLTER" Eine der interessantesten Initiativen juedischer Sozialfuersorge in der Schweiz ist die Gruendung der juedischen Werkstaette “Aktives Alter”. Diese Werkstaette bietet vielen aelteren und alten juedischen Menschen genau das, was fuer sie so wichtig ist; Arbeit. — Wenn schon durch Schaffung von Altersheimen und Siedlungen, durch Renten und Besuchsdienste materielle und physische Hilfe geleis t e t wird, so bleibt die Tatsache, das zwar die Summe der Jahre die “Alten” als solche ausweist, aber dank der medizinischen Fortschritte das effektive “Altsein” in gar vielen Faellen weit hinausgeschoben wird. In den zwar engen, aber freundlichen und hellen Raeumen erklaerte kuerzlich die Initiatorin, Frau Dr. Bollag, der interessierten Presse den Ursprung dieser Schoepfung: “An den Zusammenkuenften des Mittwochsklubs treffen sich jeweils alte und alleinstehende Menschen. Zum Teil sind es Insassen des schoenen Heimes der Mendelstiftung (jener edlen Ge. ste eines alleinstehenden juedischen Buergers der Stadt Zuerich). Die Schuetzlinge erscheinen schon seit laengerer Zeit in diesen Raeu men mit bewunderungswürdiger Puenktlichkeit, zu ihren vorbelegten Arbeitsstunden. Ca. 20 Maenner und Frauen arbeit e n nach Wunsch halb — oder ganztages (je drei Stunden mit kurzer Teepause), dies an einem oder mehreren Tagen der Woche — Die Beschaffung der Auftraege ist keine leichte Arbeit, trotzdem sei man noch nie ohne Arbeit gewesen seit Beginn der Werkstaette. Die Arbeit umfasst Einfuellen von Plastikbeuteln mit Kinderspdelsachen, farbigen Baellchen, Zahnstochern, sowie Schnuer cheneinziehen in Verpakkungssaeckchen etc etc. Eine versierte Leiterin und freiwillige Helferinnen machen den Senioren beiderlei; Geschlechtes das Arbeiten so leicht wie moeglich. Ebenso I wird in der kunstgewerblij chen Abteilung, wo Senio- | rinnen nach Vorlage eines grossen Gemaeldes die einzelnen Teilchen fuer ein aus Kanada bestelltes Bild Sticken fleissig gearbeitet Eine Kunstgewerblerin leitet sie an. Die Auftraggeber der juedischen Werkstaette zahlen Akkordlohn, waehrend die dort arbeitenden Menschen pro Stunde mit Fr. 1.40 bezahlt werden, was ihnen ei- Von Milly Reisner nen je nach belegter Arbeits zeit willkommenen , V e rdienst gewaehrt. Die Marge zwischen Akkord— und Stundenlohn deckt einen kleinen Teil der Unkosten diieser auf gemeinnuetziger Grundlage aufgebauten Institution, die immer noch auf Zuschuesse Wohlgesinnter angewiesen ist. Der Leiter der “’Hilfe fuer aeltere Arbeitsfaehige”, Herr Franz Janser, hat durch seine praktischen Erfahrungen viel zum Gelingen der Juedischen Werkstaette beigetragen. Monatlich dient ein Sonntagnachmittag im Rahmen einer gemuetlichen Teestunde zur Aussprache saemtlicher Probleme, die die Senioren bedruecken und es wird anscheinend diese “Gruppentherapie” von allen wohltuend empfunden. EIN ROSCH-HSSCHANA... Administration bereit war, eher auf die arabische Karte zu setzen. So machte z. B. Amerika waehrend der letzt e n UNO-Generalversammlung, als eine Gruppe von mit Israel befreundeten Nationen einen Beschluss zu d i rekten Friedensverhandlungen zwischen den Arabern und Israel einbrachte,, seinen Einfluss gegen diesen an sich harmlosen Vorschlag geltend und auf Grund dieser Haltung gelang es nicht, eine Mehrheit fuer den Beschluss zu erreichen. Ein anderer Grund zur Sorge war die Tatsache, dass ■ indirekt die Vereinigten Staaten die grossen Kriegsmaterialbestellungen Nassers in Russland ermoeglichten. A e g y p t en Ein Rosch-Haschana-Gruss (Fortsetzung von Seite 5) tend die Haende ueber die Augen legen. Um den die Vaeter beten, die am Freitag Abend die Frauen und Kinder segnen. Mit dem die Hausvaeter und Chasanim Brot und Wein segnen. Der in vielen Formen das Leben begleitet. Gottes reicher Segen begleite Israel von Tag zu Tag, vom Korn zur Aehre, und von dort zu Saat und Ernte. Er begleite alle juedischen Kinder, ein Spiel in Gottes Wind. Er gebe allen treuen Arbeitern Kraft und Fuelle, den Jungen und Alten, Maennern und Frauen. Innigkeit ueberrinnt mich, wenn ich das sage, ein ewig Tiefbeschlossensein mit Ihnen wie im heiligen Schein. Gott der Hueter Israels schlaeft noch schlummert nicht. Er bewahre Israel vor neuer Klage. Er lege ihm das Kleid des Heimgekommenen, den Koenigsmantel der goettlichen Berufung und Hoffnung um die Schultern. Er lasse es teilhaben an der Ruhe, die des Ewigen letzter Schoepfungssegen ist. Dr. h. c. Hermann Maas (Fortsetzung von Seite 9) zahlte fuer die Waffen mit seiner Baumwolle und konnte dies nur tun, weil Amerika ihm 100 Millionen Dollar zu leihen in Aussicht stellte, von generoesen Millionengeschenken in Lebensmitteln ganz zu schweigen. Auch k e h r te unlaengst Israels Transiportminister von einer internationalen Tagung zurueck und erklaerte, Israel sei nicht in die administrative Leitung der betreffenden Organisation gewaehlt worden, da die USA dagegen gewirkt hatte. Andererseits hat! die Kennedy-Regierung im- 1 mer wieder erklaert, dass sie Amerikas Haltung Israel gegenueber nicht geaendert i habe und ein intimer Bera^-! ter des Praesidenten, Myer Eeldman, besuchte vor eini-! ger Zeit Israel, um dergleichen Geruechten entgegen zu wirken. Das erste Zeichen, i dass die Staaten nicht daran denken, Aegypten auf Kosten Israels zu befrieden, kam vor wenigen Wochen, i als der Unterstaatsekretaer i Phillip Talbot erklaerte; die I USA haette Israel “bedeu-; tende Quantitaeten von mili-; tae rischem Material verkauft”. Diese Erklaerung war | an sich bedeutungsvoller als! das Material auf welche sie sich bezog. Das Angebot, Is- , rael “Hawks” zu verkaufen, klaert nicht nur das Firmament Israels von den duni klen Wolken, die sich darauf z u sammenballten, sondern besagt auch, dass dieses Land nicht allein steht, i waehrend sich Unmengen I russischer Waffen in den aei gyptischen Arsenalen an- I sammeln. RADIOS TELEFUNKEN alle Modelle Plattenspieler Transistor Radios Schweizer Uhren HARRY TODTENKOPF AHUMADA 312 OFICINA 625 — Fono 63034 An Gemeindemitglieder besonders günstige Preise und Bedingungen RAKETENFIEBER... u n v o 11 e ndet hinterlassen hat? . Auch in gemaessigten Zeitungen stand es gelegentlich so oder so aehnlich zu lesen, von den Sprachrohren des nationalistischen Rechtsfluegels zu schweigen. Von der Sache selbst abgesehen, um die es vorliegendenfalls geht, haette die Abdel Nasser von jenen Experten geleistete Hilfe den Bestrebungen zur Normalisierung der deutsch-israelischen Beziehungen bedenklich schaden koennen. Dass es nicht der Fall war, stellt der Reife, des Gros der hiesigen Bevoelkerung ein beredtes Zeugnis aus. Um so dringlicher ist aber zu wuenschen, dass sie von deutscher Seite nicht vor (neue, aehnliche Belastungsproben gestellt werde. Das waere beispielsweise der Fall, wenn sich die Meldungen bewahrheiten sollten, nach denen man in Bonn jetzt erwaegt, Israels arabischen Nachbarlaendern Zerstoerungswaffen deutscher Erzeugnis in Huelle und , Fuelle anzubieten nachdem Kennedy mit seinem Entschluss, Hawk-Raketen zum Verkauf hierher freizugeben, den amerikanischen Grundsatz des Waffenüefer-Embargos in den Nahen Osten aufgehoben hat. Der juedische Staat waere aus naheliegenden moralpolitischen Gruenden als Empfaenger solcher deutschen Kaufofferten “am drängten” meint man wohl mit Recht in Tel-Aviv. / Kennedys Antwort auf die “Kairoer Raketen” Selbstredend waren der Entscheidung des Praesidenten der U.S.A. wie in solchen Faellen ueblich, seit laengerem umfangreiche israelische Bemuehungen vorangegangen. Die ersten Versuche, eine Luecke in dies Embargo zu schlagen waren schon 1957 unternommen worden Im Fruehjahr 1961, bald nach dem Amtsantritt Kennedys, hatte ihm Ministerpraesident Ben Gurion, als er sich in New York mit ihm traf, darauf aufmerksam gemacht, dass die Herstellung von Raketen zu eindeutigen Angriffszwecken in Aegypten aufgenommen .worden sei, und dass damit die im Jahre 1950 von den drei w e stlichen Grossmaechten gegebene Garantie zur Wahrung des status quo im Nahen Osten ihren Wert ebenso eingebuesst habe, wie die spaeter als “Eisenhower-; Doktrin” gegebene Zusage, j Vom Pentagon und dem Aus-! senministerium in Washing- , ton | war daraufhin immer; wieder auf den ueberlegenen! Hochstand der israelischen i (Fortsetzung von Seite 9) S t r e i tmacht hingewiesen worden, der das bewusste Gleichgewicht der militaerischen Kräfte gewaehrleistete. In dieser Auffassung hatten die Amerikaner sich natürlich noch bestaerkt gesehen, als hiesige Techniker im vorjaehrigen Sommer eine Raumforschrakete abfeuerten —mit der sie den Aegyptern gleichsam zuvorkamen, vieleicht aber auch gerade weiteren Antrieb gaben. ..; Die Hawks koennen als F'iak-Raketen mit sebsttaetiger, radar-gelenkter Steuerung von fahrbaren Bodenrampen aus mit Ueberschallgeschwindigkeit und einer Tragweite von 35 Km. in eine Hoehe von etwa 13.000 Meter geschossen : werden. Als “A" n t i r aketen-Rakete” kommen sie gegen die Ferngeschosse, mit denen der aegyptische 'S t a a t s f uehrer droht, nicht in Frage. Ueberhaupt sind sie ungeeignet zu Angriffszwecken. Sie haben reinen Defensiv-Charakter. Ihre Bedeutung fuer die Wiederherstellung des neuerdings gestoerten Gleichgewichts der militaerischen Kraefte Aegyptens , und Israels sei darum nicht unterschaetzt. Bis auf weiteres bilden die MIG-Kamipfbomber, denen die Hawks gewachsen sein duerften, und nicht die (“Kairoer Raketen” das Rueckgrat des Nasserschen Kriegspotentials. Und fast wichtiger noch als die Tatsache, dass Ben Gurions “Verte idigungsarmee” die S t a e rkung erfahren hat, duerfte es in den Augen seiner geschworenen arabischen Feinde sein, dass die Amerikaner ihre Sperre aufgehoben haben. Dieses Embargo hatte sich jahrelang im Effekt ja nicht gegen Aegypten ausgewirkt, das von der Sowjetunion und aus dem uebrigen Ostblock staendig und ueppig mit Waffen letzter Modelle versorgt wurde, sondern gegen den Staat der Juden, der sich im wesentlichen auf seine eigene, noch kleine Rüstungsindustrie und auf die aus objektiven Gruenden eng begrenzten Lieferungen seiner franzoesischen Freunde beschraenkt sah. i Zwar hat sich diese Situation mit dem Beschluss des nordamerikanischen Praesidenten nun grundsaetzlich geaendert. Allerdings aber, dis einzige wirkliche Gewaehr, neue Kampfrunden im Dauerkonflikt der Israelis und ihrer arabischen Nachbarn zu verhindern, bestuende in einer beiderseitigen Abruestung — darin ist Kennedys Aussenminister Dean Rusk rueckhaltlos zuzustimmen. "JUDEN IN BAYERN” Dr. Hans Lamm, Verfasser des 1958 erschienenen Werkes “Von Juden in Muenchen”, ist beauftragt worden, eine Darstellung juedischen Leben in Bayern, vcr allem waehrend . der letzten 150 Jahre, zu schreiben. Diejenigen, die Unterlagen zu diesem Thema (Familienaufzeichnungen, persoenliche Erinnerungen, Bild oder Urkunden-Material) haben, werden gebeten, an: Dr. Hans Lamm. MUENCHEN 22. Emil-Riedel-Str. 8 zu schreiben, um kurz anzugeben, was sie zur Verfuegung stellen koennen. Nach Eingang ihres Schreibens (von Uebersee wird Luftpost erbeten!) wird der Autor sich mit ihnen in Verbindung setzen.