Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1962)
- Date
- 1962-11-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO NOVIEMBRE 1962 nn vn P¿e ¿j/taetácke 7%edáe <¡ctoe¿¿ú / DER ARABISCHE BOYKOTT IM ZUSAMMENBRUCH Al Hamischmar: Die Erklaerungen des Staatskommissars für Devisenangelegenheiten im Finanzministerium haben im Publikum und in der Presse grosse Beachtung gefunden. Dinstein hatte erklaert, dass der arabische Boykott sich auf dem Rückzug befindet und grosse Handels, Industrie und Finanzunternehmen überall auf der Welt Beziehungen zu Israel aufgenommen haben, ohne sich weiter von dem Boykott beeinflussen zu lassen. Es ist nicht zu bezweifeln, dass diese Wendung ausschliesslich" wirtschaftlichen Erwaegungen zu danken ist. Es hat sich herausgestellt, dass die Behauptungen des arabischen Boykottbüros, die dahingingen, alle Gesellschaften, die keine Beziehungen mit Israel unterhalten würden, nun ausgezeichnete Geschaefte mit den arabischen Laendern machen koenneri, nicht auf Tatsachen beruhen. Die Firmen haben feststellen müssen, dass sie durch ihre Unterwerfung unter den arabischen Boykott nicht nur keine besseren Geschaefte mit den arabischen Laendern machen, sondern recht erhebliche Verluste erleiden. Dazu kommt, dass die wirtschaftliche Kraft Israel, den arabischen Boykott, der noch in den ersten Jahren gewisse Wirksamkeit haben konnte unschaedlich machen konnte. Im lezten halben Jahre hat keine Gesellschaft, die mit Israel Geschaefte machen wollte, ihre Plaene auf Grund der arabischen Boykottdrohung aufgegeben. Viele Gesellschaften, die früher geneigt waren, sich dem Boykott zu unterwerfen, haben diese Stellung aufgegeben, und Beziehungen zu Israel aufgenommen. Die grosse Propaganda des arabischen Boykotts hat, wie man nun feststellen kann, der Wirklichkeit nicht stand gehalten. Jerusalem Post: Waehrend es vor drei Jahren schien, dass sich mehr und mehr auslaendische Firmen den Arabern fügen würden, stellt sich jetzt heraus, dass diese Parole immer weniger Unternehmungen im Ausland einschüchtert, und immer weniger auslaendische Investoren davon abhaelt, Kapitalien hier im Lande anzulegen. Den Umschwung charakterisiert .es beispielweise, dass die Aegyter, die seinerzeit die franzoesischen Renault-Werke zum Kcntraktbruch mit ihren israelischen Partnern gezwungen hatten, in letzter Zeit unter der Hand immer mehr Transaktionen mit Firmen auf der Schwarzen Liste des Boykott- Comites durchführen. Dennoch wird der Boykott Selbstredend mit allem, was er a n Erpressungsmanoevern bedeutet, erst dann verschwinden, wenn es zum Frieden zwischen uns und den Nachbarlaendern kommt. “Hazoieh” behandelte das gleiche Thema aehnlich. OPTIMISMUS UEBER ABKOMMEN MIT DEM EUROPA MARKT GOLDA MEIRS GROSSE REDE IN DER VOLLVERSAMMLUNG “Dawar”: Die Auszehrungen unseres Aussenministers, Frau Golda Meir in der Plenar-Debatte der Vereinten Nationen liessen erkennen, wie konsequent unsere Aussen Politik an ihren Grundsaetzen festhaelt. In weltpolitischen wie in den besonderen, auf den Nahen Osten bezüglichen Fragen sind diese Prinzipien nicht erst die Folge der letzten Konstellation; schon immer hat Israel das Mittel des Krieges zum Austrag internationaler Differenzen abgelehnt, und bezieht sich dabei nicht etwa nur auf unser Laendergebiet sondern meint ebenso die globalpolitischen Differenzen. Frau Meir stellte Bemerkungen ueber das Erfordernis internationaler Abruestung. wie sie in Genf angestrebt wird, an die Spitze threr Rede - und wenn sie das Gleiche fuer den Nahen Osten forderte, war das nicht nur eine diplomatische Floskel.: Ebenso ernst war es der Aussenministerin mit ihrem Ruf nach israelisch - arabischen Verhandlungen, dem einzigen Mittel zur Loesung aller ein- ■schlaegigen Probleme unter | Einschluss der Fluechtlings- \ frage. An anderer Stelle ihrer Rede befasste sch Golda Meir mit den Beduerfnissen der Entwicklungslaender und kam dabei auf den schon, frueher von ihr geaeusserten Gedanken gegenseitiger Hilfe in internationalem Rahmen zu sprechen. Wenn es in der UNO ueberhaupt einen Staat gibt der befugt ist, sich ueber die Hilfe fuer junge Laender zu aeussern so ist es Israel: und so trugen diese Auszehrungen d e n s e 1ben Charakter wie das, ^vas David Horowitz, der Gouverneur der Bank Israel vor einigen Wochen in Washington auf der Tagung der World Bank dargelegt hat. Schliesslich sollte auch das was Frau Meir ueber die Gefahren eines Wiederauflebens des Nazismus geaeussert hat nicht ungehoert verhallen. “Jerusalem Post”, Als Kriegsgewinner naehmlich als Nutzniesser des Kalten Krieges der zwischen den Zehrenden Grossmaechten gefuehrt wird, bezeiöhnete Golda Meir in ihrer UNO-Rede diejenigen kleineren Staaten, diediese internationale Spannung fuer ihre nationalen Interessen missbrauchen. Hier bandelt es sich vor allem um Aegypten das einerseits Ruestungsmaterial in enormem Geldwert aus dem Osten von der Sowjet-Union bezieht, und andererseits “Foreign Aid” zu friedlichen Zwecken von den Vereinigten Staaten Waehrend diese 'Situation unter den heutigen Verhältnissen nicht anders entstehen konnte, ist es umso bestuerzender, dass es auch Jorda- (Fortsetzung Seite 23) Automóviles BERTOLDO 10 de Julio 357 SCHLESINGER Fono 397282 Haaretz: Noch ist der Wortlaut des Beschlusses der Ministerkommision in Bruessel unbekannt, aber schon die hocherfreuliche Tatsache dass dieser Ausschuss Verhandlungen mit Israel zur Herbeifuehrung eines Handelsvertrags beschlossen hat manifestiert den guten Willen, der sechs europaeischen Minister. Auch die zwischen uns und den Arabern bestehende Spannung liess sie unbeeinflusst. Zweifellos stehen uns jetzt zeitraubende, schwierige Verhandlungen bevor. Das Haupthindernis duerfte darin bestehen, dass ebenso die Mitgliedsstaaten der EWG wie wir der internationalen zollpolitischen GATT-Organisation angehoeren, nach deren Bestimmungen es ihren Mitgliedern untersagt ist, Zollbeguenstigungen zu geben, es sei denn, dass diese Begünstigungen von Staaten (innerhalb der GATT-Organisation) ausgehen, die ihrerseits intern freihaendlerisch i verfahren oder Zollvereine bilden. Mit andern Worten: Jede Zollbeguenstigung, die zwischen uns und der EWG verabredet werden wird, haette auch den ausserhalb der europaeischen Wirtschaftsgemeinschaft stehenden GATT-Mitgliedern zugute zu kommen. Ein. Ausweg bestuende darin dass wir nicht nur in der lockeren Verbindung von Handelsvertraegen zum Partner der EWG werden, sondern uns ihr nach dem Vorbild von Griechenland assoziieren, also zum Teil ihres intern freihaendlerischen; Gesamtkoerpers werden. Die sechs Staaten der EWG widerstreben einer solchen Assoziierung Israels momentan noch, wie man weiss; aber das muss eine solche Regelung (nicht unbedingt fuer spaeter ausschliessen. Zugleich werden wir gut tun ueber unserer Begeisterung nicht zu vergessen, dass handelspolitische Abkommen mit der EWG keine Einbahnstrasse sind, sondern auch uns zu Importerleichterungen fuer europaeische Waren verpflichten. Fuer' unsere einheimische Industrie bedeutet das den Zwang, sich betriebstechnisch und in ihren Vermarktungsmethoden auf die neue Lage einzustellen — und so bildet der jetzt erreichte Erfolg fuer die israelische Produktion auch eine gewise nur zeitgemaesse Herausforderung zur Modernisierung ihrer Methoden. Haboker: Unsere Wirtschaft stand agrikulturell und in der Industrie vor der Gefahr der Strangulierung, die gebannt sein wird, wenn die in Bruessel nun zugestandenen, handelspolitischen Verhandlungen zum Ziele fuehren, werden. Man bedenke auch wie wir marktpolitisch isoliert waren — und noch sind —, und dass schon jetzt 50 o!o unserer Ausfuhr in die ¡Laender der EWG gehen. Ohne das nun in Aussicht gestellte Abkommen wuerden diese unsere Exporte vor der Mauer von Zqllerhoehungen um weitere 25 bis 30% stehen, also um 30 bis 40% billiger als bisher angeboten werden muessen — und das koennte -sich unser Ausfuhrhandel nicht leisten. Die Verbindung mit den 200 Milionen Abnehmern der EWdr-Staaten wird auch neue Investitionen aus dem Ausland ermuntern, einschliesslich entsprechender finanzieller Engagements amerikanischer Firmen. Unsererseits haben wir, um den Erleichterungen fuer europaeische Importe kuenftig nicht hilflos gegenueberzustehen, unsere Wirtschaft mit revolutionaeren Massnahmen weit konkurrenzfaehiger als bis jetzt zu machen. Jerusalem Post: Die Unterhandlungen ueber d. Verbindung Israels mit der EWG, die in Kuerze beginnen werden, sind von ausserordentlicher Bedeutung, und das nicht nur fuer Israel, sondern auch fuer Europa und vor allem fuer eine ganze Reihe anderer Staaten, die in diesen Besprechungen einen Praezendenzfall fuer ihre eigenen Probleme sehen. Fast alle Laender der Welt sind wohl irgendwie durch die Schaffung der EWG beruehrt; natuerlich koennen nicht alle an diese Gemeinschaft angeschlossen werden. Israel musste, da es keinen Handel mit seinen Nachbarn treiben kann, mit Europa ins Geschaeft kommen, dort kaufen und verkaufen. Wenn England in die EWG eingegliedert sein wird und alle Staaten, die mit England und anderen europaeischen Maechten zusammerhaengen, ebenfalis ihre Waren durch die EWG vertreiben, wird Israel vor einer unhaltbaren Situation stehen, wenn es keinen . Weg finden sollte, sich ebenfalls eine Verbindung mit der EWG zu schaffen. Bekanntlich gibt es nach der Verfassung von Rom Moeglichkeiten fuer solche Regelungen. Die EWG hat jedenfalls mit ihrer Entscheidung, Besprechungen mit Israel aufzunehmen, bewiesen dass sie nicht zu einem exklusiven Wirtschaftsblock werden will. THEATERLEBEN Das erste Jahr des Haifaer Stadttheaters, das unter Leitung von Josef Milo, früher Kammertheater T e 1 Aviv, steht, gestaltete sich auch finanziell zu einem vollen Erfolg. Kartenverkauf und Abonnements erbr achten 515 000 IL, d. h. um 120 000 IL mehr als im Budget vorgesehen. Die 256 Vorstellungen in Haifa wurden von 162.847 Personen besucht, d. h, dass d i e Vorstellungen durchschnittlich zu 76 Prozent gefüllt waren. Ausserhalb Haifas trat das Ensemble des Stadttheaters 67mal auf, davon 32mal in Tel Aviv. * Das Tel Aviver Kammertheater dürfte in der kommenden Saison wie “Yedioth 1 Hajom” meldet, Nathan Altermanns “Wirtshaus der Winde” zur Uraufführung bringen Das Stück stellt eine moderne Faust-Version dar. Ein Musiker verlaesst seine Frau und verkauft seine Seele dem Satan, um Virtuosenruhm zu gewinnen. Die treue Gattin wird für eine Reihe Jahre die Geliebte eines anderen, um mit dem so verdienten Gelde die Karriere ihres Gatten zu finanzieren. Die Habima will sich in der naechsten Saison hauptsaechlich israelischen Autoren widmen, aber auch das erfolgreiche franzoes i s c h e Musical “Irma la douce” zur Aufführung bringen. (“Allgemeine”)