Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 10 (Octubre, 1962)
- Date
- 1962-10-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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T2 BOLETIN INFORMATIVO Octubre 1962 Besuch aus und in Afrika Fuer direkte Verhandlungen mit den Arabern Davvar heisst den Ministerpraesidenten der Elfenbeinküste, Felix Houphouet-Boigny im Lande willkommen. Die Zeitung betont, dass unser Gast nicht der erste, und zweifelsohne auch nicht der letzte von Staatsführern aus neuen afrikanischen Laendern ist, der zu uns zu Besuch kommt. Solche Besucher gehören, —und wir sind sehr froh darüber— schon zur Routine, aber wir sollten deshalb nicht die Tatsache übersehen, dass Houphouet- Boigny zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des afrikanischen Kontinentes zaehlt. Dawar betont, dass Israel gerne bereit sein wird zu dem A u f b a u w erk beizutragen, dass Houphouet-Boigny jetzt als erste und wichtigste Aufgabe der früheren Koloniallaender bezeichnet. Die Freundschaft, die Israel für d. Elfenbeinküste u. andere afrikanische Laender hat, ist nicht nur eine politische Angelegenheit, sondern auch tief im Volke verwurzelt, und laesst sich aus der Tatsache heraus erklaeren, dass Israel, wie die afrikanischen Völker, Jahrhunderte des Leidens und der Abhaengigkeit hinter sich hat, von denen es erst jetzt befreit wurde. Und die Bevölkerung Jerusalems, die dem Gast einen so herzlichen Empfang bereitet, hat für ihn und sein Land besonders tiefe Gefühle der Freundschaft und Verbundenheit, weil die Elfenbeinküste ihre diplomatische Vertretung im Lande, in der Hauptstadt Jerusalem eingerichtet hat. Die Jerusalem Post erklaert, die Abkommen mit der Elfenbeinküste sind eine Belt rae ft igung der festen Freundschaft zwischen beiden Laendern, Noch vor der Umwandlung der Elfenbein - küste -in einen selbstaendigen Staat hatten freundschaftliche Verbindungen mit diesem Gebiet und insbesondere mit dem heutigen Presidenten Houphouet-Boigny bestanden. Nach der Unabhaengigkeitserklaerung wurden diese Beziehungen weiter ausgebaut, im Maerz 1961 eröffnete Israel seine Botschaft in Abidjan und etwas s p a e t er kam Botschafter Jean Baptist Mockey nach Jerusalem, um dort die Botschaft der Elfenbeinküste und der Staaten des Conseil d’Entente zu eröffnen. Die Jerusalem Post erwartet, dass auf Grund der neuen Abkommen die Verbindungen auf Gebieten wie landwirtschaftliche, berufliche und Jugend-Ausbildung w e i t er ausgebaut werden können. Praesident Houphouet-Boigny selbst erklaerte, dass die Beziehungen zwischen Israel und der Elfenbeinküste auf “treuer Freundschaft” beruhen, auf gegenseitigem Respekt und auf Verstaendnis der gemeinsamen Ziele und Ideale. Auch Dawar widmet seinen Leitartikel der Afrika-Reise von Praesident Ben Zwi, der die Grüsse und Wünsche des ganzen israelischen Volkes für die uns befreundeten Laender Afrikas mitnehme. Drei Etappen der Fahrt führen Praesident Ben Zwi in Laender, die jünger sind als Israel, waehrend die vierte Etappe, Liberia, ihn in ein aelteres Land bringt. Alle vier Laender gehören jedoch zu den Staaten, die sich im Entwicklungsstadium befinden. Die Zeitung betont die Bedeutung der Entwicklungshilfe, die Israel den afrikanischen Laendern zukommen liess, und weist darauf hin. dass Praesident Ben Zwi die geeignete Persoenlichkeit sei, um den afrikanischen Völkern die Unterstützung und die Freundschaft von ganz Israel, und seine Verbundenheit mit dem Aufbauwerk in Afrika zum Ausdruck zu bringen. Dawar grüsst den Staatspraesidenten, seine Gattin und Begleitung am Beginn der jetzigen Fahrt und sendet durch Praesident Ben Zwi seine besten Wünsche an die afrikanischen Laender, durch die ihn sein Staatsbesuch führen wird. Hazofe sieht in der Reise des Staatspraesidenten ein weiteres wichtiges Glied in der Kette, die uns mit den neuen afrikanischen Laendern freundschaftlich verbindet. Dies ist der zweite Besuch von Praesident Ben Zwi in der afroasiatischen Welt, nach einer Reise nach Burma, wo er die Freundschaft dieses Landes für Israel noch staerken konnte. Die jetzige Reise ist eine Verbildlichung der brüderlichen Gefühle, die Israel für die afrikanischen Laender hegt. Es steht über alle Zweifel fest, dass der Besuch von Praesident Ben Zwi in Afrika, die ausgezeichneten Beziehungen, die wir mit diesen Laendern unterhalten, noch staerken wird. Dem Presidenten und seiner Gattin gebührt noch unser Pank, dass er sich in dieser heissen Saison zu einer solchen ermüdenden Fahrt bereit erklaert hat, und unsere Wünsche und Gebete für einen vollen Erfolg begleiten ihn und seine Gattin auf ihrer Fahrt. “Fahrt in Frieden und kehrt in Frieden heim”, schliest die Zeitung ihren Leitartikel. Haboker stellt fest, dass Staats führer aus vielen Laendern Afrikas in der letzten Zeit uns besuchten und hier nicht nur mit all den ihnen gebührenden Ehren empfangen, sondern auch von der Bevölkerung des Landes herzlichst aufgenommen wurden. Die afrikanischen Gaeste haben alle ihre Bewunderung für Israel ausgedrückt und betont, dass sie sich hier besonders wohl fühlten, weil sie in diesem Lande nie eine Betonung der D i f f e r e nzierung zwischen Schwarzhaeutigen und. Weisshaeutigen, die in Afrika die Kolonial-Regime so verhasst gemacht hatte, feststellten. Jetzt begibt sich unser Staatspraesident auf eine Fahrt nach Afrika und wir hoffen, das diese Reise des nicht jungen Praesidenten den Laendern und Völkern Afrikas beweisen ¡wird, welche Bedeutung Israel der Aufrechterhaltung von guten Beziehungen mit ihnen beimisst. Die Zeitung weist jedoch darauf hin, dass Israel in Afrika nicht nur altruistische Ziele anstrebt, sondern aus der Freundschaft mit den afrikanischen Staaten auch politisches Kapital schlaegt. Auf jeden Fall sei Staatspraesident Ben Zwi auf seiner jetzigen Fahrt gute Reise und voller Erfolg zu wünschen. Haaretz bringt die Ansicht zum Ausdruck, dass die Tatsache, dass der Afrika-Besuch von Staatspraesident Ben Zwi in erster Linie dazu bestimmt war, die Israel-Besuche einer Reihe von afrikanischen Staatschefs zu erwidern, nichts an der Wichtigkeit u. der Bedeutung dieser Fahrt aendert. Praesident Ben Zwi beschaeftigt sich wohl nicht mit aussenpolitischen Problemen, und hat nur Repraesentations-Aufgaben, aber es hat sich immer wieder hei seinen Kontakten mit führenden Maennern anderer Staaten erwiesen, dass er seinen Eindruck und Einfluss auf diese nicht verfehlte. Die Fahrt des Staatspraesidenten würde von einem Mann seines Alters grosse physische Anstrengungen erfordern, und deshalb sei seine Bereitschaft, diese Reise zu unternehmen, besonders hoch einzuschaetzen. Die Zeitung weist daraufhin, dass der Lebensweg von Praesident Ben Zwi, der ihn von Poltova, seiner Geburtsstadt, nach Brazzaville als Praesident des Staates Israel, führt, für einen grossen Teil unseres Volkes symbolisch sei. Und diese Symbolik soile uns der Tatsache bewusst machen, dass wir wohl hier in diesem Lande unsere Wurzel schlagen, aber dass wir schliesslich nicht nur Bürger Israels sondern auch Weltbürger sind. Dawar weist unter Bezugnahme auf ein Interview mit Aussenminister Golda Meir darauf hin, das auch in die. sem Jahre auf der UNO-Vollversammlung eine Initiative zur Einleitung direkter Verhandlungen unternommen werden wird. Wir geben uns keiner Taeuschung darüber hin, dass dieser Aufruf Erfolg haben kann, auch wenn der entsprechende Antrag angenommen werden wird. Aber wir wissen, dass es keinen anderen Weg zur Loesung des arabisch-iraelischen Problems gibt, und deswegen ist eine Demonstration des Verhandlungswillens erforderlich. Sechzehn Staaten, die im vorigen Jahre den Verhandlungsantrag e i n. brachten und weitere 18 Laender, die ihn unterstützten, sind die Freunde Israels. Aber die Laender unternahmen ihre Schritte nicht aus Freundschaft zu Israel, sondern weil sie überzeugt waren, dass in diesem Falle Verhandlungen im Interesse des Friedens eine Notwendigkeit sind. Es besteht kaum Hoffnung, dass die Vollversammlung den Verhandlungs—Antrag bestaetig e n wird, da die Araber die Sperrminoritaet von einem Drittel zusammlenbtrin. gen koennen Aber im politischen Ausschuss kann eine Mehrheit erreicht werden, - und wir müssen moeglichst viel Stimmen zusammenbringen. Dabei müssen wir mit Bedauern verzeichnen, dass unser Freund Frankreich im vorigen Jahre den Verhandlungsantrag nicht unt e rstützte, und dass die Vereinigten Staaten sogar gegen ihn stimmten. Wir sehen darin keine Abschwaechung der Freundschaft, aber wir sehen, insbesondere in der offenen Ablehnung des Antrages, einen folgenschweren Irrtum. Wir hoffen, dass die USA ihre Haltung in dieser Frage aendern werden. “Lamerchaw”: Die Haltung der USA. die sich gegen einen Resolutionsantrag Nach dem Tode Haboker: Dr. Robert So. blen starb in London und nunmehr senkt sich der Vorhang über dieTragoedie dieses Mannes. Er hatte seine Heimat verraten, er hatte sein Volk verraten, er hatte Verrat an seiner Familie begangen, und zu einem ihm genehmen Zeitpunkt suchte er in Israel Asyl, nachdem er sich vorher sehr wenig um sein Volk und die jüdische Heimat gekümmert hatte. Einige Zeit schien es. als wenn es 1 ihm gelingen sollte, die Sympathien der westlichen Voelker zu finden oder zumindest in Israel die Unterstützung der breiten Massen zu erzielen. Beim Nachdenken machen sich starke Zweifel geltend, ob dieser Mann wirklich der Gnade würdig war. Alle Tatsachen beweisen, das Soblen alles andere als ein zahmes Lamm gewesen ist, wie manche ihn darzustellen versuchen. Dies geht nicht nur aus den Gerichtsverhandlunfuer direkte israelisch—arabische Verhandlungen wenden, hat in Israel Verwunderung hervorgerufen, und der amerikanische Druck auf bestimmte UNO-Staaten hat Erbitterung erweckt. Es ist zweifelhaft, ob die USA vfür diese Haltung irgendeine einleuchtende Begründung haben, es sei denn, man wolle die arabische Gegnerschaft als Begründung anerkennen. Die Erklaerung, dass der amerikanische Widerstan a aus der Sorge um die Fortsetzung der Taetigkeit der Hilfsagentur fuer die arabischen Fluechtlinge und um die Bereitstellung der für sie notwendigen Mittel herrühre, ist auch nicht einleuchtend, denn die an die Araber gerichtete Forderung, direkte Friedensverhandlungen mit Israel zu führen beruehrt ueberhaupt nicht die Taetigkeit der Hilfsagentur und steht in keinerlei Widerspruch zu den Vorschlaegen des Dr. Johnson. Auch aus Skandinavien sind Nachrichten eingetroffen, laut denen Ministerpyaesident Ben Gurion bei seinen dortigen Unterredungen auf Schwierigkeiten in dieser Frage gestossen sei, welche moeglicherweise ihre Ursache in der amerikanischen Haltung haben. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass Staaten, welche im vergangenen Jahr den israelischen Standpunkt unterstützt haben, diesmal gezwungen sein werden, dies nicht zu tun. Dennoch aber soll Isarel auf seine Initiative in dieser Frage nicht verzichten. Es muss direkte Verhandlungen als den Weg für die Behan. lung der israelisch-arabischen Probleme bezeichnen, ' einen Weg, der Aussichten, auf eine wirkliche Loesung unter Gewaehrung der Rechte Israel besitzt. Dieser Vorschlag muss wieder den Maechten einschliesslich des Ostblocks gemacht und allen UNO-Staaten gut erklaeri werden. von Dr. Soblen gen in Amerika hervor, son. dern auch aus seinem Verhalten nach Abschluss des Prozesses, bei der Flucht aus den Vereinigten Staaten, usw. Die Aktionen dieses einen Mannes stifteten Verwirrung und brachten verschiedene Laender in Schwierigkeiten. Zweifellos haben die USA einen starken Druck auf England ausgeübt, damit Soblen ausgeliefert werde, und gewiss wird diese Angelegenheit noch ein weites Echo in Grossbritannien haben. Jedenfalls wurde der Flüchtling in England absolut einwandfrei behandelt und man gab ihm alle Moeglichkeiten zur Verteidigung und zur Wahrnehmung seiner Rechte. In Israel brachten die Liberalen diese Angelegenheit vor die Knesseth mit der Forderung, die Regierung, wegen ihres proz,eduralen Verhaltens zu tadeln bezw, ihr das Misstrauen auszusprechen. Der Antisemitismus in England “Hazofeh”: Der Freispruch des Nazihetzers Collin Jordan durch das Londoner Gericht zweiter Instanz, mit formalj uristischen Begründungen, veranlasst zv trueben Gedanken ueber die Gestalt und die Moral der westlichen Demokratien, zwanzig Jahre nach der Niederwerfung des Naziregimes. Es schien so, als ob nach allem was geschah, es nicht denkbar waere dass in der praechtigen Hauptstadt des grossen Empire, der Wiege der parlamentarischen Demokratie in der Welt, so ein degenerierter und niedriger Typus eines britischen Nazi sich in aller Oeffentlichkeit werde hinstellen und erklaeren dürfen, das “Hitler recht hatte”. Man hatte es nicht für moeglich gehalten, dass ihm gestattet werden würde, im Stile Goebbels’ zu erklaeren “Die Juden gleichen in unserer Gesellschaft giftigen Raubvoegeln, welche sich von verfaultem Aas naehren”. “Jetz koennen wir unsere Reden fortführen”, erklaerte der britische Naziführer, der seinen Sieg feierte. Er beendete seine Ausführungen mit den Worten: “Unser Recht, Kritik an den Juden zu üben, wurde bestaetigt”.