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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1962-10-01 · 10 (Octubre, 1962) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIV (1962)
Issue
10 (Octubre, 1962)
Date
1962-10-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Octubre 1962 BOLETIN INFORMATIVO 11 Die Alijah aus Suedamerika 1M1 ZEHN JAHRE .REPARATIONS — ABKOMMEN MIT DEUTSCHAND Da,war (Mapai, sozialdemokr).: Zehn Jahre sind nun seit .dem Tage vergangen, da das Reparationsabkommen zwischen Deutsschland und Israel unterzeichn e t wurde, demgemaess Deutschland Sich verpflichtet hatte, an Israel die Summe von 850 Millionen Dollar als Entschaedigung für das riesige Vermoegen zu zahlen, das von den Nazis den Juden geraubt worden war. Wir koennen heute nur dasselbe feststellen, was wir bereits vor 10 Jahren erklaerten: Trotz der glatten und schwierigkeitslosen Durc hführung und Abwicklung dieses Abkommens kann man diese Zahlungen keineswegs als eine Sühne fuer die furchtbaren Verbrechen sehen, die an den Juden begangen worden sind. Das Geld stelltnur einen kleinen Teil des geraubten vermoegens dar und wurde dazu benutzt Zehntausenden von Flüchtlingen aus Europa, die diese Katastrophe überlebt haben ein neues Leben im jüdischen ¡'Lande zu ermoeglichen. Das Abkommen war eigentlich für eine Zeitspanne von 12 bis 14 Jahren gedacht, aber es gelang die Abwicklung schneller zu gestalten. Man kann heute mit Befriedigung feststellen, dass, entgegen den Voraussagen der Gegner dieses Abkommens, beide Vertragspartner die Prüfung bestanden haben. Von Israels Seite her ist klar geworden, das sein gut organisierter Regierungsapparat, ausgezeichnete Arbeit zu leisten imstande ist. Die Einkaufsmission in Koeln, unter Leitung von Dr. Shinaar hat die Probe bestanden, die sie durch oftmals komplizierte Aufgaben, auf erlegt erhalten hatte. Die Taetigkeit der Einkaufsmission naeheri sich ihrem Ende und man kann mit Befriedigung feststellen, das in diesen zehn Jahren nicht ein einziges Mal eine Kritik seitens des Staatskontrolleurs vo r g e. nommen werden musste. Alle Beteiligten koennen heute zufrieden feststellen, dass dieses Abkommen einwandfrei abgewickelt worden ist. Haaretz (liberal): Nun sind zehn Jahre seit dem Tage vergangen, da in Lu. xemburg das Entschaedigungsabkommen zwischen der deutschen Bundesrepubl i k und dem Staat Israel unterzeichnet wurde, jenes Abkommen, das bis zu einem bestimmten Grade Entschaedigung für das von den Nazis den Juden geraubte Vermoegen geben sollte. Damals gab es heftige Debatten im Lande und jene, die gegen dieses Abkommen waren, werden auch heute noch ihre Gründe fuer stichhaltig ansehen jene dagegen, die dafür eintraten, werden heute unveraendert der Meinung sein, man habe richtig gehandelt, als man das Abkommen Unterzeichnete. Aber die ideologische Debatten sind heute sinnlos. Das Abkommen ist so gut wie erfüllt. Es ist zweifellos schwer sich vorzustellen, wie die wirtschaftliche Entwicklung Israels vor sich gegangen waere, wenn dieses Abkommen nicht zustande gekommen sein würde. Adenauer erklaerte jetzt, der Tag der Unterzeichnung dieses Abkommen sei nicht nur bedeutsam für die juedisch— deutschen Beziehungen ge: wesen, sondern auch bedeutsam für die Stellung Deutsch lands in der freien Welt. Diese Tatsache ist nicht zu leugnen. Aber niemand kann heute behaupten, dass Ostdeutschland stolz darauf sein koenne, keine Reparationen bezahlt, keine Wiedergutmachung geleistet zu haben. Das Fehlen diplomatischer Beziehungen zwischen Bonn und Jerusalem dagegen muss als mangelnder Mut ■ seitens Bonns (angesehen werden. Die zahlreichen Besucher aus Deutschland, die unsere Meinung darüber hier kennenlernen, werden wohl in Bonn berichten, wie man hier im Lande über diese Angelegenheit denkt. Lamcrchaw (Achduth, Awodah linkssozialist.): Wie jetzt von Prof. Franz Boehm und dem Bundeskanzler Dr. Adenauer bestaetig worden ist, bezweckten die Deutschen mit dem vor zehn Jahren Unterzeichneten Reparationsver trag nicht zuletzt, ihr internationales Ansehen wieder herzustellen. So kam es dazu, dass unserem Volk ein Teil— und nur ein kleiner Teil —< dessen zurückerstattet wurde, was die Nazis den Juden gei aubt hatten. Dabei waere es eine Verfaelschung der geschichtlichen Wahrheit zu behaupten, dass damals der Widerstand gegen den Vertrag vom chaluzischen Teil unserer Bevölkerung ausging; die Arbeiterschaft war nicht gegen die Schilumim als solche, sondern hatte Bedenken nur dagegen, dass die Abwicklung Dawar: Die Frage der jüdischen Erziehung in der Golah ist nicht weniger bedeutsam als die Frage der Erhaltung des Judentums selbst, ja in Wirklichkeit handelt es sich hierbei um dieselbe Frage. Dieses Problem hat zu dem. Zusammentritt der ersten Weltkonferenz für jüdische Erziehung geführt, die in Jerusalem zur zeit tagt. Die heutige Generation muss eine geistige Grundlage im direkten Kontakt mit den Deutschen zu erfolgen hatte. Der Wunsch nach einer Normalisierung der Beziehungen wurde nicht nur bei ihnen laut, sondern auch in unseren eigenen Reihen. — und in usaechlieher Folge kam, es spaeter dann zu den Waffenverkaeufen an die Bundes republik und der Fertigstellung von Uniformen für die Bundeswehr. Darueber hinaus: zu den vielen Einladungen an Vertreter des “anderen1 Deutschland” und den unzaehligen Israelbesuchen von deutschen Privatpersonen. So haette es nicht zu kommen brauchen; die materielle Wiedergu t m achung haette sich auch ohne direkte Verbindung mit der Gegenseite durchführen lassen. Cheruth (Revisionistisch, rechts-radikal): Im Hause des Chefs der Israelischen Schilumim—Delegation Dr. Schinaar fand ein feierlicher Empfang statt anlaesslich des Zehnjahrestages des Reparationsabkommens. Der staatliche Rundfunk widmete diesem Ereignis weiten Raum und betonte die gewaltige Bedeutung der Angelegenheit. Man gab sogar einem deutschen Sprecher Ge. legenheit, sich zu aeussern und die Freude scheint keine Grenzen mehr zu kennen. Offenbar wurden die juedischen Opfer voellig vergessen und man erinnert sich ¡nicht mehr an die Vergangenheit und die dem Reparationsabkommen vorangegangene n Jahre. Damals allerdings herrschte eine andere Situation und damals verstand ¡der Hauptvertreter (der israelischen Regierung Mosche Schareth, sehr wohl, um was es ging; er empfand durchaus, dass es nicht angebracht war, der Gegenseite die Hand zu reichen. Er blickte d i e Verhandlungspartner die Deutschen ernst an und fand keine Worte der Freude und Huldigung, wie man es jetzt hier im Lande tut. erhalten, um die menschlichen und jüdischen Werte zu achten und nach ihnen leben zu können. Wir stehen vor nationalen Konzentrierungserscheinungen ü b erall auf der Welt. Nur eine tatkraeftige jüdische Erziehung kann die Einheit des jüdischen Volkes überall auf der Welt garantieren. Diese Erziehung wird die Brücke zwischen den verschiedenen Teilen des Volkes schaffen, die überall auf der weit leben. Lamerchaw: Die antisemitischen Stürme, welche Suedamerika erschuettern, haben dazu geführt, dass die Alijah aus diesen Laendern an oberster Stelle der Tagesordnung steht. Aus diesen Laendern, besonders aus Argentinien, gab es in all den letzten Jahren eine Alijah, hauptsaechlich eine chalutzische, die den Kibbuzim und neuen Siedlungspunk t e n grossen Auftrieb gab. Diese Olim gaben dem Siedlungswesen im Lande einen hohen Punkt von Stabilitaet. Die grosse Alijah, die jetzt aus diesen Laendern zu erwar ten ist, stellt den Staat, die zionistische Bewegung -und die Alijahbehoerden vor schwere Probleme. Es gibt naemlich dort nicht nur reiche Leute, sondern die Wohlhabenden sind in der Minderheit und viele Arbeiter und Mittelstaendler sind zu erwarten. Der Vorteil dieser Alijah liegt darin, dass es viele junge, produktive Menschert in ihr geben wird. Die augenblickliche Lage -der lateinamerikanischen Judenh eit verpflichtet und ermoeglicht die Arbeit der Jugendbewegungen Gemeinsam mit der Arbeit der zionistischen Be. hoerden sollten die Jugendbewegungen ihre Taetigkeit ebenfalls verstaerken und dafür sorgen, dass Gruppen zur chalutzischen Alijah gehen -und die Jugend in diesem Sinne in noch staerkerem Masse erzogen wird. Dawar: Die Juden Südamerikas interessieren sich jetzt für die Alijah nach Israel. Allerdings haben nur wenige von ihnen bis jetzt Lamerchaw: Nach dem Abkommen von Evian war für jeden klar, dass die baldige Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Frank reich und den Arabern bevorstand. Da die feindselige Haltung der arabischen Staaten gegenüber Israel noch besteht, gab es in Israel Leute, welche befürchteten, eine Verbesserung -der Beziehungen Frankreichs mit den Arabern koennte die Beziehungen Frankreichs zu Israel beeintraechtigen. Diese Befuerchtung hat sich nicht bestaetigt, -und es besteht kein eilnleuchtender Grund dafür, dass sie sich in Zukunft bestaetigen koennte. Israel ist an einer Normalisierung der Beziehungen zwischen den Voelkerp interessiert und hat sogar nichts gegen Beziehungen zwischen seinen Freunden und seinen Feinden. An die Normalisierung der Beziehungen zwi s: ci hen Frankreich und den arabischen Staaten sind keine übertriebenen Hoffnungen zu knüpfen, und sie wird wahrscheinlich die Feindschaft der Araber gegen uns nicht abschwaechen. Trotz dem kann ein erneuertes diplomatisches Eindringen Frank reichs in die arabischen Staaten unseres Bezirkes als maessigender beruhigender und stabilisierender Faktor angesichts der Unter. drückungs. Herrschafts- und Kriegsgelüste Nasers wirken, einen endgültigen Entschluss gefasst, nach Israel zu kommen. Noch immer zoegert die Mehrheit, die Alijah zu verwirklichen. Wir dürfen nicht daran vergessen, dass der Faktor der Aufnahme, der wirklichen Einordnung dieser Alijah der bedeutsamste Punkt für die Einwanderung der Juden aus Sueamerika ist. Die gemeinsame Kommission, die für diesen Zweck unter Teilnahme der Regierung und der Jewish Agency unter der Leitung des Finanzministers Levy Eschkol errichtet worden ist, soll ein entscheidender Faktor zur Foerderung dieser Alijah werden. Allerdings müssen sich die Juden Suedamerikas darueber klar sein, dass es objektive Gründe gibt, die eine Begrenzung der Moeglichkeiten darstellen, sie als “Luxus— Alijah” einzuordnen. Niemand kann für sie entschei. den, niemand für sie die letzte Verantwortung tragen. Wir sind davon überzeugt, dass sich die juedischen Gemeinschaften Lateinamerikas in einer Gefahr befinden, die ihre Alijah wünschenswert macht. Schliesslich handelt es sich in der Mehrheit um Mensdhen, die nicht (mehr als Jugendliche bezeichnet werden koennen. Sie haben auch kein grosses Vermoegen, sind aber an einen recht tiohen Lebensstandard ge. woehnt. Wir haben also auch Aufklaerungsarbeit zu leisten und für chalutzische Alijah -unter der Jugend Sorge zu tragen. Nur durch die richtige Erziehung und Aufklerung werden wir diese Alijah im die geeigneten Wege leiten. welcher die Stabilitaet dieser Region erschüttern und ihre Sicherheit gefaehrden. Haboker: Die arabische Propaganda versucht die Wiederaufnahme der Beziehungen mit Frankreich als einen Erfolg darzustellen, der Israel schaden wird. Die jordanische und die syrische Presse haben sich beeilt zu verkünden, dieser Schritt werde den Arabern nützen, Israel aus Frankreich und vor allem aus den unter franzoesischem Einfluss stehenden Laender Afrikas zu verdraengen. Man kann" na türlich nicht uebersehen, dass die arabische Klriegsfront gegen .Israel sich nunmehr erweitern wird und dass die Araber neue Stützpunkte für ihre Propaganda finden werden. Unsere Diplomatie muss also besonders aufmerksam auf der Wacht stehen. Gleichzeitig scheint es dass gerade in dieser Hinsicht keine besondere Furchtam Platze ist. Die Staaten des Brazzaville-Blocks bilden das staerkste Glied in der Kette der Freundschaften Israels in Afrika und sie haben dies durch ihren Beschluss, bei der bevorstehen den Generalversammlung der UNO, Israels Forderung auf direkte Verhandlungen mit den Arabern zu unterstützen, erneut bewiesen. Für den Bestand der Freundschaft zwischen Israel und Frankreich ist nichts zu befürchten. Die juedische Erziehung, in der Golah Die Wiederaufnahme der Franz oesisch - Arabischen Beziehungen

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