Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1962)
- Date
- 1962-09-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 BOLETIN INFORMATIVO SEPTIEMBRE 1962 GEDANKEN ZWISCHEN 2 UND 3 Fuenf Briefe, am gleichen Tage angekommen, erho-ehen den Stoss der unerledigten Papiere auf dem Schreibtisch, reizen aber sehr zur bevorzugten, sofortigen Beantwortung. Sie tragen alle das gleiche Absendedatum, kommen aus der gleichen Stadt und haben mehr oder weniger den gleichen Inhalt. “Liebe K. .g,’’ lautet ein in fluessiger, intelligenter Handschrift geschriebener Brief, (nennen wir seine Schreiberin Frau X.)” meine beiden To-echter haben sich anscheinend verschworen, mich zu aergern. Sie sind aufsaessig, fast boesartig, muerrisch (eine andere Dame schreibt “muffig”) und reizen mich mit ihrer impertinenten Art und Weise, sich ueber meine . Erziehungsmethoden erhaben vorzukommen, zur Weissglut, Auf meine Strenge, reagieren sie mit Beschwerden bei befreundeten Muettern ueber fehlendes Verstaendnis, selbst ueber fehlende Liebe im Elternhaus. Mein Mann optiert fuer absolute und strikteste t Strafmassnahmen, wie Entzug von Besuchen, Kino etc., sogar mit Essverbot am gemeinsamen Tisch Ich fuehle, dass meine Kinder Liebe und Entgegenkommen suchen, wage aber nicht, mich einer Ablehnung auszusetzen. Was soll ich tun?” Ein anderer Brief, von Frau X. lautet: “Ich bin gut und streng erzogen worden und ein Kuss der Eltern war ein seltenes Geschenk. Meine Kinder sind in ihrer Sucht nach Zaertlichkeit ganz andere Charaktere. Soll ich dem nachgeben, oder soll ich sie zur Zurueckhaltung disziplinieren?” Frau Z. fragt an: “Soll ich meinen Kindern, die darum bitten, gestatten (!) mit uns spazieren zu gehen, anstatt, wie wir wuenschen, mit gleichaltrigen Gefaehrten ihre Zeit zu verbringen? Wir muessten doch eigentlich langweilige Gesellschaft fuer sie bedeuten.” Schoen, K.. g hat sich also entschlossen, Emely Post zu spielen und den Damen X. Y. und Z. wie auch Frau A. und Frau B„ die aehnliche Probleme darlegen, gemeinsam zu antworten. Meine Freundinnen; (Verzeihung, ich kopiere damit nur oben erwaehnte Emely)- Mutter-sein ist keine Angelegenheit der Programm Wirtschaft. Es gibt selbstre. d e n d Erziehungsprinzipien, denen man in grosser Linie treu sein und bleiben sollte. Man hat Normen fuer Ordnungssinn, Benehmen, Lebensform, gegenseitigen Respekt, die man sich und damit seiner Umgebung gibt und aufpraegt. Sie sind Auffassungssache und Niveau —bedingt und werden vom staerkeren Teil der Ehepartner s t i 11 s c h weigend bestimmt und in jeder harmonischen Ehe ebenso akzeptiert und respektiert. Fuer aufwachsende Kinder stellen sie keinerlei anderes Problem dar als das des Vergleichs m i t anderen Familiengebraeuchen. Sollten die Diskrepanzen in ihrer Auffassung darueber bei den Eltern unueberbrueckbar sein, muss die Klugheit einer der Partner nachgeben, um die Familienharmonie zu erhalten. Fuer ein Kind gibt es kein schlimmeres Gift, als uneinige, Eltern, die ihre manchmal unvermeidlichen Meinungsverschiedenheiten vor ihren erschrok kenen und sehr sensiblen Augen und Ohren austragen. Fuer Gefuehle gibt es kein Programm. Das groesste Glueck froher Eltern ist ein gesundes, freudiges und zaertliches Kind. Erinnerungen aus einer liebevollen Kindheit sind ein unausloeschliches, mit den Jahren wachsendes unvergleichliches Gut, das durch absolut nichts an materieller Verwoehnung ersetzt werden kann. Ein NUR verwoehntes Kind kann ein trauriges Kind sein; ein mit Zaertlichkeit und selbstverstaendlicher Liebe umgebenes Geschoepfchen bekommt einen herrlichen Schuss Lebensfreude und Bejahung mit auf den Weg, der es die Eltern und das Heim nie anders als mit Liebe und inniger Dankbarkeit erinnern laesst. Anhae nglichkeitsgefuehl und Zaertlichkeitsbeduerfnis in einem Kind zu unterdrücken, ist nicht weniger als ein Verbrechen. Sind sie nicht spontan vorhanden, was bei herber Veranlagung Vorkommen kann, sollten sie geweckt werden Fuer Kinder ist es ein sonniges Glueck zaertliche Eltern zu haben, die ihnen den Begriff der gegenseitig rueckhaltlos ehrlich gezeigten Liebe zu etwas innerhalb des Familienlebens Selbstverstaendliohem macht. Erstickte, unterdrueckte emotive Gefuehle tragen grausige Zinsen tfm Laufe der Jahre des Lebens; das ist heute kein drohendes Kassandrawort mehr, sondern laengst erkannte Wahrheit. Kinder brauchen Lob und Anerkennung, wie ihre taegliche Nahrung. Das soll nicht der laecherliohen. alles preisenden Affenliebe ueberstolzer (und damit oft blinder) Eltern das Wort sprechen. Sie verdirbt mehr als sie nuetzt und zeitigt oraepotente, egoistische Menschentypen, die oft bei geringstem Gegenwind im Leben als Charaktere kapitulieren und den nicht ausbleibenden;Nackenschlaegen nicht gewachsen sind. Ein schmales Lob zur rechten Zeit und Gelegenheit laesst die Augen eurer Kinder strahlen und Ansporn sein, sich die naechste Anerkennung zu verdienen. Es gibt selbstredend Momente (und deren nur allzu viele;) die Strafe bedingen. Diese Sanktion sollte wohlueberlegt. dem Vergehen angepasst gerecht sein und unter ieder Bedingung konsequent durchgefuehrt werden. Eine in Wut und ohne Ueberlegung angedrohte Bestrafung die praktisch nicht durchfu ehrbar oder, aus einem sensiblen Schwaechemoment, heraus, nicht kassiert wird, macht den Strafenden zum laecherlichen Popanz und untergraebt das Vertrauen. Nach gezeitigter Bestrafung MUSS der Vorfall vergessen werden und darf unter keinen Umstaenden dem Kind immer wieder unter das Xaeschen gerieben werden. Ebensowenig, wie eine einmal bezahlte Rechnung immer wieder praesentiert werden kann. Das groesste Handicap fuer uns Eltern ist die Schneilebigkeit unserer Zeit. Sie macht uns ungeduldig. Jeder Schritt vorwaerts im Leben eines Kindes ist ein unerhoertes Experiment, an das es mit Vorsicht und Misstrauen hsrangeht Auch wir "Alten” betreten eine unbegangene, schwankende Bruek ke mit Bedacht. Unsere Erfahrung macht uns dem langsamen Kind gegenueber ungeduldig. Wir erwarten blindes Vertrauen, wo naturgemaess Angst und Scheu Barrikaden errichten, ueber die wir unser Kind sanft geleiten sollten. Das klingt theoretisch sehr verstaendlich und einfach, ist aber oft eine , enorme Nervenprobe. Wir muessen sie zu bestehen versuchen. Ruhe, Ausgeglichenheit, Verstaendnis und viel, viel Liebe und Zaertlichkeit sind erste Bedingungen dazu. Lasst Eure Kinder Fehler machen, lassst sie die Konsequenzen davon selbst tragen und sogar schmerzlich fuehlen. Nur daraus lernen sie wirklich, sie ein zweites Mal zu vermeiden. Zu viele aus dem Weg geraeumte Steine machen wohl den Pfad angenehmer, aber auch die Fuesse schwaecher. Ihr seid ja auch nicht immer da, um die Strasse zu glaetten. Liebe Freundin X. Sie fuerchten, sich einer “Ablehnung auszusetzen”, wenn sie der berechtigten Forderung nach Liebe und Entgegenkommen nachgeben, die ihr Instinkt in ihren Kindern erfuehlt. Eine Mutter, meine Teure, kann sich nie etwas vergeben, sie kann und soll nur vollen Herzens geben. Lassen Sie Ihre Maedels in verstaendlicher (und wahrscheinlich tiefer verwurzelter) Rebellion von ihrem hundertprozentigen Angebot ruhig neunzig Prozent verwerfen. Der kleine Rest schlaegt Wurzeln und treibt bei behutsamer Pflege edle Blueten. Oeffnen Sie die Tueren Ihres Herzens so weit wie nur irgend moeglich fuer den teuersten Schatz, der Ihnen anvertraut ist und erlauben Sie nicht, dass sie einrosten und fuer ein zartes Kinderklopfen nicht mehr Oeffnungsfaehig werden. Die “Boesartigkeit” Ihrer Toechter ist ein verzweifelter Versuch, sie auf eine Not aufmerksam zu machen, die Sie vielleicht einmal, unerkannt, durch “Erziehungsmethoden” uebersehen oder lappalisiert haben. Kindernoete erscheinen uns Erwachsenen oft, sinnlos; sie sind fuer die kleinen Gemueter ueberproportioniert gross und wichtig und wert, in ihrem winzigen Ausmass respektiert, beachtet und geloest zu werden. Worin sonst bestaende unsere Mission? Sie, liebe Freundin Z.. erleben das Glueck, dass Ihre Kinder Sie suchen und Ihnen ihre Liebe und Zuneigung mit offenen Haendchen anbieten. Gibt es etwas Schoeneres? Ihre einzige Sorse sollte sein, die kleinen Herzen nicht zu enttaeuschen und sich alle Muehe zu geben, den gewuensohten Snaziergang froh und so unterhaltsam, wie moeglich zu gestalten. Wenn sie gleichaltrige Gespielen fuer Ihre Kinder wuenschen, nehmen Sie ihre Freunde eben mit spazieren und die kleine Gesellschaft wird uebergluecklich sein. Ist Ihr “Problem” nicht ein gut Teil Egoismus, der Sie durch die “stoerende” Anwesenheit Ihrer Kinder um die Ruhe Ihres Spazierganges bangen laesst? Vorsicht, Frau Z., Kinder sind vive, helle Geschoepfe, die ueberraschend schnell solche “Tricks” erkennen; es koennte gesehen dass Sie Ihre Kinder dann suchen: und abgelehnt wer den Das waere ein traurig tiefer Abgrund familiaerer Beziehungen. Als Abschluss soll hier ein kleiner Auszug aus einem. Brief folgen, den ein verheirateter Sohn seiner gluecklichen Mutter schreibt “Wir haben ein froherinnertes Familienidyll aufleben lassen, das ich als geheiligtes Andenken mit ins Leben genommen habe. Auch wir und unsere Kinder halten nun unser vergnuegtes abendliches “Schmuse-Stuendchen” mit aller Liebe und Freude an Zaertlichkeit und rückhaltlosem Vertrauen. Somit ist meiner Jugend, fuer deren sonnigen Verlauf ich Euch, meine Eltern und speziell Dir, geliebte Mutter, Zeit meines Lebens tiefe Dankbarkeit schulde, insofern eine ernste Konkurrenz entstanden, als unser alter Familientitel: “The kissiest Family on earth” von uns und unseren Kindern mit Stolz als eigener angefordert wird.” Moege dieses beglueckende Zeugnis Antwort auf alle Fragen geben. K. . . g FARMACIA IBERIA Salomón y Marcos Muchnick Estado 190 desean a su muy distinguida clientela un muy próspero y feliz Lechonoh Tauwo Santiago, Septiembre 1962 Isldaro Rosenberg u. Frau CLUB MAZSE gratulieren herzlichst zum Neuen Jahr und wuenschen ein Lechono Tauwo MARTÍN MICHEL Y CIA. LTOA. Instalaciones Sanitarias gratulieren herzlichst zum Neuen Jahr Agustinas 814 — Oficina 314 — Telefon 31435 GERARDO MEYER S. 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