Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1962)
- Date
- 1962-09-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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SEPTIEMBRE 1962 BOLETIN INFORMATIVO 9 (Fortsetzung MITTELEUROPAEISCHE JUDEN,!••• folgter Qualifikation als Buecherrevisoren, Steuer— und Vermoegensberater sow i e als kaufmaennisene Agenten taetig. Im Staatsdienst (Post—, Eisenbahnverwaltung usw.) nehmen juedische Immigranten nur untergeordnete Stellungen ein. Die Wiedergutmachungsleistungen der Westdeutschen Bundesrepublik haben dazu beigetragen, die wirtschaftlichen Verhaeltnisse der juedischen Refugees aus Mitteleuropa zu konsolidieren. Namentlich die Situation aelterer abjhaengiger oder unterstuetzungsbeduerftiger Personen ist dadurch wesentlich erleichtert worden. Es entspricht der allgemeinen Bevoelkerungsschichtüng in Australien, das 95 Prozent der juedi’scher Bevoelkerung in den grossen Staedten leben, und zwar in Melbourne ca. 34.000, in Sydney ca. 27.000, in Perth ca. 3.300, in Brisbane ca. 1.600, in Adelaide ca 900—1000, in Canberra ca. 300 in Hobart und Launceston ca. 150 — 200. Waehrend in Sidney das mitteleuropaeisch—juedische Element lieberwiegt, herrscht in Melbourne, wo zwei Wochenzeitungen in Jiddisch erscheinen, dass osteuropaeisch—juedische vor. Wenn eine grosse australische Tagenszeitung, w i e “Melbourne-Sun”, am 19. Mai 1961 schrieb: “The migrants have assisted us to combat structural deficiencies in 'Australia’s industrial, organisation ... Migrants, too, are adding to our culture und spurrig our inventiveness... Our migrants are almost invariably well mannered, hard working and determivon Seite 8) ned to succeed” — so bezog sich dieses summarische Urteil ebenfalls auf die jueuische Immigration aus Mitteleuropa. Daher ist ihr Verhaeltnis zu der nichtjuedischen Umwelt im ganzen gesehen durchaus gut. Zum Beispiel haben meine Frau und ich als einzige Juden fuenf Jahre lang in einer neuen Arbeitersiedlung am Rande Melbournes gelebt und unsere Beziehung zu den Bewohnern der Siedlung war ausgezeichnet. Der Australier hat fuer die Einwanderungsschwierigkeiten der Zugewanderten durchaus Verstaendnis, er erwartet jedoch von der jungen heran wachsenden Generation, dass sie sich der australischen Lebensweise ohne Vorbehalt anpasst. Das geschieht auch, jedoch ist der starke Andrang juedischer Studenten zu den akademischen Berufen dazu angetan, jene unliebsame; Spannung hervorzurufen, die wir schon im Deutschland der Vergangenh e i t erfahren haben. Gerade in dem Kreisen der akademischen juedischen Jugend ist eine Neigung zur Mischehe zu spueren, die ein ernstes Problem zu werden droht. Andererseits kaempft eine starke, wohlorganisierte und sehr aktive zionistische Bewegung gegen Indifferenz und Verfallserscheinungen erfolgreich an. Ebenso halten "die religioesen Institutionen den Enthusiasmus fuer das Erbe der Vaeter wach. An beiden sind Juden aus Mitteleuropa hervorragend beteiligt. (^‘Council Correspondence”) Neu eingetroffen: Importierte gebluemte u. 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Es ist sehr zu begruessen und anzuerkennen, dass die Kammerspiele dieses Wetfc zur Auffuehrung brachten, denn der “Nathan” ist mehr als ein Theaterstueck, er ist eine Kampfschrift gegen religioese Begrenztheit und Intoleranz, ein gluehendes Bekenntnis zur Gleichheit aller Menschen vor Gott, ohne Anerkennung religioeseir Unterschiede. So ist “Nathan der Weise” ein Stueck von unvergaenglichem Werte, welches es wohl verdient, dem Menschen des 20. Jahrhunderts nahegebracht zu werden. Um so mehr bedauern wir, dass die diesjaehrige Festaufuehrung nicht den Glanz aehnlicher Darbietungen der vergangenen Jahre erreichte, nicht zu vergleichen ist mit den Inszenierungen der Kammerspiele . des “Faust”,, “Jedermann”, “Die Raeuber” oder ‘Maria Stuart”. Die Auffuehrung war (in vieler Hinsicht von beachtlicher Qualitaet, die Inszenierung klar und eindringlich, das Buehnenbild s c h o e n und effektvoll und die Darstellung der Hauptrolle durch Herrn Rolf Wanka wuerdig und in jeder Beziehung erstklassig. Auch die Rollen der Daja und des Klosterbruders fanden in Frau Maria Weeting und Herrn Egbert von Klitzing gute Interpreten. Im uebrigen jedoch gelang es den Mitgliedern der Kammerspiele nicht, den hohen Anspruechen ihrer schwieri gen Rollen gerecht zu werden, trotzdem gewiss es keiner an Hingabe und ehrlichem Bemuehen fehlen liess. Wir koennen nicht umhin, unser Bedauern darueber äuszudrueclcen, dass einige der beliebtesten und begabtesten Mijwirkenden frueherer Auffuehrungen dieser Spielzeit nicht zu einem hoeheren Glanze der (Auffuehrungen des “Nathan” beitrugen, sondern nur als Zuschauer anwesend waren. Aber gewiss muessen wir dler Leitung der Kammerspiele dankbar sein, dass sie es uns ueberhaupt vergoennt hat, ein Stueck von dem Werte und der moralischen Groesse des “Nathan der Weise’” hier in Santiago de Chile sehen zu duerfen Uns Juden ist dieses Stueck des grossen deutschen Dichters Lessing besonders wertvoll, ist es doch eine heftige Anklage gegen die Intoleranz und die Verfolgung dessen, der einer anderen Religion angehoert und seine zentrale Gestalt, der Jude Nathan, “die edelste Gestalt die ein Dichter geschaffen, ein wahrer Mensch im hoechsten Sinne, grossdenkend, frei von Vorurteilen, der das Gu- I te tut um des Guten willen, aaag ... lerne, die Hand dem Mitmenschen zu reichen. Nathan: Rolf Wanka. Sultan Saladin: Heinz Plate der sich durch Kampf und namenloses Leid hindurch-, gerungen hat zu opferfreudiger Menschenliebe”, ist von Lessing empfunden worden im Umgang mit unserem grossen Denker und Lehrer (Moses 'Mendelsohin.! “Introite ,nam et hic Dii sunt” (“Tretet ein, denn auch hier sind Goetter”) schrieb Lessing auf das Titelblatt seines Werkes “Nathan der Weise” und fuer uns als Menschen im Jahre 1962 drueckt dieser Satz den Wunsch aus. Der Mensch, der imstande ist, den fernsten Weltkoerper zu sehen und den kleinsten Mikroorganismus zu erkennen, er lerne seinen Nachbarn zu sehen und dessen Not zu erkennen. Der Mensch, der imstande ist die zerstoerende Gewalt des Atomkernes zu baendigen und in Ipiroduktivie; ¡Energie zu wandeln, er lerne seine Hassgefuehle zu baendigen und in Freundschaft zu seinem Naechsten zu verwandeln. Der Mensch, der im Begriff ist, die Planeten zu ergreifen, er lerne die Hand seinem Mitmenschen zu reichen, in Liebe, Anerkennung und Verstaendnis. Walter Goldschmidt FENSTERSCHEIBEN ob gross, ob klein setzt Glasermeister Erich Levy ein Llamcr Fono 36479 whenscht Ihnen ein gjueckliehes Rösch Hasehana 5723 ja/ace