Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1962)
- Date
- 1962-09-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 BOLETIN INFORMATIVO SEPTIEMBRE 1962 ANTISEMITISMUS: MIT DER WURZEL AUSROTTEN! xnin Vce ¿o/zoe&oc/ie Tfc&we uc/tvetM’ ZUR FEIER DES TAGES: RAKETEN Dawar widmet seinen Leitartikel dem aegyptischen Revolutionstag und meint, in den letzten zehn Jahren sei Aegypten stark geworden. Unter dem monarchistischen Regime haette es auch innerhalb eines laengeren Zeitraumes nicht solche Kraft gewinnen können, aber die Staerkung der Position war-nicht mit einer ents p re c henden Verbesserung der Lebenshaltung für die aegyptische Bevoelk e r u n g verbunden. Dawar kritisiert die Versuche Aegyptens, die Herrschaft über die anderen arabischen Laender zu gewinnen, und gerade auf dieses Ziel und auf Wühlarbeit in den arabischen Laendern haetten sich Nasser und seine Mitarbeiter konzentriert. Nach der Auflösung der VAR und nach Annahme der “nationalen Charta” hatten manche geglaubt, dass das Regime in Aegypten seinen Charakter gewandelt haette, und dass wir es mit einem neuen Nasser zu tun haben. Israel haette sicher einen Nasser begrüsst, der seine politischen Ziele aendert und “in Busse umkehrtf’. Aber die Aenderungs-Zeichen waren nur Mittel einer ausgeklügelten Taktik, mit der man andere irreführen wollte. Jetzt zeigte Nasser der Welt sein wahres Gesicht, er demonstrierte der Welt, wie die Produktion aussieht, für die er seine'Kraft und seine ganze Mittel investiert, und er sah auch nicht davon ab, Erklaerungen über die “Lösung dei Palaestinafrage” nach seinen Vorstellungen abzugeben. Die IC r a e ftedemonstration der Aegypter ist ein weiteres Warnzeichen für uns, die Kraft Nassers nicht zu unterschaetzen. Die Bedeutung des Fortschrittes von Nasser in der Raketentechnik muss vor allem als Anzeichen für die Staerkung des wissenschaftlichen Potentials und der Produktionsleistung dieses Landes betrachtet werden. Lamerchav stellt fest, dass Col. Nasser, am 10. Jahrestage der aegyptischen Revolution, nicht in der Lage war dem Volk zu zeigen, welche wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften sein Regime waehrend dieser Zeit verbuchen konnte. Nasser führte seinem Volk aus diesem Anlass nur eine Reihe von Raketen vor, die wohl den Enthusiasmus der Massen auslösten, andererseits jedoch nicht das Scheitern der Entwicklungs- und Aufbau-Bemühungen des aegyptischen Diktators tarnen konnten. Man dürfe andererseit jedoch nicht übersehen, dass der Bau der Raketen, selbst unter Leitung von fremden Fachmaennern, eine Errungenschaft der Wissenschaft in Aegypten darstellt, in die enorme Gelder investiert wurden. Ziel der Raketen ist weder eine meteorologische noch eine Raumforschung, sondern diese Geschosse sollen rein militaerischen Zielen zugeführt werden. “Al Ahbar” berichtete ja sogar, dass die neuen Raketen jedes Ziel in Israel erreichen können, und erwaehnte in diesem Zusammenhang besonders die Stadt Tel-Aviv und den Flughafen Lod. Es sei nicht angebracht, uns in Panik zu stürzen, doch sollen wir den Wert der Raketen und ihre Bedeut ung nicht unterschaetzen. Cheruth erklaert, die vier aegyptischen Raketen haben bewiesen ,dass die Bemühungen einer Reihe von Professoren , und Persönlichkeiten in Israel, die gegen die Atom- und Raketen-Aufrüstung im Nahen Osten protestierten, gefaehrlich sind. Die Meldungen über den Bau der Raketen in Aegypten haben uns eine Reihe von Tatsachen erneut bewiesen: 1) Der aegyptische Diktator konzentriert seine Bemühungen nicht auf die Hebung des Lebensstandards der Bevölkerung seines Landes, und hat keineswegs pazifistische Absichten, wie öfters behauptet wird. 2) Aegypten hat auf dem Gebiet der , Aufrüstung gewaltige Fortschritte gemacht d. vor 10 Jahren fast undenkbar gewesen waeren; 3) Im Dienste Aegyptens befinden sich wichtige wissenschaftliche Kraefte, wobei es nicht wichtig ist zu wissen, ob es sich hier um Aegypter oder fremde Wissenschaftler handelt. Kol Haam (Kommunist.) erinnert daran, dass es vor einem Jahr, als Israel seine erste meteorologische Rakete “Schawit 2” abgefeuert hat, vor den Folgen dieser Entwicklung warnte. Die Zeitung empfiehlt nunmehr erneute Anstrengunge, um eine Einstellung der Atom- und Raketen-Aufrüstung im Nahen Osten zu erzielen. Dawar betont, dass die faschistischen und antisemitischen Bewegungen, deren Aktivitaet jetzt in mehreren westlichen Laendern festzustellen ist, —ausgenommen dieselben Bewegungen, die in Südamerika taetig sind— vorlaeufig keine ¡tatsaechiiche Gefahr darstellen. Zugleich dürfe aber nicht übersehen werden, dass all diese Bewegungen untereinander verbunden sind und eng Zusammenarbeiten. Es sei, bedauerlich und fast unverstaendlich, dass sich noch kein internationales Gremium gefunden hat, um eine tatkraeftige Aktion gegen diese Faschistengruppen einzuleiten, besonders angesichts des Preises, der vom jüdischen Volk waehrend des zweiten Weltkrieges für das fas chistische Unwesen in Europa gezahlt worden j ist. Die Tatsache, dass die' faschistischen Gruppen einen inte rnationalen Kongress nach London einberufen wollen, beweist nicht nur, dass Haarez aeussert die Hoffnung, dass Finanzminister Eschkol nicht übertrieb, als er von Fortschritten in Verhandlungen über eine Regelung der Beziehungen zur Europaeischen Wirtschaftsgemeinschaft sprach. ¡Wenn auch der Begriff “Regelung” elastisch ist und verschieden gedeutet werden kann, so weist er doch auf eine Erleichterung der Warenausfuhr aus Israel in die Laender der EWG hin. Wenn die Erleichterung nicht kommen oder für lange Zeit hinausgeschoben werden sollte, dann wird dies eine schwere Enttaeuschung für die Exporteure bedeuten. Möglicherweise ist Eschkols Optimismus berechtig, denn Israel fordert nur Erleichterungen für einige genau umgrenze Warengruppen. Wir fordern Möglichkeiten für unseren Zitrus-Export und Chancen für die Fortsetzung der Brom-Ausfuhr. Landwirtschaftsminister D a j an, der vor einigen Wochen Europa besuchte, fand bei den dortigen Landwirtschaftsministern Verstaendnis für die israelischen Export-Wünsche. Schliesslich und endlich wurde die EWG nicht geschaffen., um uns Schwierigkeiten zu bereiten. Solange wir nur verlangen, dass unser Handel in seinem bestehenden Umfange nicht beeintraechtigt wird, dürfen wir auf Verstaendnis rechnen. Offen bleibt die Frage, welche Wirkung unsere Plaene haben werden, in den naechsten vier bis fünf Jahren unseren Export zu verdopplen, Natürlich müssen wir neue Maerkte und Möglichkeiten suchen. Wir werden temporaere Vereinbarungen mit den EWG-Staaten begrüssen, wir können uns jedoch nicht mit ihnen begnügen. Wenn wir zusaetzliche Erleichterungen von den EWG-Laendern in Zukunft verlangen werden, so werden wir eine Gegenleistung .in Freigabe von Importen bieten müssen. Wir werden den Schutz von Tozereth Haaretz einschraenken und die bei uns üblichen fiskalischen Methoden aender-n müssen. sie international organisiert sind, sondern auch, dass sie über betraechtliche finanzielle Mittel verfügen. Dawar betont, dass wir kein Recht haben, den jüdischen Bewegungen in den betreffenden Laendern, in denen solche antisemitischen Ausschreitungen stattfinden. Ratschlaege zu erteilen, aber wir können und müssen sie warnen, dass es falsch und gefaehrlich waere, den jetzigen antisemitischen Ausfaellen untaetig zuzuschauen. Wer nichts unternimmt, um den Gegnern der Demokratie das Handwerk zu legen, hilft de facto selber mit, die Demokratie zu zerstören. Lamerchaw bezeichnet das Aufleben des Antisemitismus in England als am schlimmsten, gerade weil diese Bewegung in Grossbritannien zu bemerken ist. Die antisemitischen Gruppen, auch wenn sie gering an Zahl sind, müssen die Juden Englands in Sorge versetzen, wenn man solche antisemitischen Erscheinungen nicht sofort bekaempft und mit der Wurzel ausrottet, so besteht die Gefahr, dass sie als Gift in die Seele der gutartigen Teile der Bevölkerung eindringen. Die Sorge um die friedlichen Beziehungen der Völker macht wachsames Verhalten gegenüber dem Antisemitismus dringend erforderlich. Hazofeh erklaert sich entrüstet über die Haltung der englischen Behörden gegenüber der Taetigkeit von faschistischen und antisemitischen Gruppen in England. Die englische Regierung habe nichts getan, um solchen Gruppen das Handwerk zu legen, sondern diese sogar vor der Wut und den Reaktionen des Volkes in einigen Faellen beschützen lassen. Es sei auch verwunderlich, dass die Behörden es zugelassen haben, dass eine internationale Faschisten - Tagung unweit von London stattfinden konnte. Es sei zu befürchten, dass diese Faschisten-Verbaende, wenn man ihnen irgendwie behilflich ist, einen Teil der öffentlichen Meinung und besonders die Jugend und die Unzufriedenen beeinflussen können. England sei ein Staat, der an der Spitze des Kampfes gegen den Nazismus gestanden hat, und gerade diese Tatsache verpflichte ihn jetzt scharf gegen den Neonazismus und Faschismus vorzugehen. Cheruth erklaert sich überzeugt, dass die Regierung von Uruguay zweifelsohne entschlossen ist gegen die faschistischen und antisemitischen Ausschreitungen in diesem Lande vorzugehen. Solange die Polizei der antisemitischen Rowdies jedoch nicht habhaft werden kann, ¡eben die Juden Uruguays in staendiger Gefahr. Die Zeitung begrüsst die Bildung eines jüdischen Selbstverteidigungs-Verbandes, und betont, dass dieser den Nazis eine Lektion erteilen muss. Andererseits sollen jedoch die tragischen Zwischenfaelie des letzten Wochen den Juden Uruguays zeigen, dass es für sie letzten Endes kein freies Leben “Chuz l’arez” gibt und dass es besser waere nach Israel einzuwandern. DIE EWG UND DER ISRAELISCHE AUSSENHANDEL Jerusalem Post stellt fest, dass man hier im Lande über den Mangel an Bereitschaft der EWG, Verhandungen mit Israel aufzunehmen, enttaeuscht war. Zugleich betont das Blatt, dass dieser Aufschub einer Entscheidung bis zum September, vielleicht die Möglichkeit geben wird, noch eine Reihe von einzelnen praktischen Fragen zu k 1 a e r e n. Es sei zu erwarten gewesen, dass die EWG jetzt nicht bereit sein würde, Besprechungen über ein neues Problem, d. i. die Beziehungen mit Israel, aufzunehmen, da noch eine Reihe von anderen Fragen, u. a. die Beziehungen mit England und mit den ehemaligen belgischen und französischen Kolonialgebieten, einer Klaerung harren. Man kann verstehen, dass die EWG in dieser Phase keine Praezedenzfaelle, durch Verhandlungen und ein etwaiges Abkommen mit Israel schaffen wollte. Andererseits jedoch sollten die Regierungen u. Völker der EWG-Staaten, Israels Befürchtungen in dieser Hinsicht Rechnung tragen. Es sei wohl berechtigt besorgt zu sein, doch Panik waere nicht am Platze, und es müsse angenommen werden, dass letzten Endes eine Loesung gefunden werden wird. Auch sei es angebracht unsere Haltung, unsere diplomatischen und anderen Kontakte mit der EWG einer neuen Revidierung zu unterziehen, und schliesslich sei die jetzige Lage geeignet den Ernst der wirtschaftlichen Lage der Oeffentlichkeit in Israel klar zu machen. Lamerchaw weist darauf hin, dass die Führer der EWG erklaert haetten, ihre Organisation verfolge nicht den Zweck andere Staaten zu schaedigen, und sie sei bereit, mit anderen Staaten zusammenzuarbeiten. Die Führer der EWG fanden sogar Worte der Anerkennung für Israel und woUten uns helfen. Angesichts dieser Erklaerungen muss natürlich bei uns Enttaeuschung über die eingetretene Verzögerung herrschen. Besonders bedauerlich ist die Haltung einiger unserer Freunde, deren Handlungen in der Praxis von heute nicht immer ihren Zusagen von gestern entsprechen. Die übe rtriebenen Hoffnungen auf Angliederung an die EWG haben jetzt tiefen Pessimismus bei uns erzeugt, aber auch heute dürfen wir nicht von den Bemühungen ablassen, unseren Handel mit den EWG-Laendern zu staerken, und es besteht Aussicht, dass geduldige Aufklaerungsarbeit am Ende ihre Früchte tragen wird. Dawar: Die Aussichten auf ein Abkommen zwischen Israel und der Europaeischen Wirtschaftsgemeinschaft sind heute besser als sie jemals waren. Die monatelange Aufklaerungstaetigkeit hat in Europa klargemacht, dass israel durch die EWG, sollte der jüdische Staat abseits stehen müssen, in weit grösserem Masse geschaedigt wird, als alle anderen Laender die von diesem Problem berührt werden. Diese Erkenntnis hat sich bei der Tagung der sozialistischen Internationale gezeigt die sich mit diesem Problem im allgemeinen beschaeftigt hat. Das Fallen der Zollgrenzen innerhalb der EWG und die hohen Schutzzölle um die EWG herum würden unserem Export schweren Schaden zufügen. Daher ist die Reise des Finanzministers und seine Besprechungen mit den EWG. Führern in diesem Augenblick von allergrösster Bedeutung. Der EWG-Rat, der nun in Brüssel zusammentreten wird um über Israels Probleme ebenfalls zu beraten, ist die Behoerden, die zu entscheiden hat, ob Verhandlungen mV einem Lande über die Möglichkeit irgendeines Anschlusses dieses Staates au die EWG aufgenomgien werden sollen. Durch seine neue Wirtschaftspolitik hat Israel begonnen, die Grundlagen zu schaffen, die notwendig sind, um eine Möglichkeit des Anschlusses unseres Staates an die Europaeische Wirtschaftsge meinschaft zu schaffen.