Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 8 (Agosto, 1962)
- Date
- 1962-08-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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AGOSTO 1962 BOLETIN INFORMATIVO 9 HUNDERT JAHRE "CONGREGACION ISRAELITA DE LA REPUBLICA", IN BUENOS AIRES In diesem Jahre feiert die Congregación Israelita (Libertad) in Buenos Aires hundert Jahre ihres Bestehens.. Dies ist uns eine willkommene Gelegenheit, um dieser Gemeinde, mit der die unsere schon bei vielen Anlaessen in engster Verbindung stand, die herzlichsten Glueckwuensche zum Ausdruck zu bringen. Die Congregación ist nicht nur die Muttergemeinde des Judentums auf diesem Kontinent, sondern hat sich insbesondere im letzten Jahrzehnt eine zentrale Stellung unter den Gemeinden S'uedamerikas erworben. 1862 fand sich in Buenos Aires das erste "Minjan" waehrend der Jomin Nctroim zusammen, aus dem die "Congregadión" geschaffen wurde. Ihre ersten Mitglieder waren franzoesische, elsaessische, belgische, italienische und englische Juden Aber sie ist heute keine auf landsmannschaftlicher Basis organisierte Gemeinde mehr, sondern eine suedamerikanische Gemeinde. Die ersten Jahrzehnte ihrer Entwicklung waren sehr schwer. Man besass keine Rabbiner, Lehrer oder Schochet. Man lebte sehr weit weg von den Zentren juedischen Lebens und erst 1910 wurde der juedische Friedhof errichtet. Nach der verstaerkten russischen Einwanderung der Jahre 1904 bis 1908 wurde das Gemeindeleben intensiver, um nach dem ersten Weltkrieg die heutigen Konturen anzunehmen. 1932 wurde der grosse "Tempel Libertad" (so genannt weil er in der Avenida Libertad steht) gebaut. Mit der Berufung des Rabbiners . Dr. Guillermo Schlesinger im Jahre 1937 erhielt die Congregación diejenige Persoenlichkeit, die ihr die entscheidenden Impulse ihrer Entwicklung gaben. Heute sind in ihr mehr als 2.000 Familien organisiert. Durch die Schaffung des "Machon", des Seminars fuer hoehere juedische Studien, wurde ein wesentlicher Beitrag zur Loesung des Lehrerproblems in Argentinien und anderen Laendem geleistet. Das Maedchen— Waisenhaus (ein Lieblingskind der unvergessenen Frau Erna Schlesinger, s. A.), die Ueberwachung vieler juedisoher Schulen und viele andere Initiativen zeigen die Gemeinde ihrer Aufgaben gewachsen. Durch die Berufung des Jugendrabbiners Marshall T. Meyer aus U. S. A. .hat die Congregación entscheidend zur Loesung der vielfachen Jugendprobleme beigetragen. Vor ihr ging auch die Initiative zur Gruendung des lateinamerikanischen Rabbinerseminars aus, das in diesen Tagen offiziell eroeffnet worden ist. Unsere Gemeinde ist mit der Congregación Israelita durch den Consejo Mundial de Sinagogas verbunden und teilt mit ihr den Wunsch, fuer die Zukunft des lateinamerikanischen Judentums wirksam taetig zu sein. Die in der Vergangenheit geleistete Arbeit und die fuer die Zukunft geplanten Initiativen haben ihr eine zentrale Stellung unter den Gemeinden des Kontinents erworben. Unser Wunsch ist, dass sich die Erwartungen und Hoffnungen der bewaehrten Leiter der Congregación und ihrer Mitglieder in vollstem Masse erfuellen moegen. Loewenstein TISCHA B’AW Der nationale und religioese Trauertag des 9. Aw erinnert an eine Reihe furchtbarer Katastrophen, die an diesem Tage ueber das juedische Volk hereingebrochen sind und unsaegliches Leid, Kummer und Schmerz hervorgerufen haben. Nach dem Fall des Ersten Tempels (586 vor der uabl. Zeitrechn.) ergoss sich die nationale Trauer in die Klagelieder des Propheten Jirmijahu, deren Worte auch fuer unsere Zeit haetten gedichtet sein koennen: “Darueber weine ich, mein (Auge fliesst in Traenen, weil fern mir ein Troester, (der meine Seele erquickte; meine Soehne sind (verstoert, denn der Feind hat gesiegt”. (Klagelieder 1,16) Wiederum war es ein 9. Aw (70 nach der uebl. Zeitrechn) als der Zweite Tempel zerstoert wurde, als Zion und Jeruschalajim der roemischen Weltmacht zum Opfer fielen. Die nationale Groesse war dahingesuni" n, und Titus, der Eroberer, durfte ueber das ohmaechtige Judaeatriumphieren. Doch Splitter des Volkes setzten den Freiheitskampf fort, und abermals musste es einen Zusammenbruch geben; Am Unheilstage des 9. Aw, im Jahre 135, kapitulierte die Festung Betar, und der heldenhafte Bar Kochba-Aufstand war zuende. Mit grosser Grausamk e i t unterdrueckte fortan Kaiser Hadrian die Juden, um ihre religioese und nationale Widerstandskraft zu brechen. Hierzu bringt der Midrasch eine ergreifende Erzaehlung: Kaiser Hadrian setzte drei Posten ein und gab Befehl, dass, wer aus einer Gegend zu entfliehen vermoechte, vom naechsten Post e n gefangen genommen werde, und wem dort doch noch die Flucht gelaenge, der solle anderwaerts angehalten werden. Er sandte Herolde aus, die ausriefen: “Wo immer ein Jude sich versteckt halte, komme er hervor, der Kaiser will ihm etwas geben”. Man machte Jagd auf Juden. Wer klug genug war, kam nicht hervor; wer sich jedoch hervorwagte, wurde ins Tal Bet Rimmon gefuehrt. Und der Kaiser sagte zu seinen Generaelen: “Wenn ich dieses Stueck Semmel und diese Huehnerkeule aufgegessen habe, will ich von allen Gefangenen keinen mehr vorfinden”. Schon floss das Blut in Stroemen, da schrie Gott selbst auf und sprach: “Ueber diese hier weine Ich”. (Max Dienemann: “Midraschim der Klage und des Zuspruchs”.). Wer denkt nicht, indem er dies liest, an die Jahre des Schreckens zwischen 1933 und 1945? Das juedische Volk hat nichts von all dem vergessen, was in jener Epoche geschah, und es schliesst am Tischa b’aw die Opfer der Nazibarbarei in seinen nationalen Schmerz ein. Ein jeder juedische Mann, eine jede juedische Frau, ein jedes j u e d i s che Kind, die auf Grund der Tatsache ihres Judeseins von unseren Feinden ermordet wurden, sind Maertyrer geworden, im Kampfe gefallen fuer “Kidusch Haschern”, fuer die Heiligung des goettlichen Namens und die Ehre des juedischen Volkes. Jedes Opfer unter den sechs Millionen vernichteter Juden ist uns gleich heilig, lieb und teuer, voellig unabhaengig von der Lebensfuehrung des einzelnen, von seinen menschlichen Eigenschaften und der Erfuellung der juedischen Pflichten. Wir duerfen nicht zu Gericht sitzen ueber sie, sondern wir trauern ueber jedes juedische Menschenleben, das uns tragisch entrissen worden ist. Sie alle leben als “Heilige” fort im juedischen Nationalgedaechtnis. Der 9. Aw veranlasst uns Jahr um Jahr, der juedischen Geschichte zu gedenken, die eine Wende zum Guten erfuhr, als unter dem Schutze Gottes und dank Seiner Gnade der Staat Israel proklamiert wurde. Doch auch in gluecklicheren Tagen, die bereits kamen und kommen werden, wird das juedische Volk die ¡historische Mahnung des Tischa b’aw, des national en Unheilstages, nicht vergessen. Curt Wilk BLINDE KINDER IN ISRAEL bedürfen Eurer Freundschaft und Hilfe Uniersiueizt das Blindenheim in Jerusalem Asociación de los Amigos de los Ciegos Israelitas "TORMEI - OR" Portugal 810. Casilla 2487 Die Anforderungen sind ¿ross Die Verantwortun¿ waechst Kein bewusster Jude darf sich ausschliessen ZOEGERN SIE NICHT EINEN MOMENT LAENGER MAGBIT 5722