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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1962-07-01 · 7 (Julio 1962) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIV (1962)
Issue
7 (Julio 1962)
Date
1962-07-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Julio 1962 BOLETIN INFORMATIVO 7 Expedition ins unbekannte Israel ISRAELS PROBLEM NUMMER 1 Der Traum jedes Buergers: Das eigene Haus ■ < '1 L-J mm Es ist merkwuerdig, dass es in einem kleinen Land wie Israel noch so etwas wie “Terra Incögnita” gibt — Gegenden, die noch nicht vermessen sind, zu denen keine Strassen fuehren, deren Erde kein Pflug beruehrt, von denen noch keine Plaene existieren, um sie der Zivilisation zurueckzugewinnen. In anderen Worten: in Israel ist es moeglich, Neuland zu entdecken. Es war vor fuenf Jahren: Damals versammelte sich an einem Nachmittag eine Anzahl von Jeeps mit einem Geleitzug der Grenzpolizei bei Hartuv, suedwestlich von Jerusalem und die Tour ging los. Die erste Viertelstunde war alles noch wie eine gewoehnliche Spazie r f a h r t Felder ringsum, und Baeume, und hier und da ein Dorf. Dann aber verliessen wir die Chaussee und damit die Zivilisation. Das Land, in das wir vorstiessen, war wild, aber nicht wuest. Die Erde, noch gesaettigt mit den Wassern der Regen, war von einem Teppich von Gruen bedeckt, aus dem rote und weisse Fruehlingsblumen aufschossen. Der Ueberfluss an Gras, Unkraut und Buschwerk war ein sicheres Zeichen dafuer, dass unter den Steinen und Felsen genug guter Boden lag, um Ernten hervorzubringen, wenn man ihn richtig behandelt. Von Zeit zu Zeit hielten wir an, weil einer der Jeeps sich aus einer besonders schwierigen Lage langsam heraus manoevrieren muesste. Dann kletterten wir zu Fuss auf einen Huegel. Vor uns erstreckten sich die Hoehen und Taeler des Adullam. Es war in biblischer Zeit dicht bevoelkert; es wird zum ersten Mal als kanaitische Stadt erwaehnt und ist am besten als die Staette bekannt, in der sich David vor dem Zorne Sauls verbarg. Adullam war zum Entwicklungsgebiet bestimmt worden —von einer Flaeche von 10.000 ha waren 2.600 fuer inte n s i v e Landwirtschaft, Weinberge und Obstgaerten vorgesehen, 3.000 fuer Viehweide, 3.000 fuer Kiefernwaelder und der Rest fuer Johannisbrotbaeume, deren Fruechte als nahrhaftes Viehfutter dienen. Gegen den atemraubenden Hintergrund des menschenleeren Territoriums wurde uns mit Hilfe einer grossen Karte der Siedlungsplan erklaert. Heutzutage kann von einer Expidition ins unbekannte Israel keine Rede mehr sein, wenn man nach Adullam will. Man braucht keinen Geleitzug der Grenzpolizei, man faehrt auf herrlich asphaltierten Strassen, und was vor fuenf Jahren von Schmugglern heimgesuchtes Grenzland war, ist jetzt einer der beliebtesten Picnic Ziele der Jerusalemer, etwa eine halbe Autostunde von der Hauptstadt entfernt. Von Herbert Freeden Die Gegend ist nicht wieder zu erkennen. Anstelle des wilden Gestruepps und Steingeroells, gibt es Felder schwerer dunkler Erde oder gruen mit Korn. Auf den Huegeln stehen Doerfer, sechs an der Zahl; am Fusse des einen, “Givath Jeshajahu’’ genannt, befindet sich eine Baumschule mit ueber einer Million kleinen Setz lingen, je 16 in einer Blechdose, die dort in riesigen Reihen aufgestellt, in der Sonne glitzern. Aus diesen kleinen Setzlingen, die nicht mehr als 10 cm. hoch sind, -werden in den naechsten Jahren die Waelder von Adullam erstehen. Die sechs Doerfer des Entwicklungsgebietes haben es nicht immer leicht gehabt, sie stehen nahe der jordanischen Grenze und manche ihrer Siedler, die als neue Einwanderer ins Land kamen, fuehlten sich isoliert und wollten das harte Leben der Arbeit am Tage und die naechtlichen Wachen mit der leichten Existenz in der Stadt tauschen. So gibt es Siedlungen, in denen die Einwohner bereits mehrfach gewechselt haben. Die wirtschaftliche Situation wuerde sich grundlegen aendern, gaebe es mehr Wasser. In einem Dorf, “Roglit”, koennen die Siedler- Einwanderer aus Rumaenien, Irak, Kurdistan und Tunis — nur Tabak — und Johannisbrotbaeume anpflanzen. Was der Boden noch nicht tragen kann, soll durch Schafzucht gutgemacht werden, aber alle warten auf den Tag, an dem es genuegend Wasser geben wird, um Weizen, Gerste und Obst anzubauen. Die Menschen sind guten Mutes, denn auf einem der gegenüberliegenden Huegel ist ein tiefes Bohrloch gegraben worden, und die Geologen sind sicher, dort Wasser zu finden. Das Tal, an das das Huegelland von Adullam grenzt, ist das Tal von Ela, die Staette, da David Goliath toetete. Eine grosse Tafel erinnert an den Kampf zwischen den Philistern und Israeliten. “Und der Philister sprach zu David: ...Komm her zu mir, ich will Dein Fleisch geben den Voegeln unter dem Himmel und den Tieren auf dem Felde.” “David aber sprach zu dem Philister: Du kömmst zu mir mit Schwert, Speer und Schild; ich aber komme zu Dir im Namen des Herrn, des Gottes des Heeres Israel, das Du gehoehnt hast.” Auch in juengster Zeit ist dieses Tal zur Kampfstaette geworden. Im Januar 1948, zur Zeit des israelischen Un'abhaengigkeits Krieges, wurden hier 35 junge israelische Soldaten, in der Mehrzahl Studenten, die dem belagerten Kibbutz Etzion Hilfe leisten wollten, von ueber 1.000 Arabern ueberfallen: sie kaempften bis zur letzten Kugel und zum letzten Mann. Der Kibbutz “Netiv Lamed Heh”, was “Der Weg der 35” heisst, haelt ihr Andenken wach. Voriges Jahr* zwang die plötzlich zunehmende Einwanderung nach Israel den Finanzminister, mitten im Budgetjahr einen erheblichen Nachtragskredit zu verlangen. Die Bürger Israels mussten eine Pflichtanleihe zur Finanzierung des Wohnungsbaus für Einwanderer auf sich nehmen, und auch in diesem Jahr müssen sie monatlich einen Zuschlag zur Einkommenssteuer z a h len, der fast ausschliesslich dem Wohnungsbau zufliessen soll. Der Wohnungsbau ist das Problem Nr. 1 in Israel. Deshalb wurde im vorigen Jahre die Wohnbau-Abteilung des A r b e i tsministeriums selbstaendig gemacht und zu einem besonderen Ministerium ausgestaltet. An der Spitze dieses Ministeriums stehen der Minister Dr. Georg Josephtal und sein Direktor David Tanne, die beide aus der zionistischen Jugendbewegung aus Deutschland stammen. Sie sind davon überzeugt, dass die öffentliche Hand die Hauptrolle beim Wohnungsbau für die Einwanderer, die ja zumeist mittellos nach Israel kommen, spielen muss. Als die Einwanderungswelle wieder anschwoll, entwarf der Direktor des Vjohnbauministeriums, Da Tanne, ein Programm für den Bau von 50.000 Wohnungen für Einwanderer. Dieses Programm soll innerhalb einiger Jahre durchgeführt werden. Im letzten Jahre wurde praktisch der Bau von 20.000 Einwanderer-Wohnungen in Angriff genommen, für dieses Jahr sind 14.000 neue Wohnungen vorgesehen. Sie werden den Einwanderern auf langfristige Abzahlung abgegeben. Die öffentliche Hand ist auch auf andere Weise aktiv. So bemueht sie sich um den Bau von Wohnungen für Einwohner von Elendsvierteln, um diese nach und nach liquidieren zu können. Das Ministerium unterstützt den Bau von Wohnungen in Arbeitersiedlungen und für junge Ehepaare, Schlieslich ist dem Ministerium eine Bauspar-Organisation angeschlos sen, und in diesem Jahre sollen zum Beispiel 5.700 Wohnungen im Rahmen des Bausparplanes fertig gestellt werden. Insgesamt sieht David Tanne für 1962/63 folgendes Ziel vor Augen: Bau von 28.500 Wohnungen (einschliesslich der 14.000 Einwanderer-Wohnungen) durch die öffentliche Hand, sowie von etwa 12.000 Wohnungen durch private Bauunternehmer. Baugrund in Israel ist knapp, insbesondere in den grossen Staedten, und so sind die Bodenpreise sehr gestiegen. Die Regierung möchte eine Auflockerung der Bevölkerung erreichen. Von den Wohnungen der öffentlichen Hand werden über 60 Prozent in den Grenzbezirken im Norden und im Süden sowie in Jerusalem gebaut. Aber die Einwanderer streben nach Tel Aviv und in die Küsten-; ebene, wo sie mehr wirtschaftliche Möglichkeiten sehen und wo viele ihrer Verwandten schon niedergelassen sind. Der Staat muss diesem Drang in gewissem Umfange Rechnung tragen, und er laesst daher einen Teil der Wohnungen in diesen Bezirken bauen. Die privaten Bauunternehmer bauen zum grössten Teil in den Staedten und am Rande der Staed-! te. In Israel hat sich das j System der Eigentumswohnungen eingebürgert, d i e heute bereits 80 Prozent aller Wohnungen ausmachen. Aber a u ch Eigentumswohnungen in Tel Aviv und Haifa, um die wichtigsten Zentren zu nennen, sind sehr teuer. Die Regierung sucht daher eine Verbilligung herbeizuführen. Das Wohnbauministerium hat sich bis jetzt von den Gesellschaften, die in seinem Aufträge Bauten durchführten, Kredite ausbedungen, was zu einer Verte u e r ung der Baukosten führte. Die Rückzahlungen sollen jetzt forciert werden, um zu einer Senkung der Kosten beizutragen. Ausserdem wurde eine Kommission eingesetzt, die neue Baumethoden ausarbeiten und so den Weg zur Verbilligung weisen soll. Man denkt insbesondere an die Verwendung vorfabrizierter Teile. Das Finanzministerium und die staatliche Bodenve rwaltung wollen schliesslich grössere Flaechen in der Küstenebene, die Staatseigentum sind, verkaufen, um so auf die Bodenpreise zu drücken. Nach allgemeiner Auf fas. sung sind diese Massnahmen jedoch nicht ausreichend, um des Wohnungsproblems Herr zu werden. Zunaechst muss darauf hingewiesen werden, dass alle Bauunternehmer sich einem steigenden Mangel an Arbeitern gegenübersehen. Im 1 e t zten Jahre waren 65.000 Arbeiter im Baugewerbe beschaeftigt, für dieses Jahr werden mindestens weitere 10.000 bis 15.000 gebraucht. Staat und Gewerkschaften bemühen sich, B a uarbeiter durch F a c h k urse heranzubilden, aber Kursabsolventen sind noch lange keine Facharbeiter. An gut geschulten Bauarbeitern besteht weiter drükkender Mangel, und dieser drückt sich in der Zahlung von Superlöhnen aus, die natürlich wiederum die Baukosten in die Höhe treiben. Alle in Frage kommenden Stellen bemühen sich jetzt, Jugendliche und Einwanderer in die Bauwirtschaft zu schicken, um des dort herrschenden Arbeitermangels Herr zu werden. Da die Bauflaeche begrenzt ist, reichen auch die cr. waehnten Verkaeufe des Staates nicht aus. Ein Sachverstaendiger der UNO, der als Berater herangezogen wurde, empfahl dringend, die bisherige Bauweise in Form von Gartenvierteln aufzugeben. Nach seiner Meinung muss der Baugrund viel in. tensiver als bisher ausgenutzt werden, und er will durch Gartenflaechen für ganze Blöcke die notwendige Luft und Erholungsmöglichkeiten für die Bewohner sichern. Sparsamere Ausnutzung des Baugrundes soll auch durch den Bau von Hochhaeuscm erreicht werden, und neben Bürohaeusern liess das Wohn bauministerium im Tel Aviv e r Einwandererviertel Ramat Avid einige Wohnhochhaeuser bauen. Die Erfahrungen mit diesen Hauesern sind günstig. Offensichtlich bahnt sich eine ganze Revolution im Wohnungsbau an. Der Tel Aviver Randort Giwatajim will ein ganzes Viertel von Hochhaeusern bauen lassen, und dieses Beispiel wird Schule machen. Das Staatsbudget Israels für 1962/63 macht rund 800 Millionen Dollar aus. Für Wohnungsbau in allen Formen sollen über 130 Millionen Dollar ausgegeben werden. Diese Zahl macht klar, welche Rolle dem Wohnungsbau in Israel als Aufbauland auch weiterhin zukommt. Die überall in die Höhe schiessenden neuen Viertel sprechen eine noch deutlichere Sprache. “Arbeiter Zeitung”, Schaffhausen FIAMBRERIA EDITA Irarrazaval 324 Fon© 44917 Taeglich frisch, grosse Auswahl, beste Qualitaet in Wurst, Fleischwaren, etc. Geflügel aller Art. — Hausgemachte Salate Galletas und Markenschokolade Telefonische Auftraege werden in jede Gegend prompt geliefert. Der Beginn ist gemacht. Taeglich werden neue Siedlunger bezugsfertig. * mm \

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