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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1962-06-01 · 6 (Junio, 1962) · p. Seite 14

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIV (1962)
Issue
6 (Junio, 1962)
Date
1962-06-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 BOLETIN INFORMATIVO Jumo 1962 UM PREISSTEIGERUNGEN UND LOHNERHOEHUNG Die Aspekte des Kampfes g e g en Inflationsneigungen und die Fragen der Lohnpolitik werden in erster Linie von der Presse in ihren Leitartikeln behandelt. Dawar wendet sich heftig gegen Kritik und Besserwisserei und schreibt die Bevoelkerung und die meisten Zeitungen haetten es mit dem Kritisieren sehr leicht. Die Kreise, die nicht an der Staatsverantwortung teilnehmen, fallen heute ueber die “herrschende Partei’’ her, und sprechen von inneren Krisen und Auseinandersetzungen zwischen Ministern. Es ist sehr leicht, so die Situation derjenigen zu s_ehen, die sich grosse Muehe geben einen Ausweg aus der schwierigen Situation zu finden und allen Gerechtigkeit (werden zu lassen. Es gibt Komplikationen, und die Zahlung der Teuerungszulage muss durch Zwangssparen “ergaenzt” wer den. Wir sind dafuer, Profite zu vermeiden, aber andererseits muessen wir auf die Wuensche und Interessen auslaendischer Investor e n Ruecksicht nehmen, die wir doch heranziehen wollen. Dawar ist ueberzeugt, dass die Arbeiterschaft in Israel mehr Opferbereitschaft und Pioniergeist als andere Schichten zeigt und die Arbeiter sollten mit Vertrauen die Bemuehungen der Regierung um Stabilisierung unterstützen. Lamerchaw fordert, dass zum Zwangssparen vor allem die Kreise herangezogen werden, deren Verbrauch ein gewisses Minimum überschreitet. Wer ein solches Programm vorbereitet, kann nicht uebersehen, dass viele Lohnempfaenger die Pflicht des Sparens schon durch ihre Zahlungen an die Betriebskassen erfuellen. Das Programm muss progressiv sein, und sich an Stufen der Einkommensteuer anlehnen, im übrigen kommt der Staat mit dem Problem der Ausgleichszahlungen spielte das der Loehne eine wesentliche Rolle und ihm widmeten die Minister Eschkol und Sapir in ihren Besprechungen mit den Industriellen ihre besondere Aufmerksamkeit. Jetzt hoeren wir, dass die Industriellen bereit sind, auf Preiserhoehungen zu verzichten, wenn die Histadruth einer Einfrierung der Loehne fuer vier Jahre zustimmt. Die Histadruth hatte eine Kommission zur Erforschung der wirtschaftlichen Vorgaenge eingesetzt, und in der Histadruth hat man sich anscheinend zum Vorschlag durchgerungen, dass im Juli die volle Teuerungszulage gezahlt werden muss. Wenn dieser Beschluss auch im Gegensatz zur Forderung auf sofortige Zahlung der Teuerungszulage steht, so ist er weit von der Forderung der Einfrierung der Loehne fuer die Dauer von vier Jahren entfernt. Jeder, der an Gesundung der Wirtschaft interessiert ist, wird die Bemühungen der Minister Eschkol und Sapir um Lohnstabilisierung mit Sympathie verfolgen. Aber die Frage bleibt offen, ob diese Regierung imstande ist, die Wirtschaft aus der Situation herauszuholen, in die sie in den letzten Jahren geraten ist. Al Hamischmar w e n d et sich gegen den Plan des Finanz- sowie des Handels- und Industrieministers Aenderungen ¡hinsichtlich der Teuerungszulage einzuführen. Dieses Thema untersteht der alleinigen Kompetenz der Führung der Histadruth aber die Minister haben sich über sie hinweggesetzt. Dieser Plan; der angeblich dazu bestimmt ist, der Teuerung Einhalt zu gebieten, dient in Wirklichkeit, der Durchführung der wichtigsten Phase der Abwertung und sein Ziel ist die Senkung des Lebensstandards der Arbeitnehmer. Die Lebensmittel und Dienstleistungen sollen verteuert werden, waehrend gleichzeitig den . Arbeitnehmern eine wirkliche Entschae digung füur die Teuerung versagt bleiben soll. Die Regierung muss mit einer gerechten Verteilung der Lasten bei sich selbst beginnen. Ohne eine Einschraenkung des oeffentlichen Verbrauchs, d. h. der Staatsbudgets, welche die Haelfte des Nationaleinkommens auffressen und ohne Rationalisierungsmassnahmen im Apparat ihrer Dienste, wird sie die Stabilisierung der Wirtschaft nicht foerdern. Jerusalem Post: Schon da Levi Eschkol seine Absicht die Teuerungszulage im Juli teilweise zu “sterilisieren”, noch nicht klar genug formuliert hat, kann die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden, dass es dazu schliess lieh kommen wird. Bisher ist der Wiederhall des Planes aber alles andere als ermutigend; denn nicht nur die Linksparteien lehnen ihn entrüstet ab, sondern Kritiker finden sich auch unter den Gewerkschaftsmitgliedern des Cheruth und der Liberalen Partei. Und in der Mapei selber sind die Meinungen geteilt, schon weil die Regierung davon abgesehen hatte, sich zunaechst des Einverstaendnisses der Histadruth zu versichern. Im übrigen haben auch die Industriellen ihre Annahme des Vorschlags grundsaetzlich zwar erkennen lassen, daran aber eine ganze Reihe von Voraussetzungen geknüpft, die d. Gewerkschafts führern nicht akzeptabel sein werden. Das Aeusserste, was zu erwarten ist, dürfte also ein höchst knapper Sieg der Regierung sein, und damit erhebt sich die Frage, ob das Ergebnis den Müheaufwand lohnen wird. AN DER AUSSENPOLITISCHEN FRONT Haarez würdigt die Anwesenheit des Praesidenten eines afrikanischen Staates, Leon M’ba aus Gabon, bei der Feier des Jom Haazma’uth, wo er neben unserem Staatspraesidenten die Militaerparade abnahm, als Symptom der Freundschaft, die sich zwischen uns und jungen afrikanischen Staaten anbahnt und staendig weiter festigt. * In einigen Wochen wird einer der bedeutendsten Führer der afrikanischen Freiheitsbewegung, der Staatspraesident der Elfenbeinkueste Houphouet - Boigny nach ihm der Praesident der Zentralafrikanischen Republik, Dawid Dacour, und der Praesident von Liberia, William Tubman zu Staatsbesuchen herkommen. Wir haben nie verheimlicht, dass die Entwicklungshilfe, die Israel den neuen Staaten durch seine Fachleute gibt, nicht reinaltruistisch sein kann, sondern dass wir als Gegenleistung auf die Freundschaft der betreffenden Staaten und auf ihr Verstaendnis für unsere Probleme' hoffen, und es freut uns stets, wenn sich diese Hoffnung als begründet erweist. Al Hamischmar: Wir stehen nicht allein in der Welt da. Wir erwerben uns die Freundschaft erwachender Völker, deren Vertreter zu uns kommen, um unser Werk zu sehen und aus unseren Erfahrungen zu lernen Wir können aber nicht die besorgniserregenden Erscheinungen an der internationalen Front übersehen. Unsere Feinde hören nicht auf Raenke gegen unsere Existenz zu schmieden, und die Grossmaechte, die das Schick sal der Welt entscheiden, gebieten ihnen keinen Einhalt Noch mehr: wir sind nicht vor Versuchen ihrerseits sicher, die Gunst der Araber auf Kosten Israels zu gewinnen. Wie früher brauchen wir die Sympathie der Völker und Staaten. Wie bisher bedürfen wir der aktiven Hilfe unseres Volkes, das unser treuster Bundesgenosse ist. Nicht nur Hilfe von ferne verlangen wir von unserem Volke in der Diaspora. Wir müssen unsere Brüder daran erinnern, dass die Heimat ihre Tore geöffnet hat und darauf wartet, dass sie zu uns kommen, um an unserem Werk teilzunehmen. Den jüdischen Gemeinschaften in der Welt, die in Gefahr sind müssen wir in Erinnerung bringen, dass die Einwanderung nach Israel für sie die Rettung aus Lebensgefanr bedeutet. Jesusalem Post weist darauf hin, dass die Tendenzen der Kooperation oder gar eines Zusammenschlusses zwischen den Maghreb- Staaten nicht nur keinen Erfolg gezeitigt sondern in der letzten Zeit sogar Rückschlaege erlitten haben. Zwischen Algerien, Tunesien und Marokko und ihren Politikern tauchen immer mehr Meinungsverschiedenhc i t e n auf. Dazu kommt, dass der sich ausdehnende und intensivierende Gemeinsame Europa-Markt die Wirtschaft liehe Zukunft der nordafrikanischen Staaten ernstlich gefaehrdet. Dawar begrüsst, dass sich die Einstellung des Vatikan seit Johannes XXIII. Papst wurde sowohl der Judenheit wie dem Judentum gegenüber gebessert hat. Vielleicht ist das nur ein Teil der generellen Liberalisierung der Einstellung des Katholizismus zur übrigen Welt, wie sie sich sowohl gegenüber dem .politischen Leben in Italien als auch gegenüber den anderen christlichen Bekenntnissen abgezeichnet hat. Die freundlichere Einstellung des Vatikan gegenüber der Umwelt, die wohl dem Papst zu verdanken ist, wird auch in Israel positiv auf genommen, wo auf weitere Schritte in dieser Linie gehofft wird. ZUR NAHOST-POLITIK DER USA dem Zwangs^par-Plan noch nicht seiner Pflicht nach, ein umfassendes antiinflationistisches Programm auszuarbeiten, dass die wichtigsten Faktoren berücksichtigt, die die Kapitalbewegung und die Preise beeinflussen. Bedauerlicherweise erfolgten in dieser Frage schon übereilte Veroeffentlichungen seiten des Finanz- und des Handelsministeriums. Die Achduth Awodah weiss genau warum sie vorsichtige Ueberlegung und Vorbereitung eines genau durchdachten Planes fordert. Haboker weist darauf hin, dass der Tag der Abwertung der richtige Moment für die Erreichung der Preisstabilisierung gewesen waere. Durch entsprechende Herabsetzung der Zoelle und der Abgaben haette man Verteuerung verhindern u. endgültige Stabilisierung der Preise erreichen koennen. Aber das grosse Bud get des Staates und die Notwendigkeit, die Staatsa,usgaben zu decken, machten dies unmoeglich. Infolgedessen stiegen sofort die Preise für Importwaren an, und ihnen folgten gemaess der bekannten Dynamik, inflationistischer Prozesse auch die Preise für andere Waren. Neben “Dawar” stellt fest, dass, wenigstens potentiell, die USA den groessten Einfluss auf die politischen Entwicklungen im Mittleren Osten haben, soweit er von aussen her bestimmt wird. Das betrifft sowohl den direkten Kontakt zwischen den USA und Staaten unserer Weltregion wie auch das Gewicht der USA in der UNO. Daher sind die Anzeichen amerikanischer Annaehrungsbemuehungen an die arabischen Staaten unter Ignorierung unserer Interessen für Israel umso besorgniserregender. Dies bildet wohl den Hintergrund der Beratung, zur der israelische Botschafter und Mitglieder unserer UNO-Delegation nach Washington einberufen sind. Diese Beratung steht auch im Zeichen des anti-israelischen B eschlusses des Sicherheitsrates der UNO in Sachen Nukejb, Vorher bereits hatten die USA abgelehnt, den Appell einiger Staaten für direkte israelisch — arabische Verhandlungen mit zu unterschreiben. Durch diese Einstellung haben die USA die Hartnaeckig keit der arabischen Politiker im Kampf gegen Israel nur versteift, ohne dadurch ihre eigenen, amerikanischen Interessen wirklich zu foerdern. denn eine Annaeherung zwischen Washington und den arabischen Staaten wurde dadurch nicht erreicht. Lamerchaw erklaert, es sei angebracht gewesen, wie es jetzt auch geschieht, in Jerusalem Besprechungen über die Gestaltung der Beziehungen zwischen den USA und Israel vorzunehmen, angesichts der bedeutenden Aenderungen in der amerikanischen Aussenpolitik und besonders angesichts der etwal; besorgniserregenden, Aenderungen der Haltung Washington in Nahost-Fragen. Die negativen Tendenzen der amerikanischen Politik gegenüber unserem Gebiet zielen zum Grossteil darauf hin, eine Annaeherung zwischen den USA und Aegypten zu ermoeglichen, aber auf jeden Fall führt diese Politik zu klaren Nachteilen Israels. Israel hat nie etwas dagegen gehabt, wenn ein freundschaftliches Land auch gute Beziehungen mit den arabischen Staaten anstrebt und sogar diesen eine wirtschaftliche Hilfe zukommen laesst. Es stimmt jedoch bedenklich wenn eine Annaeherung der USA an Aegypten direkt auf Kosten der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Israel geht. Die amerikanische Nahost-Politik, in ihrem Bestreben, gute Beziehungen mit den arabischen nationalistischen Elementen zu unterhalten, hat sich mehr als einmal als ¡Fehlgriff erwiesen. Nichts dürfe unterlassen werden unv die amerikanischen Politiker auf die Gefahren einer solchen Linie aufmerksam zu machen. Die iieuhdschaffliehen Beziehungen. zu den USA sind einer der Grundsteine der israelischen Aussenpolitik und die Besprechungen in Jerusalem müsen 'unter dem Zeichen der Wachsamkeit, der Besorgnis und der Bereitschaft stehen, alles zu tun, um die Beziehungen mit den USA auszubauen. Jerusalem Post stellt fest dass die Lage in Syrien, mehrere Wochen nach dem letzten Putsch in Syrien, weiterhin unklar bleibt. Die zivile Leitung des Landes kann nicht unabhaengig taetig werden. Und die Armee hat sich als unfaehig erwiesen die Leitung des Staates vollkommen zu übernehmen. Offensichtlich war sich die Armee auch bewusst, dass sie nicht faehig war, wie die Armee in Aegypten oder Irak gaenzlich die Macht zu übernehmen und zu behalten. Selbst innerhalb der syrischen Armee gibt es mehrere Gruppen, deren Orientierung vollkommen verschieden ist was natürlich eine einheitliche Aktion der Streitkraefte erschwert Weiterhin sei der syrische Offizier nicht für Verwaltungsaufgaben vorbereitet, und sieht in solchen eine unangenehme Taetikeit, die er lieber den Zivilisten überlaesst. Auf jeden Fall ist Syrien heute noch von einer Normalisierung der Lage und der Stabilisierung des Regimes weit entfernt. Es ist praktisch unmoeglich, vorauszusagen welche Entwicklungen der syrischen Politik in der Zukunft noch eintreten können.

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