Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 5 (Mayo, 1962)
- Date
- 1962-05-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Mayo 1962 BOLETIN INFORMATIVO 13 A 1! i ¡ f i! i 1 I ) ) j i! I ( i EINE LEHRE FUER ALLE BETEILIGTEN Der Monat Maerz brachte ein Wiederaufflackern der Kaempfe an einer der Grenzen Israels. Syrische Einheiten beschossen die Boote israelischer Fischer, wobei sie Verwundungen und Sachschaden verursachten, sowie die Fortfuehrung des Fischfangs auf dem Kinereth-See ueberhaupt in Frage stellten. Die israelische Regierung unternahm daraufhin die entsprechenden Demarchen vor den zustaendigen UN- Instanzen: zuerst die Schlich tungskommission mit Sitz in Jerusalem und sodann der Sicherheitsrat. 'Es wurde sehr bald klar, dass keine dieser Behoerden faehig oder auch nur willens war, der syrischen Aggression Einhalt zu gebieten. In der Nacht ¡zum 17. Maerz griff Ben Gurion zur Waffe der Selbstverteidigung. Die israelische Verteidigungsarmee zerstoerte die Positionen der Angreifer. Nun war es Syrien, das sich beschwcrdefuehrend an DER JORDAN 1 In erster Linie duerfte es einmal interessant sein, sich zu fragen, was die Syrer eigentlich dazu bewegen konnte, den durch die letzte israelische Vergeltungsaktion herbeigefuehrten sechsjaehrigen Waffenstillstand durch neue Angriffe zu unterbrechen. Auf" der Suche nach einer Antwort ergeben sich unschwer sogleich mehrere Beweggründe. Einer beruht auf einem politischen Minderwertigkeitskomplex. Derselbe gehoert zum strategischen Arsenal Nassers, der ihn erfunden hat .erhaelt, pflegt und schuert. Ihm zufolge ist der Diktator von Aegypten der einzig konsequente Feind Israels und damit der bedeutendste Vorkaenvpfer des arabischen Nationalismus. Es vergeht kein Monat, in dem Radio Kairo nicht einen Koe ■ nig, Scheich oder Presidenten der arabischen Welt bezichtigt, friedliche Absichten Israel gegenueber zu hegen und damit die arabische Sache zu verraten. Und es gibt keinen unter diesen als friedlich verdaechtigten wakkeren Maennern, der nicht schon versucht haette, durch Wort oder Tat das martialische Gegenteil unter Beweis zu stellen. Sei es Saud, der zwischen Orgie und Bankrott die Müsse fand zu schwoeren, zur Zerstoerung Israels einige Millionen Araber freudig in den Tod zu schicken, sgi es Hussein, der seine Wuestenfuechse auf der Strasse von Tel Aviv nach Haifa streunen liess, bis Ben Gurion im Jahre 1956 die jordanische Festung Kalkilia ebenso gruendlich den Sicherheitsrat wandte Nachdem dieser einen Bericht des schwedischen Generals Karl von Horn, Vorsitzender der Schlichtungskommission, eingeholt hatte, der einseitiger, die Tatsachen entstellender Weise, den syrischen Standpunkt beguenstigte, wurden mit zehn gegen null Stimmen, bei Stimmenthaltung Frankreichs, eine anglo-amerikanische Resolution angenommen. Dieselbe beinhaltet im Wesentlichen eine Ruege Israels ob seiner naechtlichen Aktion gegen das Dorf Nukeib und erinnert sogar daran, dass dieser Typ von militaerischen Massnahmen bereits im Jahre 1956 vom Sicherheitsrat verurteilt worden war. Eine im Verlauf der Debatte eingebrachte sowjetrussische Resolution, bei der Israel noch viel schlechter weggekommen waere, war von ihren Autoren zurueckgezogen worden, um die ruhmvolle Einstimmigkeit und das eindrucksvolle 10 :C Ergebnis zuwege zu bringen, ND DER LAUCA ausheben liessi wie diesmal die syrische von Nukeib. Wie stark muss1 da also erst das nationale Unterbewusstsein der syrisc h e n Machthaber belastet sein, wenn man beuenkt, dass sie vor nur wenigen Monaten die VAR Nassers als Abtruennigj verliessen? Und was k o e n n t e geeigneter scheinen, um sich selbst und den Andern heilige Kriegsgelueste vorzuexerzieren, als eine Angriffskampagne auf israelisches Gebiet? Sodann darf man nicht vergessen, dass zur gleichen Zeit, da die Granaten von Nukeib auf dem Kinereth— See platzten, Damaskus von zwei aufeinanderfolgenden Staatsstreichen der Offziere erschuettert wurde. Die putschenden Militaercli quen schielten also nicht nur mit einem Auge nach Kairo, als sie die Grenzzwischenfaelle inszenierten, sondern mindestens ebenso stark mit dem anderen nach ihren inneren Feinden von links und rechts. Es ist nicht das erste Mal. dass in juengster Zeit die Versuchung auftaucht, Parallelen zwischen Geschehnissen in Israel und Chile zu ziehen. Sie war jedoch selten so verfu ehrerisch wie diesmal, hat doch auch Bolivien aus der aussenpolitischen Fliege des Lauca einen innenpolitischen Elefanten gemacht. Natuerbch faengt die Aehnlichkeit der Situationen damit erst an; die Aufbauschung internationaler Konflikte zum Zwecke der Ablenkung von inneren Schwierigkeiten, zur Durchsetzung von Ausnahmegesetzen und anderen Mannoevern gehoert schliesslich zum politischen ABC. Eine weitgehende Parallele ergibt sich aber zwischen den beiden Konflikten, soweit sie sich auf das Recht, der Nutzung des Wasser beziehen. Chile hat im April Schleusen in Betrieb gesetzt, die einen Teil der Gewaesser des Lauca Berieselungszwek. ken zufuehren. Israel arbeitet am Jordan—Bewaesserungsprojekt, welches das Land binnen einiger Jahren instand setzen soll, weitere Wuestentriche urbar zu machen und neue Einwanderer anzusiedem. Beide Vorhaben sind konstruktiv, zivilisatorisch, der Erschliessung, des Wohlstand und dem Fortschritt zugewandt. In beiden Faellen sind die Einwaende juristisch u nhaltbar, ja, unmoralisch, zielen sie doch dahin, dem Nachbarn Fruechte vorzuenthalten, die zu gemessen man selbst nicht imstande ist. Wie ein chilenischer Professor, Fachmann fuer Hydraulik, es nach einem Besuch im Mittelost einmal sagte, lange bevor das Problem des Lauca auf der Tagesordnung war: “Bei der Verteilung des Jordanwassers soll man nicht vergessen, dass die einen damit das Antlitz der Erde veraendern, waehrend die anderen noch nicht gelernt haben, sich damit zu waschen”. Schliesslich ist noch bemerkenswert, dass man sich im Grunde genommen, in Damaskus ebenso klar darueber ist wie in La Paz: man kann mit den Gewaessern, die man den Nachbarn nicht goennt, garnichts anfangen und man will es auch nicht. So liess der bolivianische Botschafter in Quito bereits vor der Zeit die Katze des territorialen Zugangs zum Meer aus dem Sack des Lauca- Konflikts springen und was die Araber anbetrifft, so haben sie beileibe noch keinen Hehl daraus gemacht, dass die Ziele ihrer antiisraelischen Agitation ueber das Flussbett des Jordan hinaus gesteckt sind. In letzter Instanz heissen dieselben immer wieder: ’ “Israel zerstoeren”; im engeren Rahmen der Jordan-Angelegenheit nutzt Syrien dieselbe dazu aus, Israels Hoheitsrechte ueber den Kinereth in Frage zu stellen. So haben sie schon mehrfach an die UN die Forderung auf Einstellung der Arbeiten am Bewaesserungsprojekt unter dem Vorwand herangetragen, der Kinereth liege in der demilitarisierten Zone und die Arbeiten stellen eine militaerische Aktion dar. Beides ist falsch: . den Waffenstillstandsvertraeg e n zufolge gehoert der Kinereth nicht zur demilitarisierten Zone und die Nutzbarmachung einer Naturkraft stellt in Israel ebenso wenig eine militaerische Aktion dar wie die Bewaesserung des Tals von Azapa eine “Aggression auf die territoriale Integritaet Boliviens “darstellt und eine Grundlage zur Anberufung des gegenseitigen Beistandspaktes von Rio de Janeiro abgeben sollte. Die sich staendig wiederholenden Aktionen und Demarchen scheinen aber der arabischen Thesis zumindest insofern dienen zu sollen, als sie nach und nach den gaenz lieh irrtuemiiehen E i ndruck schaffen, der Kinereth-See gehoere nicht klar, unzweideutig, unantastbar und in seiner Gaenze zu israelischem Hoheitsgebiet. Im Gegensatz zum Toten Meer naemlich, durch dessen Mitte tatsaechlich die Grenze zwischen Israel und Jordanien laeuft, liegt der Kinereth innerhalb der Staatsgrenzen. An seinem Ostufer liegt sogar noch ein Kibbuz, Ein Gew, der Wallfahrtsort alljaehrlicher Musikfestspiele, und selbst an der schmälsten Stelle am nordoestlichen Ufer gehoert noch ein Streifen von 10 Metern fuer alle juristischen, symbolischen und praktischen Belange zu Israel. NICHT DER ANGREIFER... Nun, wie dem auch sei, der Sicherheitsrat hatte sich mit dem eingangs beschriebenen, konkreten Tatbestand der syrischen Agression sowie mit der israelischen Verteidigungsaktion zu befassen. Mit der idyllischen Einmuetigkeit, die in •Fragen internationaler Politik seit Jahr und Tag nur durch das Liebeswerben um die Gunst der arabischen Potentaten zustande kommt, wurde erstere uebersehen .—General von Horn bedauert, nicht feststellen zu koennen, wer die ersten Schuesse abgefeuert hat: wozu ist er dann aber ueberhaupt dort, und wer hat die zweiten abgefeuert und wer die dritten und die hunderts ten?— und letztere streng verurteilt. Der beruehmte Grundsatz, dass nicht der Moerder, sondern der Ermordete die " Schuld habe, fand wieder einmal Anwendung: nicht der Angreifer, sondern der Angegriffene. Russen und Aegypter konnten sicher fuer die Ruege Israels stimmen, ohne in Gewissenskonflikte zu geraten. Gewissen haben sie naemlich nicht, Konflikte scheuen sie nicht und Verdrehung der Tatsachen hat fuer sie die Kategorie einer Wissenschaft. Dass aber ein Adlai Stevenson -bei all seiner altbekannten pro—arabischen E instellung— gegen das Aufsteigen der Schamroete gekaempft haben muss, sieht man daran, dass aus Kreisen seiner Delegation quasi als Entschuldigung die Version durchsickerte, man habe mit diesem Antrag “Schlimmeres verme i d e n wollen”. Mit Freunden, die nur “Schlimmeres vermeiden wollen”, sind wir seit 30 Jahren reichlich gesegnet und die Erfahrung aus Europa laesst es ratsam erscheinen, sich nicht auf sie zu verlassen. Im Uebrigen gibt es auch eine optimistischere; Version, derzufolge “Schlim-' meres” nicht vorgeschlagen worden ist, nicht um es abzuwenden, sondern weil Frankreich gedroht haben soll, sein Veto einzulegen. Jedenfalls war der Ausgang dieser Debatte absolut dazu angetan, den Israelis die letzten Illusionen ueber der Charakter der UN-Instanzen zu rauben...', soweit sie noch welche hegten. Eine Einmuetige Reaktion der deffentlicnen Meinung, wie sie seit den Tagen der Sinai—Kampagne nicht mehr zustande gekommen war (und in Chile bis zum Lauca—Konflikt nicht seit den Tage der Zwischenfaelle im Inselarchipel des Beagle-Kanals) rubrizierte in Knesset, Parteien und Presse die empoerte Zurückweisung der Ruege durch Premierminister Ben Gurion (siehe Spalte: “Die israelische Presse schreibt”). Noch am Vorabend der Abstimmung schrieb ein so erfahrener Beobachter wie der Leitartikler des “Haboker”: “Die Syrer wissen, dass sie die Provokateure sind. Israel war zu seiner Gegenaktion nach Paragraph 51 des UNO-Charters berechtigt, der die Mitgliedsstaaten be-«' fugt, sich gegen Angriffe militaerisch zu verteidigen. Aber die Syrer hoffen offenbar, dass der Sicherheitsrat unsere Aktion nicht als reine Abwehr im. Sinne dieses UNO-Paragraphen betrachten wird. Da gleichwohl nicht mit einem Tadelsvotum gegen Israel zu rechnen ist,...” u. s. w. Gleichwohl muss nun mit diesem Tadeisvotum gerechnet werden. Ebenso mit gewissen Tatsachen, die zu ihm gefuehrt haben: dass der Paragraph 51 nicht fuer Kleinstaaten geschrie b e n worden ist, und dass der Sicherheitsrat kein juristisches, sondern ein politisches Forum ist, welches Sicherheit fuer einige und Unsicherheit fuer ander schaffen kann, und dass die ganze UNO-Charter in bestimmten Situationen nicht so viel wert ist wie das Papier, auf dem sie gedruckt ist. Der britische Delegierte, in jener vaeterlichen Weise, die zur Maske des Kolonialbeamten aus der Regierungszeit > Georgs V. passte, leg. te Israel nahe, aus dem Zwischenfall die Lehre zu ziehen, mehr in die Instanzen (Fortsetzung Seite 14) i rita d