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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1962-05-01 · 5 (Mayo, 1962) · p. Seite 10

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIV (1962)
Issue
5 (Mayo, 1962)
Date
1962-05-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 BOLETIN INFORMATIVO Mayo 1962 Neuer Produktionszweig in Israels Sueden AGAVEN-KULTUREN ANTIKE LANDWIRTSCHAFT IM NEGEW Von HANNAH PETOR Kuerzlich ging die Nachricht durch die Presse, dass bei Arad in der juedischen Wueste zwischen Berscheva und Sdom eine Flaeche von 200 Dunam mit Agaven angebaut worden ist. Das mag unwichtiger klingen als es ist: die Steppen des neuen En'twicklungsgebietes sind, solange es keine wesentlichen Wasser vor kommen gibt, fuer Landwirtschaft im grossen Masstab nicht geeignet. Wenn dennoch Agaven angepflanzt wurden, so bedeutet das ein Experiment, das nicht nur allein fuer die Erschliessung von Arad von Bedeutung ist — Agaven, die wertvolle Fasern fuer Seilerwaren liefern, koennen in manchen Boeden ohne Be - waesserung gedeihen. Ein Versuch, der in einem anderen Teil im Sueden des Landes durchgefuehrt wurde, gibt dafuer Hoffnung. Im westlichen Negev, gegenüber dem Gazastreifen bei Kerem Schalom, ist es gelungen, auf einem FelcT von 1.500 Dunam Agaven ohne einen Tropfen Wasser hochzuziehen, obwohl dort die jaehrliche Regenmenge unter 200 mm bleibt. Man hat allerdings dafuer eine neue Methode gefunden. Statt die Agaven-Ableger in Gruben zu pflanzen, wie das ueblich war, werden sie auf 60-100 cm. hohen Waellen loser Erde gesteckt und erhalten somit mehr Feuchtigkeit. Gerade vor 20 Jahren wurden die ersten Agaven in Israel gepflanzt. Es war im Jahre 1942. In Beth Eschel und Gwuloth, den ersten Versuchsstationen im Negev, wollte man damals die Eignung von Pflanzen feststellen und u. a. hatte man ein paar hundert Dunam mit Ablegern der wildwachsenden Agave angebaut. Die ers t e n Ergebnisse bewiesen noch nicht viel, aber doch genug, um zu zeigen, dass diese Spezies im Boden und Klima von Israels Sueden schnell waechst. Drei Jahre spaeter sandte der Keren Kayemeth einen Mitarbeiter nach einem der groessten Agavengebiete der Welt, Kenya, um die dortigen Erfahrungen und P f 1 a nzungsmethoden zu studieren. Er kam zurueck als Spezialist — aber ohne Agaven. Als er naemlich in Kenya um eine Ausfuhrerlaubnis fuer Ableger ersuchte, stiess er auf hartnaeckige Ablehnung seitens der Behoerden. Der Agavenanbau in Kenya, Tanganjika und anderen Laendern ist durch Gesetz geregelt und untersteht därueber hinaus einem Syndikat, das sein Monopol wahren will und schaerfstens darauf sieht, dass es nirgendwo in der Welt durchbrochen wird. Dazu kommt noch die Bedeutung von Seilerwaren fuer militaerische Zwecke, Schiffstaue, Saecke, Stricke und andere Produkte — was erklaert, dass nicht nur waehrend des Zweiten Weltkrieges Agaven zu den “kriegswichtigen” Materialien gehoerten, sondern dass auch noch heute in einigen Laendern dieser Zweig der Landwirtschaft unter die Zustaendigkeit der Verteidigungsministerien faellt. Dennoch gab seinerzeit Israel die Hoffnung nicht auf: Das Land hatte den geeigneten Boden, das richtige Klima — was fehlte, waren die Agaven. Als Joseph Weitz, der Leiter der Bodenentwicklungsbehoerde, vor etwa zehn Jahren nach Brasilien fuhr, gelang-es ihm, eine Million Ableger zu erstehen, aber als Folge von Ausfuhrschwierigkeiten kamen sie in schlechtem Zustand in Haifa an, und nur 2<>0.000 von ihnen konnten in der Baumschule von Gilath, im Negev, umgesetzt werden. Ein neuer Versuch wurde im Jahre 1954 gemacht. Ein Forstsachverstaendiger des K. K. L. besuchte die Agaven-Versuchsstation bei Nairobi in Kenya und erfuhr, dass in Suedafrika eine Chance bestehe und zwar in der riesigen Agavenplantage beim Barberton-Gefaengnis. Tatsaechlich gelang es dort 1 112 Millionen Ableger zu kaufen, die in ausgezeichnetem Zustand in Israel anlangten und auf 1.000 Dunam in Gdlat ausgepflanzt wurden. Inzwischen ist die Flaeche auf 15.000 Dunam erweitert worden und wird im Laufe der naechsten zwei Jahre auf 20.000 Dunam gebracht werden. Bei Gilat braucht ein Dunam Agaven IM NEGEV Von HERBERT FREEDEN 100 —150 cbm Wasser— ein Viertel von dem, was Baumwolle, Erdnuesse oder Kartoffel benoetigen. Der Konsum an Fasern betraegt im Lande gegenwaertig ca. 1.800 To pro Jahr —Israel importiert allein jaehrlich eine halbe Million Saecke— und die vorgesehene Flaeche von 20.000 Dunam wird 8°% des Eigenbedarfs decken. Die Plantage gibt 300 Familien Arbeit, nicht eingerechnet die Zahl der Arbeiter, die industriell bei der Fasernproduktion beschaeftigt wird. Eine Fabrik, die den Blaettern die Fasern entzieht, sie presst und packt, ist vom K. K. L. gemeinsam mit einem zionistischen Veteran aus Mexiko, Markus Maos, errichtet worden. Herr Maos besitzt eine jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet der Fasernverarbeitung. Als er zum ersten Mal in den Negev kam und die Agaven sah, sagte er: “In Mexiko geben die Blactter erst nach sieben Jahren Fasern, hier bereits nach vier Jahren. Die Aussichten sind ausgezeichnet”. Tatsaechlich macht die Faser in Israel 3.8% des Gewichtes des Blattes aus, waehrend sie in den meisten Laendern im Durchschnitt nur 3,5% betraegt. Der Preis der Faser auf dem Weltmarkt ist fluktuierend, unge. faehr hundert Pfund Sterling pro Tonne, und haengt zum groessten Teil davon ab, ob und wo es in der Welt bewaffnete Konflikte gibt. Da das leider nur zu haeufig der Fall ist, haelt sich der Preis recht gut. Nunmehr beginnt das zweite grosse Agavenprojekt im Lande. Die 1.500 Dunam bei Keren Schalom, im Entwicklungsgebiet von Besor, sollen im Laufe der naechsten Jahre auf 30.000 Dunam erhoeht werden, so dass dort mit der Errichtung einer zweiten Fabrik fuer Fasernverwertung zu rechnen ist. Wenn diese Plaene realisiert werden und das Experiment bei Arad gelingen sollte, wird Israel auch bei staerkerem Konsum nicht nur voellig autark in Seilerwaren werden, sondern zu den wenigen Laendern gehoeren, die imstande sind, Agavenfasern zu exportieren. Die vielen historischen F'unde im Negew führten die israelischen Wissenschaftler zur Ueberzeugung, dass diese Gegend nicht immer so oede und unfruchtbar gewesen sein kann, Professor M. Evenari von der botanischen Fakultaet der Hebraeischen Universitaet sucht seit Jahren nach den Prinzipien, auf dem die Siedler vergangener Zivilisationen die harten Lebensbedingungen überwanden und in der Wueste landwirtschaftliche Betriebe errichteten, deren Ruinen uns heute so viele lehrreiche Anzeichen geben. Dies;? vielversprechenden Forschungen haben kürzlich infolge einer bedeutenden Zuwendung von der Rockefeller Foundation grossen Aufschwung erfahren. Mit seiner Forschergruope bearbeitet Prof. Evenari seit Jahren eines der antiken Farmhaeuser der Nabataeer unweit der Ruinen der Stadt Ovdat, um auf praktische Weise zu erfahren, in welcher Form sieh das Landleben im Negew im Ablauf eines Jahres ab«melte. Es werden Messungen an Sonnenenergie und Rfcgenfaellen unternommen und botanische und geologische Studien gemacht. Ausserdem werden die zur Farm gehoerigen terrassierten Laendereien mit den alten in Israel einheimischen Kulturen von Weintrauben, Granataepfeln, Oliven und Korn besetzt und die antiken Zisternen; und Wasserrinnen restauriert. Die Bearbeitung geht ausschliesslich in den bekannten altertümlichen Formen vor sich, ebenso wird keinerlei zusaetzliche Wasserzufuhr sondern werden allein im Winter gesammelten Zisternenwaesser hinzugezogen. Die Forschungen der Hebraeischen Universitaet bewie sen, dass lange vor den Nabataeern und Byzantinern, die ihnen folgten, die Bauern des Koenigreiches von Judaea bereits tief in die Wüste gedrungen waren, um dort bescheidene F'armen zu betreiben Man hat bekanntlich im Herzen des Negew, in der Naehe des Ramonkraters, eine Farmstatt entdeckt, bestehend aus einem ziemlich gut erhaltenen Wohnhaus, umgeben von einem Steinwall, deren Bauart und Steinbearbeitung auf das 9. Jahrhundert v. d. Z., der jüdischen Koenigsperiode, hinweist. Wiederum verweist uns die Bibel auf die Richtigkeit unserer Theorien, den sie erw»ehnt (in II. Chron 26, 10), wie der jüdische Koenig Usia “Türme in der Wüste baute und viel Brunnen grub... denn er hatte Lust zu Ackerwerk”. Auch die Gescniehte des Patriarchen Abraham beweist, das die Bevoelkerung in Gegenden, die für eine regelmaessige Baackerung ungeeignet schienen, grosse Herden von Schafen und Ziegen besass und von einem Weideplatz zum anderen zog. In der Bibel finden wir an vielen anderen Stellen Anspielungen an die landwirtschaftliche Taetigkeit in der Gegend rund um Beerscheba. Alle diese Studien sind jedoch nicht nur von historischem Interesse, sondern gewinnen lebendigen Wert im Wirtschaftsleben des modernen Israel. Sie dienen als Basis zum Aufbau einer Landwirtschaft nach modernen Prinzipien und zur Unterbringung und Ernaehrung der in Israel einstroememden Massen. Wenn der Wüstenstrich des Negew auch im Vergleich zu anderen Oedlaendern der Welt verhaeltnismaessig klein ist, so umfasst er doch etwa 50 Prozent des Territoriums des Staates Israel, und Ausbeutung ist ein ¡lebenswichtiger Faktor. (“Allgemeine”) > 9 'CLASES DE DIBUJO y VE PINTURA BELLAVISTA 51 VEP.6-nL.3WHW DENKT DENKT DENKT an Eure Brueder, die auf Hilfe angewiesen sind daran, dass Ihr in Freiheit lebt und sie auf diese Freiheit warten daran und erfuellt SOFORT Eure Pflicht gegenueber der MAGBIT 5722

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