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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1962-05-01 · 5 (Mayo, 1962) · p. Seite 6

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIV (1962)
Issue
5 (Mayo, 1962)
Date
1962-05-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 BOLETIN INFORMATIVO Mayo 1962 RUECKBLICK und VORSCHAU (FORTSETZUNG VON BEITE 5) Wir betrachten bewusst dieses Heim als ein Jugendheim, nicht ausschliesslich als ein Haus der SCI, und wir duerfen der Hoffnung- Ausdruck geben, dass in diese Jugendgruppen - und dies gilt besonders fuer den Barcaizahlreiche Kinder unserer Mitglieder eintreten, sich dort wohlfuehlen und eine erspriessliche Jugendarbeit leisten, sich Verstaendnis fuer die Ideale unseres Volkes und unserer Gemein ie aneignen, die ja ein Teil unseres Volkes ist, und spaeter zu wertvollen Mitarbeitern innerhalb unserer Gemeinschaft werden. Wir tun fuer die Jugend unser Moeglichstes, die Jugend moege auch fuer die Gemeinde das ihrige tun. DAS RABBINER-SEMINAR Ein zweites, auf lange Sicht hin vielleicht nicht minder wichtiges Ereignis ist die Gruendung eines lateinamerikanischen Rabbinerseminars in Buenos Aires, an dessen Aufbau die “Centra” massgeblich beteiligt ist. Dieses Seminar, das organisatorisch vom World Council of Synagogues geleitet und dessen Finanzierung von der Congregación Israelita Argentina, der Centra und dem Council uebernommen wird, hat die unumgaenglich notwendige und vordringliche Aufgabe zu erfuellen, fuer die Heranbildung junger Rabbiner zu sorgen, Rabbiner, die auf diesem Kontinent aufgewachsen sind, seine spezifischen Probleme verstehen und ueber eine gemeinsame Gespraechsbasis mit unserer lateinamerikanisch-juedischen Jugend verfuegep. Diese Rabbiner, die gleichzeitig ein Universitaetsstudium absolvieren muessen, um sich eine allgemeine akademische Bildung anzueignen, werden die fuehlbare Luecke ausfuellen, die heute besteht, wissen wir doch, dass ueber die Haelfte der der “Centra” angeschlossenen Gemeinden europaeischen Ursprungs keinen Rabbiner haben und dass die Gemeindearbeit dort leiden muss, wo der geistige Fuehrer fehlt. Es erfuellt uns deshalb mit tiefer Befriedigung, dass wir im abgelaufenen Geschaeftsjahr den Beginn zur Loesung dieser lebenswichtigen Fragen unserer Kollektivitaeten gemacht haben und wir sind stolz darauf, an einem Werk Anteil zu haben, dessen geistige Grundlagen denen dei Lehranstalten,;die wir aus Europa kennen, entsprechen werden. Mit unserer materiellen und ideellen Beisteuer zur Realisierung dieser Initiative und weitgehendster Unterstuetzung der Jugendarbeit glauben wir ,den vordringlichsten Aufgaben unserer Gemeinschaft gerecht geworden zu sein. Jugendarbeit ist aber nicht nur - so wichtig diese auch sein mag die Arbeit der Jugendorganisationen, sie beginnt weit frueher. DAS JUEDISCHE ELTERNHAUS.. . Die einzig moegliche und daher unumg a e n g 1 i c h e Grundlage, auf der weiter aufgebaut werden muss,, wollen wir auch nur die allergeringste Aussicht auf Erfolg haben, diese koennen wir nicht errichten, Diese Grundlage kann nur durch ein Elternhaus vermittelt werden, in denen den Kindern Judentum vorgelebt wird. Nur dann, wenn diese Voraussetzung erfuellt ist, kann unsere Arbeit von Erfolg begleitet sein. Und deshalb meine Freunde, wende ich mich wieder einmal an Sie mit derselben dringenden Bitte, die wir jedes Jahr aussprechen und die zu wiederholen wir nicht muede werden duerfen, wollen wir der Verantwortung, die uns auferlegt ist, gerecht werden: Geben Sie Ihren Kindern ein juedisches Heim, geben Sie Ihnen die Moeglichkeit, innerhalb unserer Gemeinschaft zu wachsen, sich zu entwickeln und zu ganzen Juden und Menschen zu werden. Wir wollen Ihnen gern dabei helfen, aber Sie muessen auch uns helfen. Wenn unsere Kinder in ihren Elternhaeusern keine juedische Atmosphaere haben, wenn sie nichts von unseren Feiertagen, wenn sie nichts von unserer Geschichte, wenn sie nichts von unserer Kultur erfahren, dann ist es schwer, in den Unterrichtsstunden weiter aufzubauen. Sie helfen bestimmt ihren Kindern bei ihren Aufgaben der weltlichen Schule, helfen Sie ihnen auch und mit noch groesserer Liebe bei ihren juedischen Aufgaben. Die Gruppen junger Ehepaare, die im Rahmen unserer Gemeinde zu einer Institution geworden sind, haben nicht wenig dazu beigetragen, vielen unserer juengeren Mitglieder die Erfüllung dieser Aufgaben zu erleichtern und wir sind jederzeit gern bereit, jede neue Initiative auf diesem Gebiete mit ihnen gemeinsam zu eroertern. ...UND DIE SCHULE Der zweite bestimmende Faktor im Leben einer jeden Kindes ist die Schule. Daher hat die Gemeinde es als ihre Ehrenpflicht angesehen, das integrale juedische Schulwerk des Vaad Hajinuj auch in diesem Jahre wieder tatkraeftig zu unterstuetzen. Nicht nur dadurch haben wir unserer Unterstützung Ausdruck verliehen, dass wir eine selbstverstaendliche Subvention gegeben haben, sondern durch die Tatsache, dass viele unserer Freunde an leitender Stelle im Vaad Hajinuj mitarbeiten und mithelfen, dass das Erziehungswerk dieser Institution sich weiter gut entwickle. Mit grosser Genugtuung koennen wir an dieser Stelle hervorheben, dass der Anteil der Kinder aus unserem Kreise, der von der juedischen Schule erfasst wird, staendig waechst. 180 unserer Kinder besuchen den Vaad Hajinuj. Wir hoffen zuversichtlich, dass wir im kommenden Jahre von einer weit groeseren Anzahl Kinder berichten koennen, die dort hervorragenden Integralen juedischen Unterricht gemessen. Ein der wichtigsten erzieherischen Arbeiten der Gemeinde ist nach wie voi der Religionsunterricht, den wir auch in diesem Jahre wieder dank eines besonderen Entgegenkommens der Firma Wiener & eia. nicht nur im Gemeindehaus, sondern auch in Providencia abhalten konnten. Dieser Unterricht soll allen dafuer in Frage kommenden Kindern wenigstens ein minimales juedisches Wissen vermitteln Ich spreche ausdruecklich von ‘-minimalem” denn, wie ich Ihnen schon im vergangenen Jahre sagte, ist es bei einer Stunde Religionsunterricht in der Woche praktisch unmoeglich, dass die Kinder sich auch nur die elementarste Grundlage der Kenntnisse aneignen koennen, derer sie beduerfen, um dereinst unsere Tradition wissend fortsetzen zu koennen. Leider ist es nur ein bescheidener Bruchteil unserer schulpflichtigen Kinder, die an unserem Religionsunterricht teilnehmen. Auch wenn wir die Kinder berücksichtigen, die den Vaad Hajinuj besuchen oder in der einen oder anderen Form Privatunterricht erhalten, bleibt die Tatsache bestehen, dass ein erschreckend grosser Teil unserer Kinder als juedische Analphabeten heranwachsen, dass sie kaum wissen, dass sie Juden sind, dass sie aber bestimmt nicht wissen, was es bedeutet, Jude zu sein, Und hier handelt es sich oft um dieselben Kinder, deren Eltern keine Muehe und Kosten scheuen, um sie in Handfertigkeit, Musik oder Sprachen ausbilden zu lassen. Ohne bezweifeln zu wollen, dass all dies fuer die Allgemeinbildung der Kinder nuetzlich, angenehm und angebracht ist. wollen wir doch nicht verabsaeumen, diese Eltern mit allem Ernst darauf hinzuweisen, dass sie sich damit einer Unterlassungssuende an ihren Kindern schuldig machen, di“ sich im spaeteren Leben schon oftmals empfindlich bemerkbar gemacht hat. Sind die Kinder einmal voellig unjuedisch erzogen, wird es spaeter schwer, wenn nicht unmoeglich sein, den begangenen Fehler rueckgaengig zu machen. Bestimmt wird die Reue kommenaber an der Tatsache ist dann nichts mehr zu aendern. Einer aehnlichen Unterlassungssuende machen sich auch diejenigen Eltern schuldig, die glauben, mit der Barmizwa .ihren iSoehnen eine ausreichende Grundlage gegeben zu haben. Dass dem nicht so ist, dass auch der beste und gründlichste Barmizwa -Unterricht nicht ausreichen kann, um dem jungen Menschen die erforderlichen Kenntnisse zu vermitteln, liegt wohl klar auf der Hand. Aus eben diesen Gruenden hat unsere Gemeinde schon seit laengerer Zeit. Post-Barmizwa-Kurse eingerichtet, in denen diejenigen Jungen und Maedchen, die der Religionsschule entwachsen sind Moeglichkeiten finden sollen, sich weiter zu bilden und ihr juedisches Wissen zu vertiefen. Im vergangenen Jahr wurde nur ein solcher Kurs mit 15 Schuelern durchgefuehrt. Es waere zu wuenschen, dass wir viele derartige Kurse abhalten koennen, wird doch niemand ernstlich behaupten koennen, dass mit 13 Jahren die juedische Ausbildung abgeschlossen sei. Meine Freunde, helfen Sie uns und damit sich und Ihren Kindern. Lassen Sie sie am Religionsunterricht, an den Post-Barmizwa-Kursen undlast not least -regelmaessig am Jugendgottesdienst teilnehmen. JUGENDGOTTESDIENSTE \ Diese ¡Jugendgottesdienste, die sich immer wachsender Beliebtheit nicht nur unter den Kindern selbst erfreuen und zu deren Verschoenerung und groesserer Wuerde ein neugebildeter Chor aus zunaechst ß Jugendlichen erheblich beitraegt, wurden, abgesehen von den Sonder-Gottesdiensten anlaesslich der Hohen Feiertage, im vergangenen Jahr 8 mal abgehalten. Anschliessend an diese Gottesdienste bleiben die Jugendlichen zu einem Oneg Schabbat bei sabbatlicher Bewirtung zusammen und vertiefen durch Vortraege, durch - Gesang und durch Spiel, die empfangenen religioesen Eindruecke. Zu einem grossen Erlebnis, wurden die Jugendgottesdienste an den Hohen- F’eiertagen, an denen im Gemeindehaus und im Teatro Marconi besondere Feierstunden fuer die Jugend abgehalten wurden, die sehi gut besucht waren. An Hand einer besonderen Gotesdienst Ordnung in spanischer Uebersetzung der hebraeischen Gebete wurde die Feiertagsstimmung .auch denjenigen Teilnehmern vermittelt, die den hebraeischen Text nicht verstehen. Auch bei dieser Gelegenheit waren es junge Menschen, unterstuetzt und angeleitet von verantwortlichen Funktionaeren und ehrenamtlichen Mitarbeitern unserer Gemeinde, die die Traeger des Gottesdienstes waren und es hervorragend verstanden, ihren Altersgenossen den tiefen Sinn unserer Feste klar vor Augen zu fuehren. Jugendgottesdienst, Religionsschule und Unterstuetzung des juedischen Schulwerkes. All dies sind wichtige Werkzeuge, derer wir uns bedienen muessen, um unser Ziel, die Erziehung einer Generation junger suedamerikanischer Juden, die im Geiste unserer besten Tradition leben, zu erreichen. PROBLEME DER JUGENDORGANISATIONEN Im Rahmen der Taetigkeit fuer unsere Jugend haben wir auch in diesem Jahre wieder die Ferienlaeger aller Organisationen, nicht nur diejenigen, die zu unserer Gemeinde gehoerten, unterstuetzt. Unter ihnen sind es zwei, die uns besonders nahe stehen, und die —so hoffen wir— das verwirklichen, was wir anstreben: Der “Barcai”, der der kontinentalen Jugendorganisation der “Centra” angeschlossen ist und sich in diesem Rahmen aktiv betaetigt und die “Degania”, die Mitglieder von 2» bis 30 Jahren umfasst. Hat der Barcai in erster Linie einen jugendlich erzieherischen Charakter, so wird die Arbeit der Degania, wie sich ja auch aus der altersmaessigen Schichtung ergibt, mehr auf sozialem und kulturellem Gebiet geleistet. Die groesste Schwierigkeit, mit der alle diese Organisationen zu kaempfen haben, ist das Heranbilden von Jugendfuehrern. In richtiger Erkenntnis dieses auf dem ganzen Kontinent vorherrschenden Problems hat die Centra seit einigen (Jahren ¡Fuehrerseminare eingerichtet, an denen in diesem Jahre 5 Vertreter der Barcai im Teresopoiis (Brasilien) teilnahmen, wo sie nach uns vorliegenden Berichten einen ausgezeichneten Eindruck machten und von wo sie, wie wir von ihnen selbst erfuhren, voll von neuen Anregungen und Ideen zurueckgekehrt sind, die ohne Zweifel der bisher geleisteten, sehr positiven Arbeit des Barcai neuen Auftrieb geben werden. Vor wenigen Wochen ist es der Centra gelungen, einen sehr befaehigten Jugendfuehrer zu gewinnen, der m ganz Lateinamerika taetig sein soll und abwechselnd die einzelnen Gemeinden besuchen wird, um den Organisationen und besonders ihren jugendlichen Fuehrern Ratschlaege zu erteilen und ihnen jede zweckmaessige Hilfe zuteil werden zu lassen. Wir versprechen uns hiervon einen grossen Erfolg fuer die Weiterentwicklung aller Jugendorganisationen. Am Sommerlager der Barcai nahmen 35 und am Winterlager 20 Jugendliche teil. Diese Laeger haben zweifellos einen grossen erzieherischen Erfolg. Unser Wunsch ist, dass alle jungen Menschen, bis sie erwachsen sind, sich, in juedischen Verbaenden Zusammenschlüssen, wo sie die Moeglichkeit haben, mit Gleichgesinnten zusammen zu sein, sich im juedischen Sinne zu entwickeln und das grosse Erbe des europäischen Judentums als bleiben den Besitz fuer sich und ihre Generation zu erwerben. Da wir als real denkende Menschen uns darueber klar sein muessen, dass eine rein deutschsprachige Kultusgemeinde europa e i s c h e n Charakters nicht genuegend Anziehungskraft auf eine hier geborene und aufgewachsene Jugend hat, auch wenn diese nominell zu unseren Mitgliedern gehoert, sind wir bestrebt, im Rahmen unserer Gemeinde spanischsprechende Zirkel zu schaffen, in denen sie nach nordamerikanischem Muster (Fortsetzung Seite 7)

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