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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1962-05-01 · 5 (Mayo, 1962) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIV (1962)
Issue
5 (Mayo, 1962)
Date
1962-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Mayo 1962 BOLETIN INFORMATIVO 5 EIN JAHR GEMEINDEARBEIT: RUECKBLICK und VORSCHAU Rechenschaftsbericht des Praesidenten der S. C. I. "B'ne Jisroel", Dr. Siegfried Landau, in der General - Versammlung am Sonntag, den 29 April 1962 — Das gruene Denkmal — Kultur und Gerechtigkeit — In der Jugend - Arbeit: ein Jahr der Erfuellung — Elternhaus und Schule — Religionsunterricht, Jugendgottesdienst und Jugend - Organisationen — Kultus und Kultur — Magbit: ein Wettlauf mit der Zeit — Zusammenarbeit mit anderen Organisationen— Kritik und Mitarbeit: zwei Aspekte der Solidaritaet Meine sehr verehrten Dainen und Herren: Rueckblick und Vorschau: Das ist das Motto unserer heutigen Zusammenkunft. Rueckblick, weil wir uns heute Rechenschaft ueber die im abgelaufenen Geschaeftsjahr geleistete Arbeit geben wollen, um uns darueber klar zu werden, was wir erreicht und was wir verabsaeumt haben. Vorschau, da aus dieser Generalversammlung, der hoechsten Instanz, die unsere Satzung kennt, der Impuls »und die Anregung kommen muss, die fuer die Arbeit des kommenden Jahres richtunggebend sein soll. DREI EREIGNISSE Wenn wir die vergangenen zwoelf Monate noch einmal vor unserem geistigen Auge vorueberziehen lassen, koennen wir mit Stolz dreier Ereignisse gedenken, die Marksteine unserer Geschichte darstellen. Im Dezember 1902, vor ai- und in dem er sagte, er sei stolz darauf, unter seiner Aegide Amerikaner geworden zu sein. Wer die Sorge Dr. Landaus um den Fortbestand juedischen Lebens teilte, an seiner Arbeit irgendwie mitarbeitete und seine Kaemp~ fe mitkaempfte, der dari heute bekennen, dass er stolz darauf ist, unter seiner Ae. gide am juedischen Leben in Chile teilgenommen zu haben. Der Gedanke, der heute Alle bedrueckt, in ihm eine unersetzliche Kraft verloren zu haben, diesem Gedanken darf zu Ehren seines Andenkens keine Form verliehen werden. Was er aufgebaut und hinterlassen hat, wollte er als Vermaechtnis verwalso nunmehr fast 60 Jahren, wurde das Werkzeug geschmiedet, welches im Laufe der Jahre Symbol der Verbundenheit des juedischen Volkes mit dem juedischen Lande wurde, entstand das Instrument, welches wir mit Fug und Recht den Grundstein nennen, der nach vielen Jahren zur Gruendung unseres Staates gefuehrt hat. Juden in aller Welt haben Seit sechs Jahrzehnten den stolzen Bau der Medinah vorbereitet. Der K. K. L., dessen 60-jaehriges Jubilaeum wir in diesem Jahr 1962 feiern .werden, war und ist weit mehr als ein Fond, mehr als ein Mittel, Gelder zu sammeln. Die ungeheure erzieherische Arbeit, die von und durch ihn geleistet wurde, hat Generationen unserer Menschen mit der Idee der Verbundenheit des juedischen Volkes mit seinem Land vertraut gemacht. Er war die Bruecke zwischen der Diaspora und Israel und die kleine unscheinbare und bescheidene blaue Buechse, tet sehen. Und es ist wahr, lieh ein schweres Vermaechtnis, sein Erbe anzutreten. Denn eine Etappe im Leben unserer Gemeinde ist mit seinem Tode abgeschlossen, ein Stueck Geschichte, das sein Wirken beeinflusst, seine Erscheinung gepraegt hat. Wir werden dies Erbe an. treten muessen, noch heute, mit all der tiefen Trauer im Herzen. Fehlschlaege werden uns widerfahren und wir werden eingedenk sein: sie sind unvermeidlich, weil er uns fehlt. Erfolge werden erzielt werden und wir werden dankbar empfinden: er hat geholfen, sie vorzubereiten. Hans Kaufmann die in keinem juedischen Haus fehlte, war tagtaegliche Mahnung, unseren Teil zur Wiedergeburt des Volkes durch Erloesung seines Bodens beizutragen. Wenn wir heute auf Medinath Israel sehen, erscheint es uns kaum glaublich, dass es die in diesen Blechbuech. sen gesammelten kleinen und kleinsten Betraege waren, die den Pionieren die Moeglichkeit gaben, ihr Werk zu beginnen. Seit der Staatsgruendung haben sich die Aufgaben des K.K.L. vervielfacht und die Regierung Israels hat ihm in Anerkennung seiner historischen Bedeutung und des ungeheuren Reichtums seiner in Jahrzehnten gesammelten praktischen Erfahrungen die Kolonisation und landwirtschaftliche Erschliessung des Landes anvertraut. So hat der K.K.L., ohne welchen - und dies koennen wir ohne Uebertreibung behaupten - Medinath Israel nicht bestehen wuerde, noch heute seine grossen Aufgaben und es ist eine ganz besondere Genugtuung fuer uns, dass unsere Gemeinde ¡gerade mit dieser Institution so aussergewoehnlich eng verbunden ist. Seit Bestehen unserer SCI gab es kein Fest in unserem Kreise, fand keine Veranstaltung statt, an der der K. K. L. nicht sichtbar mit zu Gast war, und bei der wir nicht seiner gedacht haetten. So haben wir, wie Ihnen bekannt ist anlaesslich des 20. Jahrestages der Gruendung der SCI. beschlossen, von aeusseren Feierlichkeiten abzusehen und den Wald zu pflanzen, der heute in Israel von 'unserer Arbeit Zeugnis ablegt. Das grosse Werk naehert sich seinem Ende. Sind nun auch schon fast alle .unsere Freunde mit ihm verbunden, so fehlen doch immer noch einige wenige und wir bitten Sie bei dieser Gelegenheit, sich nicht auszuschliessen, sondern durch den Erwerb auch nur eines Baumes Ihre Verbundenheit mit der Ge-1 meinde und mit der Medinah zu bekunden. Eine besondere Symbolik hat unser Wald dadurch gewonnen, dass nunmehr die Moeglichkeit besteht, dort Baeume zum Gedaechtnis unserer Angehoerigen und Freunde, die nicht mehr sind, pflanzen zu lassen, besonders derer, die in Europa zu Maertyrern geworden sind. Fuer sie ist ein gruenendes Denkmal in Israel errichtet worden, dessen grosse sinnbildliche Bedeutung so einzig artig ist, dass sie einen beruehmten Chile n i s c h e n Dichter zu einem Werke inspiriert hat, das sich mit der Pflanzung von 6 Millionen Baeumen fuer 6 Millionen Tote befassen soll. Ein zweites Ereignis, dessen wir heute gedenken wollen, ist der 25. Jahrestag der Gruendung des Israelischen Philharmonischen Or c h esters. War der K.K.L. der Weg, der das juedische Volk zur Erloesung seines Landes fuehrte, so ist dieses Orchester, das zu einem Zeitpunkt gegruendet wurde ,als Israel noch nicht existierte und der Kampf gegen die Wueste, gegen den aeusseren Feind und um die nackte Existenz alle Energien des Jischuw beanspruchte, das Wahrzeichen der Bruecke, die unser Land mit den grossen Werten der Menschheitskultur verbindet und ein Garant, dass der geistige Inhalt unserer Renaissance nie vergessen wurde, dass wir nicht gegen, sondern mit und fuer die Welt wieder erstanden. Endlich wollen wir den Abschluss des juengsten Kapitels unserer Geschichte nicht unerwaehnt lassen, die grosse historische Abrechnung mit einem Menschen, einer ganzen Welt. Israel hat in dieser ernsten Situation der Welt bewiesen, dass es ein Rechtsstaat ist und sich duuch die vorbildliche objektive Fuehrung des Prozesses gegen einen der schlimmsten Verbrecher der Geschichte einen Namen gemacht, auf den wir stolz sein koennen. Erloesung - des Bodens; Teilnahme an der Weltkultur; Gerechtigkeit. Unter diesem (Zeichen stand das abgelaufene juedische Jahr und damit auch unsere Arbeit. Martin Buber und Georg Landauer definierten einmal das Judentum Israels und der Diaspora: “Israel bedeutet“ - so sagten sie - “Jude sein, aber es als Mensch sein”, Diaspora dagegen, “Mensch, aber juedischer Mensch sein”. UNSERE JUGEND Von diesem Ausspruch ausgehend haben wir versucht, unsere Menschen, besonders unsere Jugend zu leiten. Denn das grosse Problem, dem die meisten Sorgen und die allergroesste Aufmerksamkeit unserer Gemeinde galt, war: unsere Jugend zu wertvollen juedischen Menschen heranzubilden, ihnen das Erbe mitzugeben, das wir selbst einmal von unseren Vaetern uebernommen haben. Wir glauben, sagen zu koennen, dass gerade auf diesem so wichtigen Gebiete 1961 ein Jahr der Erfuellung war. Es hatte sich seit langem das Fehlen geeigneter Unterkunftsraeume fuer unsere Jugend bemerkbar gemacht. Jugend will unter sich sein. Jugend will ein eigenes Heim haben. Jugend will es sich nach ihrem Geschmack aeusserlich einrichten und ihm einen inneren Gehalt geben. Wir fanden nach langem Suchen dieses Haus, das eine glueckliche Loesung fuer die Jugend darstellt. In ihm tagen zwei Jugendorganisationen, von denen wir wissen, das sie in unserem Sinne arbeiten: Der “Barcai” und die “Degania” mit insgesamt etwa 200 Jugendlichen im Alter von S bis 25 Jahren. (Fortsetzung Seite 6) ABSCHIED FUER INNER (Fortsetzung von Seite 1) TRAUERFEIER FUER DR. SIEGFRIED LANDAU Vorstand und Repraesenlanten-Kollegium der SCI "Bne Jisroel" laden alle Mitglieder der Gemeinde zu der am Donnerstag den 24. Mai 1962, abends 9.15 Uhr im Gemeindehaus, Avda. Portugal 810 siattfindenden Trauerieier fuer den verstorbenen Praesidenten der Gemeinde, Dr. Siegfried Landau ein.

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