Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 4 (Abril, 1962)
- Date
- 1962-04-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 BOLETI N IN FORMAT tV O Abril 1962 TAGE DER PRUEFUNG Vie ¿<j/iaetàc/i€ Th&ue <ic/ivet6£ L f Hazofeh; In der ersten Woche des Einheitskurses für das Israelpfund hat die Regierung grosse Elastizitaet bewiesen. Sie hat die Treibstoffpreiserhoehungen wieder ungültig gemacht und auch in vielen Faellen die Verteuerung der Produkte verhindert. So wurde den Hypothekenzahlern die Moeglichkeit gegeben zu waehlen, wie sie ihre Anleihen zurückzahlen wohen; dcllargebunden, indexgebunden oder noch nach altem Kurs sogleich Ab~r noch gibt es viel Prob’ema die »eichst werden müs sen. Der Finanzminister hat erk’aert, die Verteuerung habe nur einen halben Punkt erreicht. Er wird aber die Preisste'geruTigen auch weiter aufhaHen müssen, Die wenig verdienenden Ernaehrer sind diejenigen, die durch Pre'serhoehung'en am meisten zu leiden heb°n. Nun wird mn darum zu kaempfen haben, dass die grosse Oeffeutlichkeit, die Notwendigkeit des Einheitskurses für das Israeinfund anerkennt. Die klare Haltung, und der Mut. mit denen die Regierung wirken wird, werden ihr di» Anerkennung der Öffentlichkeit bringen. Jemsaiem Post: Hat die Abwertung Erfolg gehabt? Der Mann der Strasse, der vor vielen Problemen steht, kann dazu neigen, diese Frage negativ zu beantworten. Aber eine genaue Prüfung der Tatbestände ze'gt. das die optimistischen Einstellungen unserer führenden Wirtschaftler zu di®s“r neuen Wirtschaftspolitik einleuchtender sind Man hat auch auf das VerstaorH-ni«, Und die Ruhe des Publikums hingewiesen, d3e sirh waehrgnd dieser ersten Woche gezeigt hat. Einige Panik-Einkaeufe hat es gegeben und einige wenige Industriellen haben versucht d. Situation auszunützcbl Aber diese wenigen Extreme wurden du’-ch die allgemeine Normal Versorgung zu den alten Preisen wieder ausgenUehen. Die grossen CSmndPnSoTj der neuen Politik sind klar und es wird nun rar noch davon abhaengen, b’s zu weichem Grade und in welcher Form man sie durchführt. Das wird nicht einfach sein rand es wird nur moeg- Beto werden, worin alle Massnahmen getroffen werden, um übertriebene Verdienste auf Basis der vera'ehderteh Devisenkurse zu verhindern. Haar»: Die Versuchung ist gros». die schweren Maenge! vorbereitender Planung, ver waUungsmaessiger Durchführung und psychologischer Rücksichtsnahme, wie sie mit der Neuregelung verbunden sind, zum Anlass der Kritik an unserer Regierung zu machen. Wichtiger aber sollte die Ueberlegung sein wie die Ab^ertungsakJon vor ihrem Scheitern bewahrt werden fea-nn: de^n wenn sie missglückt, würder. wir einer ganz aehnl'chen Massnahme jn <>in bis zw’I Jahren gpgen überstehen, und dann ueber eine viel geringere Widerstandskraft gegen die damit verbundenen Haerten verfügen. Ohne Haerten konnte und kann es auch jetzt nicht abgehen; aber niemand sollte behaupten, dass die Sache ihn überrascht habe. Auch die Führung der Arbeiter schaft, also die Histadruthleituhg traf die Pfundherabsetzung keineswegs unvorbereitet. — Was jetzt immer bedenklicher wird, ist der Umstand, dass die Regierung dem Proteststurm der Interessenten aller Art mehr und mehr nachzugeben scheint. Hat Herr Eschkol vergessen, dass er bei seiner Rückkehr aus Brüssel auf das harte Muss der Anpassung unserer Wirtschaft an die durch die E. W. G. geschaffenen europaeischen Marktbedingungen hingewiesen hat? Wir haben es zwar nicht mit "Prinzipien" zu tun, sondern mit Menschen, denen überflüssige Nachteile gewiss erspart bleiben sollen, aber dennoch sei davor gewarnt, allzu viel erleichternde Ausnahmen zu machen. Im gleichen Sinne so’lte sich auch die Mapei hüten, z T. unter dem Drück der Mspam einer Vorverlegung des Termins für eine neue Teuerungszulage der Lohn und Gehaitsempfaenger zuzustimmen. Haboker: Die Waehrungsumstellung ist nicht rückgaengig zu machen, aber die Fehler, die gleich am Anfang -lcht gefeh’t haben, gefaehrden ihr Gelingen. Die Vorbereitung war mangelhaft, und wenn der Finanzminister es damit entschuldigt, dass die Sache geheim gehalten werden müsste, so ist das keine genügende Rechtfertigung von Nachlaesslgkeiten, die an Leichtfertigkeit grenzen. Die Teuerungswelle droht die Grenze der Devalution zu überschwemmen, und dabei waere es moeglich gewesen, einen solchen Preisaufstieg zu verhindern, auch wenn eine Heraufsetzung der Preise besonders in den Importgütern unvermeidlich war. « Lamerchaw: Neben den nun schon klar zu Tage getretenen Maengeln . in der Durchführung der Reform besteht die damit verbundene Gefahr ebenso darin, dass man behoerdlicherseits anscheinend machtlos ist, der spekulativen Ausnutzung dieser Situation durch Einzelne entgegenzutreten, die sich daran bereichern. Es ist dies eine moralische Frage; denn die Bevoelkerungsmassen, die sich objektiven Erfordernissen aus staatsbürgerlicher Reife im allgemeinen fügen, wollen aber auch davon überzeugt sein, dass die Mehrlasten gerecht verteilt sind. Sonst widersetzen sie sich diesen Lasten instinktiv. Insbesondere darf das Ganze nicht auf Kosten der Landwirte, der Bewohner von Volkssiedlungswohnungen und der Werkfcaetigen gehen; leider aber scheint es, dass es Zustaendigenorts noch an ausreichendem Ver staendnis dafür fehlt, diese Ungleichheit der Lastenübernahme zu verhindern. Cheruth: Die Borger dieses Landes müssen unserer Bewegung (der Cheruth- Partei) dankbar dafür sein, dass sie sich in der Kneseth zum Sprecher der Schuldner dollargebundener Hypotheken gemacht hat. Das veranlasste den Finanzminister, von dem absurden Beschluss abzugehen, diese Hypothekenschuldner zur Rückzahlung auf Grund des neuen Kurses zu zwingen Die Baukosten ihrer Wohnungen waren überdies ja hoch genug gewesen; in Wahrheit waren sie niemals nach der Gleichung ein Dollar — 1,80 II kalkuliert worden. Aber der Plan, ihre Verpflichtungen ietzt auf die IndexBasis umzüstePen, wird die brutale Benachteiligung dieser Menschenmassen nicht beseitigen, sondern nur verewigen. Und dabei hat der Wohnbauminister Dr. Josen'ihal dieser Tage erklaert er habe Anwei. sung gegeben die Mietsver t.raege einer Revision zu unterziehen! Kol Haam: bezeichnet in laengeren Ausführungen den Beschluss von etwa 300 Betriebsraeten ln und bei Tel- Aviv, einen allgemeinen Warnungsstreik gegen den Mangel an einen Angleich der Loehne an die- Abwertung durchzuführen, als den Weg. NASSER UND SEIN "UNVERMEIDLICHER KRIEG" Dawar: Die Erk'aerung des aegyptischen' Diktators, ein Krise mit Israel sei unvermeidlich, haette unsere Aufmerksamkeit sicherlich in staerkerem Masse errege,, wenn nicht zu gleicher Zeit so bedeutsame Entwicklungen an unser°r Wirschaft<- front vor sich gegangen waeren. Natürlich ist hist keine Neuigkeit zu verzeichnen. wir hab~n uns niemals der Illusion hingegeben, dass Nasser diese Plaene aufge- "eben haette. Wasser erklaerte diesmal einem libanesischen Journalisten, der Krieg mit Israel sei unvermeidlich, und er werde ihn starten, wenn der Sieg gesichert sei. Nassers Erklaerungen aend°rri sich. Es kommt immer darauf an mit wem er spricht. Wenn es sich um neutralistische oder wes 11 i c h e Staatsmaenner handelt, wünscht er nichts anderes., als "eine gerecht-* Lösung der Palaestina- und der Flüchtlingsfrage’’. Angesichts dieser Doppelgesichtigkeit des aegyptischen Diktators muss man fragenwann sagt er die Wahrheit? GEFAHR IN DER USSR Jerusalem Post: Man hat Menschen im Mittelalter verbrannt. Hexen und Juden wurden auf öffentlichen Plaetzen lebendig verbrannt, noch lange nachdem das aufgeklaerte Zeitalter begonnen hatte. Dass scheint einelange Zeit her zu sein. Die Menschen haben einen grossen Fortschritt 'durchgemacht. Sie haben anscheinend gelernt, dass man die Massen nicht mit Tod und beid einzelner Menschen erziehen kann. Hinrichtungen mögen Furcht hervorrufen, sie erzeugen aber auch Hass Die Todesstrafe wurde in der modernen Gesellschaft nur noch Mördern und Verraetern Vorbehalten. Es scheint keine andere Rechtfertigung für eine Regierung zu geben, das Leben eines ihrer Bürger zu enden, als die eben angegebenem Gründe. Aber im Mai des vergangenen Jahres hat man in der Sowjetunion die Todesstrafe wieder für Vergehen gegen öffentlichen Besitz, Vagabundieren und ungebührlichen Profit eingefübrt. Durch dieses Gesetz sind bisher 11 Personen wegen Vergehen hingerichtet worden, die man im Westen, Wirtschaftsvergehen nennt. Die Namen der Maenner, die wegen dieser Vergehen, und es handelt sich zweifellos um Wirtschaftsvergehen gegen die Gesetze, verurteilt worden sind, klingen jüdisch. Die Ko xistenz konnte neuen Antisemitismus in der Sowjetunion voraussehen lassen. Früher hasste man gemeinsam die Kapitalisten. Jetzt basst man gemeinsam die Juden. Sobald es zu einer Liberalisierung kommt, verstaerkt sich das antisemitiche Gefühl. Wenn sich nichts aendern sollte, sind die Juden in der Sowjetunion in grosser Gefahr. Wir müssen uns dieser Gefahr durchaus bewusst sein. EIN DEUTSCHES Al Hamischmar: In der westdeutschen Bundesrepublik wurden z,T,ei Aerzt“. die vorher als Helfer bei Mordtaten in K.Z.-Laegern zu langiaehrigen Gefaengnisstrafen verurteilt worden waren nicht nur freigesprochen, sondern erhielten die Erlaublis, ihren Beruf fortzusetzen. Und das ist nur einer der schon sattsam bekannten Fa eile, in denen uns die ‘‘schonungsvolle” Behandlung von Kriegsverbrechen durch deutsche Gerichte tief erschüttert: die letzten Meldungen über die grosse Zahi von alten Nazis im Diplomatischen Dienst der Bundesrepublik treten hinzu, ln Westdeutschland wird heute ■’ine Politik des zielb" wüsten Verzeihens und Vergessens der Vergangenheit getrieben. Es ist ein solcher GERICHTSURTEIL Skandal, dass sich jetzt sogar der Zentralrat der Juden in Deutschland zu einem Pretest gedraengt sah. Im gleichen Sinne, aeussert sich “Cheruth”, mit dein Zusatz scharfer Kritik an den heute in Deutschland lebenden Juden, unter denen sich viele Jordim befinden, die das Schild unserer nationalen Ehre und ihr eigenes Ehrenkleid beschmutzt haben, indem sie sich zu jenen “Fleischtöpfen” begeben haben. Auch die Tatsache der Schilumin - Zahlungen und der individuellen Entschaedigungen dürfte uns in Israel nicht davon abhaiten, gegen das Uebermass von “Toleranz” zu protestieren, das die deutsche Regie- -ung den Neo-Nazis angedeihen laesst. BURMAS ARMEE UEBERNIMMT * DIE MACHT Jerusalem Post: Wiederum, wie im Jahre 1958, hat die Arm^e in Burma die Macht übernommen, um, wie ihre Führer sagen das Auseinanderbrechen des Staates zu verhindern. Noch diskutiert man über die Gründe, die den General Ne Win dazu " b-^chJ h^ben. den - Sta atsstreich durchzuführen. Zuerst erklaerte man, das Fehlen an escigkeit, das die Regierung U Nu den F.orderung'n der Schan - Gruppe gegenüber zeigte, die grosse Autonomie verlangt hatte, sei ein wichtiger Faktor für diesen Staatsstreich. Aber inzwischen zeigen die Nachrichten aus Rangoon, dass Burma eine Reihe von Problemen aller Art hatte, die von der Regierung U Nus nicht gelöst werden konnten. Auf dem ersten Blick sehen die Situationen von 1958 und heute sehraehnlich aus. Damals aber hatte U Nu selbst Ne Win gerufen und ersucht, die Macht zu übernehmen, waehrehd man diesmal erfaehrt, dass U Nu gefangen ist. Ne Win hat den politischen Parteien die Fortsetzung ihrer Täetigk'it erlaubt, wenn auch bisher ”ich+. klar ist, bis zu welchem Punkt, da ja das Parlament airfcr.oiAst worden ist. In Israel, das sowohl mit U Nu als auch mit Ne Win eng befreundet ist, hat die Lage d. gestürzten Ministerpraesidenten Sympathie ausgelöst, u man hofft auf seine baldige Freilassung. Wie dem aber auch sei, ist als sicher anzunehmen, dass Na Win nicht aus politischen Ambitionen für sich selbst gehandelt hat. MAURZCIO LEVI R. Santo Domingo 694 - Fono 36387 Erstklassiae Maasanfertigung