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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1962-03-01 · 3 (Marzo, 1962) · p. Seite 6

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIV (1962)
Issue
3 (Marzo, 1962)
Date
1962-03-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 BOLETIN INFORMATIVO Marzo 1962 ZUR LAGE DER JUDEN IN DER WELT JUDEN IN CDCHIN Von BEN UND RAHEL SCHLESINGER . .Die Gemeinde von Cochin besitzt eine Dokumentensammlung ueber die Entwicklung der juedischen Gemeinschaft in dieser Region, auf Grund derer der indo— juedische Schriftsteller M. D. Jaoheth kuerzlich eine Untersuchung ueber dieses Thema veroeffentlicht hat. Es gibt verschiedene Theorien ueber den Ursprung dieser Kollektivitaet. Unter Zugrundelegung der vorhandenen Quellen laesst die juedische Ansiedlung sich bis in das 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung zurueck verfolgen, von welchem Zeitabschnitt an bis etwa 1500 eine juedische Sied lung in Crangamora (Suedindien) als praktisch unabhaengige Gemeinschaft nach weisbar ist, die von einem selbstgewaehlten Herrscher regiert wurde. Die Historiker sind sich jedoch ueber die Herkunft dieser Siedler nicht einig. Eine beliebte Theorie ist, dass juedische Mannschaften der Schiffe Koenig Salomons an der Kueste Malabars blieben. Eine andere Richtung glaubt, dass die Juden im 5. Jahrhundert in der \Epoche der Herrschaft Koenig Kobads aus Persien einwanderten. Eine dritte Schule ist der Auffassung, dass die Juden Cochins Abkoemmlinge der Staemme sind, die von Schalmanezar in Gefangenschaft gefuehrt und nach ihrer Freilassung sich in Crangamore angesiedelt haben. Wieder eine andere Idee sucht den Ursprung der Juden Crangamores in Babylonien. Moses de Paiva, der Cochin 1686 besuchte, berichtete, dass “...ueber 75.000 Juden im Jahre 370 an der Malabar- Kueste von Myora aus ankamen, wohin ihre Vorvaeter als Gefangene von Titus Vespasianus gelangt waren...”. Die Theorie, die die meiste Wahrscheinlichkeit aufweist, ist, dass nach der Zerstoerung des Zweiten Tempels, im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechung, ungefaehr 10.000 Juden nach Indien flohen, wo sie von den dortigen Herrschern grossmuetig aufgenommen wurden die ihnen die Ansiedlung in den verschiedenen Regionen des Landes gestatteten. Es bestehen Nachweise dokumentarischer Art, aus denen wir ersehen koennen, dass, als der heilige Thomas in Crangamore ankam, “er von einer juedischen Floetenspielerin begruesst wurde und im Judenviertel Wohnung nahm’’. Aus dem Bericht eines roemischen Haendlers ist zu ersehen, dass erwim 2. Jahrhundert in Crangamore eine juedische Siedlung besuchte. Auch der babylonische Talmud, der in den Jahren, 200 — 500 kopiliert wurde, erwaehnt einen indischen Juden, Rabbi Juda. Japheth weist darauf hin, dass im Jahre 370 den juedischen Gemeinschaften gewisse Gebiete, die als “Anjuvannam” bekannt waren, uebereignet wurden. Dieses Ereignis wurde auf zwei kupfernen Tafeln festgehalten, die sich heute in der Synagoge zu Cochin befinden. Die Uebersetzung des in alt-tamilischer Schrift niedergelegten Textes lautet: “Glueck und Segen. Diese Geschenke wurde vom Koenig der Koenige von seiner Herrlichkeit Sri Parkaran Iravi Vannmar, von ihm, dessen Vorfahren seit unerdenklichen Zeiten das Szepter fuehrten, im 36. Jahr nach dem 2. Jahr, an dem Tag, an welchem er in Muyiricote weilte, gemacht, wo er folgende Gnaden verteilte: An Joseph Rabban das Dorf Anjuvannam zusammen mit 72 Grund—, Faehr— und Strassenrechten, den Steuern und dem Titel von Anjuvannam, der Lampe des Tag e s, einem Tuch, einer Saenfte, einem Sonnenschirm einer Vaduga, Trompeten, Trommeln, Girlanden, Schmuckgegenstaenden, usw. Wir haben ihm die Land— und Gewichtssteuer uebereignet und wir haben auf diesen Kupferplatten festgelegt, dass er frei sein soll von den Abgaben, die die anderen Einwohner dieses Landes an den koeniglichen Palast abliefern und dass er und seine Nachkommen- Innenansicht der Paradesi Synagoge Schaft, seine Soehne und Toechter, Neffen und Schwiegersoehne, solange die Welt und der Mond bestehen, die Fruechte des Landes gemessen sollen”. Dieses Siedlungsgebiet wurde also Joseph Rabban, dem Anfuehrer der juedischen Gemeinschaft, uebergeberi. In spaeteren Jahren gesellten sich den ursprünglichen Siedlern Fluechtlinge aus Spanien und anderen europaeischen Laendern hinzu. Nach dem Erloeschen der Dynastie Rabban, kaempften zwei Brueder um die Vorherrschaft in der Gemeinschaft, ein Kampf, der endlich die Siedlung zugrunde richten sollte. 1471 floh einer dieser Beiden nach Cochin, wohin ihm bald die Juden Calicuts folgen sollten, als dort die Mauren eine grausame Judenverfolgung entfesselten ,sodass, als die Portugiesen etwa 1530 ankamen, sie nur noch einige wenige verelendete Juden in der Stadt vorfanden. Cochin nahm die Juden auf und der Herrscher wies ihnen einen Platz in der Naehe seines Palastes zu, wo sie 1567 mit dem Bau der heute beruehtnten “Judenstadt” begannen. 1568 wurde mit der Errichtung der Paradesi—Synagoge begonnen. DIE SCHWARZE ZEIT Die schwerste Zeit der juedischen Geschichte Cochins scheint die der portugiesischen Herrschaft in den Jahren 1580-1663 gewesen zu sein. Die Portugiesen ueberrannten die '“Judenstadt” und zerstoerten die Haeuser, ebenso wie auch die Synagoge. 1661 kamen die Hollaender, die von den Juden als Befreier begruesst wurden, wofuer sie, als die hollaendische Invasion zurueckgeschlagen war, einen hohen Preis bezahlen mussten. Erst 1663 konnte Holland diesen Teil Indiens von den Portugiesen erobern. Die Hollaender waren den Juden gegenueber sehr tolerant und die Gemeinschaft bluehte waehrend der 132 Jahre der hollaendischen Herrschaft. 1664 wurde die Paradesi—Synagoge wieder aufgebaut. Der beruehmte Glockenturm wurde 1760 von Ezekiel Rahabi errichtet. Die Uhren dieses Turms sind von drei Seiten aus sichtbar. Die der Synagoge zugewandte Seite hat die Zahlen in hebraeischen Zeichen, die dem Hafen zugerichtete in Maiayalam, der Sprache von Kerala und die nach dem Palast gehende zeigt sie in europaeischem Stil. DIE BRITISCHE ZEIT 1795 folgten den Hollaendern die Englaender und sie, ebenso wie die verschiedenen indischen Herrscher, erlaubten den Juden freie Ausuebung ihrer Religion. Beweise fuer die vielfaeltigen kulturellen Einfluesse all dieser Epochen sind offensichtlich. Im Stil der Haeuser macht sich der hollaendische Einfluss bemerkbar, Englisch ist, wenngleich auch die Umgangssprache Kerala ist, Geschaeftssprache unter der juedischen Bevoelkerung. Sie haben sich gut der indischen Umgebung angepasst und ihre Lebensauffassung unterscheidet sich vön der ihrer Umgebung nur durch ihre streng orthodoxe Religionsauffassung. Fast die ganze “Judenstadt” wird auch heute noch von, Juden bewohnt, mit Ausnahme von zwei Familien, die nach Israel ausgewandert sind. Diese Juden, deren Familien durch Generationen hindurch in denselben Haeusern gewohnt haben ,sind heute Aerzte, Anwaelte, Steuerbeamte, Faehrenfuehrer, Plantagenbesitzer, Kaufleute und Haendler. All diese Familien sind na- •turgemaess miteinander verschwaegerb und versippt, denn in den letzten hundert Jahren haben die Juden nur innerhalb ihrer engsten Gemeinschaft geheiratet. Der Hafen von Cochin liegt zwischen zwei Inseln, auf einer von denen sich die Synagoge befindet. Um dorthin zu gelangen, muss der Besucher auf einer Faehr e uebersetzen, die vom “Synagogendock” abgeht. Beim Got tesdienst werden die Maenner gebeten, ihre Schuhe abzulegen (genau wie in den indischen Tempeln). Die Frauen, die sich auf einer Empore versammeln tragen einen dem Sarong aehnlichen Rock und eine kurze Bluse. Die Synagoge selbst ist eine interessante Mischung von Juedischem und Indischem. Besonders schoen sind die Fliesen. 1762 bestellte der Maharadscha von Travancore handgemalte. Fliesen fuer seinen Palast. Als diese aus China eintrafen, erfuhr er,, dass zu ihrer Herstellung Rindertalg verwandt worden war. Als orthodoxer Hindu konnte er sie demgemaess nicht gebrauchen und der damalige Vorsitzende der Gemeinde, Ezequiel Rahabi, erwarb sie fuer die Synagoge. Es ist anzunehmen, dass diese zahlenmaessig nie sehr ataerke Kolonie nicht mehr lange bestehen wird, denn viele ihrer Mitglieder tragen sich mit Auswanderungsprojekten, sei es nach Europa, sei es nach Israel, ebenso wie auch mehr und mehr ihrer faebigsten Mitglieder ueber den ganzen Subcontinent verstreut werden. Auszug aus einem Artikel im “Congress Bulletin” Judenstadt (Cochin) Synagogenstrasse - RADIOS PHILIPS y de ocasión Discos gran surtido Ollas a presión — Batería Marmicoc Artefactos eléctricos Jugueras, enceradoras, planchas, máquinas de lavar, estufas, etc. solamente de las mejores marcas Estufas a parafina Cocina a gas licuado Moderno taller de reparaciones de radios y todos artefactos eléctricos Walter Goldschmidt Gran Avenida 4311 Paradero 9 Fono 50711

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