Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 12 (Diciembre 1961)
- Date
- 1961-12-01
- Page
- Seite 9 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Diciembre 1961 BOLETIN INFORMATIVO 9 ZWISCHEN NASSER UND BEN GURIDN: DIE ARABISCHEN INTELLEKTUELLEN IN ISRAEL Konflikte einer Minderheit In Nazareth kann man unterm Ladentisch, aber gegen den doppelten Preis das Buch des libanesischen Autors L. Baalbeki “Ich lebe” erstehen: es erschien im Verlag der israe 1 i s c h e n Gewerkschaft “Histadruth”: im letzten Moment entdeckte man in ihm anti - israelische Tendenzen und es wurde aus dem Buchhandel zurueckgezogen. Dieser kleine Zwischenfall beleuchtet zwei Tatsachen: dass die Intellektuellen unter den 225.000 Arabern Israels ausgehungert nach Autoren ihres eigenen Kulturkreises sind, und dass ein Buch, um bei ihnen zum Bestseller zu werden, eine besondere Ingredienz haben muss — eine Israel-feindliche Haltung. In der Tat ist die kleine Schicht der Intellektuellen das Sorgenkind unter der arabischen Minderheit in Israel. Den Bauern — und sie machen 63% der Minoritaet aus — geht es besser: ihr Viehbestand hat sich in den letzten zwoelf J;ahren verdoppelt; die bewaesserte Bodenflaeche ist um das Zehnfache gestiegen; viele bestellen ihr Land, statt mit Kamel oder Esel, mit Traktoren und mechanisierten Pfluegen. Auch die nomadenhaften Beduinen haben ihren Anteil am wirtschaftlichen Aufstieg — wenn Duerre ist und sie keine Weide fuer ihre Tiere finden koennen, erhalten sie Kompensationen von der Regierung; Kliniken und Krankenpflege sorgen fuer ihre Gesundheit und die ihrer Kinder... Nur die Intellektuellen bilden ein Problemfuer sich. Sie fuehlen den echten Konflikt, in dem sie sich befinden; als Buerger Israels haben sie dem Staat loyal zu sein — und als Angehoerige des arabischen Volkes sind sie ihren Stammesbruedcrn in den Nachbarlaendern nahe, die erklaeren mit Israel im Kriegszustand zu liegen und deren Hasspropaganda sie tagtaeglich ueber den Rundfunk erreicht. “Wir leben in einem geistigen Ghetto”, klagt Salim aus Nazareth, ein junger christlicher Araber, der gerade einen schmalen Band lyrischer Gedichte veroeffentlicht hat. Er arbeitet bei der Steuerbehoerde im westlichen Galii. “Ich meine, wir sind abgeschnitten von der Welt unserer Sprache, von den Stroemungen einer lebendigen arabischen Kultur. Hier und da gibt es den Nachdruck von ein paar Buechern, hier und da wird ein arabisches Werk auch ins Hebraeische uebersetzt, aber wir sind isoliert und auch zahlenmaessig zu wenige, um eine groessere Verlagsproduktion rentabel zu machen”. Tatsaechlich gibt es einige wenige Verleger arabischer Literatur, aber in einer Bevoelkerung von unter einer Viertelmillion, mit einem hohen Prozentsatz von Analphabeten fehlt es an der noetigen Resonanz. Eine Tageszeitung und zwei Wochenschriften in arabischer Sprache geben dem arabischer Schriftsteller in Israel eine Plattform, die jedoch nifcht zu genuegen ¡scheint, um ihn von dem Gefuehl der Isoliertheit zu befreien. Zur gleichen Zeit sprach ich mit Abdal, einem Studenten der Hebraeischen Universitaet in Jerusalem. Abdal gehoert zu jenen zwanzig arabischen Studenten, die vom - Erziehungsministerium CALENDARIOS Motivos de Arte, Paisajes, Flores, Pájaros, Perros y Gatos, Láminas de Arte moderno chino — Marcos asimétricos, Tarjetas importadas de Pascua en Seda y Concha-Perla sfela m* San Antonio 515 "FAMACO" M. R. Fábrica de Materiales de Construcción BENJAMIN ENGEL SPITZ Av. OSSA 1237 - FONO 472352 FABRICA DE BALDOSAS MARMOL RECONSTITUIDO TEJAS - PASTELONES LADRILLOS TUBOS PARA ALCANTARILLADO Distribuidor: Refractarios Lota-Green S. A. ein jaehrliches Stipendium von 300 israelischen Pfund- (ca. 600 DM) erhalten, weil sie Lehrer werden wollen. Sein Vater ist Gemeindebeamter in einem muselmanischen Dorf unweit der jordanischen Grenze. Es war nicht leicht, Abdal zum Sprechen zu bringen. Er wohnt im Studentenheim im Universitaets-Campus. Ausser ihm gibt es noch ca. 80 arabische Kommilitonen, unter insgesamt 8000 Studenten. “Die arabische Bevoelkerung Israel macht ueber 10% aus, die arabische Studentenschaft nur 1%, stellt er ohne Vorwurf, aber mit einer deutlichen Tendenz fest. Ich versuche zu erklaeren, dass auch unter der juedischen Bevoelkerung der Prozentsatz der Westjuden auf dep. Hochschulen hoeher ist als der der Einwanderer aus orientalischen Laendern. In den dreizehn Jahren seiner Existenz konnte der Staat noch nicht den Kulturunterschied von Jahrhunderten ausgleichen. In Palaestina unter dem britischen Mandat gab es auf fuenfzehn Araber einen Schueler; heute in Israel ist das Verhaeltnis 1:5, besser als in Aegypten, Irak und Tunis, wo es 1:10 ist, oder gar in Saudiarabien, wo ein Schueler auf 75 Einwohner kommt. “Von den 37.000 arabischen Schulkindern in Israel gehen weniger als 1000 auf die hoehere Schule”, gibt Abdal zu bedenken. Tatsaechlich gibt es nur sechs arabische hoehere Schulen im Lande, weil es Zeit beansprucht, ein solches Erziehungsnetz aufzubauen; weil die allgemeine Schulpflicht die ohnehin schon auf Opposition bei den Arabern | gestoss.en ist, sich nicht .auf die hoeheren Schulen erstreckt; weil arabische Maedchen, trotz Schulpflicht, ueberhaupt schwer in die Schule zu bringen sind; und weil es nicht genuegend ¡Lehrer gibt. Zwar ist die Zahl der arabischen Lehrer seit Staatsgruendung von 343 auf 1265 gestiegen, aber nur wenige sind akademisch vorgebildet, die Mehrzahl ist durch Schnellkurse und Seminare, des Erziehungsministeriums gegangen. Und selbst bei dem frueheren Lehrermangel war es nicht immer moeglich, alle ausgebildeten Kraefte einzusetzen, da manche Lehrer ihre Schueler gegen den Staat Israel aufhetzen und ihre Loyalitaet als junge Staatsbürger untergraben. Abdal gibt darauf keine direkte Antwort. “Es ist wahr”, sagt er, “dass es uns jetzt besser geht als unter den Englaendern — unser Gesundheitsstandard ist hoeher, unser Einkommen ist gestiegen, unsere Doerfer haben Wasser und Elektrizitaet — aber unsere weitverzweigten Familien sind jenseits der Grenzen, und jenseits der Grenzen liegt man im Krieg mit Israel”. Welche Karrieren stehen also den arabischen Intellektuellen im Lande offen? Die Moeglichkeiten fuer freie Berufe sind zahlenmaessig aeusserst begrenzt und das Problem wird dadurch nur schwieriger, dass die Regierung alle Anstrengungen Von Herbert Freeden (Jerusalem) macht, um das Bildungsniveau der jungen Araber zu heben und somit mehr . und mehr Intellektuelle heranzieht. Die Jugend, die die Gymnasien absolviert, will nichts' mehr von der Landwirtschaft ihrer Vaeter und Vaeters- Vaeter wissen, die seit je das arabische Erbteil war. pic beste Chance sieht sie in der Verwaltungs - Karriere. Gegenwaertig stehen 1700 Araber im israelischen .Staatsdienst- — im Erziehungsministerium, in der Polizei, im Finanzamt, im Arbeitsministerium, in der Gesundheitsfürsorge, im Ministerium fuer Religioese Angelegenheiten und in der Sozialarbeit. Trotzden sind die Araber im israelischen Beamtenapparat von ueber 45.000 nicht ihrem Bevoelkerungsanteil entsprechend von 10% vertreten. Wie alle Probleme der Minderheitenfrage ist auch das ■ eine Folge der Feindschaft der arabischen Nachbarstaaten. Was die Amerikaner “security risk” nennen — die politische Zuverlaessigkeit und unbedingte Loyalitaet eines Beamten — ist natuerlich in Israel, an dessen Grenzen nur zu oft geschossen wird, von ueberragender Bedeutung, Aus diesem Grunde dienen als einzige Nichtjuden nur die Drusen, eine Minoritaet von 23.000, in der israelischen Armee, Alle Posten, auf denen Staatsgeheimnisse verraten werden koennen oder ein Sicherheitsrisiko auf dem Spiele steht, sind deshalb von vornherein fuer Araber ausgeschlossen. — Auf der anderen Seite aber bietet der private Sektor keine Kompensation: juedische Unternehmungen zoegern nach wie vor, Araber als technische oder wissenschaftliche Kraefte anzustellen, selbst wenn sie juedisehen gleichwertig sind. Offenbar sind die aus der Mandatszeit stammenden Vorurteile noch nicht ueberwunden und mehr noch, die unaufhoerliche Spannung zwischen der arabischen Welt und Israel hindert die wirtschaftliche Integrierung der arabischen Intellektuellen im Lande. Kein Wunder, dass ein. grosser Teil von ihnen ins politisch extreme Lager geilt —■ entweder dem rabiat nationalistischen Nasserismus verfaellt, oder dem Kommunismus, haeufig jedoch einer gefaehrlichen Mischung «aus beidem. Diese Radikalisierung ist das Resultat einer objektiv schwierigen, in individuellen Faellen manchmal ausweglosen Situation. Ein Ausweg waere Emigration in die arabischen Laender. Das klingt leichter ais es ist. Natuerlich kann jeder, der will, Israel verlassen. Auswanderung ist frei — aber nicht ins Feindesland. Unter den Opfern der Grenzzwischenfaelle sind sicherlich nicht nur Spione und Schmuggler, sondern aüch junge Leute, die heimlich ueber den Gazastreifen nach Aegypten oder ueber die Nordgrenze in den Libanon wollen. Um legal auszuwandern, muessten sie erst mit dem Schiff nach Zypern reisen, und von dort in ihr Bestimm ungsland. Aber Schiffahrten kosten Geld, und gerade das ist bei jenen unbeschaeftigten Intellektuellen recht knapp. Nur der wirkliche Friede im Mittelosten duerfte .die arabische Minderheit in Israel aus ihrer Zwitter- und Zwischenstellung befreien: sie politisch und staatsbürgerlich voll integrieren; zu einem Austausch geistiger Gueter mit den Nachbarlaendern fuehren; und den arabischen Intellektu eilen nicht nur das Tor zur Welt ihrer Kultur, sondern auch die Tore zu Karriere und Wohlstand im Lande oeffnen. Fábrica de Pantalones Para DAMAS — Caballeros y Niños Heriberto Kiwi A. Morande 720 — Santiago —— Teléf. 61848 J. ÜÍEliAPIR í HIJOS lílll PACIFIC TOim EXCHANGE Turismo - Pasajes - Hoteles Cambio de Monedas AGENTES DE AMERICAN EXPRES^ "!0. BANK OF AMERICA Agustinas 1028 — Tel.: 84888 — 89257 — 85471 Consúltenos sobre su próximo viaje CREDITOS Miembros de I. A. T. A.