Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 12 (Diciembre 1961)
- Date
- 1961-12-01
- Page
- Seite 8 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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8 BOLETIN INFORMATIVO Diciembre 1961 Afrika, Mittelost und Asien ISRAEL STIMMT GEGEN "APARTHEID” DE—JURE ANERKENNUNG DURCH ABESSINIEN Lamerchaw u. H a z o f eh würdigten diesen Schritt A b e s s i niens “Lamerchaw” verweist auf die günstige Entwicklung des faktischen Verhaeltnisses zwischen den beiden Laenden, vor /allem auf wirtschaftlichem Gebiete. Aber die in Addis Abeba jetzt beschlossene Verwandlung der bisherigen de factoin eine de jure-Anerkennung wird als Ausdruck freundschaftlicher Gesinnung auch höchst positive politische Wirkungen haben können. “Hazofeh” erinnert daran, dass der Negus mit seiner Familie vor dem Weltkrieg, als die Italiener sein Land besetzt hatten, in Jerusalem Zuflucht fand und dass Abessinien seinerzeit zu den ersten Staaten gehörte, die die Medinath Israel de facto anerkannten statt dem Druck der Araber u. insbesondere Aegyptens nachzugeben. Allerdings erwaehnt das Blatt auch, dass sich die abessinische Delegation kürzlich in Belgrad auf der Neutralistenkonferenz den Drohungen Nassers fügte und gegen den burmesischen Ministerpraesidenten U-Nu auftrat, als er (erfolgreich) eine Resolution gegen das “imperialistische” Israel verhinderte. Vielleicht, meint “Hazofeh” schliesslich, wird der jetzige abessinische Schritt auch andere Staaten so die Türkei und Griechenland, zur selben Massnahme anregen. Dawar: Die nunmehr erfolgte de jure-Anerkennung durch Abessinien bedeutet einen wichtigen politischen Schritt in der Geschichte der Entwicklung der auswaertigen Beziehungen Israels. Nunmehr wird die Freundschaft die zwischen Aethiopien und Israel schon bestand, auch offiziell festgelegt und verankert. Es besteht jetzt die Möglichkeit, die Beziehungen weiter zu vertiefen und auszubauen. Das aethiopische Reich gehört zu den grössten Staaten Afrikas und besitzt seit langem politische Souveraenitaet. Bisher hatte Addis Abeba gezögert seine Freundschaftsbeziehungen zum jüdischen Staate offiziell anzuerkennen, und zweifellos war diese Taktik auf Befürchtungen gegenüber Nasser zurückzuführen. So bedeutet denn die nunmehr erfolgte de jure-Anerkennung, eine' Demonstration der Staerke und Sicherheit dergestalt, dass die Abessinier vor aller Welt zeigen wollen, wie konsolidiert ihr Staat ist, und dass sie etwaige Reaktionen nicht mehr zu fürchten brauchen. DER ALGERIEN¬ KONFLIKT Jerusalem Post: Der Algerienkonflikt ist in seine akuteste und konfuseste Phase eingetreten. Waehrend noch vor kurzer Zeit das Zentrum dieses Konfliktes um die FLN und die französischen Sicherheitskraefte in Algerien gruppiert war, hat er nun neue Fronten gefunden. Die Sicherheitskraefte kaempfen nicht nur gegen FLN, sondern zu gleicher Zeit auch gegen die OAS, die extremistische Organisation der Europaeer in Algerien, die von 90'% der 'französischen Bevölkerung des Territoriums unterstützt wird. Die beiden Bevölkerungsteile, Franzosen und Moslems, stossen immer wieder zusammen, nicht nur allein die Extremisten, besonders in der Stadt Oran. In Frankreich selbst kommt es zu heftigen Demonstrationen und Zusammenstössen zwischen den 400.000 Algeriern, die dort leben, und der Polizei. Nach der letzten Pressekonferenz vom vorigen Monat, in. welcher Praesident de Gaulle die algerische Oberhoheit über die Sahara anerkannte, schien der wichtigste Streitpunkt aus dem Wege geraeumt zu sein. Aber noch gibt es Meinungsverschiedenheiten über den Status und die Rechte der europaeischen Minderheit in Algerien. Franreich will auch die Rechte in der Sahara behalten, wo gewaltige Summen investiert, worden sind. Die Sachlage schien schwierig, aber man spricht letzthin von Verhandlungen und Verstaendigung, die erreicht sein sollen. Aber die Algerier könnten befürchten, dass die OAS stark genug sei, einen Putsch durchzuführen und an der Küste eine französisch-algerische Republik zu schaffen. De Gaulle wird beweisen müssen, dass er die OAS zerbrechen kann. De Gaulle selbst hat klare Ideen über die ganze Angelegenheit und will keiner Teilung Algeriens zustimmen, aber .viele seiner Kollegen sind anderer Ansicht. Und so gibt es noch immer Probleme, die erst gelöst werden müssen, bevor diese Frage überwunden sein wird. DAS VERBOT DES “EXODUS”-FILMS IN CYPERN “Cheruth” Das Verbot des Exodus-Films durch die cypriotische Regierung, das wegen des Protests der aegyptischen Botschaft erfolgte, ist ein Zeichen dafür, dass die Cypern-Regierung allzu sehr dazu neigt, sich dem Willen Nassers zu fügen, wenn Israel dadurch getroffen wird. Diese neue proarabische und anti-israelische Geste setzt uns in Erstaunen und Sorge. Können zwei benachbarte Staaten, deren gegenseitige Beziehungen für beide wünschenswert und notwendig sind, diese Beziehungen locker halten und von den Kapricen eines dritten, feindlichen Staates abhaengig machen? (Fortsetzung Seite 10) ISRAEL UND SUEDAFRIKA Jerusalem Post: Der südafrikanische Aussenminister Eric Louw, hatte recht, als er erklaerte, Suedafrika habp Israel bisher immer weitgehende Freundschaft bewiesen. Nicht recht aber hat er bezüglich Israels Undankbarkeit. Man kann die Dankbarkeit nicht so verstehen dass Südafrika erlaubt werden sollte, seine Rassenpolitik wie bisher weiter zu treiben, waehrend die ganze Welt gegen diese Form der Politik vorgeht. Israel ist schon aus Tradition gegen jede Form der Diskriminierung eingestellt. Es ist nicht zu verstehen, wie Südafrika darauf kommen konnte, dass Israel seine Freundschaft für dieses Land, gerade dadurch zum Ausdruck bringen würde, indem es eine Art der Bestaetigung für die Apartheid-Politik, ausspricht Es ist zu bedauern, dass Louw die Dinge so auffasste, wi" er es in seiner Rede zum Ausdruck brachte; aber es ist sehr wichtig, dass Israel wieder bewiesen hat, gegen Apartheid eingestellt zu sein DIE JUDEN IN SUED¬ AFRIKA Haaretz: Obwohl gewiss? politische Beschlüsse des jüdischen Staates, manchma1 nicht mit den sofortigen Interessen der Juden der Gola in Einklang zu bringen sind kann nicht übersehen werden, dass Israel gezwungen ist, eine unabhaengige politische Linie einzuschlagen, wie jeder unabhaengige Staat tun muss. Die Haltung Israels in der Frage Südafrika entspreche nicht nur den Interessen des Staates, sondern auch den Grundprinzipien der völkerrechtlichen Moral. Es sei nur zu hoffen, dass der Tag kommen wird, da auch die weissen Bürger Südafrikas diese Tatsache anerkennen werden. EINE KURZSICHTIGE POSITION Lamerchaw: Der “Zionisi Record”, das Blatt der Zionisten Südafrikas, ist sehr enttaeuscht: Er nimmt ge¬ INDUSTRIA PLASTICA NY-PONT» Salo Neger SOBRE BASES EN PLANCHAS DE PLEXIGLASS TRANSPARENTE Y COLORES f Manilla y Mangas para todo uso. Estantes para vitrinas. Repuestos de precisión para Industrias Faroles para autos. Porte-retratos, Espejos, Bandejas, etc. Aplicación varias. Se venden Planchas de 1 mm. hasta 20 mm. LETREROS LUMINOSOS LAMPARAS PANTALLAS DECORACIONES INTERIORES Vicuña Mackenna 1408 — Fono 50844 gen Israel Stellung, das gemeinsam mit 66 Staaten in der UNO die Apartheid-Poiitik in Südafrika verurteilt hat. Vorher schon hatten sich Regierungskreise in Pretoria in aehnlichem Sinne geaeussert, Die südafrikanische Regierung führt eine Dikriminierungspolitk durch die nicht nur Millionen ihrer Bürger aller Rechte beraubt sondern auch von der Weltöffentlichkeit verurteilt wird Diese Politik hat dazu geführt, dass Südafrika aus dem Commonwealth ausgeschieden und in eine Isolierung geraten ist. Israels Position war immer gegen jede rassis che Diskriminierung. Diese Position kommt nicht nur aus den jüdischen Erfahrungen her, sie beruht auch auf der Erkenntnis de; Fortschrittes. Daher berührt es seltsam, wenn die südafrikanische UNO - Delegation der Ansicht ist, der Verurteilungsbeschluss gegen Südafrika verstosse gegen die Redefreiheit in der UNO. Wir mögen volles Verstaendnis für die Lage der Juden haben, aber Israels Position als Staat ist eine andere Sache. Der “Zionist Record” mag von seinem Standpunkt berechtigte Kritik geübt haben, aber allgemein gesehen, ist seine Position kurzsichtig und wenig einleuchtend. UNSERE ABSTIMMUNG IN DER UNO Haboker: In der UNO-Vollversammlung hatte der liberische Delegierte einen Antrag gestellt, der Südafrika" Apartheid verurteilte. Zwar ist Südafrika nicht das einzige Land, in dem eine solch e Rassendiskriminierung besteht, aber nur dort ist si° offizielle Politik. Es kam zu einer Abstimmung unä mit den afro-asiatischen Staaten stimmten Israel, Holland und Argentinien, waehrend sich alle anderen wes 11 i c h e n Staaten der Stimme enthielten. Der südafrikanische Aussenminister griff Israel deshalb in einer Rede 'an Wir hatten schon bei dieser Abstimmung Zweifel, ob es nicht besser gewesen waere wenn Israel sich der Stimme enthalten haette. Unsere Position war in diesem Falle wie oftmals in aehnlichen Situationen, nicht leicht Vielleicht kann man der südafrikanischen Regierung diese unsere besondere, schwierige Lage erklaeren. MIT ZWEIERLEI MASSEN GEMESSEN Jerusalem Post: Vor einer Woche fand in der UNO die Rede des südafrikanischen Aussenministers weitgehend Kritik, der sich auch Israel anschloss. Er wehrte sich dagegen mit der Erklaerung, niemanden habe er beleidige; was er gesagt habe, sei durch aus gemaessigt im Vergleich mit anderen, in der UNO schon gehaltenen Reden — wenn man ihn tadele messe man mit zweierlei- Massen. Die Frage, ob in der UNO mit zweierlei Massen gemessen wird, und wie es verhindert werden kann, ist soeben wieder nach der Schimpfkanonade, ak t u e 11 geworden, zu der sich ein früherer Jünger des Mufti verstiegen hat, Achmed Schukeiri, der jetzige dortige Delegierte Saudiens. Seine sogenannten “Vorschlaege” zur Bereinigung des Israelis c h-arabischen Konflikts bedürfen kaum einer Prüfung; sie dienten ja nur als Vorwand zu all den Verdaechtigungen und Beschimpfungen, mit denen er uns in der UNO auch früher schon so oft bedacht hat. Wenn er insbesondere Golda Meirs Anregung, eine regionale Abrüstung im Nahen Osten einzuleiten, mit der absurden Entgegnung mattsetzen wollte., ohne Israel waere es in diesem Laenderbezirk überhaupt zu keiner Aufrüstung gekommen, so braucht man nur an die letzten Ereignisse in Kuweit, Syrien und den Irak zu erinnern. Der Tagungspraesident M Slim hat sich der Parteilichkeit schuldig gemacht, eines unverantwortlichen M i s sbrauchs seines hohen Amtes, weil er Schukeiri nicht das Wort entzogen hat. Frau Meir hat inzwischen gebührend geantwortet. Reden wie die dieses arabischen Hetzers durchzulassen, kann nur heissen, dem Prestige der UNO zu schaden. 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