Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-11-01 · 11 (Noviembre, 1961) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
11 (Noviembre, 1961)
Date
1961-11-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/8553624-8558034-9194495--3311-8558296
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4 BOLETIN INFORMATIVO Noviembre 1961 L 1! PARALLELE Ben Gurion und Adenauer Von ihrer historischen Mission überzeugt (Foto: “Israel, Staat der Hoffnung“). “Das Ergebnis der letzten Wahlen kann nur als Pyrrhus Sieg bezeichnet werden: noch ein solcher Triumph und er ist verloren! Der Rueckgang an Stimmen und Mandaten seiner Partei ist vielleicht garnicht so sehr wesentlich: schliesslich bewahrt sie noch eine bequeme relative Mehrheit. Auch der Gewinn der groessten Oppositionspartei ist nicht so rasant, wie die Wahlpropheten es vcraussagten. Das Entscheidende ist aber, dass diese Verschieb ung des Gleichgewichts genuegte, um ganz unbedeutende Fraktionen zum Zuenglein an der Waage zu machen. Und die nuetzen das natuerlich weidlich aus. So ist es zu erklaeren, dass es bis heute nach monatelangen Verhandlungen noch nicht moeglich war, eine Regierung mit parlamentarischer Mehrheit zu bilden”. “Sprechen Sie von Adenauer oder von Ben Gurion?”. “Ihre Frage ist wirklich interessant. Aber entschuldigen Sie, wenn ich erst meinen Gedankengang weiter, fuöhre. Wenn man naemlich seine Haltung bei den Koalitionsverhandlungen verstehen will, muss man sich vor Augen fuehren, welch ueberragende Rolle dieser Mann nun schon seit mehr als zwoelf Jahren im Leben reines Landes spielt. Er wurde fuer das leitende Amt berufen, als sein Volk aus der schwaerzesten Nacht seiner Geschichte auftauchte. Es gab keine politische Tradition, an die man haette anknuepfsn koennen, und keine Verfassung, die den Strom der sich ueberstuerzenden Ph o b lerne in vorgesehene Bahnen haette lenken koennen. Und so widerspruchsvoll es scheinen mag, hat er einerseits an der Entwicklung der Demokratie verdienstvollen Anteil, andererseits aber hat er jederzeit eine Autoritaet ausgeuebt, die mit der Aufteilung der Gewalten manchmal nur schwer in Einklang zu bringen war”. “Welcher von beiden...”. “Einen Augenblick. Da ich an Astrologie nicht glaube, nehme ich an, dass das Mass Persoenlichkeit, mit dem er ausgeruestet ist, zum grossen Teil das Geheimnis seiner Position erklaert. Aber der Erfolg, den er als Regierungschef vor den Augen der staunenden und bewundernden Mitwelt erzielt hat, muss seine Selbstsicherheit bis zu dem Grade erhoeht haben, dass man heute sich schon des Eindrucks nicht mehr erwehren kann, dass er mehr als ein Politiker oder gar ein Staatsmann, eine von ihrer historischen Mission ueberzeugte 'Persoenlichkeit ist. Er hat zweifellos etwas charismatisches an sich”. “Nun erklaeren Sie mir aber bitte, erst einmal...” “Sofort. Ich wollte nur noch sagen, dass diese angeborene, begnadete Autoritaet natuerlich Gefahren in sich birgt. Die Gefahr der Autokratie naemlich. In unserem Falle ist es zum Glueck nicht so weit gekommen, wenn auch seine Gegner jede mutige Entscheidung, auch wenn sie vollkommen im Rahmen seiner Machtbefugnisse gefaellt worden war, mit dem Vorwurf der Diktatur quittiert haben. Im Ausland aber hat ihm das ein Prestige eingebracht, von dem seine Landsleute kaum etwas zu ahnen scheinen. Vielleicht werden sie es spueren, wenn sie es nach seinem Abtreten aus ihrem politischen Hauptbuch ab-' schreiben muessen”. “Ich verstehe immer weniger, ob Sie von Ben Gurion oder von Adenauer sprechen”. “An diesen Moment, da er sich vom politischen Leben zurueckziehen wird, muss man natuerlich . denken. Schliesslich nennt man ihn, soweit ich mich ueberhaupt erinnere, nur “der Alte”. Und heute ist er, Spass beiseite, wirklich nicht mehr der Juengste. Trotzdem glaube ich, dass er die ganzen Schwierigkeiten der Regierungsbildung, sowohl die gut oegruendeten wie die kleinlichen, noch einmal ueberwinden wird. Irgendwie wirder es schon wieder schaffen und die Sache zustande bringen”. “Na ja, bei seinem Dickkopf!”. “Dickkopf? Nun hoeren Sie aber mal, von wem sprechen Sie denn eigentlich? Von Adenauer oder von Ben Gurion?”. KONTRAPUNKT “Die Sowjet-Union verlangt ein sofortiges Abkommen zum Verbot der Kernwaffen. Die Atombewaffnung stellt die groesste Gefahr dar, welche die Menschheit bis heute bedrohte. Darum ist ihre augenblickliche Proskription und, wenn moeglich, Vernichtung die vordringlichste Forderung aller friedliebenden Menschen. Die uebrigen Probleme wie konventionelle B e w a f f nung, Abruestung, Kontrollen u. s. w., koennen warten”. “Die Sowjet-Union muss den Versuch, unter diesen Umstaenden eine Einstellung der Atombomben-Versuche zu bewerkstelligen, als ein plumpes Taeuschungsmannoever der Westmaechte blossteilen. Nur wer das Problem der Kernwaffen im Rahmen der Abruestungsfrage im allgemeinen zu verhandeln bereit ist, kann fuer sich in Anspruch nehmen, zu Recht von Frieden zu sprechen”. Der Delegierte ist der gleiche. Aber es liegen zehn Jahre dazwischen. Irgendjemand befragte ihn um das Geheimnis der Komposition dieser ruecklaeufigen Melodie. Er antwortete: “Damals waren die Westmaechte noch nicht bereit, ueber Abruestung zu verhandeln”. Was hat sich in Wirklichkeit geaendert? Vor zehn Jahren war Russlands grosse Waffe sein gewaltiges stehendes Heer. Der Westen hatte seine Soldaten entlassen und vertraute auf sein Atombomben-Lager. H e ute glaubt Russland, den atomischen Vorsprung eingeholt zu haben. Vielleicht haben sie es auch. Jedenfalls genuegt es. Sie koennen sich also leisten, das muehsam erreichte Abkommen zur Einstellung der Atombomben-Versuche ohne jede Kuendigungsfrist zu uebergehen. Dass dies ein paar Tage vor der Neutralisten-Konferenz in Belgrad geschieht, spielt keine Rolle. Dafuer sind Nasser dort und Nehru und Gizenga und Dorticös, die das schon beschoenigen werden. Novaya Zemblya. Ein neuer Name wird aktuell. Eine Megatonne ist gleich eine Million Tonnen TNT. Atombomben-Versuch Nummer 8. Die radiaktive Wolke naehert sich Kanada. Kennen Sie die Wirkung von Strontium 90? Atombomben-Versuch Nummer 13. Dass dies gerade mit der Eroeffnung der Sitzungsperiode der UN zusammentrifft, spielt keine Rolle. Dafuer schickt Nehru seien Botschafter Krischna Menon und Nasser schickt sogar den Aussenminister. Nummer 14. Daenemark bringt eine Resolution ein. 30 Megatonnen. Japan protestiert. Am 30. Oktober soll es interessant werden. Wenn es regnet, wird etwas Strontium aus der radiaktiven Wolke auf die Erde kommen. Nummer 17. Japan protestiert. Es handelt sich nicht nur um Strontium; da gibt es noch andere Elemente. Man misst das in Micro-Curies. Nummer 21. Am 30. Oktober, vor der Schlussitzung der Kommunistischen Partei, da passen Sie auf. 50 Megatonnen ist zwanzig Mal so viel Sprengkraft wie alle Bomben, Projektile und Torpedos, die im zweiten Weltkrieg abgefeuert wurden, zusammengenommen. Nummer 22. Novaya Zemblya. Man sollte Stalin ausgraben. Die UN nimmt eine Resolution an, worin man Kruschew ersucht... Die Wolke, die von den 30 Megatonnen, war von Groenland aus kaum zu sehen. Der Radius der absoluten Zerstoerung waere 8 km. dann kommt ein Radius von 50 km und im Umkreis von 300 km. falls die Berechnungen stimmen, da sieht es so aus: Einen Augenblick. Heute ist erst der 29. Oktober, da ist noch Zeit. Die Berechnung von den 40 Millionen Toten ist sowieso sehr theoretisch. Man hat noch Zeit. Man kann Keller, bauen. Sie braucht nicht gleich - die Hauptstadt zu treffen. Novaya Zemblya. Japan protestiert. Die Fachleute koennen die Zahl der Toten auf 4 Millionen reduzieren. Der Nachwuchs. Heller als zehntausend Sonnen? Das muss eine Uebertreibung sein. Zumindest kann man sich das nicht vorstellen. Die Abstimmung in der UN war eindrucksvoll: nur Russland und die Satelliten haben dagegen gestimmt. 4 Millionen ist auch viel. Und Kuba. 30.Oktober: 50 Megatonnen. Oder mehr, wie Kruschew sagt, weil die Wissenschaftler sich verrechnet haben. Aber er ist ihnen nicht boese. Schlussitzung des Parteitags. Nationalhymne. Stalin wird ausgegraben. Wer wird einmal die Menschheit ausgraben? Die Termiten? Der UN-Beschluss wandert ins Archiv. Zu den Beschluessen ueber Ungarn. Die UN ist ja schliesslich noch gut dazu, um den Kleinen auf die Nerven zu fallen. Um Kavaliere wie Herrn Slim zu Ehren und Wuerden gelangen zu lassen. Ist das vielleicht nichts? Schliesslich kann ja niemand etwas dafuer, dass Kruschew sich einen feuchten Kehricht um die ganze UN kuemmert. Und um die Mitwelt. Ein sehr bedeutendes Mitglied des Praesidiums der Kommunistischen Partei Russlands, dessen Name der Russlands, dessen Name der Kabel-jAgentur entging, brachte im uebrigen eine Idee zum Ausdruck, die vom Parteitag einstimmig (die Redaktion unterstreicht: einstimmig! ) akzeptiert wurde : “Die augenblickliche Serie von Atombomben-Versuchen dient den Interessen der gesamten fortschrittlichen Menschheit und des Friedens”. ATSCHEKA MAURICIO LEVI R. Santo Domingo 694 - Fono 36387 Erstklassige Maasaniertigung TODO TIPO DE ARTICULOS PLASTICOS LOS ENCONTRARA EN: “La esquina de los plastéeos” PASAJE MATTE: QUIOSCOS 383 — 385 ESTHER WEINBERGER DE MAGUENZO FOTO TIMAR Nueva York 54 . Fono 64943 Retratos Artísticos — Reproducciones y Ampliaciones de todas clases para Diarios, Imprentas — Fotografías de Propaganda para Industrias — Trabajos para Aficionados FOTOCOPIAS AL MINUTO

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.