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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-10-01 · 10 (Octubre, 1961) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
10 (Octubre, 1961)
Date
1961-10-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 BOLETIN INFORMATIVO Octubre 1961 ZUR LAGE DER JUDEN IN DER WELT wurden sie mit amerikanischen Arbeitsmethoden vertraut. Der erste, entscheidende Schritt war getan. Es gab Raum fuer neue, kleinere Unternehmungen, die nicht zuviel Kapital benoetigten und durch die Weiter Vergebung von Heeresauftraegen an “Subcontractors” von denen man im Ganzen etwa 80.000 zaehlte. Das wurde fuer die Refugees wichtig, nachdem erst einmal die Behinderung durch mechanische Eingliederung als “enemy aliens” gefallen war. Nach dem Fall dieser Schranke leisteten auch weit ueber tausend Menschen wertvolle Arbeit in der Verwaltung. Ein Teil blieb auch nach dem Krieg in der Verwaltung; weit mehr gingen von dort in die Wirtschaft und zumal an die Universitaeten, die nach Kriegsende dringend Lehrer benoetigten. Den juengeren Refugees, die durch den Kriegsdienst gegangen waren, wurde durch diese Teilnahme die Eingliederung in den Wirtschaftsprozess um vieles erleichtert — durch das Zusammenleben mit ihren neuen Mitbuergern und oft durch die spezielle Ausbildung, die sie im Heer erhielten; dann aber auch durch das “Veteranen” — Programm, das Studium oder technische Ausbildung und durch Darlehen auch die Eroeffnung kleiner eigener Betriebe ermoeglichte. So war fuer diese Altersgruppen der Weg frei. In diesem Zusammenhang ist es eine Ehrenpflicht, auf die Bedeutung der Frauen fuer den Wiederaufbau unserer wirtschaftlichen Unabhaenglgkeit hinzuweisen. Verwoehnt im Vergleich zu der Gesamtheit der deutschen Frauen und zu den Amerikanerinnen, die laengst ihren Haushalt fast ohne Hilfe hatten fuehren muessen, waren sie es, die groesste Staerke in den neuen Ver- (Fortsetzung von Seite 7.) haltnissen zeigten. Sie konnten anfangs auch leichter Arbeit finden als Maenner, wenn auch meist in sehr untergeordneten Stellungen. DIE WIEDERGUTMACHUNG UND DIE SOCIAL SECURITY Der dritte glueckliche Umstand war und sind die Zahlungen aus der deutschen Wiedergutmachung und der Entschaedigungsgeße Umgebung, wie auch die Pensionen der Beamten, die seit etwa 1954 zu fliessen begannen. Fuer Viele war hiermit ein kleines Anfangskapital gegeben. Fuer die alternden Menschen aber und die vielen alleinstehenden Frauen war es einfach die Rettung, die Gewissheit, jedenfalls ein kleines eigenes Einkommen zu haben, zu dem es nicht schwer sein wuerde, das Noetigste hinzuzuverdienen. Von aehnlicher Bedeutung erwiesen sich die Zahlungen der “Social Security” die nun auch frueher Selbstaendige erhalten, wenn sie entsprechende Beitraege geleistet haben. Besonde r s, wo Rente von Deutschland und Social Security zusammen kommen, ist Vielen, die mit Sorge an ihr Alter dachten, eine bescheidene Unabhaengigkeit gesichert. HEMMENDE UMSTAENDE Neben den guenstigen gab es natuerlich auch unguen1 stige, hemmende Momente, ganz abgesehen von der Arbeitslosigkeit, die die Einwanderer der 30er Jahre vorfanden. Da war zunaechst die Tatsache, dass bis ins zweite Kriegsjahr die Refugees als “enemy aliens” angesehen wurden. Wichtiger noch waren die unoffiziellen Hemmungen. Was wir in Deutschland einst “gesperrte Berufe” nannten, naemlich den Zustand, dass private Grossbetriebe oder auch andere Unternehmungen Juden bei der Auswahl ihrer Angestellten ausschlossen, fanden wir auch hier vor. Dies nicht nur bei den groesseren Banken, sondern z. B. auch im Innenbetrieb der groessten Versicherungs Gesellschaften (waehrend natuerlich juedische Adquisiteure dort immer beliebt waren). Gluecklicherweise hat sich in dieser Richtung im letzten Jahrzehnt, durch den Mangel an qualifizierten Arbeitskraeften, jedenfalls in der Industrie, vieles gebessert. Beruflicher Brotneid konnte selbstverstaendlich auch nicht ausbleiben. Wir erwaehnen die Hemmungsversuche der Fachorganisationen gegenüber den eingewanderton Aerzten. Auch einzelne Arbeitergewerkschaften waren davon durchaus nicht immer frei. So wehrte sich die Gewerkschaft der Diamantenarbeiter 1939 - 1940 scharf gegen die Neuankommenden und versuchte sich nicht nur weiterer Einwanderung, sondern sogar der Einrichtung von Ausbildungs kursen fuer ihr Gewerbe zu wiedersetzen. Gewiss wenden sich hochherzige Gesetze in elf Staaten, zumal auch im Staate New York gegen solche Praxis. Juedische Arbeiterorganisationen berichten, dass trotzdem noch Ausschluss von Juden in den Gewerkschaften mit strengem “closed shop” System vorkommt. Wichtiger als solche Hemmungen war aber doch fuer die Refugees der Umstand der Unkenntnis des Landes und der Arbeitsmethoden. Nicht alle Betriebe deren Aufbau versucht wurde, waren ein Erfolg. Unkenntnis der Verhaeltnisse bereitete manchen ein vorzeitiges Ende. “M. B.” (Fortsetzung in unserer November Ausgabe) COLCHONES DE RESORTES (ALGO NUEV Píetelo« en todos les BUENAS CASAS || DU RAMO O EN LA FABRICA J Carlos Seelmann e Hijo Las Dalias 3249 (Macul) Fono 499407 ■ Especialidades en tamaños especiales. GEDANKEN ZWISCHEN 2 UND 3 Die Sonne scheint, die Blueten duften, die Luft atmet Freude und Lebenslust. Die winterliche Lethargie weicht Unternehmungsgeist, man moechte allen taeglichen Kleinkram einmal von sich schleudern und nur das Gottesgeschenk des Fruehlings geniessen. Welch herrliche Zeit diese kurze Spanne —zu kurz in unseren suedlichen Breitegraden — doch ist, mit ihrem verschwenderischen Ausbruch von holdester Schoenheit, zartester Farbenpracht, die jede kleinste “Placita” in ein Stueckchen Garten-Eden verwandelt. Die Baeume und Straeucher haben hauchfeine Schleier aus variiertestem Gruen uebergeworfen; kecke, s t r o tzende Knospenkoepfchen lassen ungeoeffnete Bluetenwunder ahnen. Man muss sich ganz einfach Zeit nehmen und Koerper und Seele mit Sonne und Geist oeffnen, um dieses jährliche Wunder bewusst zu geniessen. Es ist bestimmt keine verschwendete Zeit, selbst, wenn etwas scheinbar Wichtiges momentan vernachlaessigt wird. Es ist ein aussergewoehnliches Privileg geworden, Zeit zu haben. Im allgemeinen haben wir sie nicht —sie hat uns. Sie hetzt und treibt, peitscht und fordert. Sie mahnt und fliegt und reicht nie aus. In ihrem Namen und mit ihr wird viel Schindluder getrieben, ihr tolles Tempo ist wohl eine kleine Racheaktion. Man spricht von harter, schwerer, schlechter, goldener, teurer Zeit wobei die einzig positive immer in der Vergangenheit liegt. Man kann Zeit verstreichen lassen und .festsetzen, ausnuetzen, gewinnen, stehlen, haben, totschlagen, sich lassen und sie vertreiben. Es heisst, sie sei Geld und, sie gewonnen, sei alles gewonnen, Auf jeden Fall ist sie kostbar, und sie zu verschwenden, ist Gut nutzlos vertun. Die Hochzeit ist eine hoehere als gewoehnliche Zeit. Manchmal ist es sogar “hoechste Zeit”, aber das ist heutzutage fast” Zeitgemaess”. Mit “Zeiterscheinung” wird manches achselzuckend abgetan, wofuer wahres Verstaendnis fehlt. Man muss eben “mit der Zeit” gehen, auch, wenn es schwerfaellt. “Segnet man das Zeitliche”, bedeutet das ohne Zweifel einen “Zeitabschnitt”, und wenn es auch nur der des eigenen Lebens ist. Nur den Auserlesensten glueckt es, ihrer Zeit den Stempel aufzudruecken. Eigenartigerweise sagt man: “Du liebe Zeit”, wenn man ueber etwas wenig Liebes staunend den Kopf schuettelt. Bei rueckwaerts lebenden Menschen spielt das “seinerzeit”, “zeitlebens” eine ueber grosse Rolle; sie konnten sich nicht “beizeiten” davon befreien. Die Zeit legt uns Fesseln an, sie ist ein Tyrann, andererseits aber heilt sie auch Wunden. Von “Zeit zu Zeit” sieht wohl jeder irgend einen Alten gern, auch wenn er nicht mephistophelisch veranlagt ist. Dass es einen “Zahn der Zeit” gibt, hat schon Ovid in seinen Metamorphosen festgestellt (Tempus edax rerum). Er hat also sichtlich schon damals und vorher genagt. Shakespeare laesst in seinem Hamlet “dio Zeit aus den Fugen” gehen, was bestimmt auch auf unsere Epoche zutrifft. Aus Ciceros “Oh, Zeiten, oh, Sitten” (O témpora, o mores) ist ein Studentenlied geworden, dass durch bierfreudige Kehlen populaer wurde. Goethe, der geniale Wortschoepfer, hat den Begriff “Zeitgeist” geschaffen, den sein “Zeitgenosse” Schopenhauer adoptierte. “Zeitwoerter sollten eigentlich fest umrissene, exakte Angaben sein. Nicht so in unserem lieben Chile, wo das Wort “mañana” einen Tag, wie auch ein Jahr bedeuten kann. Das Charakteristische, die Note oder Schrift einer Epoche spiegelt die “Zeitschrift” wider, waehrend die aktuellen Dinge (Ableitung von Ding gibt Dung) die “Zeitung” berichtet. Wie die “Herbstzeitlose" die garnicht “zeitlos”, sondern an den Herbst gebunden ist, zu erklaeren waere, war in keinem Lexikon auffindbar. Solche “Zeitgespraeche” sind ja eine “zeitlang” ganz amuesant, aber, erstens geht mir das Material aus und zweitens ruft der Fruehling, den ich darueber fast vergessen hatte, mit liebenswuerdiger Dringlichkeit. So nehme, raube, stehle ich mir die Zeit, ihn voll und ganz gluecklich zu geniessen. K. G. .V.V. LV.V. :♦»: V.V. PANTALONES CHAQUETONES NUEVO LOCAL NUEVOS MODELOS NUEVO CORTE NUEVAS TELAS HUERFANOS 1055 LOCAL 328 FONO 61998 [EX PERFUMERIA POTIN)

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