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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-09-01 · 9 (Septiembre, 1961) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
9 (Septiembre, 1961)
Date
1961-09-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 BOLETIN INFORMATIVO Septiembre 1961 GEDANKEN ZWISCHEN 2 UND 3 September ist der Monat des Nachdenkens. Es haeufen sich und steigern sich die Gedenk— und Festtage. Das erste Ahnen des Fruehlings liegt in der Luft und laesst uns viel von der Wintertraurigkeit vergessen. Es ist schoener und freudiger hier im suedlichen Teil der Erdkugel, das Rosch-Haschana- Fest zu halten, den Jahreswechsel mit gesteigertem Lebensrhythmus des lieblichen Fruehlings anzutreten, als im mueden Herbst, der pessimistischer stimmt. Zu frohen und guten Wuenschen, die unser Herz fuer Alle fuellt, passt Sonnenschein und duftende Blueten, blauer Himmel und gruenende Felder. Auch der tiefen Besinnlichkeit des Jom Kippur entspricht der Trost der spriessenden Natur; er laesst sie uns mit mehr Achtung wuerdigen, bringt neue Hoffnung in verzagte Gemueter und Dankbarkeit in unsere Seelen. Alles, was wir erleben, ist Gnade. Gutes, wie Uebles. Alles bringt uns einen winzigen Schritt weiter in Erkenntnis und Erfuellung, wenn wir imstande sind, es bewusst und positiv zu erleben. Der tiefste, schwaerzeste Moment, der grausamste Nak kenschlag, bedeutet neuen Anstieg, neue Hoffnung, bedeutet Gnade im guetigen naechsten Schritt in hellere Regionen. Und selbst wenn es noch dunkler, noch verzweifelter um uns werden sollte, war eben der vorige Moment heller und besser. Es ist so leicht, optimistisch zu bleiben, wenn man dankbar sein kann. Dieses Jahr sind unsere Hohen Feiertage sehr auf unser chilenisches Vaterland abgestimmt. Nach der Freude des Rosch Haschanafeierns kommen die unbekümmerten, leichtsinnigen, ver gnuegten Tage des Dieciocho, die das ganze Land mit einem Band der gemeinsamen Lebensfreude umschlingen. Ein grosszuegig ver laengertes Wochenende lang laedt uns das schoene, bluehende Stueck Gotteserde ein, zu feiern, zu gemessen, frohe, unbeschwerte Menschen um uns zu sehen und den Alltag zu vergessen. Eine wundervolle Vorbedingung, um offenen Herzens den besinnlichen Tag des Jom Kippur zu begehen. Dazu muss man nicht fromm sein, dazu gehoert nur die Bereitschaft zur Dankbarkeit. Das ist ein recht rares Wort geworden, diese Dankbarkeit, ein scheel betrachteter Begriff, eine vernachlaessigte Regung. So Vieles ist selbstverstaendlich und wir vergessen und uebersehen die gesteigerte Guete im planlosen, gedankenlosen Nehmen. Es ist uns selbstverstaendlich, dass wir frei sind, unsere Gedanken zu aeussern, dass wir ruhig schlafend den naechsten Tag erwarten duerfen, von dem wir hoffend annehmen, dass er gut sein wird. Es ist uns selbstverstaendlich, dass wir unsere eigene egoistische Lebensform leben duerfen, mit Wunsch erfuellungen nach unserem von uns festgelegten Bedarf. Selbstverstaendlich auch, dass wir Lob und Anerkennung 'erfahren, wo wir sie durch kleine aeussere Erfolge zu erzielen wuens c h en. Selbstverstaendlich, dass wir atmen und leben, fordern und heischen, wo wir oft geben und teilen sollten uns bescheiden muessten und teilnehmen am anderen Schicksal. Wie oft laufen wir, eingefangen in unsere schmale Welt, gedankenlos am Bruder vorbei, der uns, unbeachtet, die Hand fordert* Auch da fehlt die Dankbarkeit, die uns demuetig und bescheiden anerkennen und erkennen lassen sollte, dass wir helfen duerfen und nicht muessen. Die Zukunft zeigt Wolken, Bedenken und Aengste. DJe Weltpolitik steuert uns, ungewollt und fast hilflos, in eine Sphaere, eine Situation, der wir voll Sorge entgegen sehen, der wir ohne Verteidigung ausgeliefert scheinen. Wir stoeihnen und klagen, verzagen und fuerchten, aber wir tun alle bitterwenig, um unsere Welt, unsere Auffassung, zu retten. Wir erwarten das von Anderen. Es ist erschuetternd, zu beobachten, wie viele unserer Frauen noch ihr gedankenloses Drohnendasein fuehren, wie Gezaehlte einen Begriff von sozialen Gewissen auch nur ahnen. Die Ausrede der Nach-Leidens-Jahre, der uebersteigerten Nachkriegszeit, hat ihre Gueltigkeit verloren, sie ist abgestanden, ist verrostetes Eisen geworden. Die vergessene Dankbarkeit fuer das guetige Erretten hat ihren zweifelhaften Platz eingenommen; ist bequeme Gedankenlosigkeit. Die Gegenwart ist so irrsinnig kurz geworden, die Vergangenheit so unwichtig; wie nie zuvor steht die Zukunft greifbar nah vor der Tuere. Ihr Atem beruehrt uns, verstoert uns und sollte uns auf wecken, aus dem sinnlosen Dornroeschenschlaf des verplemperten Daseins. Dies ist keine Predigt um der Predigt willen. Es ist eine Bitte, unsere Aufgabe zu erkennen, die in tausendfacher Abart von uns Frauen mit Recht erwartet wird. Eine Aufgabe, der wir uns mit Energie und Mut, mit Willen und Wissen, mit Liebe und auch mit Dankbarkeit unterziehen sollen, Dankbarkeit, weil uns die Gnade unseres bisherigen Lebens Erfahrung und Kraft zuteil werden liess, die wir weiterreichen koennen, um Vertrauen und Staerke zu geben. K.g MUEBLES PRAGA MODEI HERBERT LEWENBERG Livings Comedores Dormitorios Muebles Sueltos Solamente Miraflores esquina Merced Fono: 398000. J. SUR E HIJOS LTDA. PACIFIC TOUR EXCHANGE Turismo - Pasajes - Hoteles Cambio de Monedas AGENTES DE AMERICAN EXPRES0 C.O. BANK OF AMERICA Agustinas 1028 — Tel.: 84888 — 89257 — 85471 Consúltenos sobre su próximo viaje CREDITOS Miembros de I. A. T. A. Wollen SIE wirklich einer der Wenigen sein, der kein Verstaendnis fuer die Notlage seiner Brueder hat? Koennen SIE es vor Ihrem Gewissen verantworten, sich noch nicht in die Listen der MAGBIT eingetragen zu haben? Kommen SIE sofort und bekunden Sie Ihre Solidaritaet mit uns Allen

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