Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1961)
- Date
- 1961-09-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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6 BOLETIN INFORMATIVO Septiembre 1961 DAS BUCH DER BUECHER... (Fortsetzung von Seite 1) RaKb. Prof. I^naz Ziegler 29-9-1861—18-4-1948 zu tun, dass alle Schoepfung auf der Erde um seinetwillen wurde. Um ihn zum Herrn ueber alles einzusetzen”. Die Tora selbst unterstreicht diese Auffassung einige Verse spaeter: “Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn, maennlich und weiblich schuf er sie. “Drei Mal wird feierlich und erhaben in Stil und Ausdrucksweise wiederholt, . dass der Mensch geschaffen wurde. Damit wird der Unterschied zwischen ihm und den anderen Geschoepfen unterstrichen, denn er ist im Ebenbild Gottes geschaffen worden. Von hier aus ergeben sich wichtige und bedeutsame Aufschluesse ueber die Aufgabe des Menschen in der Schoepfung. Mit der Wuerde, die ihm durch seine Stellung im Kosmos verliehen wird, ergibt sich auch seine Verantwortung und seine Pflicht. Er traegtdie Verantwortung fuer die Schoepfung Gottes. Seine Pflicht ist es, sich dieser G o t tesebenbildlichkeit bewusst zu sein. Er soll das, was ihm uebergeben wurde, als Aufgabe betrachten Von hier bis zu der Auffassung des Judentums vom unendlichen Wert des Individuums fuehrt kein weiter Weg. Unsere Weisen koennen dieser Auffassung Jahrhunderte spaeter fuer alle Zeiten bindend Ausdruck verleihen: Der Mensch wurde als Individuum geschaffen, um zu lehren, dass jeder, der eine Seele vernichtet, angesehen wird, als ob er eine ganze Welt zu Grunde gerichtet hat und jeder der eine Seele rettet, soll betrachtet werden, als ob er eine ganze Welt bewahrt haette. Fuer unsere Weisen ergibt sich aus dem Schoepfungsbericht des Menschen eine fundamentale Konsequenz. Jeder Mensch ist eine Welt fuer sich, die vorher nicht war und nachher nicht mehr sein wird. In jedem Individuum sehen sie die Einzigkeit der Persoenlichkeit verkoerpert. Sie darf fuer sich Respekt fordern. Das Individuum muss aber auch den Nebenmenschen achten. Das Judentum hat in vielen Epochen, Laendern und Situationen, diese Grundauffassung formuliert. So berichtet Raw Jehuda Leib Hakohen Maimon von einem seiner Lehrer den Ausspruch: "Unsere Weisen sagen, dass wir bei unseren Propheten keine Uebereinstimmung in Stil und Ausdruckswelse finden. Aber so ist es nicht nur bei unseren Propheten, sondern bei allen unseren Weisen in allen Geschlechtern. Ob im Lernen oder im Dienst, ob in der Ethik oder in ihrem Zugang zu Gott und den Menschen —jeder geht seinen Weg; jeder dient und lernt auf seine Weise. Wichtig ist nur, das sie alle einen gemeinsamen Blick haben — L’schem Schamajim, den Wunsch und Willen dem Hoechsten zu dienen”. So wird von der Schoepfungsgeschichte an bis in unsere Gegenwart eine einheitliche Auffassung von Menschen sichtbar. Judentum fordert die Anerkennung des unendlichen Wertes des Individuums, den Respekt vor dem Nebenmenschen und vor seiner Anschauung. Als Juden glauben wir an den Menschen, an seine Groesse und Wuerde. Er kann—wenn er will— aufsteigen. Aber Der Sinkende Rabbiner Die Familie Carlebach, mit ihrem Stammsitz in Lübeck, loar in Deutschland ein Begriff, Rabbiner Salomon Carlebach, der Stammvater der Familie, gehoerte zu den Schülern von Samson Raphael Hirsch und Asriel Hildesheimer, war ein jüdischer Gelehrter und Schriftsteller, Seine Ehefrau Esther, geb, Adler, hatte trotz ihrer zwoelf Kinder immer noch 'Leit, sich mit musischen Dingen abzuegeben. Ihre Gedichte wurden in einem kleinen norddeutschen Verlag publiziert. Vier Soehne von Rabbinr S. Carlebach waren Rabbiner in Leipzig. Koeln, Hamburg und Berlin, ln Berlin wurde auch Schlomo Carlebach, genannt nach seinem Grossvater, als Sohn von Rabbi Naphtali Hartwig Carlebach geboren. 1931 zog die Familie nach Baden bei Wien, wo der Vater bis zu seiner Auswanderung nach Amerika Oberrabbiner toar; in den USA wirkt er jetzt für die Kehüa Jacob in New York City. Auch Schlomo wurde Rabbiner und einige Jahre der geistliche Leiter einer Kleingemeinde in New Jersey. Vor etwa vier Jahren jedoch begann er die Gitarre zu spielen. Was ein Hobby sein sollte, wurde zu einem Besessensein und heute ist “Reb Schlomele” einer der populaersten Saenger und Gitaristen in Amerika. Schlomo Carlebach, Schüler der Lakewood Jeschiwa und der Lubawistscher Jeschiwa und auf weltlichem Gebiet der Columbia Universitaet und der School of Social Research, versuchte schon von der Kanzel aus, seine Gemeindehoerer religioes zu erwecken und aufzurühren; ihre Gleichgültigkeit zu ueberwinden, war ihm ernstes Anliegen. Dann sah er wie Musik eher den Weg zum Herzen findet und die Apathie besiegt. Insbesondere das Chassidtsche; sein Frohsinn und seine Trauer sein Feuer und seine Beziehung zum Wunder haben es ihm angetan und bestimmen die Nigunim die er vortraegt. Seine erste Schallplatte heisst “Lieder meiner Seele”. Seine Hoerer, insbesondere Frauen und Jugendliche sind von seinen Liedern fasziniert. Die Kritik insbesondere von mancher orthodo&en Seite blieb über den “Chassidischen Koenig von Rock’n Roll” nicht aus. An Verteidigern fehlt es “Shlomele” nicht, nicht einmal unter den Lubaioitschern, die sagen, dass er mit dem Medium der Musik manchen jungen Menschen jüdischem Sein nahe gebracht hat. ("Juedische Wochenschau”) Von Curt Wilk wir wissen auch, dass er fallen kann, wenn er vergisst, dass er im Ebenbild Gottes geschaffen wurde, um —jeder auf seine Weise— dem Hoechsten zu dienen. Die Menschheit blickt staunend auf die Entdeckung des aeusseren Raumes, der die Erde umgibt. Dabei vergisst sie in den inneren Raum des Menschen zu sehen. Darum droht uns die Gefahr, in den Abgrund zu stuerzen. Wir Juden beginnen wieder im Buch der Buecher zu lesen. Aber es genuegt nicht, die Zeilen zu ueberfliegen. Wie muessen sie wieder lernen, um sie als Botschaft ds Judentums neu zu formulieren; nicht nur fuer uns —auch das ist wichtig—, sondern fuer die Menschheit. Wir oeffnen wieder das Buch der Buecher. Wir lernen wieder Schabbat um Schabbat in unserer Bibel. Sie begleite uns in ein Jahr des Friedens hinein, in dem die Lehre von dem unendlichen Wert der menschlichen Persoenlichkeit wieder entdeckt werden moege. Casa Pablo Weiss GELDWECHSEL REISEBÜRO Bandera 84 Of. 406 Fonos 84275 — 81655 — 67412 Erstkl. europaeischer Herrenschneider übernimmt Massarbeit und Aenderungen. Bei Aviso hole Arbeit ab. SIKX.AI Neue Adresse: Nereed 767 Local 3 (frente Teatro Sao Paulo) OTTO ßUHOfER Innendekoration Qualitatsmoebel CALLE COLON 2265 (por Vivacela altura 700) Fono 496043 Ueber diesen grossen Kanzelredner, der mehr als fuenfzig Jahre hindurch das R a b b i n a t der Gemeinde Karlsbad verwaltete und dessen 100. Geburtstag auf den 29. September faellt, duerfte es sich verlohnen einige Erinnerungsworte zu schreiben. Gibt es doch eine Reihe unserer Menschen, die einstiger Badereisen in das liebliche boehmische Bad gedenkend, damit auch den Synagogenbesuch und eine Begegnung mit dem bedeutenden Rabbiner verbinden. Ignaz Ziegler wurde in einem kleinen Staedtchen der Slowakei geboren, wo sein Vater Kantor war. Im strengorthodoxen Elternhause erhielt das fruehreife Kind die traditio nelle Erziehung. Spaeter besuchte der heranwachsende Knabe das Gymnasium zu Trencin und im Alter von 16 Jahren ging er auf Wunsch der Eltern auf die damals gerade eroeffnete Landesrabbinerschule zu Budapest, die mit vier Obergymnasialklassen verbunden war. Hier, im Laufe der Jahre rabbinischer Studien, hatte der junge Ziegler das Glueck, Maenner wie Prof. David Kaufmann (Religionsphilosophie, Geschichte, Homiletik) zu seinen Lehrern zu zaehlen. Im Alter pflegte Ziegler gern zu sagen, dass alles was er als Kanzelredner geworden sei, er seinem grossen Lehrer Kaufmann verdanke. In einem Punkte wich er von den Idealen des Meisters ab: Dieser war strengkonservativ, waehrend der junge Ziegler sich ganz dem religioesen Liberalismus zuwandte, der damals in Dauer kann die Macht nicht dem Recht diktieren, und der Gott Israels ist zugleich der Gott der Schwachen, der Hilf-und Heimatlosen. Dov “Koenig ueber die ganze Erde” neigt sich am Neujahrsfeste vom hocherhabenen Throne zu allen Menschenkindern herab, und Israel das juedische Volk, erwidert die Liebe zu seinem himmlischen Vater. So kristallisiert sich aus den vielfaeltigen Gedanken von der “Gottes- und Koenigsherrschaft” ein Letztes und Tiefstes heraus: Alle Ordnung der Welt ist nicht Deutschland in hoher Bluete stand. Im Alter von 27 Jahren bewarb sich Ziegler, 1888, um das freigewordene Rabbinat von Karlsbad, und dies sollte fuer volle fuenf Jahrzehnte die Staette seines segensreichen Wirkens sein. Mehr als 50 Jahre rabbinischer Wirksamkeit in dem boehmischen Weltbad, das zur Zeit seiner hoechsten Bluete kaum mehr als 2.500 juedische Bewohner zaehlte, aber in den Sommermonaten mit zehntausenden juedischer Kurgaeste zaehlen konnte, machten Ignaz Ziegler zu einer sehr bekannten Erscheinung im gesamten juedischen Leben. Er fuehrte einen sehr wuerdigen Gottesdienst ein, der sich von radikalen Loesungen fernhaltend, etwa dem gemaessigten der meisten liberalen Gemeinden Deutschlands entsprach. Eine Berufung nach Wien als Nachfolger des Oberrabbiners Guedemann (1918) scheiterte an seiner religioesliberalen Einstellung. Seine ueberragende Bedeutung als Kanzelredner ist schon erwaehnt worden. Er war aber auch ein Wissenschaftler von Format, der in zahlreichen Aufsaetzen ueber die juedische Prophetie, ueber die sittlichen Werte des Judentums, weniger Forschungals Aufklaerungsarbeit leistete. Dass die juedische Jugend in der Tschechoslowakei stark zionistisch beeinflusst wurde, ist zu einem erheblichen Teile das Werk dieses Rabbiners, der 1939 nach Erez Israel gehen konnte, wo er kurz nach der Staatsproklamation im hohen Alter von 87 Jahren starb. um ihrer selbst willen da, sondern um des Menschen willen. Doch nicht nur um dessen persoenllches Glueck auf Erden handelt es sich hierbei, sondern um die Mehrung der Gueter der Welt, um den Aufbau des Gottesreiches. Dies ist der ewige und grosse Gedanke des Judentums, zu dem Rosch Haschana Jahr um Jahr aufruft. Und die Verwirklichung dieses “Weltkoenigtums Gottes” 'ueber die ganze Erde ist das letzte Ziel der juedischen Hoffnungen, des messianischen Ideals. Curt Wilk DAS WELTKOENIGTUM... (Schluss von Seite 1) BLINDE KINDER IN ISRAEL bedürfen Eurer Freundschaft und Hilfe Unierslueizi das Blindenheim in Jerusalem Asociación de los Amigos de los Ciegos Israelitas "TORMEI - OR" Portugal 810. Casilla 2487