Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 5 (Mayo, 1961)
- Date
- 1961-05-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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r 8 BOLETIN INFORMATIVO Mayo 1961 EINE FRONT IN DER GESTALTUNG JUEDISCHEN LEBENS (Fortsetzung von Seite 7) Wir haben im vergangenen Jahre unsere Zeitschrift weiter ausgebaut, besonders den spanischen Teil und die Jugend-Beilage und haben versucht, dieses Boletin wie bisher ueber den Rahmen eines blossen Gemeindeblattes hinaus zu einer wirklich ernst zu nehmenden juedischen und allgemeinen Monats-Zeitschrift zu gestalten Das Interesse, mit welchem unsere Mitglieder jede einzelne Nummer lesen, die sofortigen Reklamation e n, sollte sich einmal eine Nummer verspaeten oder gar ei ne Sendung auf der Post verloren gehen, zeigen deutlich genug, dass unser Boletín Informativo von allen unseren Freunden gern und mit grosser Aufmerksamkeit gelesen wird. Zwei Ereignisse moechten wir in diesem Zusammenhang besonders hervorheben: 1) ., dass unseren Israelkorrespondenten, Herrn Dr. Abner Nechuschtan, auf unseren Antrag, als Berichterstatter des Boletín Informativo Zutritt zu den Verhandlungen des Eichmann—Prozesses gewaehrt wurde, eine Auszeichnung unseres Blattes durch die israelischen Behoerden, die umso großsser ist, wenn man beruecksichtigt, dass unter den vielen Hunderten von eingegangenen Gesuchen nur sehr wenigen stattgegeben worden ist. 2) Mitten im Jahre, vor unserer grossen Feiertagsausgabe, sahen wir uns gezwungen, die Druckerei zu wechseln und von “El Mercurio” zu “La Nación” ueberzugehen. Wenn uns auch die “Nación” soweit als moeglich entgegenkam, bedeutete ein solcher Wechsel doch grosse Probleme und organisatorische Veraenderungen. Dass das Boletin trotzdem ohne Verzoegerung oder gar Unterbrechung ersc h e i n e n konnte, dass dieser Wechsel sich rasch und reibungslos vollzog, sei hier besonders erwaehnt. Ohne die verantwortungsbewusste und begeisterte Mitarbeit aller Mitglieder der Presse-Kommission waere die im abgelaufenen Geschaeftsjahr geleistete Arbeit nicht mofeglich gewesen. Ihnen allen, besonders ihrem befaehigtem Vorsitzenden, unserem mit Recht so beliebten Redakteur, der unserer Zeitung politisches Niveau zu geben versteht und der Jugendredakteurin Rajel, die sich die Herzen unserer Jugendlichen zu erobern verstanden hat, gebuehrt unser Dank. TAETIGKEIT DES SCHIEDSGERICHTS . Eine wichtige Institution unserer S. C. I. ist das Schiedsgericht, das in vielen Faellen, und zwar nicht nur von unseren Mitgliedern, in Anspruch genommen worden ist. Durch die Taetigkeit dieses Organismus ist es oft gelungen, schwierige und komp 1 i z ierte Rechtsfaelle zu schlichten, schwebende" Fragen harmonisch zu 'loesen und Konflikte freundschaftlich beizulegen. Der gute Ruf des Schiedsgerichtes ist nicht zuletzt darin begruendet, das Obleute und Schiedsrichter mit grosser Sachkenntnis und aufrichtigem Interesse sich jedes Falles angenommen haben und weder Muehe noch Anstrengung scheuten, um den Parteien bei der Beilegung ihrer Differenzen zu helfen. Die Arbeit des Schiedsgerichts steht ihrer Natur nach nicht im Lichte der Oeffentlichkeit und es ist darum um so notwendiger, allen Mitarbeitenden einmal von dieser Stelle und bei dieser Gelegenheit den Dank unserer Gemeinde dafuer auszusprechen, dass sie so viel dazu beigetragen haben, Frieden und Harmonie in unserer Gemeinschaft zu erhalten. EIN WORT ZUR MAGBIT Fuer jeden bewussten Juden kann es nichts Selbstverstaendlicheres geben als die Erfuellung seiner Verpflichtung gegenueber dieser jaehrlichen Aktion. Jeder bewusste Jude muss wissen, dass die Magbit eine Steuer ist, die wir “chuz learez” leben, zahlen muessen. Er muss auch wissen, dass diese Steuer eine solche ist, die sich jeder selbst auf erlegen muss, die also einen besonders hohen ideellen Wert hat. Nicht die aeussere Macht eines Staates zwingt, sondern das eigene Gewissen mahnt. Wie koennte man innerlich ruhig seinen Geschaeften nachgehen, seinem Vergnuegen leben, wenn man nicht das Bewusstsein haette, seiner juedischen Pflicht entsprochen zu haben? Herr Philip Klutznik, Botschafter Amerikas vor den Vereinigten Nationen und frueherer Praesident der Bene Berith-Logen, hat kuerzlich in einer Rede zum Ausdruck gebracht, dass der Staat Israel sich bemuehen muss und mit Erfolg bemueht, seinen eigenen Etat zu finanzieren und zu einer wirtschaftlichen Unabhaengigkeit zu kommen. Denjenigen unserer Brueder aber zu helfen, die in vielen Laendern der Welt in staendiger Gefahr leben und ihre einzige Rettung darin sehen koennen, nach Israel zu kämmen, fuer die Rettung dieser unserer Menschen, fuer ihre Auswanderung nach Israel und fuer ihre Einordnung in das dortige Wirtschaftsleben zu sorgen, das kann nicht Aufgabe des Staates sein. Der Staat bietet ihnen die Freiheit — das ist mehr als alles nach so vielen Jahren der koerperlichen und geistigen Sklaverei. Die anderen Pflichten hat das Judentum der Welt zu erfuellen. Unsere Freunde haben zum groessten Teil hierfuer Verstaendnis undun sere Gemeinde hat immer bewiesen, dass sie sich ihrer besonderen Verpflichtung bewusst ist. Muessen doch gerade wir, die wir vor ueber 20 Jahren sehnsuechtig auf das rettende Schiff warteten, Verstaendnis fuer unsere Brueder haben, die heute in der gleichen Situation sind, in der wir damals waren, die durch kriegerische Verwicklungen oder pol i t i s c h e Konstellationen nicht in den Laendern bleiben koennen, in denen sie seit Jahrzehnten leben und die sie als ihre Heimatlaender ansahen. Gerade fuer uns bedarf es also keines Wortes der Begründung fuer die dringende Notwendigkeit einer sofortigen, wirksamen Hilfe. Sofortig muss die Hilfe sein: Dass bedeutet, dass unsere Freunde sich nicht immer wieder bitten lassen duer fen, sich in die Listen der Magbit einzutragen, dass sie sich nicht mahnen lassen, dass sie schnell zu uns kommen, um in diese Listen, die fuer uns Ehrenlisten sind, eingetragen zu werden. Es darf einfach nicht Vorkommen, dass man uns sagt: Wenn Sie meine “Spende” wuenschen, so kommen Sie gefaelligst zu mir. Handelt es sich doch nicht um Spenden, nicht um Almosen, die erbeten werden, nicht um Wohltaetigkeitsbetraege, sondern um eine juedische Steuer und Steuern werden bekanntlich n ic h t abgeholt, sondern muessen puenktlich abgeliefert werden. Um wieviel mehr diese Steuer! Wirksam muss die Hilfe sein, das bedeutet, das diejenigen Betraege gezeichnet werden, die den wirtschaftlichen Moieglichkeiten unserer Freunde entsprechen. Sollte nicht jeder von uns, der das Glueck hat, erhebliche Wiedergutmachungsbetraege zu erhalten, sich dessen bewusst sein, dass nur durch Verhandlungen der juedischen Instanzen mit Deutschland der Wiedergutmachungsvertrag zustande gekommen ist und dass man die moralische Verpflichtung hat, von den erhaltenen Betraegen etwas dem juedischen Volke zukommen zu lassen?! Sollte nicht jeder von uns, der sich Auslandsreisen leisten kann, die Freude an einer solchen Reise dadurch vergroessern, dass er einen kleinen Teil der Reisekosten m.oeren in Not befindlichen Bruedern zukommen laesst?! Denken Sie bitte darueber nach, meine Freunde, und ich bin ueberzeugt, dass dann jeder von Ihnen diesen Standpunkt als berechtigt anerkennen wird. Ich bin weiter ueberzeugt, dass Sie dann Alle ihre vorjaehrigen Zeichnungen, soweit es die individuelle wirtschaftliche Lage zulaesst, in angemessener Weise erhoehen werden, um einen Ausgleich fuer die gestiegenen Lebenshaltungkosten herbeizufuehren. Wissen Sie doch, dass trotz Stabilisierung der Waehrung die innere Entwertung nicht voellig zum Stillstand gekommen ist, sodass mit den Mitteln des Vorjahres nicht mehr die gleiche Hilfe geleistet werden koennte. Ich bin sicher, dass alle diejenigen, deren W i r tschaftslage sich in den letzten Jahren durch aeussere Gluecksumstaende besonders guenstig gestaltet hat, von sich aus angemessene Betraege fuer die Magbit zur Verfuegung stellen und nicht ihr eigenes Gewissen mit einer formellen Erhoehung unbedeutenden Umfanges zu befriedigen versuchen. Bedenken Sie bitte, dass auch ein Ausgleich fuer die Ausfaelle herbeigefuehrt werden muss, die wir dadurch erleiden ,dass viele unserer Freunde leider durch Krankheit, Berufslosigkeit, starke wirtschaftliche Verluste usw. sich an dieser Aktion nicht mehr beteiligen koennen. Besinnen wir uns alle und erfuellen wir unsere juedische Pflicht so, dass wir uns innerlich nicht selbst schwere Vorwuerfe zu machen haben. Meine Freunde, die Arbeit der Magbit-Kommission ist vielleicht die undankbarste ueberhaupt, die es in unserer Gemeinde gibt. Machen Sie sie uns nicht noch schwerer. Helfen Sie uns, unsere Aufgabe zu erfuellen und helfen Sie damit der Medina und den gemeinnuetzigen Institutionen unserer Gemeinschaft. Nur in gemeinsamer Anstrengung koennen wir denjenigen helfen, die unserer Unterstuetzung beduerf e n, koennen wir die Pflichten erfuellen, die zu den vornehmsten Obliegenheiten eines jeden Juden gehoeren. UNSERE STELLUNG IM RAHMEN DES JISCHUW Neben unserer allgemeinen Arbeit haben wir lebhaften Anteil an der Taetigkeit unserer Schwester-Gemeinden genommen, besonders der durch das Erdbeben betroffenen Gemeinden im Sueden des Landes. So haben wir dauernden Kontakt mit Valdivia, Concepción, Temuco und Puerto Montt. Wie auch im vergangenen Jahr uebersandten wir _ den Provinzgemeinden Material, das ihnen, so hoffen wir, die Durchfuehrung ihrer Arbeit erleichtert hat. Besonders haben wir der Gemeinde Valdivia in diesem Sinne helfen koennen, indem wir uns erfolgreich bemueht haben, fuer sie einen Kantor fuer die Hohen Feiertage zu engagieren. Wir uebersenden auch unseren Schwester-Gemeinden und verschiedenen Institutionen der Pacifischen Kueste Predigten unserer Herren Rabbiner fuer die Jamim Naroim. Enge und freundschaftliche Bande verknuepfen die B’ne Jisroel mit der Comunidad Israelita Habonim, der jetzigen “Kehilla” Valparaiso. Ein dauernder Kontakt zwischen unseren Organisationen, der durch regelmaessige Besuche unserer Herren Rabbiner in Valparaiso verstaerkt wird, beguenstigt dies. Unser “Boletín” ist gleichzeitig das Blatt der Habonim in Valparaiso und wird allen ihren Mitgliedern zugestellt. Aber nicht nur mit unseren Schwester-Gemeinden in der Provinz, sondern auch mit den anderen Organisationen der hiesigen Kollektivitaet, vor allem mit den Spitzenverbaenden des Jischuws, Comité Representativo und Federación Sionista de Chile, in deren Gremien wir an fuehrender Stelle mitarbeiten, haben wir die besten Beziehungen. Besonders gilt dies natuerlich fuer die uns so nahe stehenden Vereinigungen wie A. T. I., Wizo Henrietta Szold, Logen und Golden Age Club, die mit uns zusammen arbeiten und gemeinsam mit uns dieses Haus benutzen. Es war uns eine besondere Freude, dass sowohl die traditionellen Zusammenkuenfte und Baelle der Wizo, wie der A. T. I. und die Festlichkeiten der Logen in unserem Hause stattfanden. Wir haben uns bemueht, diesen uns so befreundeten Organisationen den Aufenthalt bei uns so angenehm wie moeglich zu gestalten und ihnen die groesstmoeglichste Erleichterung bei der Durchfuehrung ihrer Arbeit zu gewaehren. Viel haben dazu die neueingerichteten Raeume der Restauration beigetragen, in der unsere Freunde Gelegenheit haben, sich vor und nach den Veranstaltungen gémuetlich zu treffen. Es waere wuenschenswert, dass von dieser Gelegenheit in Zukunft weit mehr Gebrauch gemacht wird als bisher. Einer besonderen Erwaehnung bedarf das ausserord e n t lieh freundschaftliche Verhaeltnis der S. C. I. zur Jevra Kedischa. Die Verhandlungen, die wir fuer unsere Mitglieder mit der Jevra Kedischa fuehren mussten, bewiesen stets vollstes Verstaendnis fuer die Probleme unserer Mitglieder, (Fortsetzung Seite 9) 71/UTGB ttkMitAWm.