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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-05-01 · 5 (Mayo, 1961) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
5 (Mayo, 1961)
Date
1961-05-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Mayo 1961 BOLETIN INFORMATIVO 7 GESTALTUNG JUEDISCHEN LEBENS EINE FRONT IN DER (Fortsetzung von Seite 6) Zu einem Abend, zu dem wir eingeladen hatten, um die in diesem Heftchen enth a 11 e n e n Anhaltspunkte durchzusprechen und an dem auch andere Fragen behandelt werden sollten, welche den Eltern die juedische Erziehung ihrer Kinder haette erleichtern koennen, erschien leider niemand. Duerfen wir so optimistisch sein, annehmen zu koennen, dass das Buch so gut ist, dass es keiner weiteren Besprechung bedarf? Meine Freunde: Die S. C. I. hat den besten Willen und, wie wir ueberzeugt sind, auch die Moeglichkeit, zur Loesung dieser Frage einen entscheidenden Beitrag zu leisten. Helfen aber koennen wir nur denjenigen, die sich helfen lassen wollen und darum bitten wir Sie. DIE JUEDISCHE SCHULE Jugendorganisationen, Religionsunterricht, Juge n dgottesdienste, die Aufzaehlung waere nicht vollstaendig, wenn wir nicht das beste Mittel erwaehnen wuerden, welches uns zur Verfuegung steht, um unsere Kinder zu vollwertigen Juden zu erzie hen. Wir beziehen uns auf die juedische Integralschule, das Erziehungswerk des Vaad Hajinuj. Wie in vergangenen Jahren hat auch in der jetzt aDgelaufenen Periode unsere Gemeinde die nicht hoch genug einzuschaetzende Arbeit des Vaad Hajinuj tatkraeftig unterstuetzt. Dies auf der einen Seite durch eine selbstverstaendliche Subvent i o n, die wir gern gegeben haben, da wir der Ueberzeugung and, das wir damit das Fundament, auf dem wir stehen, erweitern und andererseits durch die aktive Mitarbeit vieler unserer Freunde im Direktorium des Vaad Hajinuj und durch Unterstuetzung aller Massnahmen, die geeignet erscheinen, das jucdische integrale Schulwerk zu foerdern. Es waere nur zu wuenschen, dass eine weit groessere Anzahl Kinder unseres Kreises die Mctiellschule des Vaad Hajinuj besuchen, wo sie eine wahrhaft juedische Erziehung geniessen, fuer die sie den Eltern in ihrem spaeteren Leben dankbar sein werden. Wir sind uns aber dessen bewusst, dass Religionsunterricht, juedische Schule und Jugendorganisationen nicht das Elternhaus ersetzen koennen. Und so richte ich von dieser Stelle aus einen dringenden Apell an alle Eltern: Erzieht Eure Kinder zu guten Juden, gebt ihnen die juedische Grundlage, auf die sie ein Anrecht haben, unterstuetzt unsere Arbeit, denn nur im harmonischen Zusammenklang k o e n nen unsere Bemuehungen von Erfolg gekroent sein. Vergesst nicht, dass die Jugend die Zukunft nicht nur unserer eigenen Gemeinde, nicht nur die des chilenischen Jischuws sondern die des ganzen juedischen Volkes ist. BATH - MIZWOTH Und nun meine Damen und Herren: gestatten Sie mir einige Worte ueber das vielleicht einschneidends t e Ereignis innerhalb unserer Gemeinschaft, eine Neuerung auf religioesem und erzieherischem Gebiet, deren Auswirkungen, wie wir glauben, vielverheissend fuer die Zukunft sind. In diesem Jahre wurden zum ersten Male 2 Bath Mizwoth durchgefuehrt, wurden 9 junge Maedchen zu “Toechtern der Pflicht”. Mit diesen Bath Mizwoth ist ein langgehegter Wunsch unserer Gemeinde endlich in Erfuellung gegangen, ist den juedischen Maedchen, ist der juedischen Frau der Ehrenplatz zuerkannt worden, den sie verdient und jetzt auch in der Medina zu Recht erworben hat. Die im Rahmen des zweiten Freitagabendgottesdienstes in feierlicher Form abgehaltenen Bath Mizwoth haben den uneingeschraenkten Beifall aller unserer Freunde gefunden. Ueberzeugen Sie sich bei nkechster Gelegenheit selbst davon. Wer einmal an einer solchen Feier teilgenommen hat, wird dieses Erlebnis so rasch nicht wieder vergessen. Das Wichtigste ist aber, dass die Bath Mizwoth selbst tief beeindruckt von ihrer neuen Wuerde und Pflicht gewesen sind, dass sie sich auf diese Stunde ihres Lebens gern und eingehend vorbereiteten und sich dessen bewusst waren, dass es sich fuer sie nicht nur um eine soziale Feier gehandelt hat, sondern dass sie die Pflicht auf sich genommen haben, als Bath Mizwoth, als Toechter der Pflicht zu leben und fuer die Aufrechterhaltung juedischer Tradition in ihrem eigenen Hause und in ihrem Freundeskreise zu wirken. GOTTESDIENST Neben der Vorbereitung und Organisation dieser Bath Mizwoth war das Augenmerk der Kultus-Kommission darauf gerichtet, fuer einen wuerdigen und harmonischen Gottesdienst Sorge zu tragen. Nicht nur die Gottesdienste an den Hohen Feiertagen, die selbstverstaendlich den Hoehepunkt des religioesen Lebens unserer Gemeinschaft darstellen, wurden sorgfaeltigst vorbereitet, sondern die Arbeit der Kultus-Kommission war gleicherweise der Betreuung der alltaeglichen religioesen Beduerfnisse unserer Mitglieder gewidmet. So wurde das ganze Jahr hindurch —zeitweise unter Opfern— das taegliche Minjan aufrechterhalten, um allen denjenigen unserer Freunde, die Jahrzeit haben, Gelegenheit zu geben, in traditioneller Weise . ihrer verstorbenen Angehoerigen zu gedenken. Wir hoffen, dass durch die Neufestsetzung des Be ginns des taeglichen Minj ans auf 7.30 Uhr abends waehrend des ganzen Jahres (mit Ausnahme von Freitag und Sonnabend abend) die Abhaltung des Wochentags- Minjans wesentlich erleichtert werden wird, da es zu dieser Zit unseren Freunden viel leichter moeglich ist, zur Er fuellung dieser religioesen Pf lieb r, zu ers.lieinen. Auch der Schabbat-Gottesdienst mit dem bereits traditionell gewordenen sich daran anschliessenden Oneg- Schabbat mit Lehrvortraegen unserer Herren Rabbiner wurde im abgelaufenen Geschaeftsjahr in angemessener Form abgehalten. An den Hohen Feiertagen fanden diesmal wieder drei Gottesdienste statt und zwar wie im vergangenen Jahre im grossen Saal und im 3. Stock des Gemeindehauses und im Marconi. Diese Gottesdienste, die in unermuedlich,er und aufopfernder Arbeit von der Kultus-Kommission vorbereitet wurden, sind fuer alle von uns Stunden der Erbauung und Besinnung gewesen und haben den Wuenschen unserer Mitglieder entsprochen, wie wir aus vielen spontanen Aeusserungen der Anerkennung entnehmen durften. Unser Synagogenchcr hat uns viel zu diesem Erfolg geholfen und ich moechte von dieser Stelle aus den Damen und Herren der beiden Choere aufrichtig dafuer danken, dass wir mit ihrer Unterstuetzung unserem Gottesdienst Glanz und Wuerde verleihen konnten. An den Yamin Noraim 5721 hatten w i r Gelegenheit, Herrn Kantor Max Furmansky aus Buenos Aires bei uns zu hoeren, den wir fuer diese Tage verpflichtet hatten. Herr Furmansky hatte bereits einmal im Verlauf des Jahres bei uns gesungen und die begeisterte Aufnahme, die er damals bei allen unseren Mitgliedern fand, bewog uns dazu, ihn an den Hohen Feiertagen vefbeten zu lassen. Herr Furmansky hat sich mit grosser Muehe und Hingabe der Meisterung vieler fuer ihn neuer Melodien unseres Gottesdienstes unterzogen und zur vollsten Zufriedenheit Aller seines Amtes gewaltet. Das traditionelle Schawuoth und Haschano-Rabbo- Lernen wurde unter grosser Beteiligung aller interessierten Kreise wie ueblich abgehalten. Der Gemeinde-Seder hat auch in diesem Jahre wieder unter lebhafter Beteiligung unserer Mitglieder stattgefunden. KULTUR¬ VERANSTALTUNGEN Ebenso wie im vergangenen Jahre war es auch in der abgelaufenen Geschaeftsperiode unser Bestreben, den Mitgliedern der Gemeinde interessante und anregende Kulturveranstaltungen zu bieten. Leider muessen wir wiederholen, was wir bereits bei anderen Gelegenheiten feststellten: Das Interesse unserer Freunde an Kulturarbeit ist minimal. Um den Wuenschen unserer Mitglieder gerecht zu werden, veroeffentlichten wir Anfang 1960 eine Rundfrage im Gemeindeblatt, in welcher wir die Leser baten, uns mitzuteilen, welche Art von Kulturveranstaltungen sie bevorzugten. Ein negatives Ergebnis: Niemand hat geantwortet, sodass wir bei der Planung des Kulturprogramms keinerlei Hinweise hatten, was unsere Mitglieder sich eigentlich wuenschten. Wir haben versucht moeglichst solche Veranstaltungen zu bringen, die durch das Thema wie durch die Persoenlichkeit des Vortragenden weiteste Kreise haetten interessieren muessen. Wir begannen mit einem Lichtbildervortrag des" bekannten Redners und Photokuenstlers Padre Edmundo Stockins, dessen Referat “Chile, su tierra y su belleza” die Zuhaerer in fesselnder humorvoller Weise durch das ganze Land fuehrte Es folgte ein in erster Linie fuer unsere juengeren Mitglieder bestimmtes Konzert des Club de Jazz mit anschliessendem gemuetlichen Beisammensein und Tanz. Wenigstens hier haetten wir mit einer weit groesseren Besucherzahl gerechnet. Weiterhin organisier ten wir gemeinsam mit der Union Israelita Polaca, der Sociedad Besarabia und der Sociedad Bucovina zwei Konzerte mit Herrn Kantor Max Furmansky, die gr o s s e n kuenstlerischen Erfollg verzeichneten. Herr Heinz Fluegel, Leiter der evangelischen Akademie Tutzing, sprach ueber seine Israelreise. Dieses ausgezeichnete, rednerisch hervorragende Referat eines Mannes, der mit offenen Augen Israel sah, schilderte die politische und religioese Struktur des Landes, die Erwerbung des Bodens, die Entwicklung der Industrie, etc. Er beruehrte alle Probleme, mit denen wir uns taeglich befassen. Alle Zuhoerer waren dem Vortragenden, der kein Propagandaredner ist, zu tiefstem Dank verpflichtet. Abschliessend hatten wir das Vergnuegen, Herrn Rabbiner Dr. Moses Weiler (Suedafrika) bei uns begruessenzu koennen, der uns in aufschlussreicher Weise viel Neues ueber die allgemeine Lage auf dem schwarzen Kontinent erzaehlte, wobei die Situation unserer dortigen Gemeinschaften naturgemaess besondere Beruecksichtigung fand. Einer speziellen Erwaeh-' nung bedarf der Vortrag, den Herr Senator Joachim Lipschitz, Innenminister und Leiter des Wiedergutmachungsamtes der Stadt Berlin, in unserem Kreise hielt. Selten haben wir eine Persoenlichkeit von solcher Integritaet, innerer Gradheit und Konsequenz kennen gelernt;, wie Herrn Senator Lipschitz. Bei allen Gelegenheiten, in Deutschland, auf seinen zahlreichen Good Will-Reisen und auch jetzt wieder im Verlauf des Besuches unseres Kontinents hat sich Herr Senator Lipschitz als aufrichtiger und warmherzige# Freund Israels und des Judentums gezeigt, als jemand, der den ihm vc<n der juedischen Gemeinde Berlin verliehenen Heinrich-Stahl- Preis voll und ganz verdient. Sein Vortrag im Gemeindehaus, dem eine offene Aussprache folgte, hat viel dazu beigetragen, Missverstaendnisse zu klaeren und fuer das von ihm vertretene neue Deutschland zu werben. Senator Joachim Lipschitz war ein Botschafter des guten Willens. Als solcher hat er nicht nur theoretisiert, sondern durch die Tat bewiesen, wie ernst er seine Aufgabe als Vorsitzender des Wiedergutmachungsa m t e s der Stadt Berlin nimmt. Auf eine Anregung aus dem Hoererkreis erklaerte er sich sofdrt bereit, seiner Behoerde Anweisung zu erteilen, Wiedergutmachungsantraege von mittel oder unmittelbar Erdbebengeschaedigten bevorzugt zu behandeln und wir wissen, dass er diesen Worten die Tat hat folgen lassen. GRUNDPFEILER DES JUEDISCHEN LEBENS Meine Freunde: Kultur und Erziehung gehoeren heute zu den Grundpfeilern juedischen Lebens in der Diaspora. In richtiger Erkenntnis dieser Tatsache hat die Federación Sionista de Chile ihrem Kulturdepartament, dem Mercaz Letarbut Israel, ausserordentlichen Auftrieb gegeben, einem Departament, das sich bemueht, die Kulturarbeit der verschiedenen Sektoren und Organisationen des Jischuws zu koordinieren. Unsere Gemeinde ist im Mercaz durch den Vorsitzenden der Kultur-Kommission vertreten und wir glauben, Ihnen versprechen zu koennen, dass Gemeinde und Mercaz Ihnen in naher Zukunft viele interessante Veranstaltungen werden bieten koennen. Hoffentlich werden wir das Echo finden, das wir suchen. Wenn wir von Kulturarbeit sprechen, muessen wir auch an unsere Gemeindebibliothek denken. Im Laufe des vergangenen Jahres haben wir die Bibliothek neu geordnet. Sie umfasst z. Zt. ca. 400 Baende, die unseren Freunden zur Verfuegung stehen. Wir sind bemueht, unsere Bibliothek insbesondere in spanischer und englischer Sprache auszubauen, wie Sie aus der im Gemeindeblatt kuerzlich erschienenen Liste neuer Buecher ersehen haben werden. Wir waeren Ihnen dankbar, wenn Sie aus Ihren eigenen Bestaenden dazu beitragen wuerden, diese Bibliothek zu vergroesern, um sie fuer alle unsere Mitglieder interessanter zu gestalten. DAS “BOLETIN INFORMATIVO” Ein Ueberblick ueber unsere Kulturarbeit waere ohne Erwaehnung unseres Boletín Informativo unvollstaendig, des besten und leider nur allzu oft einzigen Bindegliedes zwischen Mitgliedern und Gemeinde. Mit Stolz koennen wir sagen, dass der Ruf des Gemeindeblattes weit ueber die Grenzen unseres Landes hinaus gedrungen ist. Aus den Nachbarlaendern, der U. S. A., aus Europa erfuhren wir Lob und Anerkennung, die uns zutiefst befriedigen und die ein Ansporn sind, unsere Anstrengungen auf diesem Gebiete noch zu erhoehen. (Fortsetzung Seite 8)

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