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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-05-01 · 5 (Mayo, 1961) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
5 (Mayo, 1961)
Date
1961-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Mayo 1961 BOLETI^ INFORMATIVO 5 DER "B'NE I y>&&, ■s sé«® Der Gedenkstein wird von von Frau Margot Am 4. April 1961 wurde in Anwesenheit des Vizepresidenten unserer Gemeinde Herrn Alejandro Lande, unseres Ehrenmitgliedes Herrn Alfred Feldmann, sowie des Vertreters des K. K. L. Herrn Kutscher und zahlreicher frueherer Mitglieder der Gemeinde mit der feierlichen Pflanzung des “B’ne Jisroel Waldes” begonnen. Dieser Wald, den unsere Gemeinde anlaesslich des 20. Jahrestages ihrer Gruendung zu pflanzen beschloss, wird mit 10.000 Baeumen im Galil. oberhalb des Kinerethsees, lebendiges Zeugnis der Verbundenheit unserer Gemeinschaft mit der Medinah darstellen. Die Pflanzung, die weit ueber unseren Sektor hinaus grossen Widerhall, sowohl in Chile wie auch in Israel gefunden hat, war natuerlich ein ganz besonderer Festtag fuer alle ehemaligen Mitglieder der SCI die heute in Israel leben. Viele von ihnen nahmen an der Zeremonie teil. In mehreren, vom K. K. L. zur Verfuegung gestellten Autobussen, fuhren am Mor- Frau Lotte Hirschberg und Lande enthuellt. gen des 4. April mehr als 80 heute in der Medinah ansaessige chilenische Juden nach Biria, wo in etwa 1000 Meter Hoehe der Wald unserer Gemeinde entstehen wird. Nachdem Herr Kutscher im Namen des K. K. L. den Festakt eingeleitet hatte, ergriff Herr Alejandro Lande. Vizepraesident der “B’ne Jisroel” das Wort. Er begruesste d.ie Anwesenden die so zahlreich seinen Einladungen Folge geleistet hatten, insbesondere Frau Lotte _Hirschberg, Witwe des verst orbenen Ehrenpraesidenten Dr. Joseph Hirschberg, dessen Andenken er in warmen Worten gedachte. Er erinnerte daran, dass Herr Dr. Hirschberg sich mit seiner ganzen Energie fuer den Aufbau der Gemeinde eingesetzt hatte und dass er schon lange vor der Unabhaengigkeit Israels zu den Vorkaempfern der Renaissance des juedischen Volkes auf eigenem Boden gehoerte. Sein Herzenswunsch, mit eigenen Augen das Aufbluehen unseres Staates zu sehen und im Lande Israel JISROEL WALD” selbst zu leben und zu arbeiten, ging in Erfuellung. Anschliessend rief Herr Lande den Anwesenden ins Gedaechtnis dass die Gern e i n d e anlaesslich ihres 20 jaehrigen Bestehens bewusst auf alle aeusseren Feierlichkeiten verzichtet habe, um statt dessen die Verbundenheit unserer Gemeinschaft mit Israel durch diesen Wald sichtbar werden zu lassen. Vor stand, Repraesentanz und alle Mitglieder haben sich mit allen Kraeften fuer dieses Projekt eingesetzt, welches jetzt Wirklichkeit geworden ist. Die Ehrenurkunde ueber die Pflanzung wird von Herrn Kutscher Herrn Lande uebergeben. Am Ende seiner Rede versicherte Herr Lande den ehern a 1 i gen Gemeindemitgliedern, dass sie in Chile nicht vergessen worden seien, sondern dass man ihrer stets gern als derjenigen gedenke, denen es vergoennt ist, am Aufbauwerk der Heimat des juedischen Volkes direkt teilzunehmen. Als naechster Redner sprach Herr Alfredo Feldmann, Ehrenmitglied der S. C. I. B’ne Jisroel. Er fuehrte aus, dass “...wie die jungen Baeume Wurzeln fassen werden, um. fuer immer mit dieser heiligen Erde fest verbunden zu sein, so fuehlen auch wir uns Israel, dem Lande dem unsere Liebe gehoert, verbunden”. Anschliessend betonte er, dass”... wir unsere Kinder ins Land geschickt haben, damit sie an der Entwicklung der Medinath Israel mitarbeiten sollen. Wir spannen alle unsere Kraefte an, bei der Beteiligung und Unterstuetzung des Keren Hajessod, des K. K. L. und vieler philantropischer Organisationen. Dass alles, mit Ausnahme vielleicht der Zugehoerigkeit unserer Kinder zum Staate, ist so etwas wie unsichtbare Verbundenheit. Sich tbares Zeichen unserer Haltung wird dieser Wald sein”. Danach wandte er sich an die ehemaligen Gemeindemitglieder und versicherte ihnen, dass...” sie der SCI nahe sind, wie sie ihr in Chile nahe waren, wenn auch Meere und Kontinente zwischen uns liegen”. Mit einem besonderen Gruss an Frau Lotte Hirschberg, endete die Ansprache von Herrn Feldmann. Abschliessend sptach Frau Lotte Hirschberg und gab ihrer Genugtuung darueber Ausdruck, dass es ihr vergoennt sei, an dieser so sehr im Sinne ihres verstorbenen Gatten liegenden Feier teilnehmen zu koennen. Sie erklaerte, dass sie, trotz raeumlicher Entfernung an der Entwicklung der B’ne Jisroel regen Anteil naehme und bat die Herren Lande und Feldmann, der Gemeinde ihre Gruss, im Namen aller in Israel ansaessigen ehemaligen Mitglieder, zu uebermitteln. Nach Ueberreichung einer Ehrenurkunde an Herrn Lande, zur Weiterleitung an die Gemeinde, enthuellten Frau Hirschberg und Frau Lande den Denkstein, den der K. K. L. an dieser Stelle errichtet hat, und welcher in spanischer und hebraeischer Sprache den Namen der SCI B’ne Jisroel als Spenderorganisation dieses Waldes verkuendet. Nach der Zeremonie des Beginns der Pflanzung des SCI-Wal des. »f ■ mmM VOLK Es duerfte nicht zweifelhaft sein, dass die staerkste, lebenserhaltendste Kraft im juedischen Dasein, die das Ueberleben erst moeglich machte, die Bibel, die 24 Baende der Heiligen Schrift, “Thora, Propheten und Schriften” gewesen ist. Das ganze Mittelalter hindurch bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts etwa ist dies im juedischen Volk richtig verstanden und gewuerdigtworden. Dann erst, nachdem die Mauern des Ghettos niedergerissen waren, begann man in weiten Kreisen Mittel-und Westeuropas, sich von der Bibel, als der grossen Wegweiserin und Erzieherin, allmaehlich zu loesen. Damit schwand naturgemaess das religioese Leben, welches die vorangegangenen Generationen erfuellt hatte. Ismar Elbogen, der grosse Historiker, .sagte hierzu in seiner “Geschichte der Juden in Deutschland”; “W a s als Gegengrund gegen die Emanzipation damals geltend gemacht wurde, der fremde Ruhetag, die Speisegesetze, das wurde von der jungen Generation als laestig ueber Bord geworfen; DES (EINE BUCHES - FEST DES BUCHES SCHQWUAUS - BETRACHTUNG) Von CURT WILK es fand ein Ausgleich zwischen Lehre und Leben statt, aber ein ganz anderer, als die Reformer sich gedacht hatten, denn die Kosten allein hatte die Lehre zu tragen. Der schwerste, nie wied e r gutzumachende, Schlag war die Preisgabe des Sabbats. Mit der Sabbatruhe ging die Sabbatseele verloren. Wer Ansehen er war o, zumal akademische Bildung hatte, glaubte, der Religion entraten zu koennen. Man beruhigte sich mit dem Dichterwo.rt: “Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, der hat auch Religion”. Vor 150 Jahren wollte man in der westlichen Welt zu vergessen suchen, dass man fuer die Allgemeinheit noch immer das” Volk der Bibel “war und blieb, dass man am Berge Sinai eine alle Zeiten ueberdauernde Verfassun g, die Lehre Moscheh, erhalten hatte und zugleich jene ungeheure Fuelle von Belehrungen und Kommentaren, die spaeterhin erweitert und niedergeschrieben, das Gesamtwerk der Bibel ergaenzten, verstaendlich machten und das Monumentalwerk des Talmuds entstehen Hessen. Beide vereint, Bibel und I Talmud, bildeten fortan den I Panzer, der das Volk schuetzte, und gleichzeitig wurde sie die nie versagende Kraftquelle allen juedischen Lebens bis auf diesen Tag. Die Heilige Schrift wurde zum groessten Gedichte der Menschheit, weil sie alles in sich vereinigte: Lehre und Gebot, Erzaehlung und Verheissung, Mahnung, Verwarnung und Trost, Leo Baeck sagt hierzu: “Im Judentum ist der Versuch gemacht worden, wohl einmalig und unueberbietbar, das Unaussprechliche aussprechbar zu machen, dem Unvergleichlichen einen Ausdruck zu geben. Weithin lebt seitdem die Menschheit davon”. Es gab Zeiten, da in jedem einzelnen Worte dieses Buches etwas Besonderes empfunden wurde,- das Deutung und Auslegung erheischte, In diesem Buche hatte sich das juedische Volk immer wieder selbst gefunden und neuentdeckt. Es konnte und wollte nicht ohne dieses Buch sein, und das Buch seinerseits vermochte nur in diesem Volke so verherrlicht I und befolgt zu werden, wie I dies durch Jahrtausende geschah. Das juedische Vcilk war nicht zu trennen von seinen Heiligen. Schriften, und diese bildeten den Inhalt all seines Denkens und Empfindens. Wie aber steht das juedische Volk von heute zum “Buch der Buecher”? Ist diese Frage nicht abermals zu Schowuaus, dem Fest des Buches, aktuell? Was weiss der moderne Jude im allgemeinen von der Bibel? Muss nicht haeufig erst ein Roman mit einem biblischen Thema oder ein Film, der ein solches nachzugestalten versu c h t, juedische Menschen veranlassen, ueber Geschehnisse nachzudenken, die von einem mehr oder weniger oberflaechlichen Unterricht von der Kindheit her in schwacher Erinnerung geblieben sind? Man kritisiert, vielleicht zuweilen mit einem gewissen Recht, dass die Jugend Israels das “Fest der Lehre” zuruecksetze gegenueber dem “Fest der Erstlinge”, dem Tag der Weizenernte, da die Natur in der Pracht des palaestinensischen Fruehsommers steht. Doch die israelische Jugend lebt in der Welt der Bibel, auch dann, wenn sie nicht allen Anforderungen der religioesen Tradition nachkommt. Im juedischen Lande stehen Bibel und Kommentare, schriftliche und muendliche Lehre, als “hebraeische Nationalliteratur” in hohem Ansehen, auch bei den sogenannten “Nichtfrommen”; man fuehlt sich doch als “Volk der Bibel”. Es waere ungerecht zu sagen, dass sich bei uns nichts geaendert haette; findet man doch z. B. haeufiger als vor 30 Jahren etwa, juedische Buecher auf Barmizwa Geschenktischen. Doch kann dies nur ein Anfang sein. Die Rueckkehr zur juedischen Kultur geht langsam vor sich, weil man vielfach nicht begreift, dass alle juedische Kultur von Sinai ihren Ausgang nimmt, wo unser Volk zum Traeger der reinsten und hoechst e n Menschheitsgedanken berufen wurde. Am “Feste des Buches” muss an diese zentrale Aufgabe erinnert werden, damit wir Juden wiederum das “Volk des Buches” nicht nur dem Namen nach sind.

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