Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 4 (Abril, 1961)
- Date
- 1961-04-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Abril 1961 BOLETIN INFORMATIVO 7 //*L: “"SPÍ ffiá te/ren,! BESUCH EINES STAATSMANNES Anlaesslich dés Besuches von Abraham Darom, der in seiner Eigenschaft als Unterstaatssekretaer fuer Lateinamerika im Aussenministerium von Israel einige Tage unter uns weilte, nahm das “B. I.” Gelegenheit, mit ihm in Verbindung zu treten. Bekanntlich ist Abraham Darom (Drapkin) aus den Reihen des Zionismus in Chile hervorgegangen, wo er bis zu seiner Alij ah taetig war und u. a. auch den Posten des Praesidenten der Federación Sionista bekleidet hatte. Fuer den Ende der dreissiger Jahre aus Mitteleuropa eingewanderten Sektor war Darom vom ersten Tage an ein treuer Freund und Berater gewesen, der besonders viel dazu beigetragen hat, unsere Einordnung in den Rahmen der gesamten Kollektivitaet zu erleichtern. So war es auch eine besondere Genugtuung, festzustellen, dass die berechtigte Anerkennung, die seine grossen Faehigkeiten in Israel gefunden haben und die in seinem gehobenen Rang ihren Ausdruck finden, dieser freundschaftlichen Beziehung keinen Abbruch getan haben. Darom kam aus Montevideo, wohin er eine Konferenz aller in Lateinamerika akkreditierten Bostehafter einberufen hatte, von der er sich, wie er uns sagte, positive Resultate fuer die kuenftigs Arbeit auf dem Kontinent verspricht. Was die bisher geleistete Arbeit anbetrifft, so sei er besonders beeindruckt, wie gut die oeffentliche Meinung ueber Israel informiert sei. Zweifellos haetten dabei die Reisen von Persoenlichkeiten des oeffentlichen Lebens, vor allem der Politik und Presse, nach Israel eine hervorragende Rolle gespielt. Er sei der Meinung, dass man keine Gelegenheit versaeumen duerfe, solche Besuche zu foerdern. Besonderen Nachdruck legte er auf die Beobachtung, dass die Fruechte dieser Annaeherung nicht nur Israel, sondern mindestens ebenso sehr den juedischen Gemeinschaften dieser Laender zugute kommen. Ueber seine Kontakte mit dem von unserem Gemeindemitglied Dr. Emilio Weintraub praesidierten, chilenischen “Comité de Cooperación Económica” befragt, erklaerte er sich von der geleisteten Arbeit befriedigt, unterstrich aber die ungeheuren Aufgaben, die in der naechsten Zukunft bewaeltigt werden muessen. An erster Stelle stehe dabei die Erschliessung des Negew, der die einzige territoriale Reserve Israels darstellt. “Solange der Negev Wueste ist”, erklaerte Darom, “koennen unsere Feinde dort ungestraft ein dringen. Es ist kein Zufall, dass Nasser die “Fedayin” nicht nach dem Galil oder in die Kuestenebene schickte, sondern in den Negew. Wir koennen auch nicht jedes Jahr eine Sinai-Kampagne fuehren und muessen uns ueberhaupt darueber klar sein, dass es nicht der Krieg ist, der den Frieden bringen wird. Nur durch Erschliessung des Negew werden wir vermieten koennen, dass Aegypten und Jordan sich die Hand reichen und die .arabische Umkreisung Israels schliessen”. Bezueglich der Finanzierung der Entwicklungsprojekte befragt, wies er mit speziel¬ SUEDEN VERTRETER gut eingefeuhrt, mit Oficina in Concepción, uebernimmt Vertretungen fuer den ganzen Sueden. Beste Referenzen. Casilla 1978 - CONCEPCION BRVCÜL líquido * polvos ler Betonung auf den Unterschied zwischen Magbith und Bonds hin “Mit Magbith soll die Rettung und Einordnung in Israel aller Juden finanziert werd.en, die ihr Wohnland verlassen muessen. Das ist eine den Juden in der ganzen Welt gemeinsame Aufgabe. Die Juden in Israel tragen nicht nur dazu bei wie die Juden in Nordamerika oder Suedafrika, sondern wir muessen noch einen erheblichen Teil des ordentlichen Staatshaushalt dafuer auf wenden, da das Budget der Jewish Agency nie hat balanciert werden koennen. Fuer die Entwicklung des Landes aber wollen wir keine Hilfe. Das ist die Aufgabe der Israelis. Was wir dafuer verlangen, ist Kredit. Daher stellen wir die Bonds auf eine geschaeftliche Basis. Soundsoviel Jahre, soundsoviel Prozent Zinsen, mit den und den Bankgarantieen, die und die Privilegien, zu dem und dem festen Kurs. Die Juden, die dazu in der Lage sind, sollen der Regierung Israels Kredit gewaehren”. Das Gespraech bewegte sich dann in Richtung auf seine Erfahrungen als Botschafter in Belgrad und Athen, seine Gedanken ue- MIT GEISTIGER ELITE In Jerusalem wurde die Gründung einer “Welt Akademie fuer Kunst und Wissenschaften” bekanntg egeben. Der Offizielle Gründungs kongress soll im Laufe dieses Jahres statfinden. Die Akademie, zu deren zahlreichen Gründungsmitgliedern auch Robert Oppenheimer und Bertrand Rusell gehoeren, will Verbindung mit bereits bestehenden wissenschaftlichen Organisationen von allen Regierungen und aufnehmen, aber unabhaengig von allen Regierungen ■und Interessengruppen. Sie will auch Verbindung mit den Laendern des Ostblocks halten. “Die Zeit” mm ijp ABRAHAM DAROM CUADROS DE OLEO Y DE ACUARELA BE LL AvlsTA 5 7 DEP.6-TEL370WV ber die ifrapzoesisch-algerischen Verhandlungen und die Rolle Israels in Afrika, wo unsere Techniker und Wissenschaftler, wie er sagte, “der freien Welt einen grossen Beitrag zur Verteidigung dieses Kontinents gegen Anarchie und Kommunismus leisten”. Sowohl seine Aeusserungen wie sein Auftreten bei den verschiedenen Veranstaltungen, die ihm zu Ehren in Santiago stattfanden, bestaetigten in uns den Eindruck, dass Darom eine Persoenlichkeit ersten Ranges ist, aussergewoehnlich faehig und reif, dessen Arbeit den ganzen chilenischen Jischuw mit berechtigtem Stolz erfuellen darf. H. K. GESCHICHTE DER 3 GEMEINDEN ALTONA—HAM¬ BURG-WANDSBECK, GEDENKSCHRIFT ZUR EINWEIHUNG DER NEUEN HAMBURGER SYNAGOGE Wer diese Gedenkschrift in die Hand nimmt, wird sie sicher nicht ohne Wehmut lesen koennen. Die Geschichte der beruehmten 3 Gemeinden Altona — Hamburg — Wandsbeck — mit ihren Persoenlichkeiten und Institutionen zieht vor uns vorueber, ihre Anfaenge, gute Zeit, Niedergang und Neuaufbau nach' 1945. Nach einem warmempfundenen Geleitwort des neuen Hamburger Rabbiners H. J. Gruenwald, der Rede des Hamburger Buergermeisters Max Brauer aus Anlass der Einweihung der neuen Synagoge, beschreibt der leider viel zu frueh verstorbene Sohn der jued. Gemeinde, Dr. Oskar J. Wolfsberg-Aviad, die Geschichte dieser drei Gemeinden, die unter dem Namen AHU in die Geschichte eingegangen sind. Das Gemeindeleben mit seinen Kaempfen, vor allem zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zu Zeit der beginnenden Reform, werden behandelt. Ein Gedicht des unvergesslichen letzten Oberrabbiners Dr. Joseph Carlebach, dem Krankenhaus in Hamburg zur Jahrhundertfeier am 10. Juni 1941 gewidmet, leitet die Schilderung der Jahre 1933 — 1945 ein, die von Hans Lamm beschrieben werden, der auch die Stadien des Wiederaufbaus darstellt. Abschliessend beschreibt der Dipl. Ing. Franz May die neuaufgebaute Synagoge. Bilder von den Persoenlichkeiten, die diesen Gemeinden zur Zierde gereichten, die Institutionen, die ihr Stolz waren, bringen uns einmal mehr zu Bewusstsein, dass trortz guten Willens um eine neue Zukunft, eine grosse Epoche unserer Geschichte zu Abschluss gekommen ist. Die aeussere Ausgestattung dieser Gedenkschrift ist wuerdig und zweckentsprechend. E. I. L.