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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-02-01 · 2 (Febrero, 1961) · p. Seite 6

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
2 (Febrero, 1961)
Date
1961-02-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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r BOLETIN INFORMATIVO Febrero 1961 ULV BMT ALS “BOISCHM GUIENELENS” IN ISRAEL VON DR. ABNER NECHUSCHTAN, TEL AVIV Der Buergermeister West- Berlins kam wurde gesehen, sprach und siegte. Er “stahl die Schau”, wie mir mein Nachbar zur Linken, der hiesige Vertreter eines der grossen amerikanischen Magazine, sichtlich beeinflusst in seinen Slang zufluesterte, er beherrschte die Szene, die festlich geschmueckte Buehne der “Habimah”, des hebraeischen Nationaltheaters, gleich als er sie mit den Fuehrern der anderer Delegationen aus den 33 Laendern betrat, die zum 15. Kongress der “Internationalen Unión der Staedtischen Bell o e,rden” (“International Union of Local Authorities”) nach Israel gekomen waren. Links und recht von der Buehne prangten in zwei Buescheln eng aneinander gepresster Schaefte und Wimpel die Flaggen der Teilnehmerstaaten. Waehrend das Bach’che D-moll-Konzert fuer Violinen und Orchester mit zwei ueberraschend gut spielenden zehnjaehrigen Solisten auf klang, entzuecke n d e n Jungen in weissen Blusen und ihren (ersten) langen schwarzen Hosen, bezog sich mein Nachbar auf besagte Fahnenbuendel. Ob ich dazwischen die deutsche Flagge ueberhaupt erkennen koenne und ob mir bekannt sei, dass die Fahnen der Staaten, aus denen die Delegierten gekommen waren, vor anderthalb Jahren in Berlin auf dem Platz vor dem Tagungsgebaeude frei, aller Welt sichtbar geweht haetten. “D’you know, why this time...”. Natuerlich weiss ich es, aber halb und halb konnte man diese Verlegenheitsloesung verstehen. Vorsicht ist nicht nur”die Mutter der Porzellankiste”, sondern auch einer bedachten Politik, die Stoerungsversuche von vornherein ausschliessen will. Und dazu waere es auf dem Platz vor der Habimah vielleicht gekommen. Die rechts und linksradikalen Gruppen, supemationalistische Gegner jedes Kontakts mit dem deutschen Volk und andererseits die Kommunisten mit ihrer “globalpolitischen” Feindschaft gegen die Zweite Internationale einschliesslich der “amerikahoerigen” S. P. D., haetten unter Umstaenden laermenden Anstoss am Schwarz- Rot-Gold unter dem freien Himmel des freien juedischen Staates genommen. Allerdings hatten sie beschlossen, zum Protest gegen die Teilnahme der bundesrepublikanischen Vertretung und gegen das Zeigen der deutschen Nationalflagge der Eroeffnungssitzung und sogar dieser ganzen Tagung fern zu bleiben, nachdem ihnen Buergermeister Namir in einer ziemlich stuermisch verlaufenen Debatte in der Tel-Aviver Stadtverordnetenversammlung recht deutlich die Meinung gesagt hatte. Aber wer weiss? Jedenfalls hatte es sich erst vor wenigen Monaten in Jerusalem in der “deutschen Frage” gezeigt, wie sehr nicht nur mit dem Nein unserer “Ultras” zu rechnen ist, sondern mit den Empfindungen auch anderer, sonst gemaessigt denkender Gruppen der juedischen Bevoelkerung, die in der unausloeschlichen Erinnerung an die Millionen von den Nazis ermordeter Brueder nach wie vor anfaelüg gegen jeden sichtbaren Schritt zu einer Normalisierung der deutsch-juedischen Beziehungen sind. Dort in der Hauptstadt des Staates hatte sich im Stadtverordnetenausschuss der Buergermeister, ein Mann der Mehrheitssozialisten Ben Gurions, wie sein Tel-Aviver Kollege Namir, im September nicht nur bei der Opposition auf dem Rechtsfluegel, sondern sogar bei einem Teil seiner eigenen Koalition foermlich dafuer entschuldigen muessen, dass er sich in einem konzilianten Brief an den Kulturreferenten der Stadt Muenchen, Dr. Hohenemser, fuer den Aufbau kulturpolitischer Beziehungen zwischen den beiden Staedten ausgesprochen haette. Umso staerker fiel es nun ins Gewicht, dass sich Herr Namir am Tisch des Tagungspraesidiums, auf der Buehne der Habimah nach der Ansprache des Delegierten aus Berlin ostentativ erhob, um ihm mit einem gleichsam voelkerverbruedernden Haendedruck zu danken. Der Dank war in offenbarem Einklang mit der Reaktion del etwa anderthalbtausend Menschen, die das geraeumige Haus bis auf den letzten Platz bevoelkerten. Er entsprach augenscheinlich auch dem Eindruck des israelischen Staatspraesidenten, der im Verein mit den zur Kundgebung gekommenen Ministern lebhaft applaudierte. Der Amerikaner neben mir liess es sich nicht nehmen, vorwitzig wie diese Allerweltsjournalisten sind, etwas vom “deutschen Kennedy” zu murmeln; worauf ich ihm, versteht sich, schon aus Gruenden des politischen Taktes und guten Geschmacks die Antwort schuldig blieb. Willy Brandt hatte noch vor seiner Rede alle Blicke auf sich gezogen, als die unhandlich uebergrosse dunkelblaue, mit einem Globus ä la United Nation und dem Staedteschluessel als dem Kennzeichen der I. U. L. A. geschmueckte Verbandsfahne von Pfadfindern quer durch das Parkett zu ihm getragen wurde, damit er sie dem Tel-Aviver Stadtoberhaupt symbolisch ueberreiche, wie es dem Brauch der Kongresse der Staedte- Uniön entspricht. Ja, schon vorher war er hier in aller Leute Mund gewesen, als er sich in Athen auf dem Flugplatz gegen die These aussprach, das es eine Kollektivschuld der Deutsch e n gebe, und nach seiner Ankunft auf dem Flugplatz von Lod, als er diese seine Auffassung mit eine fast entwaffnenden Freimut auf seiner ersten Pressekonferenz hier im Lande wiederholte, zugleich aber zu bestaetigen nicht verfehlte, dass der “Deutsche Staedtetag” eine Millionenspende fuer die Foerderung des staedtischen Bauwesens in Israel gestiftet habe. Seine ersten Worte waren, als er sich in der Habimah zu seiner, uebrigens in ausgezeichnetem Oxford-E n glisch gehaltenen Ansprache erhob, fast woertlich folgende: “Ein Deutscher, der in Israel oeffentlich das Wort nimmt, hat der in der Vergangenheit von seinem Volk geuebten Untaten, als einer schweren Last, die auf ihm ruht, eingedenk zu sein. Mir ist diese Vergangenheit bewusst”. Der Saal schien umgehend wie von elektrischen Spannungen geladen; es wurde so still, dass selbst das Heer der Pressefotografen mit ihren Blitzlichtern nicht zu klicken wagten. Brandt unterstrich sein Bekenntnis noch, indem er hinzufuegte, ihm sei die bequeme Ausflucht wesensfremd, ueber das Geschehene wenn moeglich “Gras wachsen zu lasen”. In die Ueberzeugung, dass es Aufgabe der Jugend hueben und drueben sei, am Brueckenschlag zwischen Deutschen und Juden zu wirken, liess er seine Rede einmuenden und selbstredend auch in die bei derartigen Gelegenheiten uebli-l chen Bekundungen des Dankes für die Gastfreundschaft, der Sympathie und Hochachtung. Aber sie wirkten nach den Saetzen, die er einleitend gesprochen hatte, nicht a 1 s konventionelle Floskeln. Als jemand, der sich den Problemen stellt, erwies er sich am Tage danach auch auf einer der meistbesuchten Pressekonferenzen, die es in diesem Staat hier je gegeben hat. Mehrere Stunden hindurch hielt er einem Sperrfeuer vieler Dutzende von Fragen mit entwaffnender, menschlich ueberzeugender Ungezwungenheit stand, je nach dem mit Ernst oder mit Humor, so als er sich zwischendurch mit dem hiesigen Vertreter der “Associated Press”, Erich Gottgetreu, ueber beider “besonnte Vergangenheit” unterhielt, da Herr Gottgetreu zu den Redakteuren des “Luebecker Volksboten” gehoerte und ihm, dem blutjungen Herbert Frahm, we er damals noch hiess, seine Beitraege mit nur fuenf Reichsmark honorierte. “Sie haben recht, Mr. Gottgetreu, es war jaemmerlich wenig, aber fuerchten Sie nicht, dass ich jetzt noch Nachzahlungen in Israelpfunden oder gar in Deutschmark von Ihnen forden werde”, beruhigte er ihn unter allgemeiner Heiterkeit. Zurueckhaltend aeusserte er sich, ersichtlich nicht ohne praktisch-politische, Hemmungen, zur Frage, wie es um die Moeglichkeit diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel bestellt sei. Er zog das Wort “Normalisierung” wohl nicht absichtslos vor, liess aber keine Zweifel daran, dass er und seine Partei dafuer eintreten .Noch zurückhaltender war, wie es sich gehoert, seine Antwort auf Fragen darueber, worueber er sich vor der Begegnung mit der Presse am selben Vormitagg mit dem Ministerpraesidenten David Ben Gurion unterhalten habe. Ueber “Dinge gemeinsamen Interesses der beiden Staaten” ueber Sozialismus und die deutschen Sozialdemokraten, entgegnete er unverbindlich, betonte aber die “nicht zu uebertreffende Herzlichkeit” des Gespraechs. Bald danach, kaum dass der Kongress in seine Arbeitssitzungen mit dem Motto “Die Aufgaben von Lokalvevwaltungen in Entwicklungsgebieten” ein g etreten war, verliess der Westberliner Buergermeister mit seiner Ehefrau, deren Charme und Eleganz manche Israelinnen vor Neid erblassen und die Herzen ihrer Maenner hoeher schlagen liess, Israel wieder. Wahrscheinlich bezeugt es den staatspolitischen Charakter seines nur viertaegigen Aufenthaltes^ dass er sich nach Hause zurueckbegeben hat, statt sich bis zum Ende an den Beratungen der 677 Delegierten, einschliesslich seiner eigenen Vertreter gruppe, zu beteiligen Wollte er in diesem Sinne im juedischen Lande als deutscher “Botschafter des Guten Willens” wirken, so hat er seine Mission aufs Erfolgreichste durchgefuehrt. X LI BRERIA STELA REVISTAS - DISCOS Lesemappen Moderne Leihbücherei Groesste Auswahl an MODEZEITSCHRIFTEN SANTIAGO Merced 821 Local 25 VIÑA DEL MAR Galería Couve Local 4 YESO ROMERAL TABIQUE PROMONTA Progreso y Economía para las Construcciones Dlstrib.: SODIMAC - S. A. C. SAAVEDRA BENARD AGENCIAS GRAHAM S.A.C. 1WTGBIT

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