Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXII (1960)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1960)
- Date
- 1960-12-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Diciembre 1960 BOLETIN INFORMATIVO 11 5720 - Die wichtigsten EREIGNISSE IN ISRAEL OKTOBER 1959 Praesidente Ben Zwi stattete Burma einen zehncaegigen Staatsbesuch ab. Der Bau einer Werft im Werte von It 40.000.000.— wurde in Gemeinschaft mit der hollaendischen” De Schelde Co.” begonnen. NOVEMBER Fast 1.000.000 Israelis, etwa 81% aller wahlberechtigten Staatsbuerger, nahmen an den Parlamentswahlen teil, bei denen Mapai die erste Mehrheit erhielt. Der fruehere Landwirtschaftsminister Kadish Luz wurde zum Praesidenten der Knesseth ernannt. DEZEMBER Das neue Kabinett Ben Gurion wurde vom Parlament bestaetigt. Der griechische Dampfer "Astypalea” mit einer Ladung israelischer Gueter nach Ostafrika wurde von der V. A. R. bei Einfahrt in den Suezkanal aufgehalten. Das Schiff wurde erst nach Beschlagnahmung der Ladung im April 1960 wieder freigegeben. JANUAR 1960 Aussenminister Golda Meir besuchte sechs westafrikanische Laender. In Noten, die allen Laender zugestellt wurden gab die israelische Regierung ihrer Besorgnis ueber die sich auf die ganze Welt erstreckende antisemitische Welle Ausdruck. Das Finanzministerium und das Amt fuer Handel und. Industrie schufen eine Behoerde zur Foerderung auslaendischer Investitionen. FEBRUAR Nachdem infolge bewaffneter Zusammenstoesse verschiedene Israelis getoetet wurden, vertrieben israelische Streitkraefte syrische Truppen aus der demilitarisierten Zone am Kinereth. Reste von ueber 2.000 Jahre alten Thorarollen wurden auf isralischem Gebiet in der Naehe des Toten Meeres gefunden. Das Budget fuer das Finanzjahr 1960-1961 wurde vom Finanzministerium vorgelegt. Das Budget belaeuft sich auf I£ 1.574.200.000. Auf Grund eines Vertrages zwischen der Studebaker und der Kaiser —Frazer werden im Haifaer Werk der Kaiser— Frazer Studebaker Autos Montiert werden. MAERZ Auf einer 16 taegigen Reise besuchte Ministerpraesident David Ben Gurion die U. S. A. und England wo er Unterredungen mit Praesident Eisenhower, Staatssekretaer Herter, dem deutschen Kanzler Dr. Adenauer, ebenso wie mit dem britischen Premierminister Harald McMillan und anderen hervorragenden Persoenlichkeiten fuehrte. APRIL Amerikanische Seeleute bestreikten den aegyptischen Frachter “Cleopatra” in New York, als Antwort auf den arabischen Boykott amerikanischer Schiffe, die israelische Haefen anliefen. Der Vorschlag eines Trefens Ben Gurion a Khrushcheiv, wurde von der Sowjetregierung zurueckgewiesen. MAI Der 12. Unabhaengigkeitstag Israels wurde gefeiert. Prof. Yigael Yadin gab den Fund des Archivs des biblischen Freiheitshelden Bar Kochba bekannt. Das von der Agudat Israel eingebrachte Misstrauensvotum, begruendet mit den Erklaerungen Premierminister Ben Gurions ueber den biblischen Exodus, wurde vom Parlament zurueckgewiesen. Der Ministerpraesident Ben Gurion gab bekannt, dass der Kriegsverbrecher Adolf Eichmann sich in Israel befaende. David Horowitz, Praesident der Bank Israels erklaerte, dass das Jahr 1959 das bisher beste Jahr fuer die Wirtschaft des jungen Staates gewesen waere. JUNI Erdoel xvurde bei Zohar und Kidod gefunden. Ministerpraesident Ben Gurion besuchte Frankreich. Belgien und die Niederlande. Argentinien protestierte vor dem Sicherheitsrat der V. N. wegen der Entfuehrung Adolf Eichmanns aus Buenos Aires durch israelische Agenten. Der Rat beschloss, dass Israel angemessene Reparationen zu leisten haette. JULI Das erste im Lande gebaute Duesenflugzeug wurde der Luftwaffe uebergeben. Eine Gruppe von 16 israelischen Aerzten begab sich nach dem Kongo. AUGUST Das neue von der Hadassah erbaute medizinische Zentrum der Universitaet Jerusalem wurde feierlich eroeffnet. Baron Edmond de Rothschild wohnte der Eroeffnung der neuen Oelleitung die von seinen Unternehmen finanziert wurde, bei. (ISRAEL DIGEST) f/ Rendez-vous mit Lilianette, Alle kamen sie zum Rendezvous mit Lilianette und fuellten das Theater 3-mal bis auf den letzten Platz! Nach ¡den. der Kuenstlerin aus dem Ausland vorausgegangenen erstklassigen Kritiken, sah man diesem Rendez-vous mit den groessten Erwartungen entgegen. Wir muessen es gleich vorausnehmend feststellen, dass selbst die hochgeschraubtesten Erwartungen nicht nur 100% erfuellt, sondern um ein Vielfaches ueberboten wurden. Lillianette gehoert heute zu den wenigen legitimen Diseusen deutscher Sprache in dieser Zeit, und wenn die auslaendischen Kritiker sie mit den grossen Vertreterinnen dieses Faches vergangen e r Epochen vergleichen, so tun sie ihr nicht genuege. Fast alle diese Frauen waren, obzwar einzig in ihrem Typ dastehend, eben immer nur ein einziger Typ! Die eine repraesentierte die grosse Dame, die andere das ar me Maedel aus der Vorstadt. Lilianettes Groesse ist ihre unvorstellbare Wandelbarkeit Eben ist sie ganz grosse Dame und erinnert uns dann an Josma Selim oder mit ihrem leicht erotischen Timbre in der Stimme an die Massary, und sofort verwandelt sie sich in ein traurigkesses Vorstadtgeschoepf, um gleich darauf wieder als neurotisch-hysterisches Luxusweibchen ueber die Buehne zu flattern. Oder sie sitzt laessig, voellig geloest, (und doch mit welch innerlicher Spannung) am Klavier und begleitet sich in charmanter Weise selbst. Nur wenige Kuenstler auf der-Welt koennen sich an eine sogenannte “I Mann- S c h a u”, bezw. “I Frau- Schau” wagen. Zu viel Voraussetzungen sind dazu noetig. Zuerst die technischen Mittel, die es ueberhaupt einem Kuenstler ermoeglichen physisch ohne jedes Zeichen von aeusserer Anstrengung, eine solche V o r s t e 11 ung durchzustehen. Dazu gehoeren ein absolutes Beherrscher) der Stimme, eine einwandfreie, perlenklare Diktion, wo jede Silbe, selbst bei rasant schnell gesprochen Saetzen zu verstehen ist, eine so starke Ausdrucksfaehigkeit dass die kleinste Andeutung genuegt, eine ganze Situation zu schildern. Viele dieser Mittel kann ein Kuenstler erlernen. Was nicht zu erlernen ist, und was uns an Lilianette so entzueckt, und was das Geheimnis ihres Erfolges ist, das ist der Zauber ihrer Persoenlichkeit, der hinter allem steht. Diese aparte Mischung von Kopf, Herz und Sexappeal! Intelligenz, menschliches Verstehen und frauliche Atraktion. Alles, was sie bringt ist von unglaublicher Praezision und wirkt doch —oder vielleicht grade darum— wie improvisiert, eben, aus dem Augenblick geboren. Allein ihrer geistreichen Conference zu lauschen, ueber ihre gescheiten und witzigen Bemerkungen zu laecheln, schmunzeln und laut zu lachen, ist reiner Genuss. Es ist-schwer aus der Vielfalt des Gebotenen Hoehepunkte zu nennen. Jede Nummer, in ihrer Art, bildet ein kleines Kabinettstueck. Ob es die mit unnachahmlicher Grazie gebrachten frechangedeuteten M a 1 i c en der ‘‘Madame Pompadour” sind, die leicht naeselnde, snobistische “Ueberbeschaeft i g t e”, der franzoesische Charme “Mademoiselle Joujou”, die zwerchfellerschuetternde Komik der “Teenager”, oder die Abenteuer eines “Quartetts” oder gar die fuer einen g e w o e h n lieh Ster blichen unverstellbare Gedaechtnisleistung und Wer ein wenig die geistige Entwicklung des Judentums in den U. S. A. kennt, weiss, wie gross der Einfluss ist, den Martin Buber auf weite juedische Kreise —und auch darueber hinaus— heute ausuebt. Umso begruessenswerter ist es daher, dass in dieser Veroeffentlichung auch sein philosophisches Werk einer weiteren Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht wird. So wichtig seine Arbeit der Deutung des Chassidismus und seine religionshistorischen Schriften auch sind, kann Buber doch nur durch seine Philosophie ganz verstanden werden. Wir finden zwei Schriften, die auf das untergehende Judentum in Deutschland —vor allem in Kreisen der juedischen Jugendbewegung— einen bedeutenden Einfluss ausgeuebt haben, wie z. B. “Zwiesprache”, in dem er das “dialogische Prinzip” der “Ich und Zungenfertigkeit der “Boehmischen Polka”, immer entzueckt. und begeistert Lilianette ihr Publikum und reisst es zu wahren Beifallstuermen hin. An David Goldstein hatte die Kuenstlerin, wie immer, einen anpassungsfaehigen Begleiter, von vorbildlicher Diskretion und Zurückhaltung, der sich auch mit seinen Soli, vor allem mit den reizenden Variationen ueber das Lied “Kommt ein Vogel geflogen” einen verdienten Sondererfolg holte. CISROCO moechte auf diesem Wege noch einmal Lilianette fuer ihre Grosszuegigkeit danken, die es ermoeglicht hat, die Wohltaeti'gk e i t s k a s sen betraechtlich aufzufuellen. Und wir haben der Kuenstlerin fuer 2 Stunden ungetruebter Freude und guter Laune zu danken, und dass sie uns ermoeglicht hat, hierzulande bestes internationales Kabarett zu gemessen. Du” Beziehung klaert; “Die Frage an den Einzelnen”, das 1936 erschien und von hoher Warte den Protest des Judentums gegen den totalitaeren Anspruch des Nationalsozialismus philosophisch formuliert. Schliesslich spricht der Erzieher vieler Studentengenerationen in der “Rede ueber das Erzieherische” und ueber “Charaktererziehung”, um mit der Abhandlung “Was ist der Mensch” zu enden, in der sich Buber mit der anthropologischen Philosophie von Kant bis Scheler auseinandersetzt und das Wesen des Menschen als einer gegenseitigen Beziehung von Mensch zu Mensch klaert. Ohne Zweifel wird diese in einer populaeren Ausgabe veroeffentlichte Schrift dazu beitragen, den philosophischen Einfluss Bubers zu vertiefen. Loewenstein. RAMBLA HOTEL DIR. BENEDIKT & ClA. 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