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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-12-01 · 12 (Diciembre, 1960) · p. Seite 6

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
12 (Diciembre, 1960)
Date
1960-12-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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V BOLETIN INFORMATIVO Diciembre 1960 i V¿e ñ/eaetóche Tfedje âû/wectt DER NEUE PRAESIDENT DER USA Saemtliche Zeitungen befassten sich mit der Analyse des Wahlausgangs in Amerika und auch der moeglichen Wirkungen auf die Beziehungen der USA zum Staat Israel. In der Jerusalem Post wird nach Bemerkungen ueber die Abstimmung die keine Einmuetigkeit der amerikanischen Bevoelkerungsmassen gezeigt hat, sondern fast die gleiche Stimmenzahl fuer den republikanischen Kandidaten wie fuer Kennedy, darauf hingewiesen, dass die Republikaner in aussenpolitischen Fragen bisher gewoehnlich realpolitisch er als die Demokraten gedacht haben, die dabei staerker theoretisierten. Auch wird die Frage aufgeworfen, ob sichern von Demokraten gefuehrtes Amerika 1956, im Suez-Feldzug unter Umstaenden nicht weniger opportunistisch in der Stellungnahme zu Nasser gezeigt haette. Andererseits sei es moeglich, dass gerade die Demokraten unter Kennedys Fuehrung kuenftig staerker von den Schwierigkeiten der Landesentwicklung der arabischen Staaten beeinflusst sein werden und sich deshalb — rein aus humanitaeren Gruenden — mit besonderem Entgegenkommen auch zu Aegypten beziehen werden. Dawar und Lamerchaw verwiesen mit Betonung darauf, dass Kennedy einen guten Teil seines Wahlsiegs der Sympathie des sozialfortschrittlichen Teils der amerikanischen Bevoelkerung zu verdanken hatte “Dawar” nennt in diesem Zusammenhang die amerikanische Arbeiterbewegung und ihre freundschaftlichen Beziehungen zur Histadruth. “Lamerchaw” erwaehnt auch die Kreise der Intelligenzler in den USA. Die Gewerkschaften haetten dort, schreibt dies Blatt, am Wahltag gegen den “kapitalistischen Konservativismus” Nixons und seine “starre Abhaengigkeit von der Vergoetterung des egoistischen Grundsatzes unternehmerischer Initiative” demonstriert. Doch erinnert Dawar auch daran, dass die persoenliche Magie Eisenhowers diesmal im Gegensatz zu den beiden letzten Praesidentschaftswahlen keine Rolle mehr gespielt hat. Aehnlich: “Al Hamischmar”, der so wie “Haaretz” die Ueberzeugung vertritt, dass mit dem Sieg Kennedys vielleicht eine neue Aera der Vereinigten Staaten beginnt. Nixon sei nur “ein Schatten Eisenhowers” gewesen, schreibt “Al Hamischmar”, waehrend “Haaretz die Hoffnung ausdrueckt, dass Kennedys Liberalismus zu einer global-politischen Entspannung zwischen Ost und West fuehren wird. Wie alle eben erwaehnten Zeitungen befassen sich auch “Haboker” und “Hazofeh” mit der Frage, wie sich das Wahlergebnis auf uns in Israel auswirken wird. “Haboker” erinnert daran, dass sich Kennedy dazu positiver als Nixon geaeussert hat, warnt aber vor allzu grossem Optimismus, und “Hazofeh” schliesst sich dieser Warnung an. Die gleiche Warnung fand sich auch im “Cheruth”, zusammen mit der beziehungsreichen These, der Wahlsieg der Demokraten habe gezeigt, dass die Amerikaner dagegen sind, ein und dasselbe Parteiregime zulange an der Macht zu lassen. ‘•Kol Haam” stellte aussenpolitische Gesichtspunkte voran: die amerikanischen Massen haetten gegen die antisowjetische Politik Eisenhowers demonstriert. Angesichts dieser Politik sei es kein Wunder, dass die Weltgeltung der USA im Vergleich mit der Sowjet-Union zurueckgegangen sei. Als einziges Blatt behandelt das kommunistische gleichzeitig das Ergebnis der Wahlen in Italien. DIE KNESSETHREDE DES MINISTERPRAESIDENTEN “Dawar”: Zum ersten Mal eroeffnete der Ministerpraesident eine Serie von Knessethsitzungen —nach den Parlamentsferien — mit einer grossangelegten politischen Uebersicht, von der mancherorts gesagt worden ist, ihr Zweck sei gewesen, den in der letzten Zeit etwas farblos gewordenen Plenarsitzungen einige “Farbe” aufzutragen. Aber es ging natuerlich um mehr: darum, der Knesseth und der weiteren Oeffentlichkeit ein Bild von dem “State of the Nation” zu geben, wie es in Amerika bei derar t i g e n Gelegenheiten ueblich ist. Und das ist gut so; denn in der letzten Zeit haben Dinge von relativ geringerer Bedeutung die grossen Fragen, denen unser Staat gegenuebersteht, in den Hintergrund zu ruecken* begonnen. Problemen wie dem der Massenalijah, der Besiedlung der noch unbearbeiteten Gebietsteile Israels usw, wird zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Da sich die Lage an den Grenzen einigermassen entspannt und das Lebensniveau der Massen stetig gehoben hat, steht das Fuehlen und Denken der Buerger unseres Staates im Bann der Vorstellung eines Normalisierungspr oziesses, und diese Vorstellung koennte zu einer Achtlosigkeit fuehren, die uns unvorbereitet traefe, wenn neue Gefahren entstehen sollten. Auch groessere Voelker und Staaten muessen staendig auf der Wacht sein, und wir doppelt und dreifach. DIE ANTWORT NASSERS DIE DROHUNGEN KAIROS Hazofeh: Die Drohungen, die im VAR- “Parlament” gegen die israelischen Plaene zur Ableitung der J ordanwasser ausgestossen wurden, sind uns nichts Neues. Bereits zu wiederholten Malen wurden durch Nasser und seine syrischen Sprachrohre drohende Erklaerungen gegen das israelische Programm abgegeben. Den Anstoss zu dieser neuen Debatte im VAR- “Nationalrat” (Parlament) gab eine Anfrage bei der vorangegangenen Sitzung des Parlaments durch einen syrischen Abgeordneten, auf die der damalige Generalstabschef der VAR, General Muchmad Ibrahim eine einigermassen gemaessigte Antwort erteilte, Daraufhin sah sich Jordanien dazu veranlasst, zu erklaeren, dass Syrien — ohne Aegypten — selbstaendig gegen die israelischen Jordanwasser-Pljaene kaempfen wuerde, das Parlament aber zuviel Maessigung zeigt. Bei der diesmaligen Sitzung wurde daher ein aggressiverer Ton angeschlagen, und General Ibrahim machte Auszehrungen ueber alle Plaene der VAR zur Bekaempfung Israels und erwaehnte insbesondere ein von einer Expertenkommission ausgearbeitetes Programm zur Ausnutzung der Fluesse zugunsten der Araber, ein Programm das im Gegensatz zum Johnston-Plan steht, welcher Kooperation mit Israel vorsieht. Wir duerften bei aller gewohnter Routine in den Erklaerungen der VAR doch nicht die Gefahren dieser antisraelischen Prop a g a n d a uebergehen, die sich auf Beschluesse des Sicherheitsrates beruft, denenzufolge Israel quasi aufgefordert wurde, sein Wasserprogramm fallen zu lassen. Die Zeit fuer eine eindeutige politische Erklaerung Israels, in denen unser Beschluss zur Durchfuehrung der Wasserplaene zum Ausdruck kommt, scheint gegeben zu sein. Hazofeh: Der Herrscher der Vereinten Arabischen Republik hat, wie zu erwarten war, mit seiner ueblichen Grobheit den Friedensvorschlag Israels, der durch unseren Aussenminister vor der Generalversa m m 1 u n g der UNO vorgetragen wurde, abgelehnt. In seinen jetzigen Reden in Syrien entledigte er sich seiner internationalen politischen Maskierung, in der er vor den United Nations erschienen war, und gibt sich wieder mit seinem wirklichen Gesicht des levantinischen Raubritters. In seinen Ausfuehrungen gegen Israel bedient er sich der Ausdrue.cke seiner sowjetischen Lehrer; und gegen die ehrlichen .Argumente Frau Golda Meirs hat er nichts anderes als die Schimpfworte “Imperialismus”, “Kolonialismus” und “die Rechte der palaestinensischen Araber” zu setzen. Nasser, dem es nicht gelungen war, bei der UNO die Aufgabe eines Fuehrers der Neutralen, der zwischen West und Ost vermitteln kann, zu spielen, kehrte schnell nach Hause zurueck, wo seiner eine nicht so angenehme Ueberraschung harrte. Koenig Hussein, den er bei jeder Gelegenheit bedroht, hat mit dem Irak Aussoehnung gefeiert und sich damit eine starke Rueckendeckung verschafft. Diese neue Entwicklung verlangt von unserem Staate grosse Aufmerksamkeit. RITUALMORDBESCHULDIGUNGEN IN DAGHESTAN IRAK AN DER SEITE JORDANIENS Hazofeh : Die Erklaerung des irakischen Regierungschef, General Kassem, er werde nicht dulden, dass irgendein arabisches Land den augenblicklichen statu» quo in Jordanien veraendert, und in einem solchen Falle wuerde Irak Truppen nach Jordanien entsenden, ist die Folge der Anerkennung des neuen Regimes in Bagdad durch Koenig Hussein. In den letzten Wochen bemuehten sich sowohl die VAR als auch Jordanien um eine Verbesserung der Beziehungen zu Irak; udd darin lag die wichtigste politische Entwicklung dieser Zone. Nun hat sich herausgestellt, dass Jordaniendabei die Oberhand behalten hat, da augenscheinlich die irakische Regierung kein grosses Vertrauen zu Nasser nat. Die neue Annaeherung zwischen Amman und Bagdad kann zu mehr fuehren, als nur zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Laendern. Die daraus entstehende Zusammena r b e i t, kann sich fuer die Zukunft dieses Weltbezirkes als bedeutsam erweisen. Dazu aber kommt, dass dieser irakische Schritt, der aus der letzten Erklaerung des irakischen Regierungschefs, General Kassem hervorgeht, wiederum beweist, dass die Behauptungen, Kassem sei vollstaendig von der Sowjetunion abhaengig, nicht auf Wahrheit beruhen. Es ist kaum anzunehmen, dass die Sowjetunion ueber diese Stellungnahme des irakischen Staatschefs sonderlich be geistert war. Jerusalem Post und Haboker befassten sich mit der im Sowjet-Kaukasus veroeffentlichten Behauptung, dass die Juden aus “Gruenden ihres Rituals” das Blut von Moslems trinken. Beide Zeitungen erinnern an den kuerzlichen Bericht des franzoesisch-juedischen Fuehrers André Blumel ueber seine Russlandreise. Auch er hatte schon von dieser Ritualmordluege an den Ufern des Kaspischen Meeres gesprochen, aber hinzugefuegt, die Schuldigen wuerden bestraft werden, wie ihm amtlich in Moskau versichert worden sei, Doch diese und andere Versprechungen — schreibt Haboker — erscheinen jetzt in einem neuen Licht, und “Jerusalem Post” fuegt hinzu, dass Blumel bei seiner Unkenntnis der russischen Sprache schwerlich die geeignete Person war, der Frage auf den Grund zu gehen, ob diese infame Beschuldigung ihre Suehne erfahren wird. Man soll sich nicht der Taeuschung hingeben, fuegt das Blatt hinzu, dass “die Zeiten des duesteren Mittelalters vorbei sind”; die “Post erinnert an die Progrome des vorigen und dieses Jahrhunderts in Russland und an Hit 1 e r s Vernichtungsaktion gegen die Juden. “Haboker” ruft dazu auf, die Weltoeffentlichkeit in den freien Laendern zu mobilisieren und auch Versuche zu machen, die juedisch-kommunistischen'Kreise in der URSS in diesen Abwehrkampf einzuschalten. GEGENFORDERUNGEN AN ARABER Cherut fordert in seinem Leitartikel, dass Israel energisch Gegenforderungen bei den Arabern erheben sollte, die uns auf Grund der Angriffshandlungen der Araber im Jahre 1948 unter Verletzung der Beschluesse der UNO und im Widerspruch dazu, zustehen. Das ist notwendig, denn bereits jetzt glauben selbst unsere Freunde, dass Israel den Arabern Abfindungen zu zahlen habe. 7U7TGBIT nmtJvttdeAMtir

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