Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-08-01 · 8 (Agosto, 1960) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
8 (Agosto, 1960)
Date
1960-08-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8553624-8557783-9194466--2944-8557943
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

10 BOLETIN INFORMATIVO Agosto 1960 SAMUEL HOLDHEIM (Zum 100. Todestage am 22. August) Von hundert Jahren, am 22. August 1860, starb zu Berlin eine der markantesten Erscheinungen des einstigen deutschen Judentums, Rabb. Samuel Holdheim, der als Pionier der sogenannten “radikalen Reform” eine bedeutende Rolle innerhalb der geistig - religioesen Auseinandersetzungen des 19. Jahrhunderts spielte. In Kempen geboren, war- Holdheim in seiner Jugend ein Talmudschueler, der noch der modernen Bildung ablehnend gegenueberstand. Als Rabbiner in Frankfurt a. O. war er noch streng konservativ, aber schon in Schwerin (Mekl.) ein Befürworter des Hamburger Tempelgebetbuches und Verehrer Abraham Geigers. Diesen Wandel der religioesen Grundauffassung hat man Holdheim vielfach zum Vorwurf gemacht; er selbst pflegte gern daran zu erinnern, dass er durch die Lektuere der “Gottesdienstlichen Vortraege” von Leopold Zunz auf den Weg der Reform gelangt sei. Aber selbst Heinrich Graetz, sein erbitterter Gegner, macht Holdheim niemals den Vorwurf der Unaufrichtigkeit. Es unterliegt keinem Zweifel, dass dieser Mann ein nach Wahrheit suchender, von der Richtigkeit seiner Auffasung Ueberzeugter gewesen ist. Sein rastloser Geist wollte die Gedanken bis zur aeussersten Konsequenz durchfuehren, der Reform, wie er sie sah, eine wissenschaftliche Grundlage geben; hierzu nuetzte ihm sehr seine gediegene talmudische' Ausbildung. Was Holdheim fehlte, war sicherlich ein Gefuehl fuer Pietaet, eine innere Gemuetswaerme. In seinem beruehmtgewordenen Buche “Ueber die Autonomie der Rabbiner” (1843) versuchte er die Trennung des Religioesen im Judentum, das Ewigkeitswert hat, vom Nationalen, das vergaenglich sei und zur Nationalitaet des Vaterlandes im Gegensatz stuende, theologisch zu fundieren. Nach Holdheims — von allen Seiten her bekaempfter Meinung — seien nur die Pflichten gegen die Mitmenschen fuer den .T'irten ve-r. bindlich, und juedischem Recht und juedischem Gesetz haue er nur zu gehorchen, wenn sie vom Staate angeordnet, nicht, weil sie juedischen Ursprungs sind. Holdheims Gedankengaenge erschienen den Zeitgenossen als revolutionaere Kampfansage gegen das gesamte Judentum, das durch die in seinem Buche fixierten Theorien geradezu aufgewuehlt wurde. Der letzte Sinn von Holdheims Forderungen war, dass sich das zeitvenoessische Judentum vom “Zwang des Rabbinismus” befreie. Er nannte dies den Ausgleich zwischen Lehre und Leben, indem er einseitig auf die Lehre verzichtete und nur dem Leben Recht gab. Die Entwicklung fuehrte bekanntlich zur Schaffung der Berliner “Juedischen Reformgemeinde”, an welcher Holdheim seit dem Herbst 1847 als Prediger wirkte. Den offiziellen Namen nahm jedoch die Gemeinde erst im Jahre 1850 an. Das dort von ihm geschaffene Gebetbuch, die Verlegung des Sabbatgottesdienstes auf den Sonntag, das fast voellige Fehlen historischer und gefuehlsmaessiger Momente, entfremdete und isolierte diese Gruppe mehr und mehr von den uebrigen Gemeinden. Ein Mann wie Abraham Geiger hat zwei Male die an ihn ergangene Aufforderung, Rabbiner dieser Reformgemeinde zu werden, abgelehnt. Spaeter hat Holdheim selbst und einige Prediger nach ihm sich um eine Wiederbelebung dieses so unhistorischen Gottesdienstes bemueht, doch die grosse Mehrheit der deutschen Juden versagte ihm die Gefolgschaft. Holdheim starb verhaeltnismaessig frueh im Alter von 54 Jahren. Ausser in Nordamerika hat die von ihm vertretene “radikale Reform” nirgendwo Anklang gefunden. Als er in spaeteren Jahren an einem Beinleiden erkrankt war, soll er mit bitterer Selbstironie von sich gesagt haben: “Dies kommt davon, dass ich frueher oft zu weit gegangen bin”. Dass er —■ auf seine Weise — fuer die Veredlung des Judentums hat wirken wollen, kann nicht bestritten werden. Doch der Weg — und dies hat die Entwicklung bewiesen — war ein falscher. Da seine Absichten gute waren, ist er denoch in die Geschichte der juedischen Geisteswissenschaft eingegangen. CURT W1LK. T Qtjmonn REBECA MATTE Nuevo TELEF. 393220 6 5 construcciones arquitectura interior instalaciones comerciales proyectos de muebles erhalten. Soeben aus dem Sueden geraeucherte RONCERIA GAENSEBRUST Calle Valparaiso 232, Viña del Mar TELEFON 882176 ULE VIÑA DEL crema RODOLFO 2. Stock Of. 23 zu besichtigen. bittet seine vereehrte Kundschaft sein gut sortiertes Lager an erstklassigen Stoffen in seinem neuen Lokal TENDERINI Neues Telefon: 392549 LEESER ROSCH HASCHONOH GLUECKWUENSCHE im Gemeindeblatt ADMINISTRACION DEL BOLETIN INFORMATIVO DE LA S. C. I. — Clasificador 567/ Santiago ANNAHME DER ANZEIGEN BIS ZUM 28. AUGUST Bitte unter Glückwünsche zum Neuen Jahr nachfolgenden Text einzusetzen Groesse. Scheck anbei zu kassieren bei FERDINAND KRAL & SOHN Groesse 1 3 cm. Gran Avenida . Tel. E° 5. gratulieren herzlichst zum Neuen Jahr GUENTHER KORN und FRAU Groesse 2 4 cm. Konditorei « Gran Avenida . Tel. E° 6,60. gratulieren allen Kunden, Bekannten herzlichst zum Freunden u. Neuen Jahr

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.