Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXII (1960)
- Issue
- 5 (Mayo, 1960)
- Date
- 1960-05-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/8553624-8557783-9194462--2894-8557895- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
14 BOLETIN INFORMATIVO Mayo 1960 LEBENDIGE... (FORTSETZUNG VON SEITE 12) BEWUNDERT VIEL UND VIEL GESCHOLTEN, ISRAEL von Dr. Abner Nechushtan, Tel-Aviv Dies ist (das Grab) hoechste Symbol des Heroismus sieht und oftmals Pilgerfahrten nach der Festung durchfuehrt, den Anstieg zu erleichtern. Im Jahre 70 wurde Jerusalem erobert. Eine Gruppe juedischer Patrioten unter Elfes er ben Jahir, beschloss, den Kampf um die Freiheit weiter zu fuehren und waehlte zum letzten Widerstand die von Jonathan dem Makkabaeer gebaute Festung Massada, die schon Herodes, im Jahre 42 vor unserer Zeit, als Zuflucht gedient hatte. Die roemischen Legionaere unter der Fuehrung von General Flavius Silva, einem Feldherrn des Titus, folgten der juedischen Horde. Drei Jahre lang bemuehten sich die Roemer vergeblich, die Festung zu stuermen. Immer wieder wurden sie zurueckgeschlagen. 936 Maenner, Frauen und Kinder verteidigten Massada gegen zehn roemische Legionen und erst im Fruehling des Jahres 73 musste sich die Festung ergeben. Es war ein schrecklicher Kampf von verhungerten und verdursteten Menschen gegen die roemische Militaermaschine. Als die Roemer in die Festung kamen — so erzaehlt Flavius Josephus — da waren sie, von Rabbi Gamfiel angesichts der toten Helden, voller Scham. In den 30er Jahren dieses Jahrhunderts erlaubte die Mandatsregierung dem deutschen Archaeologen Dr. "Schulten, die Festung zu vermessen. Dr. Schulten, Fachmann fuer roemische Kriegsfuehrung, kam in Begleitung eines deutschen Stabsoffiziers. Am Beginn seines Berichtes ueber die Vermessung schreibt er, dass “...er viele Schlachtfelder aus der Roemerzeit studiert habe, dies jedoch das erste Mal waere, wo das Studium der Belagerten interessanter sei, als das der Belagerer”. Alles ist erhalten, wenn auch verfallen und verbrannt. Die zwei bis zwei ein halb Meter hohe Mauer, die von den Roemern um die Anhoehe gebaut wurde damit nur ja niemand entkomme, die roemischen Lager und Fundamente fuer die Zelte, das Fundament des Rammbockes, die schiefe Sturmrampe und hoch oben die zerstoerte Festung. Bisher ist nur wenig gegraben worden und unter den vielen, vielen Truemmern liegen noch manche archaeologische Schaetze. Die Ausgrabung von Massada wird, wenn sie zustande kommt, eine der groessten und interessantesten archaeologischen Unternehmen Israels werden. Wer in diesem fruehsommerlich heissen April abends durch die Hauptstrassen Jerusalems, Tel-Avivs und Haifas streift, in die Cafés blickt, vor denen sich die Menschen nach mittelmeérlaen d i s c h e r Art im Freien um die Marmortische auf den Strassen draengen, oder das Kommen und Gehen in den Foyers der Touristenhotels beobachtet, koennte meinen, sich vielmehr in Weltstaedten vom internationalem Gepraege Londons zu befinden; so fallen die farbenpraechtigen nationalen Trachten afrikanischer Gäste und die zartseidenen Saris indischer Besucherinnen ins Auge. An der Schwelle des dreizehnten Jahres seiner Existenz zeigt sich immer klarer, dass der Staat Israel nicht nur auf der Landkarte im Schnittpunkt Asiens und Afrikas liegt, sondern auch diplomatisch, kulturell, handelswirtschaftlich, sozialgesellschaftlich. Eine Ueberfuelle von Ansaetzen Die Belege dafuer Hessen sich unschwer in solchem Masse haeufen, dass aus dieser Fuelle hier willkuerlich, ohne Ordnung und Bewertung, nur einige Beispiele angefuehrt seién. Der burmesische Ministerpraesident U - Nu Hess es sich seinerzeit so wenig nehmen wie sein Amtsnachfolger Ne-Win, den er als Regierungschef kuerzlich wieder abgeloest hat, Israel zu besuchen; er schloss mit David Ben Gurion damals enge Freundschaft. Fast ebenso guenstig laesst sich das Verhaeltnis mit Siam an. Aus den jungen, gerade zur-Selbststaendigkeit aufgestie g e n e n Laendern besonders des westlichen Zentralafrika befinden sich momentan mehr als 300 junge Beamte, Landwirte, Studenten aus den verschiedensten Intelligenzlerschichten der Ein_ geborenen - Bevoelkerung hier zu Fortbildungskursen aller moeglichen Art, waehrend sich z. Zt. etwa 80 Fachleute aus Israel in Ghana, Ost-Nigeria, Liberia, BelgischrKongo usw. aufhalten. Hand in Hand damit geht, versteht sich, ein hin und Her von diplomatischen Kontakten solchen Ausmasses, dass das Jerusalemer Aussenministeriurr^, vor kurzem durch Inserate in der hiesigen Presse (!) nach geeigneten Anwaertem fuer alle diese Gesandtschaften und Konsulate Ausschau halten musste. In Accra stellte die Haifaer halbstaatliche Zim - Reederei vor etwa drei Jahren dem Ministerpraesidenten K w a m e Nkrumah die “Black-Star-Line” als Ghanaer Handelsflotte betriebsfertig zur Verfuegung. .Ferner gelang es dort der israelischen Zentralgewerkschaft, der Histadruth, die sich auch in Burma als Schrittmacher betaetigt, den Zuschlag einer Auschreibung der Regierung Dr. Nkrumahs zum Bau des Flugplatzes von Accra im Wettbewerb mit der altangesehenen britischen Kontraktorenfirma Taylor Woodrow an sich zu bringen, ein Objekt von immerhin fuenf Millionen Dollar. In Port Harcourt, dem werdenden Industrie-Zentrum Ost- Nigerias, sorgt ein Architekt des Haifaer Technikums fuer die Stadtplanung. In Monrovia wurde den Tel-Aviver Bauuntemehmern Gebr. Mayer die Errichtung des Palastes fuer den Praesidenten Liberias, des Parlamentsgebaeudes und des Ducor Palace-Hotels uebertragen, das mit Baukosten von 3,5 Millionen Dollar das eindruckvollste Hotel in West- Afrika zu werden verspricht. Ben Gurions Aussenministerin, Frau Golda Meir, hat Afrika .offenbar also nicht umsonst zweimal bereist. Andere fuehrende Persoenlichkeiten waren ihr gefolgt, so der bisherige Londoner israelische Botschafter Eilath, der sich mit Besuchen Tanganjikas, Kenias und Ugandas ins politische Neuland der oestlichen Haelfte Mittelafrikas vorwagte. Politische und psychologische Hindernisse Andererseits tut der Staatschef der Vereinten Arabischen Republik ebenso wie der indische Ministerpraesident, der Abdel Nasser kuerzlich einen pompoesen Empfang bereitet hat, das Menschenmoegliche dagegen, dass den Israelis solche Erfolge in den Schoss fallen. Abdel Nasser agitiert gegen sie mit einem Propaganda- Apparat, den er auf saemtliche moslemischen Laender Afrikas ausgedehnt hat, als geschworener Feind des juedischen Staates und ebenso, um sich seinen Fuehrungsanspruch in diesem Kontinent nicht schmaelern zu lassen. Auf die starke indische Bevoelkerungsminderheit islamischen Glaubens hat Jawaharlal Nehru schon um des benachbarten Pakistan willen Ruecksicht zu nehmen, und beliess es mithin bis heute bei der diplomatischen Anerkennung Israels, ohne ihr einen Austausch von Botschaftern folgen zu lassen. Als massgebender Wortfuehrer der “neutralistischen” Laender, die sich globalpoUtisch als “Drittes Lager” zwischen den Grossblockbildungen des Westens und Ostens betrachten, beargwoehnt er —nicht anders als der gleichfalls “neutralistisch” festgelegte Nasser— den Staat Israel ueberdies als “Brueckenkopf des anglo-amerikanischen Imperialismus” im Mittleren Osten. Fraglos haben die diplomatischen und sonstigen Emis_ saere der Sowjetunion als der Grossmacht, die jeden anderen fremden Einfluss in Kairo ueberschaltet, dem Aegypter dazu das Stichwort geliefert. Kommunistischer Einfluss war dieser Tage denn auch am Werk, als der israelische Botschafter in Conakry, der Hauptstadt des Staates Guinea, vom Vorsitzenden der zweiten “Afro-Asiatischen Solidaritaetskonferenz” mit bruesken Worten und Gesten aufgefordert wurde, die Sitzung zu verlassen, zu der er auf Veranlassung des Staatpraesidenten Sekou Toure wie alle dort akkreditierten Staatsvertreter eingeladen worden war. Fast zur gleichen Stunde kam es bei Tel- Aviv zu einem freiHch belangloseren diplomatischen Zwischenfall: der Geschaeftstraeger der Gesandtschaft Liberias glaubte vom Chauffeur eines Lastwagens, mit dem sein eigenes Auto karamboliert hatte, das hebraeische Wort “Kushi” —Neger, Schwarzer— gehoert zu haben, griff zum Revolver und schoss in die Reifen des Lastwagens. Und schon vor etwa einem Dreivierteljahr hatte sich ein zur Regierungsopposition gehoerender Abgeordneter in der Volksvertretung des befreundeten Ghana bemuessigt gesehen, Dr. Nkrumah vor “der drohenden Ueberfremdung durch den israelischen Wirtschaftsimperialismus” zu warnen. Diese Zwischenfaelle wurden zwar durch amtliche Entschuldigungen beigelegt. Und doch gelangte hier dreimal zum Ausdruck, was einer Entwicklung wirklich fundierter Beziehungen Israels mit den jungen afrikanischen Staaten, abgesehen von jeder politischen Gegenpropaganda, im Wege steht; das tief verwurzelte Misstrauen, das die Afrikaner gegen den weissen Mann erfuellt. Aus den Schichten ihres Unterbewusstseins bricht dieser Affekt wieder und wieder hervor, gegen alle von der Vernunft und dem Verstand geboten» Erkenntnis vom Nuetzlichkeitswert dessen, was diese Juden ihnen bieten koennen und bieten wollen. Seelenforscher wuerden Sagen: sie stehen zu Israel im Verhaeltnis ambivalenter Hassliebe. Aehnliche, nur von der Psychologie her erkennbare Schwierigkeiten belasten das Freundschaftswerben der Israelis auch in weiten Teilen Asiens. Ihr Versuch, mit friedlichen Mitteln in beiden Kontinenten Fuss zu fassen, stoesst —so gesehen— nicht nur auf aeussere, politisch agitatorische Schwierigkeiten. Auch gegen innere, seelische Hemmungen haben sie so anzukaempfen, dass die Erfolge, die sie bisher erzielt haben, nur desto hoeher I veranschlagt werden muessen. Beth Shearim — Steinsarg mit zwei Loewen V' PYROMETER FÜR CHERAMIK-OEFEN Anzeigebereich 0-1200° C. E° 45,— einschliesslich Thermopaar u. Ausgleichsleitung. LECHNER Y CIA. LTDA. Nueva York 52, Teléfono 87765