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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-05-01 · 5 (Mayo, 1960) · p. Seite 12

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
5 (Mayo, 1960)
Date
1960-05-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 BOLETIN INFORMATIVO Mayo 1960 LEBENDIGE VERGANGENHEIT Von DAN TANI Gott hat das Land unserem Erzvater Abraham und seinen Kindern und Kindeskindem fuer alle Zeiten dargeboten und seither ist es unser Land. Und es scheint fuer uns noch immer dieselbe Sonne und der gleiche Mond wie fuer Jehoschua bei Givön und Askalön. Derselbe Wind weht immer noch durch’s Land und traegt den Widerhall der Jahrtausende durch die stillen Naechte von Kanaan. Vielleicht moechte der Leser ein wenig mit mir durch Israel wandern. Uralte Staedte und Orte werde ich mit ihm besuchen und ihm von der, fuer uns so lebendigen Vergangenheit erzaehlen. JATSOR In der Naehe des Kibbutz Hajeleth Haschacha im Galil, direkt auf dem Weg nach Metulla, erhebt sich ein kleiner Huegel. Bis August 1955 war dieser Huegel eine Anhoehe wie so viele andere im Galil und gehoerte zu der charakteristischen Berglandschaft doch in ihm verborgen lag ein Schatz jahrtausendealter historischer Ueberreste: Die ehemalige Stadt Jatsor. Die Bibel erzaehlt uns das Jehuschuas Sieg bei “...den Wassern von Meron” ausschlaggebend war fuer die Eroberung Nordkanaans Nach diesem Kampf, so sagt die Bibel “kehr, te Jehoschua zurueck und eroberte Jatsor und schlug seinen Koenig mit dem Schwerte”. Denn Jatsor stand zu jener Zeit an der Spitze aller Koenigreiche. Spaeter gehoerte es zu den drei Staedten, die Koenig Salomo aus strategischen Gruenden wieder aufbaute: “Jatsor, Meggido und Gezer” (Koenige 9-15). Und hier, “im Thal von Jatsor” kaempfte im Jahre 147 vor unserer Zeit Jonathan der Hasmonaeer gegen Demetrius, um die Freiheit seines Landes. Dr. Yigal Yadin, Professor fuer Arcnaeoiogie an der Universitaet Jerusalem hat im Freiheitskrieg des modernen Israels eine grosse Rolle gespielt. Viele gutgeplante Feldzuege sind ihm zuzuschreiben. Waehrend der Ausgrabungen in Jatsor habe ich ihn oft beobachtet und mich gefragt “...ist es nun der Archaeologe Jadin oder vielleicht der General, der wie besessen nach irgendeinem Zeichen sucht, dass eventuell General Jehoschua Ben Nun fuer ihn zurueckgelassen hat?” BETH SHEARIM In der Nache von Haifa, liegt die alte Stadt Beth Schearim, weit bekannt aus den vielen Schriften die ueber ihre Rabbinen im Laufe der Jahrhunderte geschrieben wurden. JATSOR Kanaanitischer Gott (14-13 Jahrhundert) In dieser Stadt, in der sie Tag und Nacht Thora gelernt haben, sind als evdige Monumente ihre Grabstaetten zurückgeblieben. Im Jahre 1936 wurde die erste Katakumbengruft durch spielende Kinder zufaellig betreten und im gleichen Jahr begannen die Ausgrabungen unter Leitung von Professor Mazar (Rektor der Universitaet Jerusalem). Es wurden unzaehlige Graeberkatakumben gefunden, in denen geschmueckte und verzierte Steinsaerge standen. Oftmals fuehren zu diesen Katakumben aus Stein gehauene, verzierte Tore und auch die Steinsaerge und Waende tragen Inschriften und motivierte Verzierungen. s Marc Chagall, der grosse Maler, stand waehrend seines Besuches in Beth Schearim vor dem Sarg mit den zwei Loewen und brachte seine Bewunderung zum Ausdruck als er sagte “.. .so... gerade so, wuerde ich es gerne gemacht haben”. Beth Shearim war der Sitz des Synhedrion im zweiten Jahrhundert unserer Zeit. Hier wohnte und wirkte der Pa- MASSADA — Nordansicht ‘i? 4 triarch Rabbi Jahude Hamnasi und hier liegt er begraben. Er starb im Jahre 220, im Alter von 85 Jahren und hinterliess die Mischna, die Sammlung des muendlichen Gesetzes. Nahezu dreihundert Inschriften wurden bis jetzt auf den Waenden und Saergen gefunden. Die meisten sind griechisch, aber einige sind auch in hebraeischer oder aramaeischer Sprache. Alle sind sie mit roter Erdfarbe ausgefuehrt. Viele Juden der damaligen Diaspora sind hier zur ewigen Ruhe gebettet. Davon zeugen viele Inschriften, unter anderem die folgenden: “.. .Priester von Beiruth”. — “... Aidesios, das Haupt des Aeltestenrates in Antiochene”, oder, “...Ruhe wohl oh Matrone Caliope... niemand ist unsterblich... sie war aus Biblos”. Die laengste und interessanteste Inschrift ist in homerischem Griechisch und beginnt wir folgt: “...Ich Justus der Leonide, Sohn der Sappho, liege tot, nachdem ich die Fruechte der Weisheit gepflueckt habe” (Uebersetzung Prof. Schwabe, Hebr. Univ.). Katakambengruft in BeHi Shearim Fuer derartige Symbole der Assimilation haben viele juedische Besucher wenig Verstaendnis. Die meisten von ihnen firtdet man darum vor dem Sarkophagen mit hebraeischen Aufschriften: “...dies ist (das Grab) von Rabbi Gamliel”, “...Rabbi Schimon”. Die Besucher beten und weinen. Mit ihren feuchten Lippen kuessen sie die Inschriften und so mancher Buchstabe ist schon weggekuesst. Und es faellt schwer, einem Juden beizubringen, dass es sich hier um historische Dokumente handelt, die fuer die Ewigkeit bewahrt werden sollen und nicht durch die Inbrunst der Beter beschaedigt werden duerfen. Rabbi Schimon prag’; fÄ SSS «Kiitvfc lili ÄS® JATSOR Kanaanitischer Gottheit (14-13 Jahrhundert vor unserer Zeit) MASSADA Der Fall von Massada, der letzten Festung Judas, wird von Flavius Josephus wie folgt beschrieben: “...Als die innere Mauer Feuer fasste, sammelte Eliezer seine Leute und drang auf sie ein, Selbstmord zu begehen, um nicht in die Haende der Roemer zu fallen. So wurden zehn Maenner ausgelost, die es zur Aufgabe hatten, alle anderen zu schidchten. Ein jeder legte sich neben seine Frau und Kinder auf den Boden und schlang um sie seine Arme und so boten sie ihre Nacken dar. Und nachdem die Zehn ihre traurige Aufgabe ohne Furcht erfuellt hatten, losten sie unter sich, fuer wen es bestimmt war, die anderen neun zu schlachten und zum Schluss sich selbst”. Das geschah im Jahre ,73. Mit dem Fall von Massada verloren wir endgueltig unsere Freiheit. Die Festung ist auf einem ca. 500 Meter hohen, schroffen Felsen gebaut. Bis vor kurzem gehoerte alpinistische Gewandheit dazu, diese Hoehe zu erklimmen, doch im Laufe der letzten Jahre wurden Pfade gebahnt und Treppen in den Fels geschlagen, um der Jugend Israels, die in Massada das (Fortsetzung Seite 14) MASSADA — Westansicht

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