Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXII (1960)
- Issue
- 5 (Mayo, 1960)
- Date
- 1960-05-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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4 BOLETIN INFORMATIVO Mayo I960 f* SSBaöd PROTOKOLL der Ordentlichen Generalversammlung der Sociedad Cultural Israelita "B'ne Jisroel" vom 24. April 1960 Am 24. April 1960 fand die diesjaehrige Ordentliche Generalversammlung der S.C. I. "B'ne Jisroel" statt, die von einer erfreulich grossen Anzahl von Gemeindemitgliedern besucht wurde, die auf diese Weise ihr Interesse an der Arbeit der Gemeinde bekundeten. Nachstehend bringen wir das Protokoll dieser Mitgliederversammlung. Den Rechenschaftsbericht des Praesidenten veroeffentlichen wir an anderer Stelle dieser Ausgabe. Um 10.25 Uhr eroeffnet der Praesident der Gemeinde, Herr Dr. S. Landau, die Generalversammlung in zweiter Sitzung, nachdem um 9 Uhr, dem festgesetzten Termin, die erforderliche Zahl von mindestens 20% der Mitglieder nicht anwesend war. Er begruesst die Erschienenen und stellt fest, dass die Generalversammlung statutengemaess einberufen worden ist. Vor Eintritt in die Tagesordnung verliest er die Namen der im vergangenen Jahr dahingeschiedenen Gemeindemitglieder, zu deren Ehren sich die Anwesenden von ihren Plaetzen erheben. Besonders gedenkt Herr Dr. Landau des verstorbenen Gemeindebeamten Herrn Arturo Tauber. ueber den Bericht des Vorstandes nehmen die Herren Manfred Klein, Werner Simonsohn, Hermann Herz, Dr. Erich Bry, Rabbiner Egon Loewenstein, Walter Weil, Enrique Abraham, Kurt Loebel, Hugo Rosenstein, Hans Kaufmann und Dr. Max Sklarz zu diversen Ausführungen des Praesidenten Stellung, insbesonders zu den Problemen des Gottesdienstes, der Religionsschule und des Kontakts der Mitglieder mit der Gemeinde. Herr Dr. Landau beantwortet die im Laufe der Debatte formulierten Fragen und dankt fuer die Anregungen, die die Diskussionsredner dem Vorstand auf den von ihnen behandelten Gebieten gegeben haben. Im Anschluss daran verliest der Schatzmeister, Herr Dr. Boris Levy, den Kassenbericht, ebenso wie die Bescheinigung der Kassenpruefer, der Herren Paul Ohnstein und Harry Goldmann, wonach die Buecher und der Kassenabschluss der Gemeinde geprueft und in Ordnung befunden sind. Im Namen von Vorstand und Repraesentanz stellt Herr Dr. Levy folgenden Antrag, den er eineingebend begruendet: Die Generalversammlung wolle beschliessen: 1) Der Mitgliedsbeitrag wird ab. 1. April 1960 auf E° 2,50 monatlich erhoeht. 2) Um Zahlung der prozentuellen Erhoehung werden auch diejenigen Mitglieder gebeten, die bisher freiwillig einen hoeheren Betrag als den jeweiligen Mindestbeitrag gezahlt haben. 3) Begruendete Antraege auf Ermaessigung oder Erlass der Beitragserhoehung sollen wohlwollende Beruecksichtigung finden. Im Verlauf der sich daran anschliessenden Debatte erklaert Herr Hans Jacusiel, dass er zwar die Gruende, die das Direktorium veranlassen, um eine Beitragser- (Fotsetzung Seite 11) Auf die Verlesung des Protokolls der Generalversammlung vom 26. April 1959, welches ordnungsgemaess von den Herren Alfred Feldmann, G a m 1 i e 1 Gluecksmann und Hans Jacusiel unterschrieben worden ist, wird verzichtet und dieses fuer genehmigt erklaert. Auf Vorschlag des Vorsitzenden beschliesst die Generalversammlung, die Herren Arturo Kreisberg, Rodolfo Büchner und Emilio Schweitzer mit der Unterschrift des Protokolls der diesjaehrigen Generalversammlung zu beauftragen. Im Anschluss daran verliest der Praesident den Rechenschaftsbericht ueber das Geschaeftsjahr 1959. In der folgenden Diskussion AUS DER GENERALVERSAMMLUNG Die ordentliche Generalversammlung vom 24. April 1960 hat folgenden Beschluss gefasst: 1) Der Mitgliedsbeitrag wird ab 1. April 1960 auf E° 2,50 monatlich erhoeht. 2) Um Zahlung der prozentuellen Erhoehung werden auch diejenigen Mitglieder gebeten, die bisher freiwillig ■ einen hoeheren Betrag als den jeweiligen Mindestbeitrag gezahlt haben. 3) Begruendete Antraege auf Ermaessigung oder Erlass der Beitragserhoehung sollen wohlwollende Beruecksichtigung finden. Auszuege aus dem Protokoll der Sitzung des Repraesentantenkolle- Vorsitzender Herr Dr. Benno Kiwi, Sekretaer Herr Enrique Gruenbaum. Herr Dr. Reich erstattet den Vorstandsbericht: In der Zeit seit der letzten Repraesentantensitzung vom 21. Januar bis zum 13. April habe die Gemeinde 8 Neuaufnahmen zu verzeichnen, musste jedoch auch 8 Todesfaelle beklagen. Waehrend der Ferien wurden die Arbeiten in den Restaurationsraeumen so weit fertiggestellt, dass mit der endgueltigen Uebergabe des Lokals in den naechsten Tagen gerechnet werden kann. Der Vorstand habe fuer dieses Jahr davon Abstand genommen, das Dach zu erneuern und sich, in Anbetracht der angespannten finanziellen Lage der Gemeinde darauf beschraenkt, es neu teeren zu lassen. Am Freitag, den 29. April, findet zum ersten Mal in unserer Gemeinde die Bath-Mitzwah von 5 jungen Maedchen statt und zwar im Rahmen eines zweiten Abendgottesdienstes. Bei der am 13. Maerz stattgegiums vom 13. April 1960. fundenen Einweihung des neuen Gebaeudes der “Bomba Israel” war die Gemeinde durch Herrn Dr. Landau und Rabbiner Loewenstein vertreten. Herr Rabbiner Loewenstein hat die Mesusa angeschlagen. Bei den verschiedenen Veranstaltungen anlaesslich des Besuches von Herrn Leib Dultzin repraesentierte Herr Dr. Landau die Gemeinde. Weiterhin, nahm Herr Dr. Landau an einer Ende Maerz in Montevideo stattgefundenen Tagung des Direktoriums der “Centra” teil, die die Richtlinien fuer die Ende August in Santiago stattfindende grosse Konvention festgelegt hat. Am ersten Seder-Abend fand der traditionelle Gemeinde-Seder statt, der von den Herren Rabbiner Loewenstein und Kantor Ruschin gegeben wurde. Fast 70 Personen nahmen daran teil. Herr Lande berichtet ueber die Arbeit der Kultuskommission und gibt seinen Dank Herrn und Frau Sender gegenueber Ausdruck, die seine Arbeit, insbesonders die Vorbereitung des zweiten Freitag- Abend-Gottesdienstes, ausserordentlich unterstuetzt haben. Herr Walter Schueftan informiert ueber die Arbeiten der Propaganda und Haus-Kommissionen Ebenso berichtet Herr Dr. Kiwi ueber die Taetigkeit der Kulturkommission. Herr Loebel gibt Aufschluesse ueber die Situation der Tesorería der Federación Sionista de Chile. Herr Dr. Landau teilt dem Repraesentantenkollegium mit, dass der diesjaehrige Centra-Kongress definitiv in Santiago stattfinden wird. Er berichtet von seiner Reise nach Montevideo und von den dortigen Verhandlungen. Anschliessend gibt er den Herren Repraesentanten Bericht ueber den Erfolg des Jugendseders und dankt den Herren Rabbiner Loewenstein und Maguenzo fuer die Vorbereitung desselben im Rahmen ihrer Jugendarbeit. Ebenfalls uebermittelt er Gruesse von Herrn Abramczyk aus Israel. CENTRATAGUNG IN SANTIAGO Die “Centra — Arbeitsgemeinschaft juedischer Gemeinden zentraleuropaeischen Ursprungs in Lateinamerika” hat, wie wir schon in der vergangenen Ausgabe informierten, beschlossen, ihren im August dieses Jahres stattfindenden Kongress in Santiago abzuhalten. Diese Dachorganisation, der unsere Gemeinde angeschlössen ist, vertritt die Interessen aller juedischen Gemeinde^ mitteleuropacischen Ursprungs in Südamerika und hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits wichtige Arbeit auf den verschiedensten Gebieten geleistet. So wurden zum Beispiel die Jugendlager von Piriapolis (Uruguay) und Campo de Jordao (Brasilien), an denen Jugendliche unserer Gemeinschaft teilnahmen, auf Initiative der Centra eingerichtet und im naechsten Jahr soll ein derartiges Jugendlager in der Naehe von Mendoza durchgefuehrt werden. In diesen Lagern werden Fuehrer herangebildet, die dann spaeter m ihren Heimatgemeinden wertvolle Jugendarbeit leisten sollen. Auch Besuche hervorragender Persoenlichkeiten unseres Sprachkreises sind von der “Centra” organisiert worden. So verdanken wir es beispielsweise dieser Organisation,, dass wir 1958 Gelegenheit hatten Professor Dr. Ernst Simon bei uns begruessen zu duerfen. Die Hauptaufgabe der “Centra” ist naturgemaess die Koordination der Arbeit der Gemeinden auf diesem Kontinent in den verschiedensten Dezernaten, wobei die Erfahrungen eines Landes Gemeinden anderer Laender zugaenglich gemacht werden. Da wir alle mehr oder weniger den gleichen Problemen gegenueber stehen, ist die Wichtigkeit einer derartigen Arbeit ohne weiteres klar. Ebenso aber vertritt die “Centra” auch unsere Gemeinschaften den Weltorganisationen des frueheren deutschen Judentums gegenueber, wie zum Beispiel dem “Council of Jews from Germany” dem die Centra als Vertreterin der Juden aus Deutschland in Suedamerika, angeschlossen ist. Die Konferenz von Santiago, an der Vertreter der Gemeinden' aus Brasilien, Bolivien, Uruguay, Argentinien, Peru und Chile teilnehmen, wird unter dem Motto “Zentraleuropaeisches Judentum in Lateinamerika 1940 - 1960” stattfinden und alle sich aus diesem Leitsatz ergebenden Probleme behandeln. In erster Linie werden Fragen der Jugendarbeit Kulturprobleme, organisatorische Angelegenheiten usw. besprochen werden und man will den Versuch machen, die Position unserer Gemeinschaften auf diesem Kontinent den anderen juedischen Organisationen und unserer Umwelt gegenueber soweit zu klaeren wie wir dazu in der Lage sind. Die brennende Frage, wie wir das aus unserer frueheren Heimat mitgebrachte Geisteserbe erhalten und unseren Kindern weitergeben koennen, wird im Mittelpunkt der Debatten stehen. Voraussichtlich koennen wir bei dieser Gelegenheit prominente Gaeste bei uns begruessen die unsere Arbeit fruchtbar anregen werden. Die aus Anlass dieser Tagung geplanten Veranstaltungen werden den Mitgliedern der SCI “B’ne Jisroel” erlauben aus naechster Naehe die Arbeit der “Centra” kennenzulernen und durch Teilnahme an den verschiedenen Vortraegen sich ein Bild ueber die Probleme zu machen, mit denen wir uns auseinandersetzen muessen, um den Bestand unserer Gemeinschaften auf diesem Kontinent ueber unsere Generation hinaus zu sichern.