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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-05-01 · 5 (Mayo, 1960) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
5 (Mayo, 1960)
Date
1960-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Mayo 1960 BOLETIN INFORMATIVO 5 DAS GANZE VOLK IST AUFGERUFEN! (FORTSETZUNG VON SEITE 1) mitgeben zu koennen, das in vielen Faellen fuer ihre kuenftige juedische Entwicklung von groesster Wichtigkeit sein duerfte. Ich hoffe, Sie werden sich zahlreich an dieser Feierstunde beteiligen und sich persoenlich von der Richtigkeit und Wichtigkeit dieser Einrichtung ueberzeugen. DIE REIFERE JUGEND Aber nicht nur dem Problem der Kinder und Jugendlichen bis zum Barmizwah-Alter, sondern in mindestens gleichem Ausmass der Frage der Erfassung der reiferen Jugend, besonders unserer Studenten und jungen Ehepaare haben wir unsere ganze Aufmerksamkeit gewidmet. Wir haben in diesem Jahre eine “Kommission der zweiten Generation” gebildet, um diejenigen Menschen heranzuziehen und naeher an uns zu binden, von denen wir hoffen, sie in den naechsten Jahren als interessierte Mitarbeiter auf verantwortlichen Posten sehen zu koennen. Leider hat diese Initiative nicht den von uns erhofften Erfolg gehabt. Zu den Sitzungen des Ausschusses sind nur eine sehr geringe Anzahl der geladenen jungen Mitglieder erschienen und das gezeigte Interesse war bedauerlicherweise ausserordentlich gering. Unter diesen Umstaenden haben wir uns die Frage vorgelegt, ob unsere Methoden, dieses Problem ins Auge zu fassen, die richtigen sind, ob wir die Wuensche und Notwendigkeiten der jungen Generation kennen und ihnen gerecht werden. Um dies zu ueberpruefen und unserer Arbeit eine breitere Grundlage zu geben, hat die Jugend-Kommission einen “Censo Juvenil” begonnen, der uns ein klares Bild ueber die Zusammensetzung, Wuensche und Notwendigkeiten unserer Jugend geben soll. Wir hoffen, dass der Kontakt mit der sogenannten zweiten Generation auf Grund des Ergebnisses dieses Censo ein engerer und erfolgreicherer werden wird. Ausserdem haben wir in der Maerz - Ausgabe unseres Gemeindeblattes eine Rundfrage veroeffentlicht, die dem Direktorium und den Kommissionen eine Idee der Stimmung unter den Jugendlichen vermitteln soll, damit wir dadurch in die Lage versetzt werden, diesem Faktor bei unserer Arbeit gebuehrend Rechnung tragen zu koennen. Ein weiterer Versuch —und ich glaube, ein gelungener— ist die Veroeffentlichung eines spanischen Teiles in unserem Boletin Informativo, der systematisch erweitert werden soll, um den seit laengerer Zeit geaeusserten Wuenschen unserer Jugend gerecht zu werden. JUGEND-ORGANISATIONEN Wie in den vergangenen Jahren haben wir auch im abgelaufenen Geschaeftsjahr groesstes Interesse an allen juedischen Jugend - Organisationen bewiesen und sie mit allen Kraeften unterstuetzt. So haben wir wieder Beihilfen zur Durchfuehrung der zahlreichen Sommerlaeger geleistet, weil wir wissen, in welch positiv juedischem Geist diese Ferienkurse geleitet werden und welch erzieherischen Wert sie fuer die jugendlichen Teilnehmer haben. Mit der Ivria und dem CUJ waren wir weiterhin eng verbunden. Wir wuerden nur wuenschen, dass weit mehr unserer jungen Menschen von diesen Organisationen .erfasst wuerden. Im Laufe dieses Jahres wurde in unserer Gemeinde ein “Club Infantil Israelita Junior” gegruendet, der in unseren Raeumen tagt und sich die Erfassung unserer Kinder zwecks gemeinsamer Kulturarbeit zum Ziel gesetzt hat. Es waere verfrueht, etwas ueber die Arbeit dieses Clubs zu sagen, jedoch glauben wir, dass eine derartige Vereinigung im Rahmen unserer Gemeinde von sehr grosser Wichtigkeit ist. JUGENDTREFFEN IN BRASILIEN Wir duerfen mit Stolz er* waehnen, dass bei dem von der “Centra” in Brasilien organisierten Jugendtreffen Anfang dieses Jahres wieder Jugendliche unserer Gemeinde an hervorragender Stelle mitgewirkt haben. Es nahmen an diesem Lager die Jugendlichen Eva Klein, Daniel Jacusiel, Tomás Reichmann und Harry Schanzer sowie unser Jugendfuehrer Abraham Maguenzo teil, dessen Anteil an der Leitung und dem Erfolg des Seminars ausserordentlich gross gewesen ist. Diese Jugendlichen, die von uns entsandt wurden, um im Gedankenaustausch mit anderen jungen Menschen aus Argentinien, Brasilien und Uruguay zu lernen und den Grundstein fuer eine fruchtbare Jugendarbeit innerhalb unserer Gemeinde zu legen, sind begeistert zurueckgekehrt und wir sind ueberzeugt, dass die Kenntnisse, die sie bei diesem Treffen gewonnen haben, fuer unsere zukuenftige Arbeit von groesstem Nutzen sein werden. Diese jungen Teilnehmer an einem Jugend-Seminar werden hoffentlich bald Jugendfuehrer fuer unseren Nachwuchs sein. Es ist unser aufrichtiger Wunsch, dass es gelingen moege, unsere Jugend, die zum grossen Teil nicht organisiert ist, in einem Jugendverband auf unpolitischer Basis zusammenzufassen. Dieser Wunsch kann nur in Erfuellung gehen, ein Erfolg kann nur dann eintreten, wenn die Eltern mit der Gemeinde Zusammenarbeiten. Ein Teilerfolg ist bereits zu verzeichnen, und zwar ein recht erfreulicher. Am 13. April fand in unseren Raeumen der erste Jugend-Seder statt, an dem ueber 50 Jugendliche teilnahmen. Es ist dies das erste Ergebnis der im Rahmen der “Centra” organisierten Jugendarbeit. Diejenigen Jugendlichen, die wir zu den Studienlaegem der Centra entsandten, haben —angeregt durch die dort gemachten Erfahrungen— den Kern einer Jugendgruppe geschaffen, die sich bei dieser Gelegenheit zum ersten Male der Oeffentlichkeit vorstellte, und von der wir Grosses erwarten. Wir beglueckwuenschen sie zu ihrer Aktivitaet, hoffen auf eine starke Belebung der Jugendarbeit und sind ueberzeugt, dass alle Teilnehmer den Wunsch haben, sich so oft wie moeglich zusammenzufinden, um weiter auszubauen, was sie so erfolgreich begonnen haben. JUEDISCHE INTEGRALSCHULE Wir muessen uns darueber im Klaren sein, dass alle unsere Anstrengungen und Bemuehungen nur dann von Erfolg gekroent sein koennen, wenn unsere Kinder nicht nur gelegentlich durch Organisationen oder durch einen, wenn auch noch so gut gemeinten Religionsunterricht —der rein zeitmaessig leider unzureichend ist— mit dem Judentum in Beruehrung kommen, sondern wenn sie dauernd in einem juedischen “Ambiente” leben. Dies kann nur das Elternhaus und die juedische Integralschule geben. Was das Elternhaus betrifft, so koennen wir nur immer wieder bitten: Geben Sie Ihren Kindern ein juedisches Haus. Halten Sie mit ihnen unsere Festtage, ueberliefem Sie ihnen, was Sie selbst von Ihren Eltern ueberliefert erhalten haben. Ihre Kinder werden es Ihnen immer danken. Wir hoffen, durch die auf unsere Anregung geschaffenen Gruppen, in denen sich junge Ehepaare mit juedischen Fragen beschaeftigen, ihnen die schwierige Aufgabe, ihrem Heim eine spezifisch juedische Atmosphaere zu geben, zu erleichtern. Unser Jischuw hat sich die Pflege des Schulwesens zu einer seiner vornehmsten Aufgaben gemacht. Viele unserer Mitglieder nehmen —sei es als direkte Vertreter der S. C. I. oder als freiwillige Mitarbeiter—■ an den Aufgaben des Vaad Hajinuj taetigen Anteil und es ist uns eine besondere Genugtuung, darauf hinzuweisen, dass mehrere unserer Freunde wichtige und wichtigste Posten innerhalb dieser Organisation bekleiden. Mit noch groesserer Genugtuung wuerde es uns aber erfuellen, wenn unsere Eltern ihre Kinder in diese juedische Schule, in diese Modellschule schicken wuerden. Dort atmen sie juedischen Geist, dort werden sie zu bewussten Juden erzogen, dort lernen sie Volk und Land lieben. Dort erhalten sie eine vorbildliche Ausbildung und es soll darauf hingewiesen werden, dass die Schule von den staatlichen Behoerden zu dem ausgezeichneten Erfolg der Abschlusspruefungen beglueckwuenscht worden ist. Im Laufe dieses Jahres hat der Vaad Hajinuj beschlossen, das Andenken Anne Franks durch eine Stiftung zu ehren, die denjenigen Kindern unserer Gemeinschaft, deren Eltern finanziell dazu nicht in der Lage sind, eine gute Schulbildung ermoeglichen soll. Es besteht wohl kein Zweifel, dass eine solche Idee gerade in unserem Sektor verstaendnisvolle Aufnahme finden wird und ich moechte von dieser Stelle aus diejenigen unserer Mitglieder, die sich noch nicht an dieser Aktion beteiligt haben, bitten, es nach Massgabe ihrer Moeglichkeiten zu tun. KULTUS Auch in dem Geschaeftsjahr 1959-1960 hat unsere Kultus- Kommission ihre schwere Aufgabe, fuer die Mitglieder unserer Gemeinschaft einen Gottesdienst durchzufuehren, der wohl den meisten von uns die Erbauung vermittelt, derer wir beduerfen, vollauf erfuellt. Wir verkennen nicht, dass es auf diesem Gebiete noch viel zu tun gibt, und dass manche Verbesserungen durchgefuehrt werden koennten, um unsere Gottesdienste schoener zu gestalten . Die Gottesdienste in unserem Hause sind, abgesehen von der Tatsache, dass wir leider nicht immer so viele unserer Mitglieder dabei sehen, wie wir es uns wuenschen wuerden, sehr wuerdig. Die Synagoge schafft feierliche Stimmung. Was den Gottesdienst an den Hohen Feiertagen anbetrifft, so duerfen wir nicht vergessen, dass er —wenigstens teilweise— in Raeumen abgehalten wird, die nicht fuer diesen Zweck bestimmt sind. Wenn wir trotzdem auch in diesem Jahre einen Gottesdienst hatten, der unseren Anforderungen entsprach, so ist dies in erster Linie Verdienst aller derjenigen, die unter groessten persoenlichen Opfern, unter Vernachlaessigung ihrer Familie und ihres Berufes dazu beigetragen haben, den religioesen Feiern den unermesslichen Glanz und Wuerde zu geben und ich moechte nicht unterlassen, den Mitgliedern unseres Chores, die unzaehlige Male geduldig bis spaet in die Nacht hinein probten und allen unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern den herzlichsten Dank auszusprechen. Die von uns eingerichteten Onege - Schabbat, die wir regelmaessig im Anschluss an den Sabbat - (Morgen - Gottesdienst abhielten, erfreuten sich reger Teilnahme. Den Gemeindeseder, der stets so grossen Anklang gefunden hat, konnten wir auch in diesem Jahre wieder bei zahlreicher Beteiligung durchfuehren. Die regelmaessig einmal monatlich durchgefuehrten Jugendgottesdienste, an denen die religioesen Funktionen von Jugendlichen ausgeuebt wurden, sind bereits zu einem festen Bestandteil unseres religioesen Lebens geworden und nicht mehr aus ihm fortzudenken. Es ist uns gelungen, diese Gottesdienste, die in Iwrit und in spanischer Sprache durchge. fuehrt werden, atraktiv zu gestalten und die staendig wachsende Anzahl Jugendlicher, die an ihnen teilnimmt, ist der beste Beweis dafuer, dass wir auf dem rechten Wege sind. Jeder von Ihnen, der einmal an einem solchen Freitag- Abend-Gottesdienst teilgenommen hat und unsere jungen Freunde “amtieren” hoerte, wird das beruhigende Gefuehl gehabt haben, dass das juedische Volk lebt, dass der Nachwuchs gesichert ist. Und das ist ein grosses Wort. In diesem Zusammenhang ist es fuer mich besonders erfreulich, Ihnen davon Kenntnis geben zu koennen, dass wir mit aussergewoehnlichem Erfolg besondere Jugendgottesdienste an den Hohen Feiertagen abhalten konnten, die in spanischer und hebraeischer Sprache an Hand einer neuen Gottesdienstordnung durchgefuehrt wurden und an denen fast zweihundert Jugendliche teilnahmen. Wer die Gelegenheit hatte, diese Gottesdienste zu besuchen, wird festgestellt haben, dass zum ersten Male unsere Jugend wirklich erfasst hat, was Rosch Haschana und Jom Kippur bedeuten, was Unmoralischer Inhalt ist, was sie an idealen Werten fuer uns Juden bedeuten. Die jungen Menschen verstanden den Inhalt der Gebete, waren infolgedessen interessiert, dachten nach ueber das, was sie hoerten, und empfanden das, was fuer uns diese erhabenen Tage darstellen. Der Botschafter Eliezer Doron, der am Jom Kippur unser Gast war und diese Jugendgottesdienste be s u c h t e, sprach uns seine besondere Anerkennung und den Dank fuer dieses Erlebnis aus. Diesen Dank geben wir allen denjenigen unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter und unseren Herren Rabbinen weiter, die sich um die Durchfuehrung dieses Jugendgottesdienstes eifrig bemueht haben. Wir werden alles daran setzen, um nicht nur an den Hohen Feiertagen, sondern mindestens an den drei Wallfahrtsfesten in Zukunft derartige Spezial-Gottesdienste fuer Jugendliche abzuhalten. Meine Damen und Herren: Wir sind uns dessen bewusst, dass der Gottesdienst das Rueckgrat unserer Gemeinde ist und er daher unsere bevorzugte Aufmerksamkeit beanspruchen muss. Wir sind bemueht, im Rahmen unserer Einheitsgemeinde, in der alle diejenigen Menschen, die sich zum Judentum bekennen, ihren Platz haben, einen allen Teilen entsprechenden Gottesdienst durchzufuehren. Gegenseitige Ruecksicht auf die Ueberzeugung des Anderen, Respekt und Toleranz sind die Grundsaetze, die die Arbeit unserer Kultus - Kommission bestimmen und wir glauben, dass wir innerhalb dieser, unter uns selbstverstaendlichen Grenzen unser Bestes getan haben. KULTUR Die Kulturarbeit unserer Gemeinde im Verlauf des vergangenen Jahres war leider sehr gering. So kann ich auf diesem Gebiet nur einen Vortrag mit Lichtbildern von Herrn Hans Helfritz ueber seine Afrikareisen, ein Referat von Herrn Rabbiner Friedlaender aus Bolivien ueber die uns gemeinsamen Probleme und ein von Herrn Kapellmeister Juan Peyser unter liebenswürdiger Mitarbeit vieler bekannter Kuenstler zu Gunsten der rumaenischen Juden organisiertes Konzert erwaehnen. Es ist sehr bedauerlich fuer uns, Ihnen sagen zu muessen, dass unsere Kulturarbeit so reduziert war und Sie duerfen mir glauben, dass es mir viel lieber gewesen waere, wenn ich Ihnen von recht zahlreichen Veranstaltungen haette berichten koennen. Wir haben jedoch leider die traurige Erfahrung machen muessen, dass das Interesse unserer Mitglieder nicht gross genug ist, um eine intensivere Kulturarbeit zu rechtfertigen . Trotzdem laesst die Kultur- Kommission den Mut nicht sinken und wird im Laufe des naechsten Jahres versuchen, die Arbeit auf diesem Gebiete zusammen mit der Propaganda-Kommission zu intensivieren und auf eine neue Basis zu (Fortsetzung Seite 7)

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