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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-04-01 · 4 (Abril, 1960) · p. Seite 20

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
4 (Abril, 1960)
Date
1960-04-01
Page
Seite 20 (sequence 18)
Language
German
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liiiiSi »; : vXv:w^.íy-;< ■** ' ' i W&m gM&£ ¿S¥»x«Sí;:§§¡gfi '$8^ KÖNIG SALOMOS KUPFERBERGWERK. Am Eingang des Tales, das den Namen Wadi Timna trägt, stehen diese roten Felsen, hinter denen einst die Bergleute König Salomos Kupfer fanden. Heute gewinnen die Israelis wieder beträchtliche Schätze aus dem Wüstenboden: Phosphate, Nitrate und Pottasche, ferner Brom, Magnesium und Salz. Jahrelang hatten Bodenforscher dieses Gebiet als unergiebig bezeichnet. DIE das Land. Sie legten die Topographie fest, untersuchten die Lebensmoeglichkeiten und studierten die Mineralvorkommen. Zu Versuchszwecken wurden drei Siedlungen als Vorposten in der Wüste errichtet. Sie waren zur Verteidigung wie Festungen angelegt, mit Drahtverhauen und spanischen Reitern umgeben. Die Siedler experimentierten mit dem Anbau von tropischen Nutzpflanzen, bohrten und fanden auch Grundwasser. Es war zwar faulig und salzhaltig, aber die Erde nahm es dankbar auf. Die wenigen Regenfaelle waren zwar kurz, aber wolkenbruchartig. Bei geeigneten Einrichtungen konnten Unmengen kostbaren Wassers aufgespeichert werden. Sehr bald nach Errichtung des israelischen Staates begann der Waehrend die grossen Nationen der Erde sich anschicken, die Tiefe des Weltraums zu erforschen und den Mond zu erobern, haben die kleineren Voelker noch genug damit zu tun, ihre Staaten aufzubauen. “Israel”, zum Beispiel, das im Begriff ist, sein eigenes Land nach grosszügigen Plaenen zu erschliessen, hat sich vorgenommen, die “Wüste Negew” fruchtbar zu machen — wieder fruchtbar zu machen. Dieser oestliche Teil der “Sinai Halbinsel”, der noch zu Israel gehoert und über die Haelfte der gesamten Landesfiaeche einnimmt, schiebt sich wie ein riesiger Keil von der Mittelmeerküste bis an den “Golf von Akaba” am Roten Meer. Diese gewaltige leere Flaeche — in biblischen Zeiten “Ha’ Negev” genannt — war zwei Jahrtausende lang eine unfruchtbare, unwegsame, menschenfeindliche Landschaft, glühend heiss, fast wasserlos und beinahe unbewohnt. Als vor zehn Jahren die Israelis sich Lebensrecht in Palaestina verschafft hatten, begann die Suche nach den Lebensmoeglichkeiten für die Neueinwanderer. Aber da war nur die harte, unwegsame Wüste. Unter dem Druck bitterer Notwendigkeit und dem Mangel einer Alternative wurde ein „Angriff“ auf den Negev geplant. Obwohl britische Berichte aus der Mandatszeit besagten, dass Regenmangel, salzhaltige Erde, Sandstürme und Gluthitze diese Wüste zu ewiger Unfruchtbarkeit verdammten, gab es ein gewichtiges Gegenzeugnis —■ “die Bibel”. Sie weiss zu berichten, dass einst der Negev fruchtbar war, sie erzaehlt, dass die Patriarchen mit ihren Herden durch den Negev zogen. “Beerscheba” war eine grosse Oase, in der Abraham lebte. Der Stamm Simeon siedelte sich im Negev an, und waehrend Koe- BEERSCHEBA: HUNDERTTAUSEND EINWOHNER soll die blühende Wüstenstadt einmal haben. So ist es geplant. Vor zwanzig Jahren war es ein staubiges, vergessenes Dorf mit nur einigen hundert Menschen. Heute zählt Beerscheba 50 000 Einwohner. Abraham lebte in dieser Oase. DIE AVDAT AKROPOLIS: auch zuh Entdeckung von Horvot Avdat, der vor kurzem ausgegrabenen nabatäischen und später byzantinischen Bergstadt an der einstigen Karawanenstrasse nach Arabien, hat die Bibel den Weg gewiesen. Unser Bild: Säulen der Akropolis in der Wüste Negev. nig Davids Zeiten war die Bevoelkerung in diesem Gebiet so gross, dass der Koenig eine Volkszaehlung abhalten liess. Ruinenstaedte, “Subeita” zum Beispiel, zeugen vom hohen Stand biblischer Zivilisation. Im südlichen Negev, in “Timna”, besass Koenig Salomo grosse Kupferbergwerke, und vom biblischen Hafen “Elot” wurden die Kupferbarren in das sagenhafte Land Ophir verschifft. All das sagte die Bibel, und die Israelis machten sich auf, diesen alten Lebensraum neu zu erobern. Bereits 1943 zogen kleine Gruppen jüdischer Wissenschaftler — Archaeologen, Geologen, Hydrologen und Agronomen — ohne Wissen der britischen Besatzung durch DIE WÜSTE NEGEV macht über die Hälfte des Staatsgebiets von Israel aus. Sie ist ein Hochlandplateau mit vielen Tälern, den Wadis. Grossangriff auf den Negev. Die Wasser der Flüsse “Yarkon” und “Kischon” sollten durch riesige Rohrleitungen abgeleitet und an die stetig zunehmenden Siedlungen in der Wüste herangeführt werden. Als ich jetzt nach vierjaehriger Pause wieder den Negev aufsuchte, sah ich ploetzlich, wie eine Fata Morgana, vor mir einen grossen See. Aber was ich für eine Luftspiegelung hieit, war tatsaechlich eine grosse Wasserflaeche — ein riesiges Wasser-reservoir mitten in der Wüste. Es war das von den Flüssen abgeleitete Wasser, í':'-:'íNlí;:Sí-'íí:ílc¿' . BIBEL Wl das nun durch kleinere Rohrleitungen weit entfernte Siedlungen versorgt. Mein israelischer Begleiter erinnerte mich laechelnd an das Bibelwort,,.. . und will die Wüste zu Wasserseen machen und das dürre Land zu Wasserquellen“ (Jesaja 41-18). Auch uralte Quellen wurden wiederentdeckt. So berichtet die Bibel zum Beispiel von der Quelle Abrahams in “Geber”. Hydrologen suchten die beschriebene Gegend ab und fanden die Quelle unter dem Schutt von Jahrtausenden. Heute gibt sie wieder frisches, gutes Wasser und versorgt eine Siedlung von 70 Familien. Als ich vor zwanzig Jahren zum ersten Male in Beerscheba war, zaehlte das aermliche, staubige Dorf nur einige hundert Einwohner. Diesmal sah ich bereits von weitem die Verwandlung — die harte Silhouette von Hochhaeusern in der Wüste, die sich vom azurblauen Himmel abzeichneten. Heute ist Beerscheba mit einem grünen Baumgürtel umgeben, der sich merkwürdig von dem roten Wüstensand abhebt. Die Stadt hat bereits über 50.000 Einwohner, und man plant eine Erweiterung, um 100.000 Menschen unterzubringen. „ In Beerscheba gibt es eine ganze Reihe naturwissenschaftlicher Institute, allen voran das „Negev Institute For Arid Zone Research“, die dafür arbeiten, die Wüste fruchtbar zu machen. Unweit davon stehen riesige Hohlspiegelanlagen, die “Sonnenenergie” sammeln und transformieren, um mit dem gewonnenen elektrischen Strom Dynamos zu betreiben. So versorgen sich die Institute bereits mit Elektrizitaet durch konvertierte Sonnenenergie, und man hofft, dass bald ganz Beerscheba mit Sonnen-Elektrizitaet versorgt werden kann. In den Instituten werden umfang reich Versuche angestellt, “um Meerwasser zu entsalzen”. Die bisher entwickelten Moeglichkeiten sind noch zu kostspielig. Wenn es gelingt, eine wirtschaftliche Methode zu finden, koennten alle Wüsten der Erde wieder fruchtbar gemacht werden. Aus diesem Grunde sind besonders die amerikanischen und australischen Wissenschaftler an den Experimenten in Beerscheba interessiert. Eine hilfreiche Methode wurde bereits in Beerscheba entwickelt; das salzhaltige und faulige Grundwasser, das im Negev vielfach vorkommt, kann durch Elektrodialyse zu landwirtschaftlich brauchbarem Wasser gemacht werden. Das Grundwasser wird durch elektrochemische Filter geleitet, die das Wasser „entfaulen und entsalzen“. Da das System wirtschaftlich tragbar ist, sollen künftig Siedlungen, die allein vom Grundwasser abhaengig sind, mit derartigen Anlagen versehen werden. Besonders wichtig sind auch jene Versuche, die seit einiger Zeit mit “Samen” angestellt werden. Es ist bisher noch nicht endgültig erforscht, nach welchen Gesetzen manche Samen schon bei geringster Luftfeuchtigkeit keimen und andere laengere Regenperioden brauchen, um keimen zu koennen. Die Entwicklung wüstenfester Pflanzenarten ist eine wichtige Voraussetzung für die Erschliessung des Negev. Darüber hinaus befasst sich das Institut mit dem Studium der Menschen in Wüstenklimaten. Die Beobachtungen erstrecken sich zum Beispiel auf die “Hitzetoleranz des Menschen”, die Ausmasse ertraeglicher Dehydration und den Wechsel der Veraenderung und Anpassungsfaehigkeit des menschlichen Organismus. So wurden in diesem Jahre “Versuche an marschierenden Truppen” angestellt, um zu ermitteln, ob es. besser ist, viel zu trinken oder nicht. Das Resultat war — entgegen dem alten Postulat, dass man bei Hitze wenig trinken solle —, dass jene Soldaten, welche grosse Mengen von Flüssigkeiten zu sich nahmen, bedeutend leistungsfaehiger bei grossen Wüstenmaerschen waren. PÉÜSIÈ Hnn^ lili EINE PIONIERTAT IST JEDER bief en WMÈÊÊÊÊs.!:£?:ÎJwsb£ ÊÈÊèâ mm W&â wmm «.V¿ -X-y» SÊM ¿0£-Êkï£$:$- ipsii NICHT OEL SONDERN WASS aus dem Kischon-Fluss in die! wieder entdeckt. 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