Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXI (1959)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1959)
- Date
- 1959-12-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 BOLETIN INFORMATIVO Diciembre 1959 GEDANKEN ZWISCHEN 2 UND 3 ¿Le cuesta salir de la cama? ¡Nestum será su mejor despertador! Porque,al vitaminizar su desayunóle proporciona una fresca energía y un nuevo ímpetu. NESTUM viene en forma de nutritivos copos de trigo, cebada y avena, ricos en vitaminas, levadura, calcio, fósforo y hierro. NESTUM no necesita cocción: Se prepara simplemente con leche y azúcar, combinado con fruta picada o de mil otras exquisitas maneras. NESTUM Cómprelo en farmacias o en los principales emporios. ¡¡¡Míltfí mm-mm mm Von allen Früchten, die uns die Natur beschert, ist zweifelsohne der Apfel die wichtigste, meist quotierte und auch am ungerechtesten behandelte. Im Paradies faengt dieses Obst schon an, die entscheidende Rolle zu spielen. Der Sündenfall haette vermutlich nie oder recht verzoegert stattgefunden, waere Eva ein saftiger Pfirsich oder eine reife Birne angeboten worden. Beide sind mit Anstand nur in der Badewanne essbar, und die war damals noch nicht entdeckt. Aber die Geschichte des Apfels datierte von lange vorher schon; sie begann mit Adams Schoepfung. In seiner wunderbaren Voraussicht wusste der Schoepfer von allem Anfang an, dass der Schlemihl Adam durch einen Biss in jene verbotene Frucht sein Paradies verlieren wird. Zur Warnung setzte er ihm einen Apfel, den sogenannten “Adams-Apfel” in die Kehle. In seinem menschlichen Unverstand begriff der arme Trottel aber den zarten Wink nicht und fiel glatt auf Evas Apfel-Angebot herein. Man sollte sich wirklich diese Erfahrung zunutze machen und seinen Koerper auf Warnungen oder Hinweise solcher Natur untersuchen. Das Auge wird “das Fenster zur Seele” genannt Weniger poetisch klingt es, wenn man vom Aug- Apfel spricht. Es ist immerhin erklaerlich, dass man dieses kostbare Organ, dieses empfindsame Gebilde, das uns der liebe Gott in den Kopf gesetzt hat, damit, wir es fein offen halten um die Schoenheiten seiner Welt zu schauen, lieber mit einem festen, aromatischen Apfel vergleicht, als z.B. mit einer Chirimoya oder gar einer Zwiebel. Beide sind ja schliesslich auch rund. Irgendwie muss der liebe Gott Geschmack an saftigen Apfelspeisen gehabt haben, als er den Menschen schuf; vielleicht gab es damals schon Apfel-Schalet oder leckere Apfel-Straeubchen. Wenn nun einer eine weiche Birne hat und darin zwei Aug-Aepfel, so stellt er sozusagen ein Phaenomen dar. Kommen dazu noch Pfirsich-Wangen und ein Kirschen- Mund, so macht er am besten einen Obst-Stand auf der Vega auf. Dass eine weiche Birne gleichzeitig ein Eier-Kopf oder ein hohler Kürbis sein kann, sind Spielarten der Natur. Aber zurück zu unseren Aepfeln, die noch lange nicht erschoepfend behandelt sind. Die APFEL-sine ist ein trauriges Zeichen fehlender Fantasie. Weder im Geschmack noch in Farbe oder Aussehen hat sie das Geringste mit ihren zwei ersten Silben zu tun. Da “sine” im lateinischen “ohne” heisst, ist sie ohne “sine” eine glatte Faelschung. Nachdem man sie durch ihren betrügerischen Namen dem Volk schmackhaft gemacht hatte, nannte man sie spaeter nach ihrer Farbe: Orange. Vielleicht heisst aber auch die Farbe nach ihr; das weiss ich nicht, und überlasse Klügeren die schwere Entscheidung. Ist ein Schimmel beschaemenderweise nicht ganz blütenweis ausgefallen, so straft man seine Mutter und nennt ihn “APFEL- Schimmel”. Warum? Bitte, alle anderen Pferde, ob schwarz, braun, gefleckt oder grau hinterlassen die gleiche, landwirtschaftlich verwendbare Spur! Das kann also nicht der Grund sein. Kukuks- Schimmel koennte ich noch verstehen. Aber “APFEL-Schimmel? Falls ein intelligenter Leser die Loesung weiss, bitte ich um Belehrung. Der Apfel, der doch eine recht bürgerliche Frucht zu sein scheint, wenn er als Purée oder im Schlafrock den Familientisch ziert, macht vor gekroenten Haeuptern nicht halt. Im Gegenteil, ohne ihn gaebe es sie garnicht. Zepter und Zeremonie machen noch keinen Koenig; erst der Reichs-APFEL setzt ihn legal als Herrscher auf den Thron. So ein Ding wiegt erstaunlich schwer, das muss wahrscheinlich mit der damit verbundenen Verantwortung zusammenhaengen. Also ich persoenlich ziehe ein gemütliches, leichtverdauliches Apfel-Kompott vor. Dass Kriege um geringfügige Dinge entfacht werden koennen, ist leider in der Geschichte mehr als bewiesen. Auch ein Apfel- Beispiel gibt es dafür. Paris war unklug, als er sich von der Schoenheit Helenens betoeren liess und ihr den Apfel reichte. Haette er ihn schlicht und einfach aufgegessen, haette es keinen trojanischen Krieg gegeben. Damit waere das berühmte Pferd, die schwache Achillesferse und der ganze Geschichtsunterricht s p a e t e rer geplagter Kinder-Generationen ins Wasser gefallen. Die Konsequenzen sind garnicht ausdenkbar. Die Odyssee waere nicht erdacht worden; die Griechen waeren nichts als Griechen und keine Helenen; wen haette Faust mit seinem Trunk im Leibe gesehen? Offenbachs “Schoene Helena” waere nie erklungen, und die Italiener haetten einen schlechten Film weniger drehen duerfen. Und alles das nur wegen eines laecherlichen Apfels! Ein normaler Apfel waechst, bis er reif ist, um dann von einem Feinschmecker roh oder gekocht verzehrt zu werden. Dass eine solche Frucht ihren Werdegang bis zur schmackhaften Reife durchmacht, um dann als Zielscheibe für Schiesskünste zu dienen, ist so einzigartig, dass sie es verdiente, in die Geschichte einzugehen. Dieser so berühmt gewordene Apfel ist in der Schweiz gewachsen, und wurde einem unschuldigen Knaeblein auf den Kopf gesetzt. Da lag er nun, vermutlich recht unglücklich, halb im Wuschelhaar versteckt, und Vater Teil sollte ihn erschiessen. E i n Schweizerkaese waere sinnvoller und dem Schützen, seiner Groesse wegen, bestimmt auch lieber gewesen. Nunn, dem rotbackigen Apfel war es in der Wiege gesungen worden, dass er das Freiheitsfeuer der Schweiz entzünden wird; denn wer weiss, ob es ohne ihn zum Rütlischwur gekommen waere. Endlich haben wir also einmal einen positiven Apfel entdeckt. Hat man etwas total falsch angefasst, es verpfuscht nach Strich und Faden, kommt man aus seiner eigenen Tolpatsch-Suppe überhaupt nicht mehr heraus, bleibt einem gar kein anderer Ausweg,— ja da muss man halt in den sauren APFEL beissen! Wie ungerecht wird unser vielbesprochenes Früchtchen damit behandelt. Saure Aepfel sind noch lange nicht das schlechteste. Sie ergeben einen vorzüglichen, schmackhaften Gelée,, an dessen Klarheit sich manche trüben Gedanken ein Beispiel nehmen koennten. Ich muss schon sagen, ich beisse lieber in einen saftigen sauren Apfel, als z.B. in einen unreifen Kaki. Die Sache hat nur sprachlich einen Hacken, Wenn Sie z.B. in Deutschland jemand auffordern würden, er solle in den Kaki beissen, so versteht er sie entweder garnicht, oder er haut Ihnen eine herunter. “Der APFEL faellt nicht weit vom Stamm”. In den wenigsten Faellen ist das lobend gemeint, meistens handelt es sich dabei um einen faulen Apfel. Sehen Sie, schon wieder ein negativer Vergleich; Alle Früchte liegen, sofern sie nicht schon vorher vom Baum herunter gestohlen worden sind, im gefallenen Zustand unter den Zweigen ihres Erzeugers. Ein Apfel hat durch seine Rundung sogar noch ein Handicap mit seiner Neigung zum Rollen. Darüber wurde sogar einmal ein Roman geschrieben. Es ist noch lange nicht gesagt, dass ein fauler Kerl, der seinem Vater nachschlaegt, ein Apfel sein muss. Viel oefter ist er z.B. eine harte Nuss. Man sollte wirklich etwas zum moralischen Schutz der Aepfel unternehmen. Ob man einen APFEL-Schutz - Verein gründen koennte, mit Hauptsitz in Bosdorf? Wo liegt das eigentlich? Ich muss mir diesen ganzen Fall noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Am besten mache ich jetzt einen Spaziergang um die “manzana”. K.g