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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-09-01 · 9 (Septiembre, 1959) · p. Seite 10

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
9 (Septiembre, 1959)
Date
1959-09-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 BOLETIN INFORMATIVO Septiembre 1959 Sozialarbeit als Akademisches Fach Von Dr. Margarete Turnowski Pinner (Tel Aviv) ¿Le cuesta salir de la cama? ¡Nestum será su mejor despertador! Porque,al vitaminizar su desayuno, le proporciona una fresca energía y un nuevo ímpetu NESTUM viene en forma de nutritivos copos de trigo, cebada y avena, ricos en vitaminas, levadura, calcio, fósforo y hierro. NESTUM no necesita cocción- Se prepara simplemente con leche y azúcar, combinado con fruta picada o de mil otras exquisitas maneras. mm. im* ' pl| : ii NESTUM Cómprelo en farmacias o en los principales emporios. ' j' Der Fürsorgeberuf wird in Israel den akademischen Berufen eingereiht werden. Durch Initiative des "Joint”, der für diesen Zweck eine halbe Million Dollar für die ersten fünf Jahre zur Verfügung gestellt hat, hat vor kurzem die neue dreijährige Ausbildung in der “Paul-Baerwald-Schule für Sozialarbeit” an der Jerusalemer Universität mit einer Zweigstelle in Tel Aviv begonnen. Die Abschlussprüfung führt zu dem ‘‘Bachelor of Social Work”. Bisherige Ausbildung Die erste palästinensische Ausbildungsstaette für Sozialarbeiter wurde 1934 beim Waad Leumi durch Siddy Wronsky begründet. Mit einer langjährigen sozialen Lehrtätigkeit und wissenschaftlich sozialen Arbeit verband sich eine fast fanatische Liebe für das Aufbauwerk im Lande und eine tiefe Achtung für alles hier durch Juden, besonders durch die jüdr sehe Arbeiterschaft Geschaffene. Das Improvisierende, das dieser Ausbildung in den Anfangsjahren notwendigerweise anhaftete, wich einer systematischen Planung. Als 1951 die Abteilung für soziale Arbeit der Stadt Tel Aviv ihre eigene Sozialarbeiterschule aufbaute, orientierte sie sich an dem erprobten System der inzwischen dem Wohlfahrtsministerium unterstellten Jerusalemer Schule. Sie waren Berufsschulen höheren Grades, die Schüler mit abgeschlossener Mittelschulbildung in zwei Jahren durch theoretischen Unterricht und durch überwachte Mitarbeit in sozialen Aemtern oder Institutionen zur Qualifizierung als “diplomierter Sozialarbeiter" führten. Die nach wenigen Einführungswochen beginnende praktische Sozialarbeit wurde aus drei Gründen bejaht und gefordert: die Entwicklung des Landes führte dahin, dass periodisch ein Mangel an Sozialarbeitern auftrat, sodass eine Mitarbeit der jungen Kräfte unentbehrlich schien. Durch die praktische Arbeit erkannten Schüler und Lehrer die Berufseignung, so dass Ungeeignete rechtzeitig ausscheiden konnten. Die theoretische Belehrung gewann durch die Verbindung mit der Praxis gesteigertes Interesse und Gewicht. Andererseits richtete sich oft Kritik gegen diese unmittelbare Sozialarbeit junger, unerfahrener Menschen, die wirklich bedenklich war, wo nicht eine sehr genaue Auswahl der ihnen übergebenen Fälle und exakteste Anleitung, Ueberwachung und Hilfeleistung durch speziell beauftragte erfahrene Kräfte erfolgte. Der Aufbau des akademischen I nstituts Wohlfahrtsministerium und Stadt Tel Aviv haben ihre Schulen jetzt dem akademischen Institut übergeben und beteiligten sich an den Kosten. “Joint” übernahm die weitere Finanzierung und stellte der Universität die für den neuen Aufbau verantwortliche Kraft, Dr. Eileen Blackey, eine gebürtige Engländerin, die in Amerika studierte und nach vielen Jahren praktischer Arbeit in verschiedenen Ländern grosse soziale und organisatorische Erfahrungen mitbringt. Anders als in den bisherigen Sozialarbeiterschulen wird die Ausbildung in der “Paul-Baerwald -Schule” drei Jahre dauern. Das erste Jahr ist ausschliesslich für theoretische Belehrung in Form von Vorlesungen, Seminaren, Besichtigungen mit anschliessenden Diskussionen und gruppenweisen Schüler-Forschungsarbeiten auf sozialem Gebiet bestimmt. Im zweiten und dritten Schuljahr setzt die halbwöchentliche, überwachte praktische Sozialarbeit ein. Der Unterrichtsstoff umfasst, neben der professionellen Arbeit, wie er es auch bisher tat, eine Fülle von Fäehern: Sozialwissenschaften, Volkswirtschaftslehre, Psychologie Rechtskunde, Sozialmedizin usw. Der alte Lehrerstab, der z. T. bleibt, wird durch Dozenten der verschiedenen Fakultäten ergänzt werden. Neu ist, dass für alle Schüler, die sie nicht beherrschen, im Anfangsjahr sehr intensive Beschäftigung mit der englischen Sprache verlangt wird, damit sie die für eine Vertiefung unentbehrliche englische und amerikanische Fachliteratur verstehen können. Vorzüge und Nachteile Dass diese der theoretischen Vertiefung weiteren Raum gebende akademische Ausbildung für junge Menschen, die sich nach Abitur und Militär eine dreijährige Ausbildung leisten können, wertvoll ist, kann nicht bestritten werden. Jeder, der das Glück einer Studienzeit genoss, wird der Leiterin zustimmen, wenn sie sagt: “Wir wollen, dass die Lernenden in diesen drei Jahren so viel wie nur möglich empfangen. Es wird für die meisten die einzige Zeit sein, in der sie systematisch aufnehmen können, bevor Beruf und Leben sehr viel von ihnen fordern”. Die Be jäher der akademischen Ausbildung erwarten aber auch, dass durch diese das Ansehen der Fürsorger steigen wird, so dass sich die unwürdigen Bedingungen in vielen Wohlfahrtsämtern bessern und die bisher vergeblich erhobene Forderung, die Fürsorger vor Erlass von Gesetzen und administrativen Regelungen, die ihre Arbeit berühren, zu befragen, sich durchsetzen wird. Sie mögen recht haben; aber es ist unmöglich, zu warten, bis die “akademisch gebildeten Fürsorger” fertig werden und nur etwas von den Erfahrungen der alten Sozialarbeiter haben, also mindestens fünf bis sechs Jahre, bis diese Forderungen erfüllt werden. Wie sich die Arbeitsverteilung und die Beziehungen zwischen den akademisch ausgebildeten Fürsorgern gestalten wird, ist schwer vorauszusagen. Es ist klar, dass in diesem Umbruch der Ausbildungsart Gefahren liegen. Es wird alles daran gesetzt werden müssen, um sie zu vermeiden. Durch Ferien- Nachbildungskurse, Kurse zur Vervollständigung auf Spezialgebieten, denkt die Schule die früher zweijährig Ausgebildeten nachzuschulen. Die wichtigste Frage aber ist: bringt die veränderte Ausbildung dem Volksganzen Nutzen? Wer weiss, wie geringe finanzielle Mittel der Fürsorge in Israel zur Verfügung stehen, mit welchem Uebermass an “Fällen” hier die einzelnen Fürsorger belastet sind und wie viel innerhalb der öffentlichen Fürsorge organisatorisch noch umzugestalten gilt, ist in der Versuchung zu sagen: Was soll hier eine akademische Ausbildung? Es kommt alles darauf an, das soziale Budget zu erhöhen, Ansprüche gesetzlich zu fixieren, die äusseren Bedingungen in den Aemtern zu verbessern, und die Zahl der Fürsorger raschestens zu vergrössem. Doch bei weiterem Nachdenken wird er zu der Erkenntnis kommen, dass eine hohe Qualifizierung der Sozialbeamten, dass ihr sicheres Erfassen der psychischen, physischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Ursachen jedes Notstandes und damit die gesteigerte Fähigkeit, dem Hilfesuchenden zu helfen, gerade da, wo die Mittel begrenzt sind, von grosser Bedeutung sein kann. Nur darf bei dieser akademischen Ausbildung nicht übersehen werden, dass Kenntnis des Landes und seiner Menschen für den israelischen Fürsorger von noch grösserem Wert ist als erweitertes allgemeines Wissen. (“Juedische Sozialarbeit”).

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