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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-09-01 · 9 (Septiembre, 1959) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
9 (Septiembre, 1959)
Date
1959-09-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Septiembre 1959 BOLETIN INFORMATIVO 9 DER BEITRAG DER WISSENSCHAFT ZUM FORTSCHRITT DER ENTWICKLUNGSLAENDER Ende 1960 wird in Israel eine internationale Konferenz ueber dieses Thema stattfinden. An der Tagung sollen Vertreter der neuen Nationen Asiens und Afrikas, sowie auch israelische Wissenschaftler und Experten teilnehmen. Die vom Weizmann Institut ausgehende Initiative ist die Verwirklichung einer der Lieblingsideen Abba Ebans, des neuen Vorsitzenden dieser Organisation, der sie kuerzlich der Oeffentlichkeit bekannt gab . In seiner diesbezueglichen Rede wies Abba Eban auf das Problem hin, welches sich fuer die neuen Staaten daraus ergibt dass sie wirtschaftlich und sozial noch nicht genuegend gefestigt sind, um sich gebuehrend an der wissenschaftlichen Forschung zu beteiligen oder deren Ergebnisse nutzbringend verwenden zu koennen. Weiterhin fu ehrte er aus, dass zukuenftige Geschichtsschreiber zwei Faktoren als die Dominante unserer Zeit betrachten werden: Die wissenschaftliche Revolution und der Drang zur nationalen Emanzipation, der heute in den ehemaligen Kolonialgebieten spuerbar ist. Er erklaerte: “.. .Es hat schon vor unserer Zeit Epochen gegeben, in welchen grosse Fortschritte des Wissens erreicht wurden waehrend gleichzeitig sich die Voelker von der Vormundschaft fremder Nationen befreiten, um ihre Geschicke selber in die Hand zu nehmen. Doch erst zu unseren Lebzeiten hat diese Entwicklung solch einen Umfang angenommen, dass das Leben aller Voelker und jedes Einzelnen davon entscheidend betroffen wird. Nicht immer hat diese Entwicklung zum Besten gewirJst. Viele der letzten Erfolge wissenschaftlicher Forschung haben Angst und Schrecken in unser Leben getragen, anstatt dem Wohlergehen der Menschheit zu dienen. Die Entfesselung des Atoms durch den Menschen war eine Kriegsanstrengung und ihr Ergebnis Tod und Vernichtung. Die Entwicklung der ferngelenkten Geschosse und das Wettrennen um die Eroberung des Weltraums sind militaerische Operationen, die sich vor dem duesteren Hintergrund staendig wachsender internationaler Spannungen abspielen. Eine neue und wunderliche Gleichheit der Nationen ist zu Tage getreten; alle Voelker, ob gross oder klein, ob schwach oder maechtig, sind gleich verletzlich geworden. Kein Volk steht mehr ausserhalb der Gefahr oder waere zu entlegen, als dass ihm die neuen Waffen nichts anhaben koennten. Der Wunsch nach Frieden, diese tiefste Sehnsucht des Menschen, geht heute Hand in Hand mit der Furcht vor voelliger Zerstoerung, ver der Vernichtung des Lebens ueberhaupt. Doch nicht nur Angst und Schrecken hat die Wissenschaft fuer den Menschen dieser Tage. Richtig angewandt, koennte sie die Befreiung des Menschengesschlechts von unsaeglicher Not und Muehsaeligkeit bedeuten. Sie koennte zu einem un* schaetzbaren Segen werden und uns den Weg in eine neue, bessere Zukunft weisen; was fuer alle Voelker wahr ist, ist besonders wahr fuer diejenigen Laender, die erst kuerzlich ihre Unabhaengigkeit errungen haben und nun mit unendlichen Schwierigkeiten auf dem Weg zum sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt zu kaempfen haben. Dennoch diese leuchtende Vorheissung ist bisher nur graue Theorie, ist immer noch mehr Vision als Wirklichkeit. Aber, soll es immer so bleiben? In den erwachenden Kontinenten Asien und Afrika ist die Befreiung der Voelker von Drangsal, Muehe und Not nicht mit der politischen Befreiung zusammen gegangen. Hinter einer eindrucksvollen Fassade freier Parlamente, Briefmarken, Verfassungen, Muenzen und Paraden verbergen sich nur gar zu oft die alten Uebel der Kolonialzeit, ohne dass sich durch die errungene Unabhaengigkeit etwas geaendert haette; ja oftmals ist die Lage, schlimmer als vordem geworden. So sind die beiden Hauptstroemungen unserer Zeit, das erwachende Nationalgefuehl und die von der Wissenschaft erreichte Erweiterung unseres Weltbildes zu Parallele geworden, die sich vielleicht im Unendlichen treffen moegen, aber auf dieser Welt keinen Beruehrungspunkt haben. Diese Tatsache birgt eine ungeheure Gefahr in sich. Waehrend sich die alten Unterschiede zwischen Herren und Kolonialvoelkern immer mehr verwischen, ensteht eine neue und gefaehrlichere Ungleichheit: Die Kluft, welche die Voelker, die in der Lage sind, die grossen Fortschritte des Wissens ¡anzuwenden, von denjenigen Staaten trennt, die daran keinen Anteil haben. Politische Freiheit ohne gleichzeitige Hebung des Lebensstandards ist nur fuer eine begrenate Zeit moeglich. Kommt es zu einem Stillstand oder gar einem Rueckschritt, so ist der Weg nicht weit zur Demagogie, Diktatur und endlichem Verlust der so schwer errungenen Unabhaengigkeit. Der Unterschied zwischen politischem Triumph und wirtschaftlicher Niederlage kann den Keim zu neuen, schwerwiegenden Konflikten zwischen den entwickelten und den unterentwickelten Laendern in sich tragen. noch nicht in der Lage waren. Eine solche Initiative ist nichts Fremdes fuer unser Institut, denn schliesslich ist die Forschungsstaette in Rechovoth nichts als der sichtbare Ausdruck der Weltanschauung unseres ersten Praesidenten, der sie als Wissenschaftler und Staatsmann stets anzuwenden versuchte und die Wissenschaft und Politik als zwei gleich wichtige Werkzeuge betrachtete, um den Aufbau, den Fortschritt und die Wohlfahrt eines Landes zu foerdern. Es ist keine Anmassung, wenn wir glauben, dass die Erfahrung Israels, gerade weil es sich um ein kleines und armes Land handelt, fuer andere Voelker nuetzlich und lehrreich sein kann: lehrreicher als viele Beispiele von anderen, reichen und maechtigen Nationen. Denn, wenn wir in Israel die Natur ueberwinden konnten, obwohl wir fast unueberwindlichen Schwierigkeiten gegenueber standen, sollte dieses Beispiel auf andere Voelker die sich vor aehnlichen Problemen sehen, ermutigend wirken. Das ist der tiefere Sinn dieser Konferenz, deren direkte Aufgabe sich ja aus ihrer Benennung ergibt: “Der Beitrag der Wissenschaft zum Fortschritt der Entwicklungslaender. Israel, Zentrum der Forschung Wir hoffen, dass die Debatten und Resolutionen dieses Treffens den Anstoss zu einer fortdauernden und fruchtbaren Diskussion geben moegen. Ein sehr zu begruessendes Ergebnis der Tagung waere die Einrichtung eines Supranationalen Organismus, der versuchen sollte, die theoretische STEFFI ENGEL Feine Massanfertigung Gral. Salvo 88 Tel. 497196 wünscht allen ihren Kunden L’Shana Towa Para Erkenntnis in die Praxis umzusetzen. Die sich daraus ergebenden Moeglichkeiten erfuellen eine schon lange bestehende Notwendigkeit, deren wir uns bewusst sind und die unser Mitglied der Nobelpreistraeger ’Prof. I. I. Rabi in folgende Worte gekleidet hat: —“Ich moechte vorschlagen, dass sich das Institut bemuehen m o e g e, seine Einflussphaere ueber die Grenzen unseres Landes hinaus zu erweitern. Prof. Weizmann hatte seinerzeit davon getraeumt, dass das Institut ein Zentrum der Forschung fuer den ganzen Osten werden sollte und, obwohl es im Augenblick nicht moeglich ist, naehere wissenschaftliche Beziehungen zu den arabischen Laendern anzuknuepfen, koennen wir doch solche Beziehungen mit anderen Voelkern und Nationen unterhalten. Auf meinen Reisen habe ich oftmals die Notwendigkeit einer solchen Zusammenarbeit bemerkt und es ist der allgemeine Wunsch der Voelker, dass eine derartige Initiative nicht nur auf dem Papier stehe, sondern sich in Realitaet verwandeln moege. Ich glaube dass Israel dazu berufen, ist einen besonderen Beitrag zu dieser internationalen Zusammenarbeit zu leisten. Diese Annahme hat die verschiedensten Gruende. Der Pioniergeist, der unsere Entwicklung charakterisiert, die Originalitaet unserer landwirtschaftlichen Organisation und nicht zuletzt unser seit je lebendiger Glaube an die Notwendigkeit des kulturellen und wissenschaftlichen Fortschritts, all diese Tatsachen berechtigen zu der Annahme, dass Israel eine Nation ist, von der man mit Recht einen Beitrag zur Loesung dieser brennenden Frage fordern kann. Wir Juden waren immer ein kleines, mit grossen Schwierigweiten kaempfendes Volk. Das ist wahr fuer das goldene Zeitalter des ersten Staates, es ist noch wahrer fuer die Zeit der Zerstreuung und des Exils. Aber trotz aller Schwierigkeiten befand sich das juedische Volk stets im Schnittpunkt des Kampfes der Ideale, war Israel ein Zentrum, wo sich die Stroemungen des Geistes trafen und einander befruchteten. Das Volk Israel hat nie aufgehoert, sich und alle anderen Voelker nach dem letzten Sinn des Lebens zu fragen. Durch unsere ganze Geschichte zieht sich diese Frage und ein steter, stolzer, ja manchmal absurder, Glaube an eine positive Entwicklung der Menschheit und an die Moeglichkeit, dass wir eines Tages in der Lage sein werden, unsere Probleme zu loesen. Dieser Geist hat Israel in der Vergangenheit ausgezeichnet und wird auch dann repraesentativ fuer unser Volk sein, wenn wir jetzt daran gehen wollen, unser Land zum Schauplatz fuer eine internationale Konferenz zu machen, die eine der vordringlichsten Fragen unserer Epoche behandeln soll”. (ISRAEL DIGEST). WALTER und HILDE LECHNER gratulieren herzlichst ZUM NEUEN JAHR Ein gesundes Neues Jahr wuenscht Panadería Victoria Levy y Die Auffassung des Weizmann - Instituts Die unumgaengliche Notwendigkeit, gerade denjenigen Laendern, die erst jetzt zur politischen Freiheit gekommen sind, die Ergebnisse des Fortschritts der Wissenschaft zugaenglich zu machen hat das Weizmann-Institut dazu bewogen, diese Konferenz einzuberufen, an der Wissenschaftler, Wirtschaftsfuehrer, Politiker und Soziologen all dieser neuen Nationen teilnehmen sollen— besonders also die Menschen, die sich direkt mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen zu beschaeftigen haben. Es soll das Ziel dieses Zusammentreffens sein, all denjenigen Nationen die Moeglichkeit zu geben, sich aktiv und passiv an der wissenschaftlichen Arbeit zu beteiligen und von ihren Resultaten zu profitieren, die bisher aus den verschiedensten Gruenden dazu IMPORTACION NECESITO hasta 4 millones para aumentar volumen de venta — Plazo de inversión mínimo 18 meses Buenos Intereses G-90; Clasificador 567 ANZEIGEN wünscht allen Mitgliedern ANNAHME der Gemeinde ein BIS ZUM Glückliches Neues Jahr 30. SEPTEMBER 1959 509

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