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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-09-01 · 9 (Septiembre, 1959) · p. Seite 6

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
9 (Septiembre, 1959)
Date
1959-09-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 BOLETIN INFORMATIVO Septiembre 1959 Die Hohen - Feiertage in der juedischen Kunst von Stephen S. Kayser (Professor am Jewish Theological Seminary of America, Kurator des Jewish Museum of New York). Als im Jahre 1936 und mitten im Dritten Reich der Religiosphilosoph Rudolph Otto begraben wurde, fand ein Protestant, somit seinem Bekenntnis alle Ehre machend, den Mut, der Trauergegemeinde die Wahrheit ueber den Ursprung von Ottos wichtigem Werk, ‘Das Heilige” zu sagen: Es entstand unter dem Eindruck, den ein Jom Kippur in einer kleinen nordafrikanischen Synagoge auf den Philosophen gemacht hatte: Das Heilige der Ehrfurchtbaren Tage erhebt zu den Sphaeren, in denen das Goettliche, das Wahre * und das Schoene nicht zu trennen sind. Deshalb wird man jener Meinung nicht widersprechen koennen, die Herbert Schneider, der Religionsphilosoph der Columbia Universitaet, nachdruecklich vertritt, der immer wieder, besonders auch im Zusammenhang mit der juedischen Religion, darauf hinweist, dass die religioese Handlung recht eigentlich im Reich des Schoenen aufleuchtet, d. h. sie ist ihren Wesen nach —auch— astethisch. Die Feiertage, die wir die Hohen nennen, haben denn auch seit dem 18. Jahrhundert, in dem man die aufkommenden Beschreibungen des juedischen Brauchtums mit Illustrationen belebte, immer wieder die Bildkuenstler motivisch angeregt. Als sich dann der Jude im vergangenen Jahrhundert auch als Kuenstler emanzipierte, trug er der ‘Stimmung” dieser Tage Rechnung. Noch heute finden wir immer noch solche Bilderzaehler hochfeiertaeglicher Froemmigkeit unter unseren Zeitgenossen. Von dieser Art von Darstellung, die man im Englischen nicht ohne leise Kritik “story telling” nennt, soll hier nicht weiter gesprochen werden. Es gibt eine andere Kunst., viel naeher und echter als die Bildgeschichten, erzaehlt in der visuellen Sprache der Umwelt, eine Kunst, die lange uebersehen, sich im Zusammenhang mit den Hohen Feiertagen sogar als zuverlaessiger Bewahrer der Ueberlieferung erweist; wir finden sie im Bereich des Ritualen. Sie zeigt, wie sehr das allgemeine Bewusstsein vom eigentlichen inneren Maass dieser Tage abgekommen ist. Finden wir doch immer vielzuviele, die in Rosch Hashanah und besonders in Jom Kippur Tage der Zerknirschung, ja der Trauer sehen. Und scheinen die sogenannten “Sargenes” die Sterbegewaender, die nach der Tradition an diesen Tagen angelegt werden, nicht darauf hinzudeuten? Ja, wenn es Sterbegewaender von allem Anfang an gewesen waeren! Aber das weisse Kleid, der Kittel, deutet schon in seiner Farbe auf seinen Ursprung als Festgewand hin. Da der Jude in seinem besten Kleid vor Gott treten wollte, wenn er aus dieser Welt in die kommende schritt, behielt man das Weiss auch fuer das feierliche Kleid der Abgelebten bei. Aber ein Festkleid war es und blieb es, sonst waere es unerklaerlich, warum der Hausvater es z. B. auch am Sederabend, zur Festzeit zur Befreiung, anlegte. Die Zeremonialkunst, in der wir manchen sonstwie nicht belegten Hinweis finden, hat nun einen hoechst wichtigen Zeugen fuer das Festliche des hochfeiert a e g 1 i chen Ritualgewandes bewahrt: den Guertel und die Schnalle fuer den Kittel. Das Juedische Museum (92nd Streed & 5th Avenue) zeigt in seiner Ausstellung der Gegenstaende fuer die Festtage eine ganze Reihe von Guertelschnallen aus Silber, hauptsaechlich aus dem Europaeischen Osten des 18. Jahrhunderts, die zum Kittel getragen wurden. Dazu sind auch mit Gold (!) bestickte Guertelbaender ausgestellt. Die Verwendung dieser Gegenstaende kann nach der Inschrift nicht zweifelhaft sein; sie bezieht sich eindeutig auf die Liturgie: Qi bajom hase jechaper alechem...” ...denn an diesem Tag wird Er euch entsuehnen von all Euren Suenden, damit ihr rein vor Ihm steht...” Die eingravierten figuerlichen Motive sind hauptsaechlich aus dem Torahschmuck genommen; d i e Loewen auf beiden Seiten der Bundestafeln. In einem Fall jedoch ist die Beziehung auf den Jom Kippur noch deutlicher; wird doch in diesem besonderen Stueck zweimal der Asasel, das Suendentier, gezeigt. Das Wesentliche an diesen Gewandteilen ist die Tatsache ihres festlichen Charakters. Schon das Material und seine dekorative Verwendung schliesst jedes urspruengliche “Trauer”-gewand aus. Nur das beste und schoenste Kleid konnte so praechtig geguertet werden. Dem entsprechen auch die ebenfalls im Juedischen Museum ausgestellten weisseidenen silberbestickten Kopfbedeckungen. Sie gehoeren in die Reihe des Festschmuckes, der dem Gebetmantel für die Hohen Feiertage besondere Sorgfalt angedeihen liess. In Mitteleuropa konnte man noch eine besondere Abart davon treffen, naemlich den Tallith, in dem auch die Streifen weiss eingewirkt waren, anstatt schwarz. Die weisse Farbe wurde im Laufe der Zeit ein Wahrzeichen fuer die Hohen Feiertage und ihren Ausdruck im synagogalen Schmuck. Der jerusalemitische Talmud scheint es zu erklaeren, wenn er sagt: “Ungleich dem Angeklagten, der schwarz gekleidet vor dem Tribunal erscheint, sind die Juden am Tag des Gerichts in Weiss gekleidet. “Spaetere Geschlechter haben den biblischen Vergleich der erwuenschten Schuldlosigkeit mit dem Schnee zur Deutung der weissen Farbe an den Hohen Feiertagen herangezogen. Nun sind aber auch die Torah-Rollen an Rosch Haschanah und Jom Kippur weiss gekleidet; der Vorhang vor dem Torahschrein ist ebenfalls weiss. Die Idee der Reinheit von Suende kann diesem wesentlichen Teil des synagogalen Schmuckes jedoch kaum zugrundeliegen; wir muessen uns deshalb nach einem Ursprung fuer dieses Weiss Umsehen. Wir finden ihn in dem leinenen Gewand des Hohen Priesters waehrend der Zeremonien der Entsuehnungen im Alten Heiligtum. Der Torahschmuck nimmt ja im allgemeinen seine Formen und Zeichen vom Hohenpriesterlichen Gewand: Die R i m o n i m (woertlich: Granataepfel), wie die Glocken und das Brustschild der Torah gehen auf jenes zurueck. Die Torahvorhaenge mit ihren Kopfstuecken (Kapporeth) deuten ebenfalls auf das Alte Heiligtum hin. Im sinnvollen Deuten der Zusammenhaenge liegt die treibende Kraft der juedischen Kunst, die sichtbar die Ueberlieferung begleitet. Das Juedische Museum besitzt ein kostbares Stueck aus dem fruehen 18. Jahrhundert, das in diesem Zusammenhang zu erwaehnen ist: Eine Kapporeth, eigens fuer die Hohen Feiertage gefertigt. Darauf sind gestickt die fuenf Verse des Awinu Malkenu- Gebets, die sich auf das Eingeschrieben-Werden in das Buch des guten Lebens, das Buch der Verdienste usw. beziehen. Fuenf Buecher sind erwaehnt, und in feiner Sinnesdeutung als Torahschmuck stellt dieses Stueck die Verbindung mit den fuenf Buechern Mosche her. Hier erscheint ein Kultstueck aus der Vergangenheit einmal wieder vorbildlich im Sichtbarmachen sinnvoller Gleichungen. Die Hauptfarbe dieses Stueckes ist weiss. Das Weiss in der Synagoge an den Hohen Feiertagen scheint so auf zwei Urspruenge, biblisch und nachbiblisch, zurueckzugehen; der Versuch, diese beiden wieder aufeinander zu beziehen ist zumindest eine reizvolle Aufgabe Hier sei nur noch im Zusammenhang mit der Kunst das bedeutsame Wahrzeichen des Schofars hervorgehoben. Es gehoert nicht nur in die Gattung der tonerzeugenden Geraete es ist auch ein schoener, oder vielmehr in zahlreichen Faellen ein verschoenerter Gegenstand. Waehrend die Form des Schofars im allgemeinen durchaus nicht feststeht und grosse Verschiedenheit in der Laenge sowohl als auch in der Art der durch Anwendung von Waerme erzielten Biegungen zeigt, haben besonders die aschkenasischen Juden der Dekoration des Schofars immer wieder ihre Aufmerksamkeit zugewendet. Nicht nur wurde der Band des Horns durch Einschnitte und Bohrloecher zur Verzierung verwendet, die von den Aschkenasim bevorzugte flache Form des Schofars ermoeglichte die Anbringung von Aufschriften, die das Dekorative der hebraeischen Zeichen zu schoenem Ausdruck bringen. Die Texte fuer diese Schriftdekoration sind meistens der Liturgie entnommen, wie z. B.: “Heil dem Volk, das den Ton der Teruah versteht...” Die Zeremonie des Schofar-Blasens ist eines der wesentlichen Motive in der biblischen Darstellung der Minhagim Buecher wie auch der christlichen Illustrationen juedischer Braeuche, wie sie in der Aufklaerungszeit aufkamen. Es faellt in all diesen Darstellungen auf, wie strikt der Zeichner den Brauch festhaelt, dass kein Beter dem Schofar-Blaeser zusieht. Auch die verschiedenen Toene des Schofars in ihrer Folge haben in der juedischen Ritualkunst ein Echo gefunden. So besitzt das Juedische Museum eine metallene Relief-Tafel mit der Sequenz der Schofar-Klaenge entsprechend der Rosch Haschanah - Liturgie. Die ornamental gehaltene Tafel war offenbar auf dem Almemor angebracht, von wo das Schofar geblasen wurde. Nicht nur die Synagoge, auch das juedische Heim hat wenigstens einen Gegenstand aufzuweisen, der sich auf Rosch Haschanah bezieht, und der noch im vergangenen Jahrhundert kuenstlerisch geformt wurde: Der Teller, meistens aus Zinn, auf dem Fruechte und Honig serviert werden; er zeigte Darstellungen, die sich auf das Neujahrsfest beziehen. Auch fuer den Honig allein gab es silberne Gefaesse mit der Aufschrift, mit der wir diesen Ueberblick beschliessen wollen: “Moege es Ihm Wohlgefallen, uns ein gutes und suesses Jahr zu erneuern” . EN CUALQUIER ¿A LUGAR DEL MUNDO j EL PRIMER SALUDO A LA RELLEZA... JABON Boniour °#cr siníotn0 Es tan bueno Bon(our

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