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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-08-01 · 8 (Agosto, 1959) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
8 (Agosto, 1959)
Date
1959-08-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 BOLETIN INFORMATIVO Agosto 1959 Gedanken zwischen 2 und 3 Es gibt sublime Momente im Leben, unvergleichliche Augenblicke, die den verzweifeltsten Pessimisten zum heiteren Optimisten werden lassen, die rosige Wolken in unseren düsteren Alltag zaubern und uns Auftrieb und Selbstbestätigung geben. Einen solchen Höhepunkt erlebt man, wenn man einen neuen Fotoapparat kauft. Interessiert lauscht man den eifrigen Erklärungen des Verkäufers, ersteht —trotz Wahnsinnspreises— natürlich sämtliche angepriesenen Extralinsen (für Nordlicht, Mitternachtsonne, 10 Zentimeter und 1 Kilometer-Entfernung), Stative, Lichtmesser, Anhängetaschen und die besten, längsten, buntesten und teuersten Filme dazu. Stolz und selbstsicher begibt man sich also auf die Ferienreise, erklärt jedem, der es hören will, (und den anderen erst recht) mit sämtlichen Fachausdrücken die komplizierte Maschine und knipst forsch drauf los. In der eigenen Vor-Fotografischen Zeit hat man sich oft über die enragierten Alles - Knipser mokiert, aber heute ist das etwas ganz anderes. Heute knipst man ja schliesslich selbst, und die Motive lechzen ordentlich danach, festgehalten zu werden. Es wird mir ewig ein Rätsel bleiben, wie man eine sogenannte Moment - Aufnahme zustande bekommt. Da ist also das Objekt, in entzückender Pose —schnell, schnell die Ledertasche aufgemacht— schon habe ich mich in den schick über die linke Schulter geschlugenen Riemen verwickelt, zum Teufel, wo habe ich nur den Lichtmesser! ¡Ah, da ist er! Da ich schon 30 bin, brauche ich zum ablesen die Nahbrille (die zwar sehr modern-elegant, aber nur mit beiden Händen aufsetzbar ist). Also: Tasche auf, Brille suchen, aufsetzen, Licht messen, Brille ab — nein, erst einstellen, jetzt Brille ab und durch den Sucher blinzeln. Komisch, ich sehe garnichts-ach so, ich muss ja die Entfernung einstellen. So jetzt habe ich alles ganz deutlich. Ruhe, Ruhe, ganz langsam (so hat mir das der Mann erklärt) drücke ich auf den Knopf. Nanu?? Es knipst ja garnicht! Kein Wunder, ich habe vergessen den Film weiter zu drehen. Also nochmals: durchgucken, einstellen, (ich habe den Eindruck, es ist etwas dunkler, als vorhin, die Sonne ist ploetzlich weg) —jetzt Rack es ist geschehen. Und das war nun eine Moment - Aufnahme!! Schön, sagte ich mir, man muss seine Grenzen kennen und spezialisierte mich auf solide, feststehende Motive. Nachdem ich unser Ferienhaus von sämtlichen Seiten und Winkeln, von oben und unten, gerade und kuenstlerich schief konterfeit hatte, wagte ich mich an Bäume und Blumen. Dabei störte der Wind bedenklich und die Sonne stand meistens dummerweise der Linse gegenüber. Wie ein junger Chirurg, der seinen ersten Blinddarm operiert, kam ich mir vor, als ich mich an Menschen versuchte. Mein erstes Opfer war die Köchin. Eigenartigerweise war an dem Tag das Mittagessen um 2 Stunden verspätet. Dass ich mein Versprechen, der Dame ein vergrössertes Bild zu schenken, nicht einhalten konnte, steht auf einem anderen, traurigen Blatt. Die erste wirkliche Katastrophe trat ein, als der Film von 36 sicherlich wohlgelungenen Aufnahmen mit einem eigenartigen, flatternden Geraeusch zu Ende geknipst war. Mit dem Prospekt vor mir, machte ich mich an’s Film-Auswechseln. Zwei Packs —und damit einige Escudos— fielen, sich lieblich entrollend, aus meinen geschickten Händchen. Ganz gegen meinen ökonomischen Sinn musste ich sie dem erbarmungslosen Licht überlassen. Beim 3. Pack klappte die Sache. Und nun gab’s kein Halten mehr. Niemand und nichts war vor meiner Cámara sicher. Kinder und Tiere, Sonne und Vollmond, Ex- und Interieurs jeglicher Art und sogar der geheiligte Mittagsschlaf meiner Gäste wurde verewigt. Im Anfang bot mir jeder gern sein lächelndes Antlitz; die letzten Aufnahmen zeigten meine Opfer meistens von hinten, auf der Flucht. Und stolz brachte ich am ersten Tag meiner Rückkehr 8 Rollen á 36 Aufnahmen also 288 unzweifelhaft wundervolle Buntbilder zum entwickeln. Die qualvollen Wartetage füllte ich mit Einkäufen von einem halben Dutzend Lederalben, Schachteln mit je 1000 Fotoecken und einem Möbel für den Aparat und seine Zubehörteile aus. Und dann kam der Tag der Bildenthüllung. Nie wusste ich, dass unser Haus so viele glatte, weisse, ununterbrochene, uninteressante Wände hat. Wo —ich könnte schwören— der grosse Baum stand, war Himmel, Himmel, Himmel. Schade, dass jener Tag völlig wolkenlos und klar war. Der rechte Unterarm der Köchin war wirklich deutlich; und von der Siesta des Besuches sah man den eingeschlafenen linken Fuss, den aber recht gross. Mit Kenntnis der Entstehung konnte man auf 10 Exemplaren etwas modern-verwischtes erraten; für den Rest durfte ich nur zahlen. In Bescheidenheit und Erkenntnis knipse ich jetzt durchschnittlich 1 Bild pro Monat, und hoffe, dass die Köchin so lange bei mir bleibt, bis ich es dahin gebracht habe, worin sie Meisterin ist: etwas ganz auf die Platte zu bekommen. K...g. ISRAELISCHES ALLERLEI Ein christlicher Araber aus Israel traf bei einer Euro. pa-Reise in Italien eine Gruppe von Irakern. Die Iraker wollten über die Zustände in Israel hören und da verwies sie der israelische Araber auf die arabischen Sendungen im “Kol Israel”. Als einer von den Irakern die Glaubens-^ Würdigkeit der israelischen Rundfunksendungen bezweifelte, sagte sein irakischer Landsmann: “Wenn “Kol Israel" Uber die israelischen Zustände ebenso wahr berichtet, wie über die irakischen, kann man ihm glauben”. Die Höflichkeitsaktion in den Staatsämtern beginnt ihre Früchte zu tragen. Wenn man das Postministerium anlaeutet, meldet sich die Telefonistin: “Schalom, Misrad Hadoar”. Ruft man die Eisenbahndirektion an, klingt es zurück: “Schalom, Rakevet Israel". Und schliesslich ruft man die Einkommensteuerbehörde an, vernimmt man: “schalom, Mas Haschnassa!” (“Zahle Einkommensteuer!”). Allabendlich um etwa 18 Uhr ist in Jerusalem eine schwere Detonation zu vernehmen. Die Arbeiter beim Bau des neuen Knessetgebäudes sprengen die Felsen. Ein Tourist, der über die plötzliche Detonation erschrak, wendet sich an einen Jerusalemer: “Was ist das?” — “Man baut die Knesset”. — Es klingt doch als ob schon eine Sitzung im Gange wäre”, — meint der Tourist. <—’ ☆ -—’ Ein juedischer Journalist stattete Bischof George Hakim einen Besuch ab. Der Bischof erwartete ihn vor der Haustuer und der Journalist wollte aus Hoeflichkeit gegenueber dem hohen Geistlichen diesem das Vorrecht bei der Betretung des Hauses geben. Wehrte der Bischof laechelnd ab: ‘Nach Ihnen mein Herr, zuerst kommt das Alte und erst dann das Neue Testament”. .—' ☆ -—' In Afikim regte sich ein Abteilungsleiter über seine Jungen Arbeiter auf und schrie sie an: “Ihr seid die Jugend der Arbeit und des Friedens! Ihr seht die Arbeit und sagt Schalom!” '—"iX'—1 Der Kritiker Jizchak Abrahami: “Bei uns gibt es keine Satire und es gab niemals eine richtige Satire, sei es nur zu den Zeiten, in denen man ueber die Engländer oder Araber lachen konnte. Ueber Juden zu lachen, lieben wir nicht. Zu einem Zusammenstoss von “Weltallkörpern” kam es dieser Tage in Chedera. Das Auto von Jaakov Schemesch (Sonne) stürmte das Fahrzeug des Baruch Kochav (Stern). ROSCH HASCHONOH GLUECKWUENSCHE im Gemeindeblatt ADMINISTRACION DEL BOLETIN ANNAHME DER INFORMATIVO DE LA S. C. I. — Clasificador 567, Santiago ANZEIGEN BIS ZUM 31. AUGUST Bitte unter Glückwünsche zum Neuen nachfolgenden Text einzusetzen Groesse. Scheck anbei zu kassieren bei CrTftPSl^l* 1 HANS KONOW u. FRAU 2 cm. $ 3.500 Gran Avenida. FERDINAND KRAL & SOHN Groesse 2 3 cm. Gran Avenida.Tel. $ 4.500 gratulieren herzlichst zum Neuen Jahr GUENTHER KORN und FRAU Groesse 3 Konditorei 4 cm. Gran Avenida.Tel. $ 5.000 gratulieren allen Kunden, Freunden u. Bekannten herzlichst zum Neuen Jahr

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