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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-08-01 · 8 (Agosto, 1959) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
8 (Agosto, 1959)
Date
1959-08-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Agosto 1959 BOLETIN INFORMATIVO 5 WENN DEIN KIND DICH UEBER GOTT FRAGT von Rabbiner E. I. Loewenstein Vor mir liegt ein duennes Heftchen, das von der United Synagogue Commission on Jewish Education, New York, herausgegeben worden ist und das dieses fuer viele Eltern interessante und wichtige Problem behandelt. Sein Titel ist: “When your child asks about God” und sein Verfasser ist Abraham J. Karp, Rabbi einer Congregation in Kansas City. Da der Inhalt dieser in’ ressanten und fuer die Erziehung unserer Kinder wichtigen Arbeit weder in deutscher noch in spanischer Sprache zugaenglich ist, will ich versuchen unsere Leser ueber seinen Inhalt zu informieren. An einem Kind ist charakteristisch, dass es staendig fragt. Es entdeckt dauernd Neues und sucht von allen Seiten, vor allem aber von seinen Eltern, Auskunft zu erhalten. Soll ich meinem Kind von Gott erzaehlen? Oft fragen Eltern, ob es richtig, ist, mit Kindern ueber Gott zu sprechen. Viele glauben', dass ein Kind, bevor es zur Schule geht, noch zu jung fuer religioesen Unterricht ist. Sie meinen, dass die religioese Erziehung Aufgabe der Religionsschule ist und nicht unter die Verantwortung der Eltern faellt. Fast alle modernen Psychologen unterstreichen heute die Bedeutung, die die ersten 2 oder 3 Jahre auf die psychologische Entwicklung des Kindes ausueben. In ihnen werden die Grundlagen fuer seine kuenftige Entwicklung gelegt. Ob wir wollen oder nicht, in diesen Jahren bilden wir seinen Charakter, formen wir seine Haltung. Dr. Alfred Adler unterstreicht die Bedeutung der ersten Jahre in der Entwicklung des Individuums und stellt fest, dass das Kind sich schon eine “Lebensphilosophie” gebildet hat, bevor es noch seinen 1. Geburtstag erreicht. Kein Kind ist neutral. Seine Haltung gegenueber der Religion formt sich auch dann, wenn seine Eltern ihr gegenueber vollkommen indifferent sind. Ob wir wollen oder nicht, gestalten wir seine kuenftige Haltung durch die Tatsache, ob wir uns positiv, negativ oder indifferent zu seiner religioesen Entwicklung einstellen. Die Eltern sind die Lehrer Die Eltern sollen mit allem Ernst die ersten Lehrer des Kindes sein. Der Charakter, die Persoenlichkeit und die geistige Bestaendigkeit des Erwachsenen wird oft davon abhaengen, ob sein Vater oder seine Mutter gute Lehrer waren. Eltern muessen den Fragen der Kinder zuvorkommen und vernuenftige Antworten geben k o e n n e n. Verwirrende oder ausweichende Antworten koennen fuer das geistige Wachstum des Kindes schaedlich sein. Uns beschaeftigt in diesem Zusammenhang vor allem das Problem Gottes. 1) . Was antworten wir, wenn der staendige Entdecker und dauernde Frager —das Kind— von uns Auskunft ueber Gott erhalten will? Dabei muessen wir eines vor allem wissen. Wir wirken auf das Kind vor allem durch das, was wir leben und nicht durch das, was wir predigen. Kinder merken sehr schnell, wenn ihre Eltern unsicher werden. Ue lassen sich nicht taensihen. Si* entdecken unsere Ueberzeugungen nicht durch das, was wir ihnen sagen, sondern durch die Art, wie wir sie leben. Es wird z. B. wissen, was Guete ist, wenn man zu ihm und anderen Menschen gut ist; es wird erkennen, was Wahrheit ist, weil es bei seinen Eltern beobachtet, dass sie immer die Wahrheit —auch zu ihm—sprechen, was Wahrhaftigkeit ist, weil sprechungen haelt. So wird es auch lange bevor man mit ihm ' ueber Gott sprechen kann, durch das Leben der Eltern etwas von Gott spueren. Darum ist richtig gesagt worden, dass Religion keine Lehre ist, sondern Erleben. Das Kind wird auf einer Leiter zu Gott “aufsteigen”, die durch das Leben seiner Eltern selbst geschaffen wird. Die Sprossen dieser Leiter sind durch die Haltung und Lebensfuehrung der Eltern bedingt: 2) . Was antworten wir auf die Argumente des Kindes? Wir sollen mit dem Kind diskutieren, aber nicht argumentieren. Man bemuehe sich, ihm Kenntnisse zu vermitteln, die seine ethische Entwicklung beeinflussen, aber keineswegs sollen die Eltern die Uebereinstimmung der Meinungen des Kindes mit den ihrigen um jeden P ’eis zu erreichen versuchen. Es soll unsere Ueberzeugungen verstehen, aber diese nicht als ein Dogma annehmen. Dies wuerde einen “Phyrrhussieg” bedeuten, den wir nur durch unsere Autoritaet als Erwachsene erreichen. 3) Sollen wir dem Kind gleich die ganze Antwort geben? Es ist nicht klug, das Kind gleich mit allen Argumenten, mit allen “Pro und Contra” zu belasten Dafuer ist sein kindlicher Verstand nicht vorbereitet. Die einfachste Antwort, die marf ihm “gemaXt“1 Veí Beziehung zu seinem Le- - ■ ben und seinen Erfahrungen hat, wird genuegen, um den Weg fuer weitere Erklaerungen vorzubereiten, wenn das Kind reifer ist. 4) . Ist das, “was” wir sagen, wichtig? Wichtiger als das “was” man sagt, ist “wie” man es sagt. Sicherlich ist auch das Erstere wichtig. Aber die wirksamste Beweisfuehrung ist wirkungslos, wenn die Art unserer Darstellung Unsicherheit. Ungeduld oder Unfaehigkeit —vor allem Gegenargumente oder Widerspruch entgegenzunehmen— erkennen laesst. (Fortsetzung folgt). INTERNATIONALEN... (Schluss von Seite 1) Der Brand, dessen erste Flammal auf dem Marsch. Die Menmen niemand sehen wollte breitete sich bald weiter aus. Mandschukuo, Aethiopien, Spanien, dann Polen und Frankreich. Die Welt stand in Flammen. Als der Krieg endete und sich der Qualm der Katastrophe etwas verzogen hatte, erblickten wir etwas, das selbst in den schrecklichsten Tagen der Hunneneinfaelle, in den erschuetternsten Momenten des Dreissigjaehrigen Krieges nicht Seinesgleichen hatte: Millionen von Menschen, ganze Voelker, irrten auf der Welt herum, herausgerissen aus ihrer Heimaterde, vertrieben von Haus und Hof — entwurzelt. In unserer Generation hat sich die tragische Zeit der Voelkerwanderung wiederholt. Ganze Voelker sind auf der Wanderschaft, ganze Länder haben ihre Struktur voellig veraendert. Der Begriff der Heimat ist einem grossen Teil unserer Mitmenschen fremd geworden. Die europaeische Katastrophe hat aber diesmal ihr Gegenstueck in Asien, wo Millionen von Chinesen heimatlos geworden sind, wo hunderttausende von Menschen aus Indien und Pakistan zwangsweise umgesiedelt wurden. Mehr Blut floss dabei wie waehrend der schrecklichen Jahre 1939-1945. Die Voelker sind wieder einschen sind von neuem zu Fluechtlingen geworden. Deshalb ist dieses Internationale Fluechtlingsjahr von so ungeheurer Bedeutung, weil von der Bewaeltigung dieser Aufgabe die Zukunft unserer Zivilisation abhaengt. Nur wenn es gelingen wird, fuer Alle, die heute heimatlos herumirren oder, wenn sie auch eine Bleibe gefunden haben, menschlich und geistig heimatlos geworden sind, eine neue Heimat zu finden, nur dann hat unsere alt und morsch gewordene Zivilisation noch einmal ihre Daseinsberechtigung erwiesen, ihre schwerste Probe bestanden. Wir Juden wissen vielleicht besser als die meisten anderen Menschen, was es bedeutet, Fluechtlinge zu sein. Unzaehlige Generationen lang lebten wir staendig auf der Flucht vor der Vernichtung; uns ist es gelungen eine Heimstaette, ein bleibendes Zuhause zu finden. Das verpflichtet. Die Gruendung der Vereinigten Nationen war die Antwort der Welt auf die Katastrophe des zweiten Weltkrieges. Instinktiv spuerten Alle, dass nur in der uebernationalen Zusammenarbeit der Menschheitsvernichtung Einhalt geboten werden konnte. CHARLES A. JORDAN'S Besuche im juedischen Sektor Charles A. Jordan, der Chile in seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des Internationalen Komitee’s der N.U.. fuer das Weltfluechtlingsjahr besucht hat, ist fuer diesen hohen Posten ernannt worden, da er jahrzehntelang als Geschaeftsfuehrer des AME¬ RICAN JOINT DISTRIBU¬ TION COMITEE auf dem Gebiete der Fluechtlingshilfe in vielen Laendern gearbeitet hat. So ist es verstaendlich, dass er neben seiner ofiziellen Mission in seiner Eigenschaft als Joint - Geschaeftsfuehrer auch mit den hiesigen juedischen Organisationen Fuehlung genommen hat. Die JUNTA JUDIA de AYU¬ DA Y REHABILITACION hatte am 15. Juli in der Gemeinde zu Ehren der Gaeste zu einem Mittagessen eingeladen, an dem der Botschafter Israel’s und seine Gattin sowie alle fuehrenden Persoenlichkeiten der juedischen Organisationen teilnahmen. Ausser vom Botschafter DORON wurden Herr und Frau JORDAN von den Praesidenten des COMITE REPRE¬ SENTATIVO und der FEDE¬ RACION SIONISTA begruesst und er bedankte sich dann in einer h o e c h s t interessanten Ansprache. Die sprachlichen Schwierigkeiten wurden von Herrn Fernando Friedmann, der sich den Gaesten während ihres Aufenthaltes in Santiago besonders widmete, durch schnelle und ausgezeichnete Uebersetzungen beseitigt. Da der Joint die Mittel der CLAIMS - CONFERENCE in Suedamerika verteilt, haben Herr und Frau Jordan am 16. Juli auch unserem Altersheim einen Besuch abgestattet, das ja bekanntlich zum Teil mit Mitteln des JOINT errichtet wurde. Bei dieser Gelegenheit aeusserte sich Herr Jordan sehr lobend ueber die geleistete Arbeit und fand dankenswerterweise trotz seiner starken Inanspruchnahme Zeit, um alle Insassen in ihren Zimmern aufzusuchen und sich mit jedem Einzelnen ein wenig zu unterhalten. Bei einer anschliessenden Kaffeetafel begruesste der Praesident des Heimes, Herr Enrique HIRSCH, die Gaeste. Ferner sprach in geistvoller Weise der Nestor des Heimes, Herr ADOLF SEIDEMANN, im Namen der Insassen, und zum Schluss Herr Jordan selbst, der in herzlichen Worten allen Anwesenden seine besten Wuensche fuer die Zukunft zum Ausdruck brachte. ABSCHIED VON SIDNEY NELSON und BEGRUESSUNG VON HENRY LEVY Zu allen obengenannten Zusammenkuenften waren auch die Herren SIDNEY NELSON und HENRY LEVY eingeladen. Herr Nelson war .Vertreter des Joint in Suedamerika von 1955- 1959 und hat die Interessen des chilenischen Jischuw stets sehr gut wahrgenommen. Er hatte staendig Fuehlung mit unseren Gemeinden in Santiago, Valparaiso und Concepciön und stets ein offenes Ohr fuer unsere Wuensche. So wurde ihm auch von Herrn Friedmann bei dem oben erwaehnten Mittagessen unsere dankbare Anerkennung ausgesprochen. Als Nachfolger Sidney Nelson’s wurde Herr Henry Levy herzlichst begruesst und die Hoffnung ausgesprochen, dass unsere gemeinsame Arbeit in gleicher harmonischer Form fortgesetzt wird. Auch Herr Levy, der in New York geboren wurde, ist jahrzehntelang als Fachmann des JOINT u. a. in der Tchechoslowakai, Rumaenien, Tunis und Algier taetig gewesen und verfuegt so ueber eine reiche Erfahrung in der Fuersorge-Arbeit. Auch von dieser Stelle aus wuenschen wir Herrn Levy fuer seinen neuen Wirkungskreis eine erfolgreiche Taetigkeit. Wie alle menschlichen Einrichtungen sind auch die V. N. nicht vollkommen. Schwerwiegende Fehler wurden begangen und der urspruengliche Sinn dieses Voelkerverbandes ist in den Hintergrund gerueckt, oft sogar in Vergessenheit geraten. Dennoch, das Internationale Fluechtlingsjahr ist vielleicht ein Zeichen dafuer, dass die Welt beginnt die Schwere der Aufgaben zu ermessen die sie bewaeltigen muss, wenn sie ueberleben will, wenn nicht der Strom der Heimatlosen, wie zuvor schon einmal, unsere ganze Zivilisation vernichtend ueberschwemmen soll. Die Baendigung der entfesselten Kraefte des Atoms, die Neueingliederung der Millionen heimatlos gewordener Menschen — dies sind die Probleme, welche die Nationen loesen muessen, wenn sie weiter bestehen wollen. Die Fragen sind gestellt. An uns ist es, sie zu beantworten. HANS ENGEL. INTERNAT. SPEDITIONSFIRMA sucht jüngeren AQUISITEUR Fremdsprachen u. Export-Import Kenntnisse erwünscht Angebote an "Spediteur" Clasificador 567 TWfGBrr

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