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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-05-01 · 5 (Mayo, 1959) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
5 (Mayo, 1959)
Date
1959-05-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Mayo 1959 BOLETIN INFORMATIVO 11 RUECKBLICK und AUSBLICK (Fortsetzung von Seite 10$ zu geben. So ist im vergangenen Jahre eingefuehrt worden, dass der Inhalt des zur Verlesung kommenden Wochenabschnitts und der Haftara von den Herren Rabbinern in spanischer Sprache erklaert wird. Ebenso wird an jedem Feiertag eine der Ansprachen in der Landessprache gehalten. Dass wir uns bemuehen, unserer Jugend den Weg zur Teilnahme am religioesen Leben zu ebnen, habe ich gelegentlich meiner Ausfuehrungen zur Jugendfrage naeher dargelegt. Mehrere Male fand im vergangenen Jahre auch ein Oneg- Schabbat fuer Jugendliche im Post - Barmizwah - Alter statt, den die Jugendlichen selbst ausgestalteten. Diese Onege- Schabbat, in denen Jugendliche Kiddusch machen, benschen und ueber den Wochenabschnitt sprechen und auch hebraeische Lieder singen, sind der beste Wegweiser zu einem gelebten Judentum. Bei dieser Gelegenheit moechte ich noch ein Wort zur Barmizwah sprechen. Es kommt leider oft vor, dass Mitglieder unserer Gemeinde ihren Sohn, der Barmizwah werden soll, erst im letzten Moment mit der Vorbereitung beginnen lassen. Es kann und darf nicht Absicht und Inhalt der Barmizwahfeier sein, dass der junge Mensch nicht mehr weiss als das, was zur Durchfuehrung dieser Barmizwahfeier unbedingt notwendig ist. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass der Jugendliche eine gruendliche vorherige Vorbereitung erfahren muss. Soll er ein Minimum an Kenntnissen ueber das Judentum, seine Geschichte, seine Kultur und seine Braeuche haben, so darf eine Vorbereitungszeit von einem Jahr nicht als zu lang angesehen werden. Es ist unbedingt zu wuenschen, dass in jedem Falle unsere Kinder, wenn sie nicht die juedische Schule besuchen, wenigstens das Pensum unserer Religionsschule absolviert haben oder in Privatstunden rechtzeitig und eingehend unterrichtet worden sind. Dieses ist deswegen besonders notwendig, weil leider in der Mehrzahl der Faelle die juedische Erziehung unserer Kinder, so traurig dies auch ist, mit der Barmizwah als abgeschlossen angesehen wird. Die Onege-Schabbat fuer Er- Erwachsene die wir regelmaessig im Anschluss an den Sonnabend - Morgengottesdienst abhielten, erfreuten sich einer regen Teilnahme. So darf, meine Damen und Herren, festgestellt werden, dass unsere S. C. I. ihr besonderes Interesse dem Gottesdienst selbst gewidmet hat und sich besonders bemuehte, unsere Jugend an unser religioeses Leben heranzuziehen. Um dies zu erleichtern, sind wird damit beschaeftigt, besondere Gebetbuecher fuer Jugendliche herauszugeben, ohne die eine Verfolgung des Gottesdienstes fuer junge Menschen schwer moeglich ist. Unsere Gemeinde ist als Einheitsgemeinde geschaffen worden und hat damit die wertvolle Tradition des zentraleuropaeischen Judentums aufrecht erhalten. Wir bemuehen uns, eine Zersplitterung des Gottesdienstes in die zwei Stroemungen des modernen juedischen Lebens — Orthodoxie und Liberalismus — zu vermeiden und suchen den Mittelweg, der beiden Richtungen gerecht wird. Dazu bedarf es der Toleranz und des Verstaendnisses der Mitglieder unserer Gemeinde. Die 20-jaehrige Geschichte unserer S. C. I. beweist, dass dieses Verstaendnis und dieses Entgegenkommen stets vorhanden waren. Wir hoffen, dass dies auch in Zukunft sc bleiben wird, um eine ruhige und friedliche Weiterentwicklung unserer Gemeinde zu sichern. Unser taegliches Minjan, das insbesondere Gelegenheit bietet, im Trauerjahr und an Jahrzeitstagen Kaddisch sagen zu koennen, ist trotz nicht unerheblicher Schwierigkeiten niemals unterbrochen worden. Wir haben dadurch erneut bewiesen, dass unsere Gemeinde immer bemueht ist, ihren Charakter als Religionsgemeinde zu wahren. Auch in diesem Jahre haben wir den Gemeindeseder, der stets so grossen Anklang gefunden hat, bei zahlreicher Beteiligung durchgefuehrt. KULTUR Die Kulturarbeit der Gemeinde hat sich im vergangenen Jahre in einer Reihe von Veranstaltungen verwirklicht, die teils sehr gut, teils leider so gut wie gamicht besucht waren. Was einen starken oder schwachen Besuch einer Veranstaltung verursacht, ist ausserordentlich schwer festzustellen. So war zum Beispiel der musikalische Abend unter Leitung des Herrn Juan Peyser, der im Jahre vorher ein volles Haus brachte, in diesem Jahre sehr schwach besucht. Sicherlich hat es einen gewissen Einfluss, auf welchen Tag der Woche die Veranstaltung faellt, ob das Wetter schoen oder regnerisch ist, wie weit ihr Abstand von einer anderen ist. wie aktiv oder passiv der Verkauf von Karten durchgefuehrt wird, ob die Anzeige der Veranstaltung kurz vorher im Boletin angekuendigt ist, ob es sich um wissenschaftliche oder unterhaltende Darbietungen handelt. Es spielen aber sehr wesentlich noch andere Imponderabilien mit, die sehr schwer zu analysieren sind und es der Kultur - Kommission trotz besten Willens nicht leicht machen, immer das Richtige zu treffen. Ein wichtiger Faktor scheint uns zu sein, dass der groesste Teil unserer Mitglieder mit der Landessprache so vertraut ist, dass man muehelos Theater, Konzerte und Vortraege in Spanisch verfolgen kann. Unsere Gemeinde kann in Qualitaet nur selten gleichwertige Veranstaltungen bieten, sodass mit der Zeit nur die Aelteren, fuer die deutsche Vortraege immer noch leicht bekoemmlichere Kost sind, als Hauptkontingent fuer unsere Veranstaltungen uebrig bleiben. Die Kultur-Kommission trat im Mai vorigen Jahres zusammen und beriet ueber die Veranstaltungen des vergangenen Jahres. Am ersten Abend sprach Herr Rabbiner Lubliner kurz nach der Rueckkehr von seiner Israel-Reise ueber das Thema “3 mal Israel”. Dieser Vortrag, der von der Begegnung des Redners mit der juedischen Realitaet in Israel selbst, im israelischen Pavillon auf der Bruesseler Weltausstellung und schliesslich bei einer Fernsehsendung im Rom im Angesicht des Titusbogens berichtete, war sehr gut besucht. Die Vorfuehrung eines in Israel aufgenommenen Films beschloss den genussreichen Abend. Die zweite Veranstaltung brachte den Vortrag von Herrn Professor Dr. Ernst Simon ueber “Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des deutschen Judentums”. Die Tiefe der Gedanken, die Geschliffenheit des Vortrages, die Eleganz der Sprache werden uns diesen Abend nie vergessen lassen. Selbstverstaendlich hatte der Redner ein volles Haus. Im vorigen Jahre schon hatte die Kultur - Kommission sich bemueht, eine Vortragsreihe in Form eines Seminars zustande zu bringen, in der die Religion den einzelnen Wissenschaften und Kuensten gegenueber gestellt werden sollte. Es war an 8 Referate gedacht, fuer die auch bereits die entsprechenden Zusagen Vorlagen. Nach den Sommerferien erhielten wir jedoch mehrere Absagen, auch von Referenten, die sich urspruenglich bereit erklaert hatten, sodass der Plan leider aufgegeben werden musste. Es konnte nur eines der Referate verwirklich werden Herr Gerd Leisersohn sprach Anfang Oktober ueber “Religion, die Geschichte und wir” mit einer aussergewoehnlichen Sachkenntnis dieses philosophischen Problemkomplexes. Leider liess der Besuch sehr zu wuenschen uebrig. Das Schicksal, das diese Vortragsreihe erfahren hat, zeigt, dass die Schwierigkeiten unseres Kulturprogramms nicht nur auf Seiten des Publikums, sondern auch auf Seiten der Personen liegen, die sich fuer diese Veranstaltungen zur Verlegung stellen und die damit verbundene Vorbereitung und Arbeit auf sich nehmen wollen. Etwa um die gleiche Zeit konnten wir Herrn Dr. 8. Krebs fuer einen Vortrag ueber die Hebraeische Universitaet in Jerusalem gewinnen. Hierzu fanden sich etwa 60 Zuhoerer ein, was bei einer solchen Veranstaltung schon als nicht unerfreulich anzusehen ist. Der Vortrag war sehr interessant und brachte ausser sehr schoenen Lichtbildern einen Film ueber den Sinaifeldzug, der erstmalige Aufnahmen des Klosters am Sinai zeigte. Wir empfingen den israelischen Verkehrsminister Mosche Carmel im Kreise der VerwaltungskoerperschaftenZ, der uns mit seinem Vortrag ueber die aktuelle Lage Israels und seine oekonomischen Geschicke in Spannung zu halten verstand . Mitte Oktober fand ein musikalischer Abend unter Leitung von Herrn Juan Peyser statt, der kuenstlerisch ein voller Erfolg war. Wir und die mitwirkenden Kuenstler wissen, dass ein wirklich genussreiches Konzert geboten wurde, das allgemeine Begeisterung ausloeste und trotz des —sicherlich zufaellig— schlechten Besuches Veranlassung zu aehnlichen gleichartigen Veranstaltungen geben wird. Zum Schluss der Saison brachten wir einen Abend mit neuen Israel-Filmen unter Leitung und mit beabsichtigtem Kommentar von Herrn Matatiahu Dori. An. diesem Abend waren weder der Redner, der im Aufträge der Federación Sionista von Santiago abwesend war, noch das zu erwartende Publikum zugegen. Die Filme wurden vorgefuehrt und gefielen den wenigen Zuschauern ausgezeichnet. Die grundsaetzliche Frage, an deren Klaerung die kuenftige Kultur-Kommission wird gehen muessen, besteht darin, festzustellen, auf welchen Gebieten und in welchem Umfange die Gemeinde die Aufgabe hat, Veranstaltungen kultureller und unterhaltender Art zu bringen. Vielleicht muss die Kulturarbeit, die jeder Gemeinde zufaellt, auf anderen Gebieten geleistet bezw. Erweitert werden, waehrend die bisher ueblichen Darbietungen auf wenige grosse Abende einzuschraenken sind, die sich durch ihre Aktualitaet rechtfertigen. Wir danken allen, die sich fuer diese Kulturarbeit in liebenswuerdiger Weise zur Verlegung gestellt haben, auf das Herzlichste und bitten schon jetzt, uns auch bei unseren kuenftigen Bemuehungen zu helfen. Und Sie, meine verehrten Damen und Herren, bitte ich, auch Ihrerseits zum Erfolge beizutragen, indem Sie an den Kulturabenden teilnehmen und se den Veranstaltern und den Rednern den erforderlichen “Animo” geben. PRESSE Die Presse - Kommission hat sich auch im vergangenen Jahre bemueht, das Niveau unseres Gemeindeblattes auf seiner alten Hoehe zu halten. Wir glauben, dass ihr dies in vollem Masse gelungen ist. Die monatlichen Sitzungen dieser Kommission waren stets sehr gut besucht und es soll hervorgehoben werden, dass deren Mitglieder mit ganz besonderem Interesse und Liebe zur Sache sich an den Beratungen beteiligt haben. Im Zuge der Umwandlung unseres Boletins aus einem Informationsblatt in eine Monatszeitung, die allen Mitgliedern, auch den juengeren, fuer die die deutsche Sprache nicht mehr die Muttersprache ist, etwas bieten soll, hat die Presse- Kommission auf einen groesseren Ausbau des in spanischer Sprache erscheinenden Teiles unseres Blattes besonderen Wert gelegt. So sind in der soeben erschienenen April- Nummer zwei volle Seiten mit Artikeln in der Landessprache erschienen, und es ist beabsichtigt, in Zukunft den spanischen Teil unseres Blattes noch mehr zu erweitern. Wir hoffen, damit den berechtigten Wuenschen unserer jungen Freunde zu entsprechen. Der Monatsspiegel unseres beliebten und begabten Redakteurs Hans Kaufmann hat sich, wie in vergangenen Jahren, wegen seines stets aktuellen Inhalts groesster Beliebtheit erfreut. Herr Kaufmann hat sich in ihm hauptsaechlich mit Fragen befasst, die mit unserer Medinat Israel zusammenhaengen. Dabei hat er aber auch das grosse weltpolitische Geschehen nicht ausser Acht gelassen und es verstanden, dieses unseren Lesern in seinem so typischen, ueberaus gewandten Stil naeher zu bringen. Die Israel-Nachrichten wurden selbstverstaendlich wiederum weiter ausgebaut und es wurden interessante Bildreportagen gebracht. Der Geburts- und Todestage grosser Persoenlichkeiten wurden in Gedenkartikeln aus sachkundiger Feder gedacht. Ebenso wurden wichtige Neuerscheinungen auf dem Buechermarkt in unserem Gemeinblatt besprochen. Besonderen Wert hat die Presse - Kommission auf ihre Rubrik “Theater und Konzert- Kritiken” gelegt, fuer die ihr ein Stab von sachkundigen Mitarbeitern zur Verfuegung steht. Anlaesslich des 10-jaehrigen Bestehens unseres Staates Israel wurde eine Gedenknummer in verstaerktem Umfange herausgebracht. Es ist der Presse-Kommission gelungen, fuer diese Ausgabe ausser Artikeln der staendigen Mitarbeiter erstmalig eine Begruessung von Dr. Nahum Goldmann und je einen besonders interessanten Artikel von Benno Weisser und Dr. Herbert Freeden zu erhalten. Letzterer ist inzwischen staendiger Mitarbeiter unseres Blattes geworden; fast in jeder Nummer finden Sie einen seiner immer fesselnden Artikel. Auch die Jugendbeilage ist im vergangenen Jahre weiter ausgebaut worden. Ihre Beliebtheit bei den Kindern unserer Mitglieder wird immer groesser, was aus der ausserordentlich grossen Zahl von Teilnehmern an den Preisaufgaben der “Voz Infantil” hervorgeht. Wir sahen uns daher veranlasst, diesmal insgesamt 11 Preise zu verteilen, die bei der Chanukkafeier, die wir gemeinsam mit der A. T. I. veranstalteten, von unserer Redakteurin, Frau Marianne Tobias, ueberreicht wurden. Der A. T. I. gilt fuer ihre kuenstlerischen Darbietungen, die die Kinder begeisterten, unser herzlichster Dank. (Fortsetzung Seite 12)

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