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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-05-01 · 5 (Mayo, 1959) · p. Seite 10

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
5 (Mayo, 1959)
Date
1959-05-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 BOLETIN INFORMATIVO Mayo 1959 RUECKBLICK und AUSBLICK (Fortsetzung von Seite 1) eine moeglichst grosse Anzahl Jugendlicher juedisch zu erfassen und zu organisieren. Wir wissen, dass diese Jugend-Organisationen schwere Probleme durch den Mangel an geeigneten Fuehrem haben. In der Abhilfe dieser Schwierigkeit hoffen wir einen grossen Schritt vorwaerts gekommen zu sein. CENTRA - JUGENDTREFFEN Die Centra (Arbeitsgemeinschaft der Gemeinden und Institutionen zentraleu ropaeischen Ursprungs in Amerika), ueber deren Taetigkeit ich Ihnen im letzten Jahre schon berichtete, hat im August 1958 einen Kongress in Buenos Aires abgehalten, an dem von unserer Gemeinde Herr Rabbiner Loewenstein, Herr Land6 und der Berichterstatter teilgenommen haben. Wir haben in unserem Boletin ausfuehrlich ueber die Tagung, die ein Erlebnis fuer alle war, die daran teilnahmen, berichtet. Sie selbst haben noch etwas von dem dort herrschenden Geiste verspueren koennen, wenn Sie sich an unseren Kulturabend erinnern, an dem derjenige, der der Centra-Tagung den geistigen Rahmen gab, Herr Prof. Dr. Emst Simon, zu Ihnen sprach. Diese Tagung hat die Existenznotwendigkeit eines solchen Bindegliedes zwischen gleichartigen Gemeinden bewiesen. Nach Referaten von hohem Niveau wurden wenige, dafuer aber wichtige Beschluesse gefasst. Es wurde u. a. beschlossen: a) die Leitung zu verpflichten, alles zu tun, was in ihren Kraeften steht, um die Jugendarbeit ideell und materiell zu foerdern, b) ein Jugendtreffen zu veranstalten, das Jugendliche aus verschiedenen Laendem zum Gedankenaustausch und zur persoenlichen Fuehlungnahme zusammenfuehren soll. c) anzuregen, dass die hebraeische Sprache zu einem lebendigen Faktor der Jugenderziehung gemacht wird und. d) dafuer zu sorgen, dass die Jugend geeignete Schelichim zum Besuch der Jugendgruppen zur Foerderung ihrer Arbeit und vor allem zur Vertiefung ihres Wissens erhaelt. Eine dieser Resolutionen ist sehr schnell in die Tat umgesetzt worden, das Jugendtreffen, das im Februar dieses Jahres in Piriäpolis stattfand. Da in der letzten Nummer unseres Boletin Informativo ausfuehrliche Berichte hierueber veroeffentlicht worden sind, kann ich mich darauf beschraenken zu sagen, dass dieses Jugendlager ein Erlebnis war. Etwa 40 junge Menschen im Alter von 16 — 25 Jahren aus Argentinien, Uruguay, Brasilien und Chile (Abraham Maguenzo, Arie Baron, Marcos Wisch, Manuel Krauskopf) waren zusammengekommen und haben den Beweis erbracht, dass wir eine Jugend haben. Es handelt sich um junge Menschen, von denen man erwartet, dass sie einmal Jugendfuehrer werden und die die entsprechende Vorbereitung erhalten sollen. Das Lager stand unter der hervorragenden Leitung unseres Rabbiners Loewenstein, dem hierfuer ein ganz besonderer Dank gebuehrt. In kameradschaftlicher Weise verstand er es trotz seiner Eigenschaft als Leiter, Chawer unter Chawerim zu sein, mit den Jugendlichen zusammen zu arbeiten und mit ihnen gemeinsam als primus inter parem die schoenen Tage des Lagers zu verbringen. Herr Rabbiner Loewenstein schrieb ueber diese Tagung: “In den Arbeitsgemeinschaften wurden Informationen ueber die von der Jugend in ihren Laendern geleistete Arbeit und ihren Problemen gegeben. Die Devise des Seminars war: Wer sind wir und was denken wir? Wir wollen uns kennen lernen nicht nur als Individuen. Wir wollen wissen, wie sich die Jugend zu den Aspekten des juedischen Lebens stellt und dazu kritisch Stellung nehmen. Dabei tritt, trotz aller Verschiedenheiten, die sichtbar werden, die allen gemeinsame Problematik zu Tage. Man wird sich darueber klar, dass es nicht genuegt, immer nur von der Gefahr der Assimilation zu sprechen. Man sagt damit der Jugend nur, was sie nicht tun soll. Jugend will aber positive Werte finden”. Am Ende des Seminars herrscht Klarheit darueber, dass es die Aufgabe der Jugenderziehung sein muss, in unsere Jugend den Willen zu einem integralen Judentum einzupflanzen. Aus diesem Geiste heraus wird einmuetig eine Resolution angenommen, die folgenden Wortlaut hat: “Se considera de primordial necesidad, que las agrupaciones y los movimientos juveniles eduquen a sus integrantes hacia el Judaismo íntegro, es decir, hacia los valores religiosos, nacionales y culturales, los ideales y las tradiciones del pueblo judío. Que estrechen con todos los medios posibles los lazos con Medinat Israel, a fin de conseguir la mayor identificación posible con ella”. Beweist dies nicht .allein den Erfolg dieses Treffens? Wir wuenschen und hoffen, dass die Centra, deren Praesidenten und Mitarbeitern wir unseren herzlichsten Dank aussprechen, auch in Zukunft in so wertvoller Weise dazu beitragen wird, unsere Gemeinden mit einander zu verbinden und ihnen in der Loesung ihrer Aufgaben zu helfen. Als besonders erfreuliches Ergebnis dieser Tagung muss die Gruendung der ersten internationalen juedischen Jugendorganisation von Institutionen nichtchaluzischer Jugend hervorgehoben werden. (Frente Juvenil Judío Latinoamericano). Die Leitung liegt in den bewaehrten Haenden unserer Freunde in Montevideo. So duerfen wir das Zutrauen haben, dass dieser internationale Verband juedischer Jugend - Organisationen seinen Beitrag zur Loesung des Problems fuehren wird: Fortbestand unserer Gemeinden durch Erfassung der Jugend. ZWEITE GENERATION Wir haben bisher von unseren Kindern und von den Jugendlichen gesprochen. Es bleibt nun noch das Problem zu eroertern, das man in letzter Zeit dasjenige der zweiten Generation oder der jungen Ehepaare genannt hat. Auf diesem Gebiete sind wir leider im vergangenen Jahre ueber gewisse bescheidene Anfaenge nicht hinausgekommen. Es wurden in sporadischen Abst a e n d e n Zusammenkuenfte junger Ehepaare veranstaltet, in denen sie speziell interessierende Fragen behandelt wurden. Leider war die Teilnehmerzahl nicht sehr gross und wurde allmaehlich noch kleiner. Fuer unsere Gemeinde und ihre Zukunft ist die Aktivierung der jungen Ehepaare von fundamentaler Bedeutung. Sie sind wohl noch im europaeischen Kulturkreis aufgewachsen, haben aber doch in verstaerktem Masse den Kontakt mit der in Chile herrschenden Atmosphaere und sind diejenigen, die uns bei der Loesung der Aufgabe, die ich eingangs meiner Darlegungen erwaehnte, entscheidend helfen koennen, naemlich bei der Ueberfuehrung der Emigranten-Gemeinde in eine lateinamerikanische. Wir suchen und erbitten die Mitarbeit dieser zweiten Generation. Erfreulicherweise haben sich einige von ihnen bereit erklaert, in Zukunft an verantwortlicher Stelle taetig sein zu wollen. In Ihren Haenden liegt es, von Ihrem Stimmzettel haengt es ab, ob es uns gelingen wird, in der kommenden Periode diese jungen Menschen an unserem Tisch zu sehen, um mit ihnen gemeinsam die Zukunft unserer Gemeinde beraten zu koennen. Nur so werden wir den Bestand unserer S. C. I., die fuer uns geistige Heimat ist, auch fuer unsere Kinder als eine von juedischen Leben erfuellte Institution sichern koennen. Nach allem, meine sehr verehrten Damen und Herren, was ich Ihnen vorgetragen habe, glaube ich feststellen zu koennen, dass uns das vergangene Jahr in unseren Bemuehungen um unsere Jugend ein wesentliches Stueck vorwaerts gebracht hat. Mit Ihrer aller Hilfe wird es uns gelingen, das Ziel zu erreichen, das wir uns gesteckt haben: eine Jugend zu erziehen, die eine stolze religioese und nationale Jugend ist und mit unserer Gemeinde, mit unserem Volk und mit unserer Medinat Israel lebt. JUEDISCHE SCHULE UND JUEDISCHES HAUS Als ein wesentliches Instrument zur Erreichung dieses Zieles sehen wir das hervorragende Schulwerk des Vaad Hajinuj an, dem stets unsere Unterstuetzung gilt, und in dessen Direktorium drei Mitglieder unserer S. C. I. aktiv auf verantwortungsvollen Posten mitarbeiten. Wir haben uns bemueht und werden in unseren Bemuehungen nicht nachlassen, dafuer zu sorgen, dass eine moeglichst grosse Anzahl von Kindern unserer Gemeinde die Schulen des Vaad Hajinuj besucht. Diese Schulen haben durch ihre ausgezeichneten paedagogischen Ergebnisse bewiesen, dass sie nicht nur die Konkurrenz mit allen anderen staatlichen und privaten aushalten, sondern sogar besser sind als viele von ihnen. Das beste Mittel, um unsere Kinder vor der Gefahr zu schuetzen, von der so viel gesprochen wird, die aber oft erst erkannt wird, wenn es zu spaet ist, ist und bleibt der Besuch der juedischen Integral- Schule. Aber alle unsere Bemuehungen um die juedische Erfassung unserer Jugend koennen nur dann von einem wirklichen Erfolge gekroent sein, wenn die Grundbasis allen juedischen Lebens vorhanden ist: “Das juedische Haus”. Nur dann, wenn juedisch religioeses Leben —ob konservativ oder liberal— in unseren Familien gepflegt wird, wenn unsere Kinder in ihren Elternhaeusern Sabbat und die Feiertage erleben, wenn die Probleme unseres Volkes in den Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern zur Sprache kommen, wenn in unseren Haeusem eine bewusst juedische Atmosphaere herrscht, dann —und nur dann— werden unsere Kinder in Zusammenarbeit mit uns auf ganz natuerlichem Wege zu bewussten Juden erzogen werden. Juedisches Haus, juedische Schule und unsere Gemeinde muessen auf das engste Zusammenarbeiten, um unser Ziel zu erreichen: die Kontinuitaet juedischen Lebens auf diesem Kontinent. Im Anschluss an die Tagung der Centra fand in Buenos Aires die Conferencia Consultiva de las Sinagogas Latinoamericanas statt. Diese war auf Veranlassung der United Sinagogue of America einberufen worden. Die United Sinagogue ist der Synagogenverband der nordamerikanischen Gemeinden, die weder auf dem extrem rechten noch auf dem extrem linken religioesen Fluegel stehen. Diese United Sinagogue hat im November 1957 den Weltverband der Synogagen geschaffen, dem viele Gemeinden angehoeren. Da die ueberwiegende Mehrheit unserer Gemeinden zentraleuropaeischen Ursprungs auf diesem Kontinent in derselben Richtung arbeitet, ergab es sich dass dieselben Delegierten, die auf der Tagung der Centra zusammen waren, sich auch auf der Conferencia Consultiva trafen. Dazu kamen noch Delegierte sefardischer und askenasischer Gemeinden. Auch waren es fast dieselben Fragen, die uns auf der Tagung der Centra beschaeftigt hatten. Zunaechst einmal ging es darum, die Neuorganisation zu schaffen, die die Gemeinden der gleichen religioesen Richtung zusammenfassen soll. Es darf mit Freude festgestellt werden, dass alle Teilnehmer in gleicher Weise an diesem Ziele interessiert waren. Wir wuenschen dieser Organisation, der wir uns angeschlossen haben, recht viel Erfolg zum Segen fuer die religioese Zukunft des lateinamerikanischen Judentums. KULTUS Wenn auch unser Kultus durch die in Jahrhunderten geheiligte Tradition bestimmt ist, stehen wir doch vor der Aufgabe, unseren Gottesdienst so auszugestalten, dass ein jeder von uns in ihm das findet, was er sucht, was ihm innere Erhebung gibt. So ist es nicht immer moeglich, fuer alle Fragen, die sich im Kultus ergeben, eine allen gerecht werdende Loesung zu finden. Wir vergessen oft, dass wir doch erst am Anfang unserer Arbeit stehen, denn was bedeuten 20 Jahre im Leben einer Gemeinde? Die Kultus-Kommission hat sich stets bemueht, den Anforderungen unserer Mitglieder gerecht zu werden, ohne den Charakter unserer Gemeinde als einer Einheitsgemeinde zu gefaehrden. Es muss zunaechst auch in diesem Jahre der wuerdige und reibungslose Verlauf unserer Festgottesdienste an den Hohen Feiertagen hervorgehoben werden, die im Gemeindehaus, im Teatro Marconi und im dritten Stock unseres Hauses abgehalten wurden. Der beabsichtigte Gottesdienst im Hotel Carrera musste im letzten Moment abgesagt werden, da wir einmal Schwierigkeiten in der Besetzung der Vorbeterposten hatten und da andererseits sich nur wenige unserer Mitglieder fuer eine Teilnahme an diesem Gottesdienste interessierten. Ich benutze die Gelegenheit, um allen denjenigen unseren Dank zum Ausdruck zu bringen, die dazu beigetragen haben, unseren Gottesdiensten die feierliche Weihe zu geben. Das Interesse der Kultus- Kommission galt der Teilnahme unserer Jugend an Gottesdiensten. Wir sind uns dessen bewusst, dass dazu vor allem notwendig ist, der spanischen Sprache einen groesseren Raum (Fortsetzung Seite 11) TUTfGBfT mtit'L

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