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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-05-01 · 5 (Mayo, 1959) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
5 (Mayo, 1959)
Date
1959-05-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Mayo 1959 BOLETIN INFORMATIVO 9 DIE ERSTE UND DIE LETZTE JUEDISCHE STADT von Abner Nechuschtan, (Tel - Aviv) Seit vielen Jahren bemueht sich die Presse-Kommission der S. C. I., Journalisten von Rang direkt oder indirekt zur Mitarbeit am “Boletín Informativo” zu gewinnen. Diesem Vorsatz verdanken wir es, seit geraumer Zeit regelmaessig Artikel von Autoren wie Dr. Herbert Freeden und Schalom Ben Chorin (Israel), Curt Wilk (Buenos Aires) u. a. m. bringen zu koennen. Dank persoenlicher Ruecksprache, die unser Redakteur Herr Hans Kaufmann waehrend seines vorjaehrigen Besuchs in Israel mit ihm fuehren konnte, haben wir nunmehr auch die Ehre, unseren Lesern Herrn Dr. Abner Nechuschtan (Dr. Alfred Kupferberg) als neuen und, wie wir hoffen, staendigen Mitarbeiter vorstellen zu koennen. Herr Dr. Nechuschtan war von 1927 bis zur seiner Alijah Chefredakteur des “Israelitischen Familienblatt” in Hamburg, eine der bedeutendsten, wenn nicht ueberhaupt die bestgefuehrte, juedische Gemeindezeitung in Duetschland. In Israel uebt er die gleiche Funktion in “Jedioth Chadaschoth” aus, der groessten deutschsprachigen Tageszeitung. Ausserdem finden seine politischen, kuenstlerischen und sonstigen aktuellen Kommentare in bedeutenden deutschen und schweizer Zeitungen, sowie in dem bonaerenser “Argentinischen Tageblatt” Aufnahme an hervorragender Stelle. Soweit mit Stolz das “B. I.”; im uebrigen ueberlassen wir es unseren Lesern, durch den in diesen Spalten abgedruckten Artikel selbst die erfreuliche und lehrreiche Bekanntschaft mit Herrn Dr. Nechuschtan anzuknuepfen. Im Zeichen der Erfuellung... Silbern glaenzt in der Sonne des Mittellaendischen Meeres der “Huegel des Fruehlings”, auf hebraeisch Tel - Aviv, neben dem uralten und heute etwas heruntergekommenen Jaffa an der Kueste, ein Haeusermeer von imponierenden Ausmassen. Rund eine halbe Million Menschen leben und werken in dieser “ersten” juedischen Stadt”—und doch waren soeben erst fuehf Jahrzehnte vergangen, dass sich ein unternehmungslustiges Grueppchen zionistischer Fruehankoemmlinge, wenige Dutzend Lehrer, Beamte, Handwerker, auf den windverwehten Sandduenen noerdlich Jaffas, ihres anfaenglichen Wohnorts, traf und den Beschluss fasste, hier einen Villenvorort “moeglichst ohne Geschaeftigkeit und Geschaefte” zu bauen. Sie waren wenige Jahre danach auf noch nicht mehr als knappe zweitausend Maenner, Frauen, Kinder angewachsen, als der Weltkrieg 1914 die Tuerken als die damaligen Herren des Landes veranlasste, sie samt und sonders zu arrestieren und zu deportieren; allein die zwei, drei Strassen, zu denen sie es mittlerweile rund um das im maurischen Stil errichtete Herzlgymnasium gebracht hatten, fuellten sich rasch wieder, als die Englaender gegen Ende 1917 an die Stelle der ottomanischen Machthaber traten. Es stroemten tausende und bald zehntausende weiterer neuer Einwanderer waehrend der Zwanziger Jahre hinzu, zumeist Kleingewerbetreibende aus Polen, die es magisch dorthin statt in die oft noch von der Malaria verseuchten laendlichen Gebiete Palaestinas zog; seit 1933 folgten ihnen grosse Scharen deutscher Juden... und so nahm die Stadt einen solchen Aufschwung, dass sie in diesem Lande heute als Zen¬ ÜM ¡Mi TOS: S . ' V 'V" lilii isifete ÄSv# ■Sw? msM. Parkanlagen in Tel-Avib. trum von Handel und Wandel, Gewerbefleiss und kaufmaenniseher Betriebsamkeit, aber auch von Kunstgesinnung, Musik und Literatur, von Tagespresse und Tagespolitik, oder auch als “Wasserkopf” gescholten wird. Als Tel-Aviv dieser Tage seinen fuenfzigsten Geburtstag feierte, zeugte der zum froehlichen juedischen Purimfest hier uebliche karnevalistische Umzug wieder einmal von der unerschoepflichen Vitalitaet der Stadt: stundenlang marschierten, tanzten und sannicht nur um eine noch so ehrwuerdige Vergangenheit handelte, entdeckte “Mr. Israel”, als er sich im Jahre 1935 zum ersten Mal auf beschwerlichen, ja gefaehrliehen Saumpfaden durch den Negev so tief in den Sueden gewagt hatte. Von da an begann er, von den unabsehbaren Zukunftsmoeglichkeiten der “Riviera des (damals noch keineswegs zur Realitaet gewordenen) Judenstaates” zu schwaermen. Und vierzehn Jahre spaeter, im Maerz 1949, gelangten motorisierte Einheiten seiner jungen Armee gen schaukeln sich komfortable Motorbarkassen mit Boeden aus Glas, durch das man nahe der Kueste tief im Wasser Fische, Korallenriffe von beispielloser Phantastik bewundern kann. Verheissungsvoll wirken die Hafenanlagen Und von den Haifaer Raffinerieen fliesst Oel durch eine muehsam genug ueber hunderte von Kilometern durch den Negev gelegte Rohrleitung herunter nach Eilat. Eilat als Ersatz fuer die Suez - Durchfahrt ' vV, ' Auf dem Weg gen an die fuenftausend Schulkinder in mannigfachsten Verkleidungen durch die Hauptstrassen, auf deren Buergersteigen sich Hunderttausende im Hochgefuehl des “Es ist erreicht” draengten. In der verhaeltnismaessig kurzen Zeit von nur einem halben Jahrhundert hat sich das Ziel des Handvolls jener Gruender so verwirklicht, wie sie es sich in ihren ausschweifendsten Phantasieen schwerlich traeumen liessen. Ihr “Huegel des Fruehlings” steht im Zeichen der Erfuellung, gewiss. ...und im Zeichen der Verheissung Einige Tage vor der ersten, der aeltesten juedischen Stadt des nach zwei Jahrtausenden wieder erstandenen juedischen Staates feierte seine juengste Stadt die glueckliche Vollendung ihres ersten Jahrzehnts, Eilat an den Auslaeufern der Steppen des Negev. Hier ist fast noch nichts Erfuellung, fast alles ist vorlaeufig Verheissung. Zwar hatte der bibelkundige Ben Gurion natuerlich schon lange von diesem sonnendurchgluehten, bunt von vielerlei Mineralien schillernden Strande dies gewusst, dass vor Zeiten, als der Hafen Ezion Geber hiess, die sagenhaften Ophirschiffe Salomos, des gekroenten Psalmensaengers, von hier durch das Rote Meer ins ferne Asien gesegelt waren, nachdem sie den Golf passiert hatten, der auf den Landkarten heute nach dem oestlich an Eilat grenzenden jordanischen Kuestenort Akaba genannt wird. Dass es sich indessen nach Eilath. in kuehnem Vorstoss dorthin, zum Golf von Akaba. Ein knappes Jahr danach sprach man hier im Lande vom Pioniergeist zweier Familienvaeter, die es unternahmen, mit Frauen und Kindern zu den ersten Einwohnern Eilats zu werden. Im Februar 1956 geschah es zum ersten Mal, dass eine geschlossene Gruppe von Neueinwanderern dort unten sesshaft gemacht wurde. Das heutige Eilat besteht mit seiner Bevoelkerung von rund 2000 Seelen aus einigen Dutzend schoenen, asphaltierten Avenuen, deren buntfarbige Haeuserfronten sich zu einem heiteren Strassenbild, zusammenschliessen, und vielerlei sandigen Wegen, Gassen und Winkeln, An den Landungsste¬ SiOKiSSiSii* Eines der Ziele seines Sinai- Feldzuges hatte der israelische Ministerpraesident darin gesehen, die aegyptischen Geschuetze auf den Inseln, die dem Golf von Akaba vorgelagert sind, zum Schweigen zu bringen und den Schiffahrtsweg von Eilat ins Rote Meer dadurch zu oeffnen. Dies Ziel konnte erreicht werden, und so entwickelte sich der Hafenumschlag Eilats seit dem Beginn des Jahres 1957 stetig. Dennoch wusste Ben Gurion, der es sich nicht nehmen liess, an der Zehnjahresfeier des jungen Staedtchens teilzunehmen, warum er in seiner Jubilaeumsrede davor warnte, dass die Aegypter erneut versuchen wuerden, den suedlichen Ausgang dieses Golfes abzuriegeln. “Die unter den Waffen stehende Jugend unseres Landes wuerde dann aufgerufen werden muessen, die freie Passage zürn Roten Meer ein zweites Mal zu erzwingen”. Und auch die Tatsache, dass sich zur Sicherung der Durchfahrt z. Zt. Miliztruppen der United Nations an der Kueste gegenueber jenen Inseln befinden, biete keine Gewaehr gegen solche Blockierungsversuche. Was Ben Gurions Warnung ausgeloest hatte, war ohne Zweifel die Tatsache, dass die Aegypter nach laengerer Pause unlaengst wieder begonnen haben, den Suezkanal fuer Frachtdampfer zu sperren, die in Haifa Exportgueter geladen haben, auch wenn es sich nicht um Schiffe der israelischen Handelsflotte handelt, sondern um auslaendische, von hiesigen Reedereien gecharterte Dampfer. In der letzten Februarwoche wurde die “Capetan Ma- (Fortsetzung Seite 29) 111É t mam : Eilath - Stadt der Jugend. ¡y|| Siv&ftW: Mm Wmm

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