Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-01-01 · 1 (Enero, 1959) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
1 (Enero, 1959)
Date
1959-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/8553624-8557464-9194405--2451-8557468
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4 BOLETIN INFORMATIVO Enero 1959 Weitere Stichworte aus dem Reisetagebuch Von HANS KAUFMANN ELATH Herr Friedmann macht gewiss keinen sentimentalen Eindruck. Sein Blick ist hart, seine Haltung straff, sein Antlitz sonnenverbrannt und zerfurcht und die Stimme klingt metallen. Wenn er aber “ELath” sagt —und er hat oft Gelegenheit dazu, denn er ist hier Dekan der Fremdenfuehrer—, dann leuchten seine Augen auf. “Elath wird binnen weniger Jahre ein internationaler Badeort erster Klasse werden. Wir haben zwoelf Monate im Jahr Sommer und vierundzwanzig Stunden am Tage Wind. Zwoelf Monate gutes Wetter, nie Regen, nie Hitze, nie Kaelte; nur Sonne und Wind, Wind und Sonne. Schauen Sie die Landschaft, das Rote Meer mit seinem herrlichen Badestrand, mit 680 verschiedenen Fischsorten fuer Angler; schauen Sie die Berge. Wir haben vier Hotels, darunter das sehr gute Sinai-Hotel und das King Salomon-Hotel, das sich mit jedem Hotel erster Klasse messe» kann”. “Selbst in den Preisen”, hat man gerade Zeit zu denken, waehrend Herr Friedmann aus seinem vielgeruehmten Wind von Elath die n o e t i g e Luft schnappt, um begeistert fortzufahren: “In wenigen Jahren wird unser Lufthafen ein internationaler sein und die Touristen aus dem Auslande, die hier ihr Wochenende verbringen wollen, brauchen nicht mehr ueber Lod zu fliegen. Die Millionaere wollen schon nichts mehr von Nizza und Cannes, von Acapulco und Copacabana wissen” —diese letztere Behauptung schmetterte er in einem Brustton der Ueberzeugung hervor, als handle es sich um die einstimmig angenommene Resolution des letzten Millionaer- Congress’ als dessen Erster lekretaer er fungiert haben musste—, “sie wollen nach ilath, mit seinem unvergleichlichen Klima, seiner Schoenheit md seiner privilegierten Lage. '.Vir sind im Flugzeug in 3 Stunden von Athen aus zu erreichen, in 4 Stunden von itom, in 6 von Paris, in 7 von London, in 15 von New York and...” wieder holte er Luft, .vaehrend wir Zuhoerer vor unserem geistigen Auge bereits Millionaere wimmeln saien, die sich hoechst abfaellig larueber aussprachen, wie sehr loch Nizza und Capri heruntergekommen sind, da kam such schon das Finale: “.. .und lur 40 Stunden vom weitesten hinkt dieser Erde!” Du sprichst ein grosses Wort gelassen aus! 40 Stunden, das ind wir, das ist Santiago de Chile. Ausserdem handelt es ich nur um die reinen Flugtunden, ohne die nochmalso- /ielen der Anfahrt, des Warans, der Wege vom Flughafen n die Stadt zu zaehlen, und uch dann ist es noch nach mten abgerundet. Man bekommt eine neue Beziehung u Entfernungen auf solch iner Reise. Jeder dritte Tensch in Paris, in Rom, in trael ist ueberzeugt davon, im Iittelpunkt der Welt zu leben oder zumindest sehr nahe davon, versteht auch im Allgemeinen, diese Ueberzeugung sehr eindringlich zu vermitteln und damit das Gefuehl zu verstaerken, wie weit entfernt wir von “Allem” sind. 40 Stunden, man bedenke. Aber “nur” 40 Stunden, welche Blasphemie! Wie dem auch sei, es lohnt sich, sie aufzubringen. Herr Friedmann hat guten Grund zu der Schwaermerei, so wenig sie ihm auch zu Gesicht steht. Elath ist wirklich herrlich schoen, das Zusammentreffen von Historie —den Kupferminen des Koenig Salomon— und Gegenwart - Zukunft —den Kupferminen von Timna— eindringlich wie nur irgendwo im Lande, das visuelle Erfassen der vier Staaten Saudi Arabien, Jordanien, Israel und Aegypten von diesem einen Punkt aus faszinierend, wenngleich es auch der “privilegierten” Lage etwas Abbruch tut. Und die Behauptung “in wenigen Jahren”, die hoert man eben in Israel auf Schritt und Tritt, von Alt und Jung. Wer haette auch ein Recht zu zweifeln, wenn man bedenkt, dass in Elath zweihundert Menschen lebten und heute fuenftausend, dass man es seit einem Jahr auf einer mehr als 400 km langen Chaussee erreichen kann, dass hier ein Teil der israelischen Kriegsflotte liegt und Handelsschiffe von und nach Ostafrika und Asien einlaufen und dass selbst ein Mann wie Friedmann, wenn der Vollmond um drei Uhr nachmittags ueber der Bucht steht, sentimental wird. Hier sassen die Russen Das Essen in Ramoth Menasche ist wie so vieles Andere in den Kibbuzim, leicht auf den Nenner “einfach aber gut” zu bringen. Man macht Sachen entweder garnicht oder richtig; fuer Ueberfluss, Luxus und Aufwand sind keine Mittel da, aber was man macht, macht man solid, anstaendig, funktional, ansprechend, schoen. Natuerlich ist auch der Begriff Luxus ein relativer und die anderthalb Zimmer mit eigenem Duschraum, die heutzutage jedes Ehepaar im Kibbuz entweder schon hat oder auf dem Wege ist, zu bekommen, stellen fuer so manchen Pionier aus den Zeiten der dritten Alijah nichts anderes dar als Luxus, wenn auch sauer verdienten. Die bekannte Ausnahme sind die Kinderhaeuser und Unterrichtsraeume, die mit einer Grosszuegigkeit nach amerikanischen Begriffen aufgemacht sind, die auch den skeptischsten Besucher nur zutiefst beeindrucken kann.'Ein solches Erziehungsniveau kann wohl keine andere Landbevoelkerung in der Welt ihrer Jugend bieten. Aber zurueck zum Essen, beziehungweise in den grossen Speisesaal, wo uns Dr. Marcos Kaffman, den Meisten wohl noch aus Chile bestens in Erinnerung, ploetzlich sagte: “Hier waren die Russen!” Eine blitzschnelle Konfrontierung der geographischen Lage dieses Orts in den Bergen Efraim mit der Geschichte der letzten 100 Jahre, von Iwan dem Schrecklichen bis Nikita, dem nicht minder Schrecklichen, vermochte das Orakel nicht zu loesen. Hier waren die Russen? Marx sei Dank..., aber soweit unsere Kenntnisse reichen? ... “Ich selbst fuehrte sie einen ganzen Tag lang hier im Kibbuz herum”, fuhr er fort zu erzaehlen und damit klaerte sich die ganze Angelegenheit schon merklich auf, “und beim Mittagstisch sassen sie hier, wo Du jetzt sitzt. Sie interessierten sich fuer Alles, Hessen sich von der Geschichte des Kibbuz erzaehlen, von seiner Wirtschaft, seiner Organisation, seinen Plaenen und so weiter. Als sie gingen, schienen sie sehr beeindruckt”. “Gestern hatte ich Gelegenheit”, fuegte er dann hinzu, “ihre Reiseschilderung zu lesen. Sie beschreiben darin Israel als ein Land, das dem .Hungertode entgegen wankt; den Kibbuz als ein Konzentrationslager, in dem Menschen gegen ihren Willen gefangen gehalten werden und in dem man sie peinigt; die Politik des Landes als eine aggressive, auf Expansion und Krieg gerichtete. Die uebliche Litanei. Mit dem Unterschied, dass diese Herren noch ausserdem die Stirn haben, zu behaupten, sie haetten es selbst gesehen”. “Man hat ihnen offensichtlich die Reise unter der Bedingung bezahlt, die ganzen offiziellen Luegen ueber Israel in Moskau zu unterschreiben”, schloss er nachdenklich. Wir kamen spaeter noch einmal auf das Thema zurueck. Es genuegt nicht, den schnoeden Undank fuer gewaehrte Gastfreundschaft anzuprangern. In einem totalitaeren Staat geschieht nichts, was nicht irgendwelchem Zweck entspraeche. Luege und Wahrheit hoeren auf, als absolute Werte zu fungieren. Wenn die Russen die Wahrheit sagen, so nur, weil in einem bestimmten Moment eine bestimmte Luege ihren Interessen zuwiderlaeuft; wenn sie sich bedanken, so ausschliesslich, weil es ihnen nicht moeglicn ist oder nicht konveniert, ihren Wohltaeter zu ermorden. Fuer die Wahrheitsfaelschung dieser “Intourist”-Journalisten gibt es sicher mehrere Gruende. Erstens gehoert sie zum Kampfe des Regimes gegen das Verbundenheitsgefuehl der russischen Juden zu Israel, das auf den Weltjugend-Festspielen im Vorjahre so maechtig zu Tage trat. Zweitens ist sie ein Teil der antiisraelischen und pro-arabischen Kriegshetze, die der Kreml mit allen ihm zur Verfuegung stehenden Propagandamitteln vom Stapel gelassen hat. Und drittens ist es moeglich, dass dieses Zerrbild vom Leben in Israel als wichtiges Argument zur Auffrischung des Birobidjan-Projekts herhalten soll, von dem die Reuter-Agentur, wenn auch bisher unbestaetigterweise behauptet, dass es aus der Rumpelkammer der roten Politik hervorgeholt wuerde. .Adlai Stevenson hat die Eindruecke von seiner kuerzlichen Reise nach Russland in einigen sehr intelligenten Zeitungs-Artikeln wiedergegeben, unter sehr viel vernuenftigen Schlussfolgerungen aber auch folgende gezogen: “Ich wuenschte, dass alle Herren des Sowjet, die Minister, die Mitglieder des Praesidium der Partei und Herr Kruschew selbst, einmal nach den Vereinigten Staaten kaemen, denn die Mehrheit von ihnen scheint von ihrer eigenen Propaganda irregefuehrt zu sein und unter vielen illusorischen Voraussetzungen zu handeln. Aber selbst wenn sie nicht irregefuehrt waeren und stattdessen wirklich zynisch und unaufrichtig, so ist es viel schwerer es auch zu bleiben, nachdem man etwas von einem Land und seinen Leuten kennen gelernt hat”. Wie sehr Mr. Stevenson sich leider irrt, begreift man wirklich am besten, wenn man die russische Version von der Hoelle Israel und seinen unglückseligen Bewohnern kennen gelernt hat und dann von. Tisch aufsteht, den grossen hellen Speisesaal von Ramoth Menasche verlaesst und auf einem kleinen Spaziergang auf den Sand- und Kieswegen des Kibbuz beobachtet, wie schoen er ist, wie bewundernswert weit er in den wenigen Jahren seines Bestehens gediehen ist und wie zufrieden, trotz aller Haerten, die Menschen sind, die hier leben und fuer sich und ihre Kinder und ihr Volk kaempfen und arbeiten. IS BOTE!! Su Reloi usado En nuestro Taller con un arreglo de esfera y cambio de caja se lo dejamos como nuevo. Gran Stock de Repuestos Mac Iver 434 SpiegeB Mac Iver 434 ACHTUNG NEU - EROEFFNET Orthopaedische Schuhe Einlagen und Reparaturen werden schnell und billig geliefert. V. GROSSER Alameda 980 - Local 50 Neubeziehen u. Umarbeitungen Importierte Inlets u. MODERNE BEZUGSTOFFE auf Lager Schlafsacke f. Ausflueger Max Wetzstein Av. M. Montt 2656 Tel. 43379 Innenarchitektur RaumgesfaEtuhng Ladeneinrichtungen Bodolfo G. Haymafón Rebeca Matte 65 — Tel. 83446 DEPOSETO Merced 832 IMPLATEX Fono 398347 Reiche Auswahl in plastischen Artikeln sowohl für Hausbedarf wie auch praktische Geschenke

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.