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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-08-01 · 8 (Agosto, 1958) · p. Seite 10

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
8 (Agosto, 1958)
Date
1958-08-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 BOLETIN INFORMATIVO Agosto 1958 DEM BEGRUENDER DER NEU ■ ORTHODOXIE (Zum 150. Geburtstage von Rabb. S. R. Hirsch) Am 20. Juni waren hundertundfuenfzig Jahre vergangen, seit Rabbiner Samson Raphael Hirsch das Licht der Welt erblickt hatte. Seine Bedeutung fuer die juedische Welt war so gross und sein Einfluss auf die Entwicklung des religioesen Judentums seit der ersten Haelfte des vorigen Jahrhunderts so stark, dass, weit ueber den Kreis der seiner Richtung zuneigenden juedischen Menschen hinaus, dieser wahrhaft frommen und gelehrten, religioes-fuehrenden, Persoenlichkeit gedacht werden sollte. Als Antwort auf die sehr geistvolle religioes - wissenschaftliche Zeitschrift eines Studienkollegen und Freundes von Hirsch, des jungen Gelehrten Abraham Geiger, hatte der noch junge Oldenburger Rabbiner S. R. Hirsch im Jahre 1836 unter dem Pseudonym Ben Usiel eine Schrift herausgegeben, die sich “Neunzehn Briefe ueber Judentum” betitelte, grosses Aufsehen erregte und ihren Verfasser rasch sehr bekannt machte. Hier war dem orthodoxen Judentum, in diesem Schueler des Hamburger Rabbiners Isaak Bernays, ein Wortfuehrer entstanden, der aehnlich wie Geiger, mit allen Elementen der zeitgenoessischen Bildung vertraut gewesen ist. Schon diese Tatsache charakterisiert Hirsch’s Altfroemmigkeit als eine anders geartete als diejenige der Rabbiner aus der Mendelssohnschen Epoche, die sich zu einem erheblichen Teile gegen jede Erneuerung des religioesen Lebens, gegen die Bibeluebersetzung in die Landessprache, gegen die deutsche Erklaerung der Heiligen Schrift, gegen die Predigt gestemmt hatten. Samson Raphael Hirsch, ein geistreicher und hinreissc-r.dt ner, war einer der ersten, der oeffentlich deutsche Predigten hielt. Man hat die von ihm begründete Richtung “Neu-Orthodoxie” genannt, um damit auszudrueeken, dass hier nicht die alte Orthodoxie, sondern etwas ganz Neues, Neuartiges, in die Erscheinung getreten ist- Worin ist dieses zu erblicken? War die bisherige Froemmigkeit eine mehr naive, selbstverstaendliche, gewesen, ohne ein eigenes Prinzip, hatte sie nichts anderes vermocht, als zu schelten: “So ist es, so war es, und wer davon abweicht, ist ein Suender”, so stellte Rabbiner Hirsch ein Prinzip auf: “Tauro”, so sagte er, ist die Zusammenfassung aller juedischen Lehren, Einrichtungen, Gebote und Gebraeuche bis auf den scheinbar so bedeutungslosesten herab, ist goettliches Gesetz; nicht nur die sinaitische Gesetzgebung, nicht nur die eigentliche Thora, sondern die gesamte muendliche Lehre, die Rechtsgutachten der Gaonim, die talmudischen Entscheidungen der mittelalterlichen Rabbinen, jeder Brauch, alles ist fuer Hirsch im letzten Sinne goettliche Offenbarung, weil sie, seiner Ueberzeugung nach, auf unbestreitbare goettliche Autoritaet zurueckgeht. Nur eine Bestimmung habe der Jude, und sie lautet: “Gesetzestreue” . Und die Wissenschaft des Judentums hat fuer Hirsch keine andere Bedeutung, als “in der Tauro Gottes Weisheit nachzuspueren”. Dieser Glaube laesst keine Kritik und wissenschaftliche Untersuchung zu. Hirsch’s juedische Grundeinstellung bildet das Motiv fuer sein System. Keineswegs verkennt er den traurigen Zustand, in welchem die neue Zeitepoche nach der grossen Franzoesischen Revolution und der Emanzipation der Juden die Judenheit angetroffen hat, und in gewissem Sinne ist es eine “Reform”, welcher er im westeuropaeischen Judentum von damals zum Siege verhalt: “Thora im Derech Erez”, “Vermaehlung des religioesen Wissens und des religioesen Lebens mit echter, wahrhaft-sozialer Bildung”. Zwei Weltanschauungen standen sich in der Folgezeit in diesen beiden grossen Maennem, in Hirsch und Geiger, gegenueber: Geiger, der Vertreter des Individualitaetsprinzips, des Rechtes der Gegenwart, der dem Universalismus einen beherrschenden Einfluss im Judentum einraeumen will, und Hirsch, der Vertreter des Autoritaetsprinzips, der Beherrschung allen religioesen Lebens' durch das Religionsgesetz, welcher dem Partikularismus einen entscheidenden Einfluss zuweisen will. Hierüber sind dann spaeter schwere Meinungskaempfe ausgebrochen, die einen tiefen Riss in der damaligen Judenheit aufzeigten. Ueber die grossen Rabbinerkonferenzen der Vierziger Jahre und die Gruendung des Breslauer “Juedisch-Theologischen Seminars” im Jahre 1854 zieht sich der Streit der “Richtungen”, der im Jahre 1876 zum sogenannten “Austrittsgesetz” fuehrte, das der separaten Orthodoxie das Recht auf die Schaffung eigener Gemeinden gab, von denen die “Frankfurter Religionsgesellschaft” und die Berliner “Adass Jisroel” die bedeutendsten wurden. Doch das kostbare Gut der Einheit der Gemeinden war damit dahin, und es sollte erst durch den Zwang der Verhaeltnisse in den Jahren 1938 und 39 aeusse r 1 i c h wiederhergestellt werden. Rabb. Hirsch, gemeinsam mit Rabb. E s r i e 1 Hildesheimer, wurde der Vorkaempfer der “Trennungsorthodoxie”; diesen Weg gingen jedoch zahlreiche streng - konservative Rabbiner nicht mit, und der nicht minder fromme Wuerzburger Raw, Seligmann Baer Bamberger, wurde der Begruender der “Gemeindeorthodoxie”, d.h., derjenigen Richtung, welche die Verbindung mit den Liberalen, der ausgleichenden Mitte, etc. aufrechterhalten wollte und dies auch tat, waehrend Samson Raphael Hirsch jede Beziehung zu den Religioes-Andersdenkenden abbrach. Inwieweit dies der Gesamtentwicklung foerderlich war, kann und soll hier nicht untersucht werden. Als Rabbiner jener Frankfurter Austrittsgemeinde starb Hirsch, 80 Jahre alt, am 31.12. 1888. In die Geschichte der religioesen Entwicklung geht er ein als hervorragender Geist, als enthusiastischer Jude, der viele Schueler heranbilaete. Ueber die Richtigkeit und Zweckmaessigkeit der Wege, die er zuweilen beschritt, um das Ziel zu erreichen, gibc es die verschiedensten Meinungen. Das ganze juedische 19. Jahrhundert ist aber durch ihn in entscheidender Weise religioes geistig geformt worden. CURT WILK- (Buenos Aires). DIE ANZEIGEN ANNAHME FUER DAS BOLETIN INFORMATIVO ist taeglich von 9-1 u. 5 - 7 geoeffnet. NUEVA YORK 52 Oficina 605 « Teléfono 87765 VENDO Terreno una cuadra antes Estadio Israelita. Esquina de 16.75m. x 22m. Dirigirse: Sr. Brill DAUNENDECKEN STEPPDECKEN Neubeziehen u. Umarbeitungen Importierte Inlets u. Moderne Fono 35024 o Casilla 6066 OBERHEMDEN REPARATUREN jeder Art. beste Ausfuehrung, puenktliche Lieferung. Auf Wunsch wird abgeholt. Margarita Pinkus NUEVA YORK 53 Oficina 61 — Tel. 61300 Bezugstoffe auf Lager Schlaisaecke f.Ausfluegler Rucksaecke MAX WETZSTEIN Av. M. MONTT 2656 Tel. 43379 ALLERNEUESTE MODELLE Strickwaren, Blusen, Roecke, Kleider. Handtaschen-Handschuhe Gürtel-Taschentücher Grosse Auswahl in Geschenkartikeln u. Fantasias Maessige Preise Gegenüber Hotel Crillon Agustinas1022 Lokal 177-Fono 371162

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