Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 8 (Agosto, 1958)
- Date
- 1958-08-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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w I Agosto 1958 BOLETIN INFORMATIVO DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK IM TEATRO EXPERIMENTAL XIMENA GALLARDO Die chilenische Anne Frank (Foto: “Ecran”) Am Sonnabend den 2. August war die Premiere der Theaterversion des Tagebuchs der Anne Frank, in der Inszenierung des Teatro Experimental. Es ist schwer fuer einen Juden, eine “Besprechung” dieses Werkes zu schreiben, das so tief an unser Innerstes greift, die Leiden unseres Volkes so erschuetternd zum Ausdruck bringt. Die meisten von uns haben wohl das “Tagebuch” gelesen und daher gewissermassen nichts “Neues” mehr zu erwarten; und doch ist der Ablauf der Szenen von derart packender Wucht, mit einer solchen inneren dramatischen Spannung geladen, dass man wie gebannt auf das zwar bekannte, aber immer wieder von Neuem gefuerchtete Ende wartet, das wie ein Schwert ueber diesen 8 Untergetauchten haengt: Ihre Verhaftung durch die Deutschen. Ob wir persoenlich Derartiges mitgemacht haben oder nicht, wir identifizieren uns mit diesen Menschen, wir leben und bangen mit ihnen mit. Und das ist nicht zuletzt das Verdienst der hervorragenden Auffuehrung des Teatro Experimental. Das Stueck an sich ist zwar ein Welterfolg: Sei es, dass die ergreifende Sprache dieses jungen Menschenkindes das Weltgewissen doch etwas aufgeruettelt hat (die deutschen Auffuehrungen sollen wie Gedenkstunden gewesen sein, es wurde nicht einmal applaudiert), oder sei es, dass die ausgezeichnete Dramatisierung des Tagebuchs durch das amerikanische Ehepaar Francés Goodrich und Albert Hackett denjenigen, die nicht verstehen, was wir dabei fuehlen, ein zwar sicherlich unwahrscheinliches, aber doch sehr spannendes Schauspiel bedeutet (spannender noch, weil sie ja meist das Buch nicht gelesen haben), Tatsache ist, dass aas “Tagebuch der Anne Frank” aut allen europaeischen und amerikanischen Buehnen aufgefuehrt woraen ist, dass es verfilmt wurae und dass sich die bedeutendsten Schauspielerinnen um die Rolle der Anne gerissen haben. Das Teatro Experimental, einer aer groessten kulturellen Werte Chiles, hat unter der bewaehrten Regie von Agustín Siré eine Leistung vollbracht, die sicherlich wuerdig neben vielen auslaendiscnen Inszenierungen bestehen kann. Ein klares und künstlerisches Buehnenbild, knappe und einfache Beleuchtungs- (und Verdunklungs-) Effekte und eine erstklassige Besetzung Hessen die wenigen Defekte, wie z. B. die unklare Akustik des Lautsprechers in den die einzelnen Szenen verbindenden, von Ximena Gallardo gelesenen Tagebuchabschnitten, fast vollkommen in den Hintergrund treten. Unter den Schauspielern ist Ximena Gallardo, die Darstellerin der Anne, gradezu eine Entdekkung. Unter vielen Bewerbern fuer diese Rolle ausgesucht, ist die junge Kuenstlerin, soeben aus der Schauspieler-Akademie hervorgegangen, eine fast vollkommene Verkoerperung dieses juedischen Maedchens, das in der bedrueckenden Atmosphaere des engen Versteckes vom verspielten Kind zum reifen Menschen heranwaechst, der die “Erwachsenen” mit unglaublicher Klarheit beurteilt, der sich allein seinen Weg suchen muss und doch nie den Glauben an das Gute im Menschen verliert. Ebenso hervorragend war Rubén Sotoconil, als der immer besonnene und um alle besorgte Vater Frank. Jorge Lillo, María Cánepa und nicht zuletzt der junge Luis Barahona waren ausgezeichnete und glaubwuerdige Darsteller des Duessel, der Frau van Daan und des Peter van Daan. Am schwaechsten, obwohl technisch sicherlich einwandfrei, schienen uns Roberto Parada als Herr van Daan und Bélgica Castro als Frau Frank, vielleicht wegen gewisser charakteristischer Eigenheiten beider Schauspieler, die dadurch in ihren Rollen der letzten Jahre etwas zur Monotonie neigen. Es mag zunaechst etwas befremdend anmuten, dass Otto Frank seine Einwilligung nicht nur zur Veroeffentlichung des Tagebuchs seiner Tochter, sondern sogar zu dessen Umdichtung in ein Schauspiel gegeben hat. Der Welterfolg, und der Erfolg, der sicher auch dieser chilenischen Auffuehrung nicht ausbleiben wird, geben ihm recht: Das kostbare Vermaechtnis Annes wird so den weitesten Kreisen zugaenglich gemacht. Klaus Hannach REALISTISCHE ANNE FRANK Von Friedrich Porges Als wir das Studio betraten, ertoente gerade die bruellende Stimme Adolf Hitlers von der engen Dekoration des kleinen Zimmers in dem Amsterdamer Haus, wo die Franks und die van Daans um den Rundfunkempfaenger versammelt waren. George Stevens, der bekanntlich die Regie des Anne Frank - Films fuehrt, hat Originaltonbaender der Sendungen aus den ersten Kriegsj ähren verwendet und neben Reden Hitlers auch solche Winston Churchills, Franklin D. Roosevelts, Koenigin Wilhelminas und General Dwight Eisenhower, Joseph Schildkraut, der ueber tausendmal den Otto Frank in den Buehnenauffuehrungen verkoerpert hat, sagt uns, dass “von dem Theaterstueck in der Filmfassung nur etwa zwei Drittel des Dialogs uebrig geblieben sind. Dafuer aber ist im Film das dramatische Geschehen enorm erweitert, ohne dass dabei die Grundlinie des Dramas geaendert erscheint”. Die Gestalten, die Anne Frank in ihrem Tagebuch schildert, sind alle beibehalten worden, nur die Schauplaetze wurden naturgemaess vermehrt. Es werden auch noch Aussenaufnahmen in Holland gedreht. M i t ohrenbetaeubendem Realismus hat George Stevens die Bombeneinschlaege rund um das Haus in Amsterdam nachgebildet — Getoese, das Angst und Schrekken, aber auch Hoffnung in den Herzen der Eingeschlossenen erweckt. Alle Mitwirkenden, darunter ausser der neuentdeckten Millie Perkins, Gusti Huber, Lou Jacoby, Shelley Winters, Ed Wynn, Diana Baker und Richard Beymer, sind sich darueber einig, dass hier ein aussergewoehnliches Werk entsteht. (“Aufbau”). DIE WAHRHEIT, NICHTS >ALS DIE WAHRHEIT... (Fortsetzung von Seite 7) aus dem Bett gestuerzt und tot gewesen, als man sie habe aufheben wollen. Man habe Anne, die zu der Zeit schon krank war, vom Tod ihrer Schwester nichts gesagt, aber nach einigen Tagen habe sie es gespuert, und bald darauf sei auch sie gestorben, ruhig und in dem Gefuehl, dass nichts Boeses geschehe. Aber auch von den SS-Leuten aus Auschwitz sind viele verschwunden. Keiner weiss zum Beispiel, wo Dr. Mengele ist... Das war der Arzt, der bei den Selektionen unter dem Scheinwerfer stand und uns nach rechts schickte oder nach links, je nachdem...” Eine Freundin der Schwestern Frank erfuhr eines Tages im Konzentrationslager Belsen, im naechsten Block sei ein Transport aus Auschwitz angekommen und unter den Menschen habe man Margot und Anne Frank gesehen. Sie berichtet: “Ich wartete, bis es Nacht war. Dann schlich ich mich aus der Baracke und bis zum Drahtverhau hin und rief leise in die Finsternis: Ist dort drueben jemand?— Eine Stimme kam zurueck: ich bin hier. Ich bin Frau van Daan...— Wir hatten die van Daans in Amsterdam gekannt und ich sagte ihr, wer ich sei und fragte sie, ob Margot oder Anne nicht einmal an den Zaun kommen koennten. Frau van Daan antwortete mit hastiger Stimme, Margot sei krank, aber Anne koenne wohl kommen, und sie wolle sie suchen gehen. Ich wartete und fror in der Finsternis und es dauerte lange. Aber ploetzlich hoerte ich eine Stimme: Lies? Lies? Wo bist du denn?— Es war Anne, und ich lief der Stimme nach, und jetzt sah ich sie hinter dem Drahtverhau. Sie war in Lumpen. Ich sah ihr mageres, eingefallenes Gesicht in der Dunkelheit. Ihre Augen waren sehr gross. Und wir weinten und weinten, denn jetzt war nur noch der Drahtverhau zwischen uns, sonst nichts. Ich habe dann Anne gesagt, dass meine Mutter gestorben war und mein Vater im Sterben lag und Anne sagte mir, von ihrem Vater wisse sie gar nichts, aber ihre Mütter war in Auschwitz zurueckgeblieben. Nur Margot war noch bei ihr, aber sie war schon sehr krank... Anne fror und war ganz verhungert. Ich rief leise hinueber:... Komm morgen wieder hierher, ja? — Sie kam in der naechsten Nacht zum Zaun. Ich hatte eine Wolljacke und etwas Zwieback und Zucker zusammengepackt und ich rief: Anne, pass auf.— Dann warf ich das Buendel hinueber. Aber es kam nur ein Schreien und Weinen von Anne, und ich rief: Anne, was ist denn?— Und sie rief weinend zurueck: Eine Frau hat es aufgefangen und gibt es mir nicht...— Mir ist erzaehlt worden, dass sie am Typhus starb, aber ich selber habe sie nicht noch einmal gesehen...” DIE ANZEIGEN ANNAHME FUER DAS BOLETIN INFORMATIVO ¡st taeglich von 9-1 u. 5 - 7 geoeffnet. NUEVA YORK 52 Oficina 605 — Teléfono 87765 A DONDE VAN SUS HIJOS. .? 4 DEPORTES 4 CULTURA 4 SOCIABILIDAD 4 GIMNASIO CERRADO 4 PISCINA TEMPERADA 4 SEDE SOCIAL PEm DEP&MFJ VISITE LAS OBRAS EN CONSTRUCCION EN TARAPACA 850 SUBSCRIBA ACCIONES DE INMOBILIARIA MACCABI S.A. (en forma*,on) CATEDRAL 1895 « TELEFONO 61713 ' Hx