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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-05-01 · 5 (Mayo, 1958) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
5 (Mayo, 1958)
Date
1958-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Mayo 1958 BOLETIN INFORMATIVO 5 EIN JAHR GEMEINDET ARTIGKEIT (FORTSETZUNG VON SEITE 3) in unserem Hause in Gemeinschaft mit der Jugend-Organisation B’ne Akiba an jedem Schabbat durchgefuehrte Jugend-Minjam mit aller Deutlichkeit. Es ist beglueckend, Kinder, selbst im Alter von unter 13 Jahren, in diesem Gottesdienst vorbeten und aus der Thora vorlesen zu hoeren. Die Gebete werden teilweise gemeinsam laut gesprochen und den Kindern erklaert. Es waere wuenschenswert, wenn eine groessere Anzahl Jugendlicher unserer Gemeinde hieran teilnehmen wuerde. Auf der gleichen Linie liegen die im vergangenen Jahre mehrere Male am Freitag- Abend durchgeiuehrten Onege- Schabbat fuer die Jugend im Post-Barmizwa Alter. Die Jugendlichen unserer Religionsschule machten Kiddusch, es wurde ueber den jeweiligen Wochenabschnitt gesprochen und Themen des juedischen Lebens wurden behandelt. Wir duerfen mit Genugtuung feststellen, dass diese Onege- Schabbat das besondere Interesse unserer Jugend fanden, sodass wir sie in Zukunft haeufiger abhalten werden. Die aktive Teilnahme spornt das Interesse der Jugendlichen an und verschafft ihnen Selbstsicherheit und Wissen. Und nur juedisches Wissen sichert eine juedische Jugend, die weiss, wohin sie gehoert. Dies wird am besten durch die Erfolge bewiesen, die der Vaad Hajinuj in seiner Modell- Integralschule erzielt. Wir unterhalten zu dieser Institution die besten Beziehungen und beteiligen uns an deren Etat und an den Kosten des Neubaus gern und nach besten Kraeften. Unsere Gemeinde macht es sich zur Ehrenpflicht, die so wichtigen Ziele des Vaad Hajinuj zu unterstuetzen und wir hoffen, dass eine immer groessere Anzahl von Kindern unseres Sektors die Macul- Schule besucht, wo sie von Jugend auf in juedischem Milieu erzogen werden und juedischen Geist atmen. Nun noch ein Wort ueber die Jugend, die aus dem schulpflichtigen Alter hinausgewachsen ist. Drei Organisationen sind es, die diese juedische Jugend zu organisieren versuchen; der Maccabi, die Ivria und das Centro Universitario Judio, welch letzteres auch weiterhin seinen Treffpunkt in unserem Gemeindehause hat. Trotz aller Muehe und aller Hingabe einiger weniger junger Menschen, die sich dieser Arbeit widmen, ist bei weitem unsere juedische Jugend und vor allem die Universitaets-Jugend nicht erfasst. So wichtig das Estadio Israelita und das zu schaffende Gymnasium des Maccabi auch sind —und unser Jischuw kann stolz auf diese der sportlichen Ertuechtigung gew i d m e t e n Einrichtungen sein—, die vielen Jischuwim auf diesem Kontinent als Vorbild dienen moegen, so reicht doch eine solche Erziehung allein nicht aus. Wir muessen unser Augenmerk auch auf die geistige und kulturelle Erziehung unserer Jugend richten, wir muessen ihr Interesse fuer das tausendjaehrige Erbe unseres Volkes wachzurufen suchen und sie an der Loesung unserer Probleme teilnehmen lassen. Leider haben wir auf diesem Gebiet noch nicht den Erfolg zu verzeichnen, den wir anstreben. Niemand wird die Wichtigkeit der chaluzischen Jugend - Organisation verkennen, denen die “B’ne Jisroel” immer ihre Unterstuetzung hat angedeihen lassen, aber wir duerfen nicht unterlassen, unser verstaerktes Augenmerk auf die in den chaluzischen Organisationen nicht organisierte Jugend zu lenken. Es muss vor allem endlich ein Jugendfuehrer gefunden werden, der sich hauptamtlich der Erfassung und Leitung dieser Jugend widmet, sie geistig und kulturell fuehrt, der das Arbeitsprogramm vorbereitet und seine Nachfolger heranbildet, die fuer die Fortsetzung der J ugendarbeit notwendig sind. Dieser Jugendfuehrer —das A und O jeder gedeihlichen Jugendarbeit— ist bisher trotz vieler Bemuehungen noch nicht gefunden worden. Vor wenigen Wochen hatten wir den Besuch eines Delegierten der Sochnuth, der mit der ausdrücklichen Aufgabe der Organisierung der nichtchaluzischen Jugend nach Suedamerika gesandt worden ist. Er hat hier eine sehr intensive Vorbereitungsarbeit geleistet. Alle Institutionen Santiagos — es handelt sich um eine Erfassung der Jugend des gesamten chilenischen juedischen Jischuwshaben aus ihren Kartotheken das Adressenmaterial der Jugendlichen von 18 - 35 Jahren zusammengestellt und es haben bereits vorbereitende erfolgversprechende Verhandlungen stattgefunden. Es ist unser sehnlichster Wunsch, dass diesmal der endgueltige Erfolg nicht ausbleibt, und dass sich die sogenannte zweite Generation zusammenschliesst und den Fortbestand der juedischen Gemeinden in der Golah sichert. Wir haben zum ersten Male in diesem Jahre einen entsprechenden Etat - Posten fuer einen Jugendfuehrer vorgesehen und koennen nur hoffen, dass wir diesen Betrag nicht nur bald ausgeben, sondern ihn erhoehen koennen, um einen Jugendfuehrer zu finden, der den Anspruechen gerecht wird, die man in ihn setzen muss. Meine Damen und Herren: Um das Jugendproblem zu loesen, bedarf es unser aller Zusammenarbeit — sowohl der Ihrigen wie auch der Unsrigen. Die Loesung beginnt im Haus, in der juedischen Gestaltung unseres Familienlebens. Darueber hinaus soll es unsere Aufgabe sein, in der Schule wie in der Gemeinde alle Schritte zu ergreifen, die notwendig sind, um die Gefahr zu bannen, die drohend vor uns steht; die Gefahr der Assimilation unserer Jugend, sei es durch Mischehen, sei es dadurch, dass sie sich mit ihren Interessen und Gedanken vollkommen an die Umwelt verliert. Keiner von Ihnen, keiner von uns wird rein vor seinem juedischen Gewissen dastehen, wenn er nicht das Seine dazu getan hat, dies zu verhueten. Es ist mir ein aufrichtiges Beduerfnis, den Lehrern unserer Religionsschule und allen ehrenamtlichen Leitern der Jugendgruppen im Namen unserer Gemeinde unseren herzlichsten Dank fuer ihre schwere, verantwortungsvolle Taet i g k e i t auszusprechen. Wir wuenschen ihnen in unser aller Interesse, dass ihre Bemuehungen durch steten Erfolg gekroent sein moegen. KULTUS Wie stets widmeten wir auch in diesem Jahre unser besonderes Interesse dem religioesen Leben unserer Gemeinde. Wie Ihnen bekannt ist, bemuehen wir uns, das taegliche Minjan aufrechtzuerhalten, stossen jedoch vor allem an den Nachmittagen auf nicht unerhebliche Schwierigkeiten. Da bei der Groesse unserer Gemeinde und ihrer Natur als Religionsgemeinde ein derartiges Minjan unter allen Umstaenden als wesentlicher Bestandteil unseres Gottesdienstes angesehen werden muss, bitten wir erneut unsere Freunde, vor allem die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kultus - Kommission, wenigstens einmal in der Woche an einem solchen Minjan teilzunehmen, damit allen unseren Mitgliedern Gelegenheit gegeben ist, im Trauerjahr und an Jahrzeiten das Kaddisch-Gebet zu sprechen. Wesentlich erfreulicher war der Durchschnittsbesuch am Schabbat, zumal wir im vergangenen Jahre zahlreiche Barmizwoth feiern konnten. Wir wollen in Zukunft den jeweiligen Wochenabschnitt und die Haftara vor der Verlesung auf spanisch erklaeren lassen, damit deren Inhalt fuer alle Gottesdienstbesucher verstaendlich wird. Auch sollen oefter, insbesondere an den zweiten Feiertagen, Ansprachen in spanisch fuer die Jugendlichen gehalten werden. Vor aussetzung hierfür ist dass die Jugendlichen auch am Gottesdienst teilnehmen. Dass dies geschieht, dafuer muessen Sie, meine Damen und Herren, als Eltern sorgen. Erinnern Sie sich bitte daran, wie Sie in Ihrer Jugend an der Seite Ihres Vaters oder Ihrer Mutter in der Synagoge standen und gelernt haben, dem Gottesdienste zu folgen, ihn zu verstehen, sodass er Ihnen etwas gab. Unsere Synagogen, auch wenn sie hier zu Lande neu sind, sind alt. Aber nicht nur Alte duerfen in die Synagoge gehen, eine Synagoge ohne Jugend erfuellt ihren Zweck nicht. Die Gottesdienste an den Hohen Feiertagen sind, — wie wir glauben — zur Zufriedenheit aller Teilnehmer durchgefuehrt worden. Dem Wunsche zahlreicher Mitglieder entsprechend werden wir uns mit der Frage befassen, ob nicht in diesem Jahre wieder ein Filial- Gottesdienst im Zentrum der Stadt eingefuehrt werden soll, wie wir ihn in frueheren Jahren abgehalten haben. Die Onege-Schabbat, die wir regelmaessig im Anschluss an den Schabbat-Morgen-Gottesdienst veranstalten, sind heute bereits etwas Selbstverstaendliches fuer unsere Mitglieder geworden und erfreuen sich eines immer groesseren Zuspruchs. Die Vortraege, die unsere Herren Rabbiner bei dieser Gelegenheit hielten, standen auf hohem Niveau und trugen zur Belehrung der Anwesenden bei. In Zukunft soll dieser Oneg - Schabbat noch dahingehend erweitert werden, dass auch die in dem Gottesdienst anwesenden Jugendlichen zu einem besonderen halbstuendigen Beisammensein mit —wenn auch bescheidener— Bewirtung aufgefordert werden sollen. Der Gemeinde-Seder in diesem Jahre war ein voller Erfolg. Es nahmen ca. 110 Personen an ihm teil umd es hat wohl Niemanden gegeben, der nicht seine vollste Anerkennung ueber die feierliche und harmoni sehe Durchfuehrung dieses an unsere urspruengliche Befreiung erinnernden Abends ausgesprochen haette. Eine besondere Bedeutung hatte fuer uns dieser Seder dadurch, dass an ihm eine groessere Anzahl unserer ungarischen, juengst ins Land gekommenen Brueder teilnahmen, die nach vielen Jahren der Knechtschaft zum ersten Male wieder das Fest der Befreiung feiern konnten. Ein wichtiges Problem, mit dem wir uns im gegenwaertigen Augenblick beschaeftigen, ist die Durchfuehrung der Basmizwa. Wir sind zu der Ueberzeugung gekommen, dass es notwendig ist, auch unseren juedischen Maedchen eine verstaerkte juedische Erziehung zu geben, und bei ihnen, ein groesseres Interesse fuer die Teilnahme am juedischen Unterricht zu wecken. Dazu erscheint uns die Einfuehrung der Basmizwa das gegebene Mittel. Die moderne Zeit hat es mit sich gebracht, dass auch der juedischen Frau eine grosse Verantwortung im juedischen Leben zukommt. Unsere juedischen Maedchen darauf vorzubereiten, ist der Zweck dieser Basmizwa, die sicherlich das Interesse vieler Eltern finden wird. Die juedische Frau muss die Kenntnisse erwerben, die noetig sind, um spaeter einmal ihre Kinder juedisch erziehen zu koenen. Weist doch schon unsere Haggadah, die wir eben gelesen haben, darauf hin, dass es die Mutter i=t, die das Kind, das noch nicht zu fragen versteht, belehren, soll. (At. Pessach lau). Wir haben, wie Ihnen bekannt ist, Choere von Damen und Herren, die aber nur an den Hohen Feiertagen den Gottesdienst verschoenern. Diese Choere muessen verstaerkt werden. Ausserdem muss ein Gottesdienst das ganze Jahr hindurch besonders feierlich sein und nicht nur an den hoechsten Feiertagen des Jahres, sodass wir uns bemuehen muessen, den Synagogenchor zur staendigen Einrichtung unseres Gottesdienstes wer den zu lassen. Das darf fuer eine Gemeinde wie die unsrige nicht schwer sein, wenn sich Gemeindemitglieder und Jugendliche finden, die bereit sind, uns bei dieser schoenen Aufgabe zu helfen. Ich richte daher an Sie die hoefliche Bitte, der Anzeige in unserem Gemeindeblatt wohlwollende Aufmerksamkeit zu schenken, in der wir um Meldung stimmbegabter Damen, Herren und Kinder bitten, die bei den Choeren —eventuell gegen Verguetung— mitzuwirken bereit sind. Den bisherigen ehrenamtlichen Chor-Damen und Herren, die keine Muehe und Zeit scheuten, um einen gesanglich hochwertigen Chor zustande zu bringen, danke ich in Ihrer aller Namen herzlich. Ich bin sicher, meine Damen und Herren, dass Sie diesem Bericht ueber den Kultus nicht nur entnehmen, dass wir auf die Durchfuehrung unserer staendigen Gottesdienste bedacht waren, sondern, uns auch allen Problemen gewidmet haben, die zu den Kultusaufgaben unserer Gemeinde gehoeren. KULTUR Die Kultur-Kommission hatte sich vorgenommen, unseren Mitgliedern ein umfangreiches Programm zu bieten. Leider war es nicht moeglich, den vorgesehenen Zyklus ueber ein religionswissenschaftliches Thema, der aus acht Referaten bestehen sollte, zur Durchfuehrung zu bringen, da die Herren Referenten, die sich freundlicherweise zur Verfuegung gestellt hatten, einer laengeren Vorbereitung bedurften. Diese Vortraege, die sicherlich unsere Mitglieder sehr interessieren, werden im kommenden Jahre stattfinden. Die zweite Kultur Veranstaltung, ein Gesangsabend Wiener Operetten unter der Leitung von Herrn Juan Peyser und unter Mitwirkung von Mathilde Broders, Dita Marcus, Kitty Schwarz, José Kaufmann und Enrique del Solar hatte ein volles Haus und brachte dank der ehrenamtlichen Mitwirkung der genannten Kuenstler einen ansehnlichen Ueberschuss zu Gunsten des Neubaus des Altersheims. Ebenso war die Veranstaltung “Das Tagebuch der Anne Frank” unter der Leitung von Herrn Reinhold Olszewski, mit verteilten Rollen gelesen, sehr gut besucht und beeindruckte die Anwesenden stark. Wurde doch in erschuetternder Weise das Unglueck, das ueber unser Volk hereingebrochen war, durch die Aufzeichnungen dieses Kindes in unser aller Erinnerung gebracht. Anfang Oktober sprach als Gast Herr Oberrabbiner Dr. Wilhelm aus Stockholm in fesselnder Weise ueber “Juden in den nordischen Laendern”. Die Herren Dr. Bry und Dr. Hannach hielten sehr interessante Referate ueber aktuelle Entschaedigungsfragen. Allen Mitwirkenden an unserer Kulturarbeit sei hiermit unser verbindlichster Dank ausgesprochen. Vielleicht ist es Ihnen, meine Damen und Herren aufgefallen, dass ich mit der zweiten Veranstaltung begonnen habe, aber keine erste erwaehnte. Der Grund ist leider nicht sehr erfreulich. Der als Eroeffnung der Kulturarbeit vorgesehene Vortrag ueber “Die Juden hinter dem eisernen Vorhang” musste leider infolge mangelhafter Beteiligung abgesagt werden, was wir besonders im Hinblick auf den Redner, der sich eingehend vorbereitet hatte und mit Ruecksicht auf das allgemein interessierende Thema bedauern. Ich habe leider in den letzten Jahren immer Klage dar ueber fuehren muessen, dass alle unsere Bemuehungen, umfangreiche Kulturarbeit zu leisten und unseren Mitgliedern etwas zu bieten, erfolglos geblieben sind, da wir keinerlei Unterstuetzung seitens unserer Mitglieder erfahren haben. So haben wir nicht den Mut aufgebracht die Herzl-Bialik-Feier und den 9. November zu besonderen Kultur - Abenden auszugestalten, (Forsetzung Seite 6)

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