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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-04-01 · 4 (Abril, 1958) · p. Seite 14

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
4 (Abril, 1958)
Date
1958-04-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 BOLETIN INFORMATIVO Abril 1958 DER BEITRAG DER DEUTSCHEN JUDEN... (Fortsetzung von Seite 13) Burg ist schon einige Male Postminister, und Dr. Bernstein war Handelsminister. Besonders aber wird deutlich, dass das Aussenamt vollkommen “verjecket” ist. Es ist wohl wahr, dass Mosche Scharet in der Vergangenheit und Goida Meir heute die Aussenminister sind, aber eine grosse Reihe hoher Beamten, vom Leiter des Aussenamtes (Dr. Walter Eytan) angefangen bis zu den Department-Chefs und Konsuln sind deutsche Juden. Es ist vielleicht auch symptomatisch, dass das wesentliche Amt des Staatskontrolleurs, das die Aufgabe hat, Korruption und Unehrlichkeit im Staatsapparat zu verhindern, einem deutschen Juden, Dr. S. Moses, übergeben wurde. Die Maxime, dass Jeckes ehrlich sind, ist im Lande verbreitet und hat hier ihre offizielle Anerkennung gefunden. Auch in der Journalistik — und insbesondere in der ernsten politischen Journalistik — sind wir hervorragend vertreten. Man mag politisch zu der 'Tageszeitung HAARETZ ste- 'hen, wie man will, man muss doch zugeben, dass unter der Leitung von Gerschon Schokken dieses Tagesblatt zu der bedeutendsten Zeitung Israels geworden ist. Einer der besten Journalisten des Haaretz ist der unserem Sprachkreis bekannte Robert Weltsch, dessen historische Artikel in der Jܬ DISCHEN RUNDSCHAU uns allen unvergesslich geworden sind. Hier sei vielleicht noch der verstorbene Dr. Esriel Carlebach erwähnt, der mit seiner Abendzeitung HAMAARIV einen journalistischen Schlager geschaffen hatte, ohne diese Abendzeitung zu einem Sensations- oder Revolverblatt zu machen. HAMAARIV hat die grösste Auflage aller Israeli- Zeitungen und ist eines der best informierten Blätter Israels. Die neueste Entwicklung zur Teilnahme deutscher Juden an politisch wichtigen Institutionen ist wohl die letztens vorgekommene Wahl von Dr. Georg Josephthal als Sekretär der wesentlichsten Regierungspartei MAPAI. Dieser Aufstieg von Dr. G. Josephthal in einer Partei, in der fast ausschliesslich der russische und polnische Sektor vorherrschend sind, ist vielleicht der beste Beweis, wie sich deutsche Juden im politischen Kampf Israels mehr und mehr durchsetzen. Die Bedeutung dieses Postens wird vielleicht erst klar, wenn man in Betracht zieht, dass Mosche Scharet für diesen Sekretärposten vorgesc hlagen war, und nach seiner Ablehnung Dr. Josephthal gewählt wurde. Es mag wert sein, darauf hinzuweisen, dass der deutsche Sektor in Israel hauptsächlich doch in das bürgerliche Lager gegangen ist, da eben die Vergangenheit und die soziale Position sie dahin führten. Deswegen ist der Einfluss deutscher Juden in der Israeli-Arbeiterschaft schwächer, und da die Histadrut und die übrigen Arbeiter - Institutionen nun doch den politischen Schwerpunkt des Landes darstellen, ist der Prozess des Sichdurchsetzens mentalitätsmässig und rein praktisch gesehen in diesen politischen Machtfaktoren Israels ein langsamer. Die Epoche, in der deutsche Juden in Israel sich in einer besonderen landsmannschaftlichen Partei organisiert haben, wie z. B. in der Alija Chadascha, ist längst vorüber, aber Pinchas Rosen, der augenblickliche Justizminister, Mitglied der Progressiven Partei, ist weiter in den Augen des Jischuv der beste Ausdruck des deutschen Judentums und seines Beitrags am Werden des Staates. Es ist daher vielleicht interessant, den Artikel zu erwähnen, der in der Wochenschrift “Hapoel Hazair” (der Mapai) zum 70. Geburtstag von Staatskontroller Siegfried Moses mm Pinchas Rosen erschienen ist. Diese besonders warme Würdigung des Justizministers als Israels bedeutendstem Gesetzgeber und als Persönlichkeit, die nach Meinung des HAPOEL HAZAIR würdig ist, ein erzieherisches Beispiel für unsere Generation zu sein, endet mit folgenden Worten: “Seine stets sympatische Art sich zu geben, sein kultiviertes Benehmen, sein Takt, seine Form Reden zu halten, der feine Humor, der die Herzen aller Kreise gewinnt, und besonders sein Verständnis für seine Gegner und Anhänger in der Debatte —alle diese Eigenschaften schaffen in der Knesset das Gefühl einer wohl überlegten Führung und die Atmosphäre einer Auseinandersetzung zwischen Weisen (Talmidei Chacham) der Freundschaft und Sachlichkeit. Die Knesset erhebt sich zu dieser Höhe dank der Persönlichkeit von Pinchas Rosen, und dabei ist unwichtig, ob man ihm zustimmt oder nicht. Aber auch die Regierung verdankt ihm viel, wenn ein Minister wie Rosen, ein Mensch höchsten Adels, die Sache der Regierung vor der Knesset und dem Volk im Lichte allgemeiner Beliebtheit und Ehrung vertritt. Hoffen wir nur dass uns in Israel viele wie er erstehen werden”. Eine solche Ehrung aus dem Lager einer anderen Partei und insbesondere der Israeli-Arbeiterschaft ist kein kleines Zeugnis für die Bedeutung dieser Persönlichkeit im Leben des Landes. IN DER KOLONISATION Israel ist das Land der beruflichen Umschichtung für das jüdische Volk, und keine Alijawelle kann sich erfolgreich nennen, wenn sie nicht Menschen für die Kolonisation gestellt hat. Es ist hier vielleicht angebracht ins Gedächtnis zu rufen, dass zwei deutsche Juden bedeutende Leistungen in der Planung von Kolonien und ihrer Administration aufzuweisen haben — es sind dies Prof. Franz Oppenheimer und Dr. Arthur Ruppin. Prof. Oppenheimer war der Begründer von Merchawia (1900), und obgleich seine Bemühungen einer landwirtschaftlichen Kooperative nach seinen Idealen scheiterten, kann er als einer der Väter des Moschawgedankens angesehen werden, der in der Besiedlung Israels so glänzende Erfolge gezeigt hat. Weit einschneidender war die Tätigkeit von Dr. Arthur Ruppin, der im Jahre 1906 die Kolonisationsabteilung des Palästinabüros übernommen hatte und Systematik und Planung in die Kolonisation des Landes hineingebracht hat. Es ist das unsterbliche Verdienst von Ruppin, dass er die unzufriedenen Arbeiter des Galil in ihrem Abscheu gegen die administrative Kolonisierung des Baron Hirsch verstand und den Vorschlag, einen Kibbuz— den ersten Kibbuz — in Degania zu gründen, akzeptierte. Seine Unterstützung bewirkte, dass die allgemeine Ablehnung in der zionistischen Bewegung gegen dieses “utopische Unterfangen” überwunden wurde. Dieser bahnbrechende Schritt hat vielleicht allein die Schaffung einer israelitischen Arbeiterschaft und der Verteidigung unserer Kolonien ermöglicht. Aber unsere Olim sind auch wirkliche Kolonisten geworden, und einige der deutschen Kibbuzim und Moschawot gehören zu den schönsten des Landes. Die Mehrzahl der Chawerim in den Kibbuzim von Maayan Zwi, Galed, Kfar Hamakkabi, Saad (Negev), Dalia und Hasorea sind Olim aus Deutschland und rekrutieren sich aus früheren Mitgliedern der chaluzischen Bewegungen Habonim, Makkabi Hazair, Haschomer Hazair, Werkleute und Bachad. Diese Kibbuzim sind integraler Bestandteil der kibbuzischen Bewegung, und jeder Kibbuz hat in einer oder in anderer Hinsicht besondere Leistungen aufzuweisen. Dalia ist berühmt wegen seiner nationalen Tanzfeste, Hasorea hat ein Museum, in dem die Kunstschätze des verstorbenen Wilfried Israel aufbewahrt sind, Mayan Zwi ist bekannt wegen seiner vorbildlichen Wirtschaftsführung, Saad gilt als ein Musterkibbuz des Negev, und Galed hat dem Lande eine grosse Anzahl von Administratoren gegeben. Das Typische deutsch-jüdischer Kolonisation sind aber die Mittelstandssiedlungen, Moschawot wie Naharia, Ramot Haschawin, Kfar Schmarjahu, Bet Jizchak, Shavei Zion etc. Diese Siedlungen mit ihrer geplanten Anlage und der liebevollen Sorge für das Äussere eines Kolonisationspunktes gehören zu den best geleiteten Dörfern des Landes. Einige dieser Siedlungen haben in geschicktester Weise Landwirtschaft mit Touristik verbunden und haben die Hühnerzucht in Israel zu dem gemacht, was sie heute darstellt. “Eierjeckes” ist daher zum Ausdruck des Lobes für diese so gut organisierte Industrie geworden. Wer die eigentlich als gescheitert anzusehenden Versuche deutsche - jüdischer landwirtschaftlicher Kolonisation in Südamerika gesehen hat und sie mit den vorhin genannten Kolonien Israels vergleicht, wird erst verstehen, wieviel Kraft und Schwung Israel dem Kolonisten gibt und wieviel Freude an einer Lebensaufgabe dem Einzelnen. DEUTSCHE ALIJA VOR HITLER - DEUTSCHLAND Hier dürfen die beiden Vorläufer deutsch-jüdischer Kolonisation in Israel —die Kibbuzim Chefziba und Giwat Brenner — nicht unerwähnt bleiben. Chefziba wurde nach dem 1. Weltkrieg von Blauweiss-M itgliedern begründet, und Giwat Brenner wurde 1929 von einer Gruppe des Brit Haolim (Vorläufern des deutschen Habonim) aufgebaut. Beide Kibbuzim sind die wahren Symbole deutsch-Jüdischen Beitrages am Werden des Staates, sie beweisen besser als andere Fakten, dass deutsche Juden auch vor Hitler ihre bewussten Zionisten hatten und sie ins Land zur Kolonisation schickten. Eine grosse Reihe bedeutender Figuren im Jischuv — einige schon frühzeitig verstorben — sind Zeugen dieses bewussten Zionismus vor dem Aufstieg des Nazismus. Dr. S. Moses (Staatskontroileur), Dr. Aron Barth (der gerade verstorbene Direktor der National Bank), Prof. Ernst Simon (Judaica), Elias Auerbach (Autor des Buches “Wüste und Gelobtes Land”), Walter Preuss (Verwaltung der Histadrut), Siegfried Lehmann (Direktor von Ben Schemen), Smora (Präsident des Hochgerichts), Arthur Hantke (Direktor des Keren Hajessod), die schon erwähnten Professoren Goitein, Bonne und Bodenheimer und viele andere deutsche Juden, die hier vergessen wurden oder dem Schreiber unbekannt sind, haben das Verdienst, “dabei gewesen zu sein”, ohne dass sie Hitlerdeutschland dazu gezwungen hatte. Wir braucheri uns nicht zu schämen einzugestehen, dass die Zerstörung der Weimarer Republik erst den grossen Impuls zur Massenalija aus Deutschland gegeben hat, aber es gab unter uns Juden, die die Gefahren vorausgesehen und die Konsequenzen gezogen hatten. Unter den vielen Rettungswerken, die nach Hitler durch zionistische Organisationen ins Leben gerufen wurden, soll die Jugendalija besonders erwähnt werden. Dieses grosse humanitäre Werk ist in Deutschland unter der Inspiration von Recha Freier entstanden, die es mit Hilfe der chaluzischen Jugendbewegungen zu der grossen Reffungsaktion von Kindern und Jugendlichen schmiedete. Die 8.000 aus Deutschland geretteten Kinder waren für die Jugendalija eine Generalprobe zur Rettung von vielen Tausenden von Jugendlichen aus den übrigen europäischen Ländern und aus Nordafrika. Es ist besonders erwähnenswert, dass Prof. Einstein einmal seine Meinung dahingehend ausgedrückt hat, dass der Nobelpreis für den Frieden der Jugendalija gegeben werden müsste. Wir hoffen, dass dieser vielleicht unvollendete Bericht über unsere Landsmannschaft, wo immer sie auch lebt, das Bewusstsein stärkt, dass das deutsche Judentum einen würdevollen Beitrag zur Gründung der Medinat Israel gegeben hat, und dass wir alle weiterhin verantwortlich bleiben müssen für das' Gelingen und die Festigung des Staates Israel. MERCAZ LETARBUT ISRAEL Glaubensgenossen, lernen Sie Hebraeisch! Die schoenste Widmung zum 10ten Jahrestag der Unabhaengigkeit Israels ist es die Sprache der MEDINA zu erlernen! SCHREIBEN SIE SICH IM ULPAN IVRI EIN Einige bestehende Kurse: A) Anfaenger B) Mittel C) Vorgeschrittene D) Konversation E) Spezial Damenkurs F) Spezial Schuelerkurs einschl. Jued.. Tradition, Gesaenge und Volkstaenze Geschichte, Israels. 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